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Dunkel Land

Der erste Fall für Carl von Wuthenow und Verena Hofer
Buch
Taschenbuch, 384 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3959671385

ISBN-13: 

9783959671385

Auflage: 

1 (13.11.2017)

Preis: 

10,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 71.990
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3959671385

Beschreibung von Bücher.de: 

Gut Wuthenow, ein altehrwürdiges Anwesen im Havelland; hier soll sich Verena Hofer die nächsten drei Monate um den Neffen der Hausherrin kümmern. Überrascht stellt sie fest, dass ihr Schützling der geniale wie arrogante Dr. Carl von Wuthenow ist. Der Kriminalist wurde erst kürzlich angeschossen und leidet seitdem unter Störungen des Kurzzeitgedächtnisses. Carl lehnt den Plan seiner Tante strikt ab. Verena, die das Geld dringend braucht, geht einen Deal mit ihm ein: Er lässt sie ihren Job machen, sie hilft ihm bei der Ermittlungsarbeit. Und schon ihr erster Fall hat es in sich: Eine übel zugerichtete Leiche wird auf einem Berliner Bauplatz gefunden und die Spuren weisen in die rechte Szene ...

Kriminetz-Rezensionen

Ein Kopf ohne Gedächtnis ist eine Festung ohne Besatzung

"Das Gedächtnis ist die Schatzkammer und der Bewacher von allen Dingen." (Marcus Tullius Cicero)

Verena Hofer muss nach einem tragischen Unfall, bei dem ihre Schwester tödlich verunglückt, für ihre Nichte Amelie sorgen. Darum hat sie ihre Arbeit verloren und wird jetzt auf den Neffen von Frau von Wuthenow aufpassen. Dass sich dieser jedoch als ein erwachsener Mann herausstellt, verwundert Verena dann doch ein wenig. Warum stellt man für einen Mann ein Kindermädchen bzw. einen Aufpasser ein? Dr. Carl von Wuthenow, ein prägnanter Profiler, der eine jahrelange Ausbildung beim FBI genossen hat, wurde bei seinem letzten Einsatz verletzt. Der Schuss in den Kopf hat sein Kurzzeitgedächtnis gestört und das ist seitdem eingeschränkt. Dass seine Tante nun Verena als Coach für ihn engagiert hat, passt ihm gar nicht. Denn Carl will unbedingt wieder arbeiten, als Profiler und freier Polizeiberater. Darum wird er auch zu einem Mordfall in Berlin hinzugezogen, bei dem man einen jungen Stricher gefunden hat, der brutal gefoltert und mit drei Messerstichen getötet wurde. Außergewöhnlich sind die Handfesseln, die mit einem Metzgerknoten versehen sind. Die ersten Spuren weisen auf die rechte Szene hin. Verena geht mit Carl einen Deal ein, er macht mit ihr seinen Job und sie vermittelt ihm die Literatur.

Meine Meinung:
Ein sehr eigenwilliges und außergewöhnliches Ermittlerpaar, das die Autorin hier geschaffen hat. Eine ahnungslose Literaturexpertin trifft auf einen couragierten, gut aussehenden, reichen Profiler mit Handicap. Auch wenn ich schon fast in der Mitte des Buches einen Verdacht hatte, was den Täter anbelangte, hat die Autorin es sehr geschickt bis zum Ende verschleiert. Sympathische Protagonisten und gute Ermittlungen, mit teilweise eigenartigen Methoden, die auch nicht immer gesetzestreu sind, haben mir als Leser gefallen. Zwar finde ich, dass ihr Verena Hofer manchmal etwas zu tough und unrealistisch geraten ist, trotzdem hat sie mir imponiert. Auch die fünfjährige Amelie fand ich an manchen Stellen ein wenig zu erwachsen geraten. Der Schreibstil ist sehr gut, flüssig und das Cover besticht durch einen Blick auf das Gut. Das Einfließen des Fontane-Gedichts vom Herrn von Ribbeck vom Havelland, hat mir gut gefallen. Vom Spannungsbogen her ist der Krimi eher niedrig gehalten, besticht aber durch seine interessanten Ermittlungen. Schade nur fand ich das Ende des Buches, das mir sehr lieblos erscheint und auch durch das offene Ende den Leser verunsichert. Ich hoffe, dass es einen neuen Fall für die beiden geben wird und gebe diesem Buch 4 von 5 Sternen.

