Cover von: Die Zelle
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Die Zelle

Thriller
Buch
Taschenbuch, 352 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3426512769

ISBN-13: 

9783426512760

Erscheinungsdatum: 

11.01.2016

Preis: 

9,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 128.952
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3426512769

Beschreibung von Bücher.de: 

Sammy ist elf und gerade mit seinen Eltern nach Berlin gezogen. Im Luftschutzbunker der alten Jugendstilvilla, die die Familie im Grunewald bezogen hat, macht er eine verstörende Entdeckung. Ein vollkommen verängstigtes Mädchen, nicht viel älter als er, ist dort unten in einer Zelle eingesperrt, die man mit Gummifolie ausgekleidet hat. Nur durch einen winzigen Schlitz hindurch kann er sie sehen. Am nächsten Tag ist die Zelle leer, das Mädchen verschwunden. Und für Sammy kann es dafür eigentlich nur einen Grund geben: seinen Vater.

Kriminetz-Rezensionen

Sammy

Sammy hat Langeweile. Er ist mit seinen Eltern und seinem Bruder nach Berlin gezogen. Es sind Ferien und er kennt noch niemanden. Seine Mutter ist oft nicht da, weil sie Schauspielerin ist, und sein Vater ist Komponist für düstere Filmmusik.

Eines Tages sieht Sammy, wie sein Vater in dem Luftschutzbunker auf dem Grundstück verschwindet. Er schleicht ihm nach. Aber schnell verliert er ihn in den Gängen aus den Augen. Stattdessen findet er eine Zelle, in der ein Mädchen gefangen gehalten wird. Die Zelle ist mit Folie ausgekleidet und das Mädchen hat fürchterliche Angst.

Sammy glaubt, dass sein Vater das Mädchen eingesperrt hat. Skeptisch beobachtet er ihn. Irgendwann spitzt sich die Lage zu und Sammy kann nicht länger schweigen. Was er mit seinem Geständnis ins Rollen und ans Licht bringt, hätte niemand für möglich gehalten.

„Die Zelle“ von Jonas Winner hat mich ganz schön gefesselt. Selbst nachdem ich das Buch beendet hatte, ließ die Geschichte mich noch nicht los. Die Frage wer, was und warum beschäftigte mich noch eine Weile. Es war ein brillantes Ende, weil es mich so erschreckt, verwirrt und nachdenklich gemacht hat. Aber nicht nur das Ende war gut auch der Schreibstil gefiel mir. Es ist sehr lebendig und spannend geschrieben. Hauptsächlich wird aus der Sicht des 11-jährigen Sammys erzählt, dann gibt es aber auch wieder Erzählstränge aus der Sicht „des Täters“. Sammys Abschnitte sind in der Ich-Perspektive geschrieben, die anderen Stränge sind aus der Sicht eines personalen Erzählers geschrieben. Dieser Wechsel erhöhte die Spannung und gibt erschreckende Einblicke in die Abgründe.

Die Kapitel sind von der Länge genau richtig. Ständig denkt man „ach, ein Kapitel schaffe ich noch“ und schwups ist das Buch durchgelesen.

Der Hauptcharakter Sammy wirkte auf mich als Leser überaus authentisch. Sammy ist unbekümmert, fantasievoll, neugierig, aber auch sehr nachdenklich und macht sich Sorgen. Ein 11-jähriger Junge im Übergang vom Kind zum Teenager. Ich konnte seine Neugierde, seine Gefühle und seine Gedankengänge gut nachvollziehen.

Die unterirdischen Gänge und Räume, in denen Teile der Handlung stattfanden, fand ich sehr beeindruckend und gruselig. Dort wo ich lebe, gibt es noch nicht mal eine U-Bahn, daher ist es faszinierend was unterirdisch alles möglich ist! Für Berlin sind diese Bunker, Gänge und Räume einfach typisch und passen gut in die Geschichte. Und wer weiß, vielleicht werden eines Tages die von Jonas Winner beschriebenen Gänge und die Bowlingbahn von dem Verein Berliner Unterwelten entdeckt und ausgebuddelt. Wer mehr über Berlins Unterwelt lesen will, kann das z.B. unter Wikipedia oder berliner-unterwelten.de.

