Cover von: Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf
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Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf

Teil 7 der Henkerstochter-Saga. Historischer Roman
Buch
Taschenbuch, 540 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3548288375

ISBN-13: 

9783548288376

Erscheinungsdatum: 

14.07.2017

Preis: 

10,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 2.346
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3548288375

Beschreibung von Bücher.de: 

Ein Henker als Serienmörder Der Schongauer Henker Jakob Kuisl reist im Februar 1672 mit seiner Familie zum Scharfrichtertreffen nach München. Erstmals hat ihn der Rat der Zwölf dazu eingeladen ? eine große Ehre. Kuisl hofft, unter den Ratsmitgliedern außerdem einen Ehemann für seine Tochter Barbara zu finden. Barbara ist verzweifelt: Sie ist ungewollt schwanger und traut sich nicht, ihre Notlage ihrem Vater zu offenbaren. Dann kommt in München eine Reihe von Morden an jungen Frauen ans Licht, und Kuisl wird um Hilfe bei den Ermittlungen gebeten. Alle Morde tragen die Handschrift eines Scharfrichters. Der Verdacht fällt auf den Rat der Zwölf ...

Der siebte Band der beliebten Henkerstochter-Serie.

Kriminetz-Rezensionen

Ich habe mich in eine Henkersfamilie verliebt ...

1672: Der Schongauer Henker Jakob Kuisl ist in den Rat der Zwölf, einer Versammlung der Henkerszunft, berufen worden, und reist mit seiner Familie zur Sitzung nach München. Einmal in München, hoffen die Kuisls darauf, ein paar familiäre Anliegen erfüllen zu können: Magdalena hofft auf einen guten Schulplatz für ihren ältesten Sohn Peter, ihr Mann Simon wünscht sich, einen bekannten Arzt treffen zu können, der sein Traktat veröffentlicht, und Kuisl selbst würde gerne seine Tochter Barbara unter die Haube bringen.

In München erwartet sie jedoch zunächst anderes: Morde an jungen Frauen, falsche Münzen und verschwundene Schoßhündchen.

Ich habe einmal wieder eine Buchreihe mittendrin angefangen, denn dies ist bereits der siebte Band um die Henkersfamilie, deren Nachfahr der Autor ist. Auch ohne die Vorgängerbände zu kennen, hatte ich einen guten Einstieg in den Roman, ja, er packte mich von Anfang an. Es ist also kein Nachteil, erst später einzusteigen, allerdings machen Anspielungen und Verweise auf frühere Bände sehr schnell Lust, diese auch zu lesen.

Dass ich mich so schnell heimisch fühlte, liegt vor allem daran, dass mir Jakob Kuisl und seine Familie sehr schnell sympathisch waren. Der Kriminalfall selbst findet erst später seinen Weg zu ihnen, zunächst lernt man die Familie kennen und lieben. Da ist z.B. Magdalena, Kuisls ältere Tochter, die ihre drei Kinder allesamt sehr liebt, auch wenn sie das eine oder andere Problem mit ihnen hat: Paul, der Rumtreiber, Peter, der gerne lernt, aber von seinen Klassenkameraden gemobbt wird, und Sophia, die mit einem Klumpfuß geboren wurde, der ihre Zukunft nicht gerade rosig erscheinen lässt. Auch Barbara, Magdalenas Schwester, hat ihr Päckchen zu tragen. Ihre Probleme machen die Familie zu einer ganz normalen, man kann sich sehr schnell mit ihr identifizieren. Dass Jakob Kuisl Henker ist, die Familie dadurch eben doch nicht ganz normal, wird einem immer einmal wieder bewusst, man kann es aber auch immer wieder vergessen.