Tolles Ermittlungsteam

Schauplatz Havelland: Verena Hofer braucht dringend Geld. Sie wurde von ihrem Freund verlassen und hat sich ihrer Nichte Amelie angenommen, die ihre Mutter verloren hat. Aus diesem Grunde nimmt Verena einen Übergangsjob an. Sie soll auf Gut Wuthenow den Neffen der Besitzerin betreuen. Bei ihrer Ankunft mit Amelie ist sie beeindruckt von dem Anwesen, ihr Schützling stellt sich allerdings als Erwachsener heraus. Der 37-jährige Dr. Carl von Wuthenow war Kriminalist, Profiler und Berater der Berliner Polizei. Bei einem Anschlag wurde er verletzt und hat deshalb nur noch ein eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis. Die Tante hat außer ihr noch eine Köchin engagiert und ein guter Geist, der sich um alles Mögliche kümmert, vervollständigt das Team rund um Carl.

Die Berliner Polizei hat vor einigen Tagen einen nicht identifizierten Toten gefunden, der augenscheinlich aus dem arabischen Raum stammt. Die Ermittlungen von Hauptkommissar Kaczmarek gehen als Erstes in Richtung eines Rechtsradikalen. Die Staatsanwältin zieht Dr. Wuthenow hinzu, der als Fahrerin und zu seiner Unterstützung Verena mitnimmt. Leider bleibt es nicht bei dieser einen Leiche und es zieht weite Kreise in Richtung Prostitution und Strichermilieu. Die Auflösung war für den erfahrenen Krimileser zu erahnen, aber der Weg dorthin war spannend.

Für mich war es das erste Buch der Autorin und ich fühlte mich bestens unterhalten. Von Beginn an liest es sich angenehm flüssig und flott. Die Figuren wurden sehr detailliert charakterisiert und ich hatte auch vom Gut ein klares Bild vor Augen. Das Zusammenspiel von Carl und Verena hat sich im Laufe der Handlung immer mehr verbessert und der Kindermund der selbstbewussten Amelie gab des Öfteren Grund zum Schmunzeln und lockerte die Story auf. Überhaupt es war zum Ende hin eine richtiggehende Harmonie zu spüren zwischen Carl und seinen Betreuern, denn sowohl die Köchin und auch der Colonel wurden in die Arbeit voll mit einbezogen. Es war eine richtig angenehme, sympathische Gruppe, die auf dem Gut zusammen wohnte. Kaczmarek war anfangs sehr skeptisch gegenüber Carl und Verena. Jeder hatte seine eigenen Gedanken, die er oftmals für sich behielt. Aber je tiefer sie in den Fall eingestiegen sind, desto runder lief es zwischen ihnen und die Sympathie wuchs stetig. Nichtsdestotrotz war es kein Cosy-Krimi, es gab durchaus blutige und brutale Szenen.

Das Cover ist durchaus passend, wenngleich ich mir das Gut aufgrund der Beschreibungen im Buch repräsentativer und das Grundstück parkähnlicher vorgestellt habe. Wie es zum Buchtitel kam, das wurde einmal kurz erwähnt, war aber sehr gut nachvollziehbar.

Ich denke und hoffe, dass die Autorin einen weiteren Band schreiben wird, mich hat sie dafür als Leserin auf alle Fälle jetzt schon sicher.

Ich werde das Buch gerne weiter empfehlen.

Ungewöhnliche Ermittler

Literaturdozentin Verena Hofer hat nach dem Tod ihrer Schwester die kleine Nichte aufgenommen. Dadurch hat sie sowohl ihren Partner, als auch ihren Job verloren. Daher kommt ihr der Job auf Gut Wuthenow im Havelland gerade recht. Er ist gut bezahlt und für die Betreuung ihrer Nichte Amelie ist auch gesorgt. Sie ist allerdings sehr verwundert, als sie erkennt, dass sie kein Kind, sondern einen erwachsenen Mann betreuen soll.