Auch in „der Architekt“ von Jonas Winner ging es um verwinkelte Räumlichkeiten, auch da fand ich die Vorstellung der Räumlichkeiten schon überaus faszinierend und Gänsehaut erzeugend.

„Die Zelle“ garantiert Gänsehaut und den Autor Jonas Winner sollte man als Thriller-Leser im Auge behalten.

Wer glaubt einem 11Jährigen?

Ein brillianter Thriller, der den Leser ohne Umweg mitten ins Szenario zieht: Ein Junge, eine Künstlerfamilie, eine Villa, ein Luftschutzbunker und eine Geschichte, in der die verzweifelte Verwirrung des Ich-Erzählers beinahe schmerzhaft nachvollziehbar ist.

Jonas Winners Sprache ist klar; lässt Bilder entstehen, vermittelt jederzeit die düstere Stimmung. Der Spannungsbogen ist perfekt - Prolog und Epilog in der Jetztzeit, die "eigentlichen" Kapitel in den Erinnerungen des Jungen, Tage, die sich anfangs ziehen mit Hitze und Langeweile in den Sommerferien, die dann schneller verlaufen mit all den Entdeckungen, die sich widersprechen oder doch gut zusammenpassen? Die zum Schluss - kaum begonnen - schon vergangen sind.

Für sensible Gemüter können einzelne Szenen sicher schwer zu verkraften sein; ich persönlich lese gern Gruselig-brutales. Deshalb kann ich nur die volle Punktzahl vergeben: Ich liebe Bücher, die ich nicht mehr aus der Hand legen kann, obwohl die Furcht, dass ich es bald ausgelesen habe und es einfach endet, groß ist!

Unerträglich grausam!

In den Sommerferien zieht der elfjährige Sammy mit seinen Eltern nach Berlin in eine Jugendstilvilla mit einem großen Grundstück, auf dem sich noch ein Luftschutzbunker befindet. Im Gegensatz zu seinem großen Bruder Linus, der bereits einige Wochen zuvor mit dem Vater und den Möbelpackern vorausgefahren ist, konnte Sammy noch keine neuen Freundschaften schließen. Um die Langeweile zu vertreiben, erkundet er sein neues Zuhause und sieht zufällig, wie sein Vater die Gartenhütte betritt, die er immer schön sorgfältig wieder verschließt. Sammy schleicht ihm nach und findet so den Zugang zu dem Bunker, in dem er eine erschreckende Entdeckung macht. Durch eine schmale Öffnung in einer Wand schaut ihm ein verängstigtes Mädchen entgegen, eingesperrt in eine Zelle, die mit Gummifolie ausgekleidet worden ist. Sammy verspricht dem Mädchen, Hilfe zu holen und obwohl das Mädchen Sammys Sprache weder versteht noch spricht, schafft sie es, ihm begreiflich zu machen, dass er auf keinen Fall seinen Vater holen darf. Als Sammy am nächsten Tag wieder vor der Zelle steht, ist diese leer und das Mädchen spurlos verschwunden. Sammy wird klar, dass nur sein Vater dahinterstecken kann …