Der Fall ist sehr spannend, eigentlich sind es ja gleich mehrere, die die gesamte Henkersfamilie auf Trab halten, und die immer mal wieder ineinandergreifen. Alle Fälle sind am Ende perfekt gelöst, und warten teilweise mit Überraschungen auf, manche Überraschung lässt mich sogar ein bisschen traurig zurück. Auch die persönlichen Belange werden gelöst, ebenfalls nicht immer so, wie zunächst vermutet. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, so dass man als Leser immer mittendrin ist im Geschehen. Hin und wieder gibt es auch recht humorvolle Szenen, z.B. als einige der Protagonisten einen Kostümball heimsuchen.

Gut gefallen hat mir auch, dass verschiedene historische Persönlichkeiten, zum Teil auch als handelnde Personen, auftreten, wie z.B. der Arzt Malachias Geiger oder Kurfürstin Henriette Adelaide und ihr Sohn Max Emanuel.

Wie ich es bei einem historischen Roman mag, hat auch dieser einige Extras zu bieten: Zwei Karten des München jener Zeit, ein Personenverzeichnis, einen Stammbaum der Henkersfamilie, ein interessantes Nachwort des Autors sowie einen kleinen Münchner Stadtführer „Auf den Spuren der Henkerstochter“.

Schon nach wenigen Seiten war ich ein Fan der Familie Kuisl, mir hat der Roman sehr gut gefallen und mich ebenso gut unterhalten. Ich freue mich nun darauf, die Vorgängerbände zu lesen und hoffe auf viele weitere Bände. Für Freunde historischer Kriminalromane ist die Reihe auf jeden Fall sehr zu empfehlen!

Jakob Kuisls siebter Fall

Im Februar 1672 begibt sich die gesamte Familie Kuisl nach München, da Jakob Kuisl endlich zum Henkerstreffen, dem sogenannten "Rat der Zwölf" eingeladen wurde. Während sein Bruder schon lange Ratsmitglied ist, wird Jakob zum ersten Mal daran teilnehmen. Diese Gelegenheit möchte er auch nutzen, um einen passenden Ehemann für seine Tochter Barbara zu finden. Allerdings weiß er nicht, dass Barbara bereits schwanger ist und sich der Kindsvater aus dem Staub gemacht hat. Aber nicht nur Barbara plagen schwere Sorgen, auch alle anderen Familienmitglieder haben eigene Probleme. Kaum in München angekommen, entwickeln sich die Dinge ganz anders als geplant. Zwei Mädchenleichen tauchen auf, Jakob nimmt mit seiner großen Nase sofort Witterung auf und entdeckt Gemeinsamkeiten bei den Todesfällen, obwohl das eine der Mädchen bereits vor zwanzig Jahren starb. Die Spur führt zu einer Seidenmanufaktur in München. Die Henkerstochter Magdalena begibt sich in die Höhle des Löwen und ermittelt undercover. Währenddessen erhält Simon einen Auftrag von der Kurfürstin und Peter macht die Bekanntschaft des jungen Prinzen. Als eine weitere junge Frau verschwindet, fällt der Verdacht auf den "Rat der Zwölf", denn die Opfer wurden regelrecht hingerichtet. Jakobs Spürsinn ist gefordert.

Der Autor, der selbst Nachfahre der Henkersfamilie Kuisl ist, hat mit seinem siebten Band wieder einen spannenden Krimi vorgelegt. Wer die vorherigen Bände kennt, freut sich über ein Wiedersehen mit der Henkersfamilie, aber auch Neueinsteiger dürften sich schnell zurecht finden. Obwohl das Buch mit fast 700 Seiten recht umfangreich geraten ist, bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten. Oliver Pötzsch versteht es geschickt, mehrere Handlungsstränge anzulegen, die er am Ende alle wieder zusammen führt. Zudem entwirft er ein anschauliches Panorama von München im ausgehenden 17. Jahrhundert. Beigefügt ist unter anderem auch ein kleiner Münchner Stadtführer. Historische Krimikost, die Spaß macht und bereits Lust auf den achten Band der Serie weckt.