Dr. Carl von Wuthenow, ein anerkannter Profiler, hat durch einen Unfall sein Kurzzeitgedächtnis verloren und hin und wieder auftretende Blackouts schränken ihn auch ein. Er wird zu einem Fall hinzugezogen und Verena, die ihn nicht aus den Augen lassen soll, muss wohl oder übel mit. So wird sie zur unfreiwilligen Assistentin.

Mir hat das Buch mit den ungewöhnlichen Protagonisten gut gefallen. Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen. Die Charaktere sind gut und authentisch beschrieben. Carl und Verena sind sympathisch, auch wenn Carl anfangs ziemlich arrogant rüberkommt. Doch das kann ich ihm nachsehen, denn seine Situation belastet ihn sehr.

Bei ihren Ermittlungen geraten sie in einen Sumpf aus Prostitution und Missbrauch. Auch wenn ich schon recht früh den Täter ausgemacht hatte, so blieb es doch spannend. Allerdings hätte das Knistern zwischen Verena und Carl nicht sein müssen.

Ein spannender Krimi mit Luft nach oben.

Jeden Tag auf Anfang

Verena, eine Nürnberger Literaturdozentin, nimmt ein verlockendes Jobangebot an. Sie soll den Neffen einer reichen Industriellen bei der Reha nach einem Unfall unterstützen. Nach dem Tod ihrer Schwester ist sie Adoptivmutter der kleinen Waise und das üppige Gehalt und die Möglichkeit der Kinderbetreuung vor Ort, lassen sie alle Bedingungen des Vertrags akzeptieren. Sehr erstaunt ist sie dann aber, als sich der Neffe als 37 jähriger gutaussehender, arroganter Mann entpuppt, der sich seine Reha etwas anders vorstellt. Als ausgebildeter Profiler hat er nach einer Schussverletzung sein Kurzzeitgedächtnis verloren und sieht in Verena eher eine Assistentin seiner kriminalistischen Arbeit. Da sie den Job dringend braucht, lässt sie sich darauf ein und wird schneller als ihr lieb ist, in eine gefährliche Ermittlung verwickelt..
Mir hat der Roman gut gefallen, ich habe ihn in einem Zug durchgelesen, konnte mich wirklich kaum losreißen. Es ist diese Mischung aus erzählendem Krimi und einem sehr ungleichen Ermittlerpaar, bei denen es recht bald funkt, die mich so gut unterhalten hat. Obwohl die Ermittlungen um einen Serienmörder im Strichermilieu angesiedelt sind, würde ich das Buch eher als spannende Unterhaltung verorten und nicht so sehr als harten Krimi, wie die Covergestaltung und der Titel vermuten ließen. Leser, die das erwarten, werden sicher etwas enttäuscht werden.
Sehr gut hat mir die Beschreibung des Havellands gefallen und als Leitmotiv wird die Ribbeck Ballade von Fontane gewählt, die Verena Carl von Wuthenow nahebringen kann, auch wenn er sie jeden Tag wieder von neuem auswendig lernen muss. Aus dieser Einschränkung durch die Schussverletzung ergeben sich auch im weiteren Verlauf der Handlung immer wieder spannende oder sogar komische Episoden. Aus der schöngeistigen Verena wird in kurzer Zeit eine zugreifende Ermittlerin, eine Entwicklung, die sie selbst erschreckt, denn diese Welt war ihr immer fremd. Hier vielleicht mein einziger kleiner Kritikpunkt: mir war das etwas zu schnell.
Trotz des überschaubaren Personenkreises bleibt die Spannung lang erhalten, auch wenn sich schon bald die Verdachtsmomente häufen und ich als geübte Krimileserin schon nach der Hälfte auf der richtigen Spur war. Besonders gern habe ich die Schlagabtäusche zwischen Verena und Carl gelesen, die Andeutung einer Liebesgeschichte schreit geradezu nach einer Fortsetzung und das offene Ende lässt mich auch darauf hoffen.
Ein zweiter Band wird jedenfalls ganz oben auf meiner Wunsch- und Leseliste landen.