Welch grauenhafte Vorstellung, dass der eigene Vater ein Mädchen gefangen halten könnte. Von einem Tag auf den anderen bricht Sammys Welt zusammen. Jonas Winner hat ein Horrorszenario geschaffen und lässt von diesem aus der Sicht des elfjährigen Sammy berichten. Verstörend und unbegreiflich kam mir das Ganze vor und ich hatte eine Gänsehaut beim Lesen. Ich bekam unweigerlich sofort Mitleid mit dem armen Sammy. Es ist schon schwer, wenn beide Elternteile beruflich so eingespannt sind, dass für die Kinder keine Zeit bleibt. Diese Aufgaben übernimmt in diesem Fall das Au-Pair-Mädchen, welches sich auch bereits in London um die beiden Jungen gekümmert hat. Sammys Vater ist Komponist für Filmmusik und seine Mutter arbeitet an der Oper, was bedeutet, dass die beiden Eheleute sich eher selten sehen. Der Umzug nach Berlin trifft Sammy ganz besonders hart, weil er all seine Freunde aufgeben musste und somit niemanden um sich hat, mit dem er sich die Zeit in den Ferien vertreiben kann. Sein Bruder Linus ist ein paar Jahre älter und möchte sich mit seinem kleinen Bruder nicht abgeben. Folglich hat Sammy auch niemanden, dem er sich anvertrauen kann, als er dieses Mädchen in der Zelle entdeckt.

Dieser Thriller ist einer der etwas ruhigeren Sorte, dessen Hauptaugenmerk auf dem Familienleben liegt. Hier tun sich Abgründe auf und man möchte die ganze Zeit rufen: „Halt, hier läuft was falsch. Kann nicht mal jemand eingreifen?“ Und dann wiederum gibt es Szenen, da standen mir die Haare zu Berge ob der unerträglichen Grausamkeit. „Die Zelle“ lässt sich schon eher als Psychothriller betiteln. Über ein paar Seiten gibt es einige Längen, die auch für mich der Grund sind, warum ich einen Stern abgezogen habe. Ansonsten verspricht der Roman viel Spannung und wartet zum Schluss noch mit einer großen Überraschung auf. Vier Sterne gibt es von mir.

Sammy´s Alptraum

Der 11-jährige Sammy zieht mit seinen Eltern, Bruder Linus und dem Au-pair Hannah von London nach Berlin, weil seine Mutter dort eine Anstellung an der Oper bekommen hat.

Sein Vater arbeitet zu Hause an Kompositionen für Filmmusik sehr düsterer Filme. Eines Tages bemerkt Sammy, wie sein Vater in einer Hütte im Garten verschwindet und als er ihm nachfolgt, ist die Hütte leer, nur eine Falltür in den Keller sieht er. Neugierig wie er ist, steigt er hinab und entdeckt ein Tunnelsystem (u.a. auch mit einer Bowlingbahn), sehr wahrscheinlich aus dem 2 Weltkrieg. Als er wieder nach oben klettert, entdeckt er eine gummiausgekleidete Zelle, in der ein junges Mädchen steckt, das er sprachlich nicht versteht, aber das dort gefangen gehalten wird. Dieses Ereignis lässt ihn nicht mehr los und so geht er am nächsten Tag wieder zur selben Stelle, allerdings ist die Zelle leer. Aber diese Erlebnis beschäftigt ihn weiter. Da er seinen Vater verdächtigt, dem Mädchen etwas getan zu haben, will er sich seinem Bruder anvertrauen. Linus glaubt Sammy jedoch kein Wort. Als dann der Nachbar die Geschichte der Vorbesitzer erzählt, werden die Ängste Sammy´s immer größer, bis hin zu Tagträumen. Einige Zeit später lernt er dann Marina, das Nachbarkind, kennen. Ihr kann er sich das erste Mal so richtig anvertrauen. Doch dann ist auch sie verschwunden und wer wird verdächtigt? Sammy´s Vater. Und die Ereignisse spitzen sich immer mehr zu.

