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Drei Meter unter Null

Thriller
Buch
Gebundene Ausgabe, 256 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3453271114

ISBN-13: 

9783453271111

Erscheinungsdatum: 

06.03.2017

Preis: 

19,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 10.745
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3453271114

Beschreibung von Bücher.de: 

Sie beobachtet ihre Opfer. Sie plant ihre Morde. Nichts will sie dem Zufall überlassen. Sie schlägt den Weg der Gewalt jedoch nicht ohne Grund ein. Ihr Leben lang bemühte sie sich um ein normales Leben. Doch die Hülle der Normalität umschloss eine tiefe Verzweiflung, die sie zu verbergen wusste. Bis zu einem nebligen Donnerstag im November. Dem Tag, an dem sie beschließt, eine Mörderin zu werden. Sie will die Dämonen vernichten. Sie will Rache. Sie empfindet kein Mitleid. Sie sollen leiden. Genau wie sie.

Blick ins Buch: Leseprobe

Kriminetz-Rezensionen

Das Psychogramm einer Mörderin

Eigentlich war sie immer auf der Suche nach einem normalen Leben. Schon als Kind war es ihr unverständlich, warum die Welt keine Pipi Langstrumpf oder einen Tarzan bräuchte. Immer wieder eckt sie mit ihren teilweise naiven aber auch träumerischen Vorstellungen an und wird so zu Außenseiterin. In ihrer eigenen Welt ist sie über sich selbst erschrocken, zu welchen gewalttätigen Reaktionen sie fähig ist. Ohne eine Erklärung für ihre Gedanken und Taten zu haben beschließt sie eines Tages, einem neuen Ziel zu folgen. Sie möchte eine Mörderin werden. Sie macht sich auf und hat ihr erstes Opfer schon im Visier...

Die Autorin Marina Heib schildert in "Drei Meter unter Null" das Psychogramm einer Mörderin. Sehr eindrucksvoll wird die Entwicklung eines Menschen geschildert, der aufgrund seiner ihm selber unbekannten Vergangenheit, aufopferungsvoll für ein Ziel eintritt, nämlich Rache zu üben. Sie erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive, welche Einblicke in die Gedankenwelt und die Entwicklung der Hauptprotagonistin ermöglicht. Die intensive und emotionale Schreibweise konnte mich an die Geschichte fesseln. Zu Beginn von "Drei Meter unter Null" fiel es mir schwer, einen Zugang zur Hauptperson zu finden, aber nach und nach erklärt der Einblick in die Vergangenheit die heftigen und außergewöhnlichen  Reaktionen und Taten. Die Spannung kommt aus meiner Sicht erst im Verlauf des Buches zum Tragen, wird dann aber schnell auf ein hohes Niveau geführt, um dann in einem überraschenden und spektakulären Finale zu enden.

Die Umsetzung dieser intensiven Geschichte in der Hörbuchfassung erfolgte in Person von Anna Thalbach. Die Hauptprotagonistin scheint der Sprecherin auf den Leib geschrieben zu sein. Die Intensität der Geschichte wird durch Anna Thalbach noch einmal deutlich gesteigert. Sie wirkt als psychisch irritierte Mörderin sehr authentisch und macht die Geschichte unglaublich real und greifbar. Die düstere und kalte Atmosphäre wird hervorragend transportiert und macht den Thriller zu einem schaurigen Erlebnis.

Lesern bzw. Hörern, die gerne ein paar schaurige und spannende Stunden verbringen möchten und dabei einen Einblick in die tiefen Abgründe der menschlichen Selle werfen möchten, sei "Drei Meter unter Null" wärmstens empfohlen. Ich bewerte das Buch und gerade auch die Umsetzung in der Hörbuchfassung mit fünf von fünf Sternen!!!

Die Wölfin reißt das Rudel

Zum Inhalt:
Eine Frau erfährt ein furchtbares Geheimnis und beschließt, die verantwortlichen Personen zur ultimativen Rechenschaft zu ziehen. Sie lässt sich zur Kampfmaschine ausbilden und verfolgt kaltblütig ihren Plan.