Meine Meinung:
Schon lange habe ich kein so ein emotional spannendes Buch gelesen. Der Autor fesselt den Leser ein bisschen in Steven-King-Manier, so dass man von dem Roman so fasziniert ist, dass man ihn nicht mehr aus der Hand legen kann. Es erwartet einen in diesem nicht nur actionreiche Spannung, sonder vor allem emotionale Spannung, die einen nicht mehr los lässt. Dieser Autor weiß nur zu gut, wie man die Leser überraschen und täuschen kann. Mehrmals werden in diesem Buch falsche Fährten gelegt, so dass man dadurch immer noch neugieriger wird. Das Ende hat mich dann etwas verstört zurück gelassen. Ich muss sagen, dass diese Buch eher ins Psychothriller-Genre gehört. Das Cover ist sehr einfach gehalten, jedoch durch die düsteren Farben spricht es einen an. Auch der Titel und die Kurzinfo hatten zumindest mich sehr neugierig gemacht und ich wurde nicht enttäuscht. Manche Seiten und Szenen sind sicher nichts für etwas zartbesaitete Leser, aber die sollten dann auch besser keine Thriller lesen. Für mich ist Jonas Winner eine absolute Überraschung und ich kann diese Buch nur jedem weiterempfehlen. Darum auch die Höchstnote für dieses Meisterwerk.

Spannender Konkurrent für Fitzek und Co.

Meinung:
Thriller gibt es jede Menge, auch mit Schauplätzen in Deutschland. Einen Thriller in Berlin anzusiedeln und somit in direkter Konkurrenz zu Größen wie Sebastian Fitzek zu stehen, das traut sich nicht jeder. Jonas Winner ist dieses Wagnis eingegangen und kann sich durchaus mit dem, wie Knaur Verlag ihn nennt, "Meister des Wahns" messen.

Doch was fasziniert uns Menschen eigentlich an dem Dunklen, dem Abgründigen, dem Bösen? Haben wir, die wir diese Art der "Unterhaltung" bevorzugen, eine masochistische Ader in uns? Ist es die Angst, die uns lockt? Oder lieben wir es, wenn dem Bösen durch einen typischen Durchschnittsmenschen das Handwerk gelegt wird?

Es ist sicher nicht in einem Satz zu beantworten, was jeder einzelne von uns Thriller-Lesern dazu bewegt, aber eines ist klar. Wir lieben den Nervenkitzel in sicherer Umgebung. Wir machen uns zu Zuschauern, Mitwissern und können uns doch sicher fühlen. Wir sitzen in unseren gemütlichen und heimeligen vier Wänden und sehen zu, wie die Figuren in der Geschichte ihre Sicherheiten verlieren. Und am Ende klappen wir das Buch zu mit dem Gefühl selbst sicher zu sein und dem Wunsch so etwas nie erleben zu müssen.

Jonas Winner versteht es, uns Leser in diese Schreckenswelt zu entführen und das alles aus den Augen eines 11-jährigen Jungen zu entdecken.

Schreibstil:
Sam erinnert sich an Geschehnisse in seiner Kindheit, die bereits über 20 Jahre zurückliegen. Durch die ICH-Erzählperspektive entsteht zwischen Leser und Hauptfigur sofort eine gewisse Nähe und die Spannung wird bereits im Prolog aufgebaut. Sie zieht sich gekonnt durch das ganze Buch und bricht nie ab.

Charaktere:
Sammy und sein Vater werden spannend und toll beschrieben. Obwohl man das Gefühl hat, beiden nahe zu sein, haben beide doch etwas Geheimnisvolles und man steigt lange nicht ganz hinter ihre Fassaden. Die anderen Charaktere sind eher Beiwerk und werden oft nur flüchtig erwähnt, doch als Mittel zum Zweck vollkommen ausreichend beschrieben.

Da Sammy erst 11 Jahre alt ist, als in seinem Leben einiges durcheinander gerät, wirken seine Taten manchmal eher unglaubwürdig. Er ist für sein Alter etwas zu "erwachsen", was mich persönlich etwas gestört hat.

Fazit:
Eine wirklich spannende und erschreckende Story, die so oder so ähnlich in jeder Nachbarschaft geschehen könnte. Das macht die Spannung in diesem Buch aus.

Allerdings ist der 11-jährige Sammy oft unglaubwürdig erwachsen und deshalb gibt es von mir 4 von 5 Sternen.

Alles in allem ein spannender Thriller mit Blick in menschliche Abgründe. Das war sicher nicht das letzte Buch von Jonas Winner, das ich gelesen habe.