Mein Eindruck:
Eine Ich-Erzählerin, die sehr lange das Motiv für ihr Tun für sich behält und damit das Page-Turning forciert. So sitzt man und liest und wundert sich, wie ein so geliebtes Kind in ein Raubtier mutieren kann. Die Brüche in der Persönlichkeit ihrer Protagonistin weiß Marina Heib sehr intensiv darzustellen. Zuerst als Kind und Jugendliche einerseits Pippi Langstrumpf und Tarzan, andererseits werden andere misshandelt und schwer verletzt – immer ohne Folgen für die Hauptfigur. Dann wird aus dem fantasiebegabten Wesen plötzlich eine analytische, kühle Frau, die erst nach reiflicher Überlegung heiraten möchte, um nach überraschenden Informationen praktisch wieder ihr ganzes Leben auf den Kopf zu stellen und zur Mörderin zu werden, große darstellerische Fähigkeiten inklusive.

Das ist dann der Moment, an dem man der Geschichte und den Beweggründen der Protagonistin nur noch schwer zu folgen vermag, diese durchlebt fast zu viele Metamorphosen.

Allerdings – und das ist das große Plus von Heib – spannend ist ihre Geschichte und es ist ein Genuss, sich in der wohlgeformten Sprache zu verlieren, obwohl einem die Ich-Erzählerin fern bleibt und der Twist zum Schluss nicht unbedingt gefallen muss.

Aber das ist ja möglicherweise genau so gewollt!

Psychogramm einer Mörderin

Schon im Prolog erfährt der Leser in groben Zügen, worum es in diesem Buch geht: In ihrer geradezu idyllischen Kindheit mit liebevollen Eltern lebt die Ich-Erzählerin in einer Phantasiwelt, will Pippi Langstrumpf, Tarzan und Winnetou werden und wird darin insb. von ihrem Vater unterstützt, der ihr Zimmer in die Villa Kunterbunt verwandelt, ein Tipi baut und Lianen installiert, an denen sie sich durchs Zimmer schwingen kann. Außerdem versorgt er sie mit Büchern, die in der damaligen DDR gar nicht so einfach zu bekommen sind.

Doch als sie in Leipzig beim Tarzan-Spiel fast aus dem Fenster fällt, endet ihre Kindheit abrupt und sie beschließt aus Liebe zu ihrer Mutter, "normal" zu werden. Auch wenn sie weiterhin das Gefühl hat, anders zu sein, als alle Anderen, gelingt ihr das auch ganz gut. Nach ihrem Schulabschluss studiert sie Informatik, bekommt eine Stelle in einer Software-Firma, kauft eine Eigentumswohnung in Berlin Mitte ...

"Normal" ist sie aber nur bis zu jenem nebeligen Tag im November, an dem ihre Welt zum zweiten Mal zusammenbricht und sie beschließt, Mörderin zu werden.

Was an diesem Novembertag geschah und was diesen Beschluss auslöste, erfährt der Leser erst sehr viel später. Zwischen die Beschreibung ihrer Vorbereitung auf diese neue Aufgabe (u.a. lässt sie sich zur Kampfmaschine ausbilden), die Beobachtung ihrer Opfer und die Morde selber, sind geschickt weitere Informationen zu ihrem Werdegang eingestreut, die die anfangs geschilderte heile Welt in Frage stellen. Schon im Kindergarten neigte sie zu grundloser Aggression, was sich in ihrem weitere Leben fortsetzte ...

Geschickt gelingt es Marina Heib mit diesen Szenen- und Thema-Wechseln eine unglaubliche Spannung aufzubauen. Was ist mit dieser Frau los? Und was ist ihr Motiv?

Dabei verwendet Heib eine unheimlich bildreiche, fast schon poetische Sprache, die die den Leser in ihren Bann schlägt. Denn die Ich-Erzählerin wird zur Wölfin, die nun ihrerseits auf Wolfsjagd geht. Auch die Überschriften der einzelnen Kapitel (z.B. "Die Häutung" oder "Wie ich war, was ich nicht war, bevor ich wurde, was ich bin") tragen dazu bei, ein märchenhaftes Ambiente aufzubauen, obwohl die Morde ganz real und knallhart sind.

Irgendwann begreift man dann als Leser, worum es geht, und dass ein frühkindliches Trauma eine Rolle spielen könnte. Ganz zum Schluss kommen dann weitere Tatsachen zutage, die die Geschichte nochmals in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen. Wie die Protagonistin dieses neue, unglaubliche Wissen verarbeitet, bleibt allerdings offen. Denn zum Schluss geht sie erst mal segeln ...

Sehr guter Plot, hervorragend umgesetzt. Lesenswert!