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Die Mädchen von der Englandfähre

Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 416 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3499272539

ISBN-13: 

9783499272530

Auflage: 

1 (19.05.2017)

Preis: 

9,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 7.866
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Beschreibung von Bücher.de: 

Spannung aus Dänemark - mit einer grandiosen Ermittlerin: Journalistin Nora Sand. Zwei dänische Mädchen, Lulu und Lisbeth, verschwinden 1985 spurlos auf der Überfahrt nach England. Jahrzehnte später fällt Journalistin Nora Sand, die in London für eine dänische Zeitung arbeitet, ein Foto der beiden in die Hände: Aufgenommen in der Zeit danach. Ihre Recherchen führen Nora nach Dänemark - und zu dem englischen Frauenmörder Bill Hix. Er sitzt seit Jahren im Gefängnis. In Absprache mit Scotland Yard darf Nora ihn im Gefängnis besuchen. Kurz darauf gelingt Hix eine spektakuläre Flucht, und Nora muss um ihr Leben fürchten ...

Kriminetz-Rezensionen

Spuren in die Vergangenheit

Die dänische Journalistin Nora Sand lebt in London. Sie hat gerade ein unangenehmes Interview hinter sich, da entdeckt sie in einem Trödelladen einen alten Koffer, den sie unbedingt haben muss. Als sie den Koffer genauer untersucht, fallen ihr einige Fotos in die Finger, die alle Mädchen vor dem gleichen einfarbigen Hintergrund zeigen. Auf einem der Bilder sind Lisbeth und Lulu zu sehen, die im Sommer 1985 spurlos von einer Fähre zwischen Dänemark und England verschwanden und nicht wieder aufgetaucht sind. Ein Zufall bringt sie dann auf die Spur des Serienmörders William Hickley (Bill Hix), der im Gefängnis Wolfhall einsitzt. Die Sache lässt ihr keine Ruhe und ihr Redakteur lässt sich überreden, so dass sie ihre Recherchen in Dänemark und England nachgehen kann.

Die Geschichte ist spannend und flott geschrieben, so dass es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen.
Nora Sand ist ein gute Journalistin, die beharrlich an einer Sache dran bleibt und auch ziemlich kreativ ist, um an Informationen zu kommen. Dabei zapft sie auch alle möglichen Leute an. Selbst an Kriminalinspector James McCormey, der seinerzeit nach den Mädchen forschte und den der Fall nie losgelassen hat, wendet sie sich. So gelangt der Koffer zur Polizei und der Profiler Spencer schaltet sich ein. Aber es gibt noch jemanden, der hinter dem Koffer her ist.

Es gelingt Nora sogar, einen Gesprächstermin bei Bill Hix zu bekommen. Doch das Gespräch verläuft nicht wie erwartet. Bald darauf wird Nora bedroht und es wird sehr gefährlich für sie. Aber sie ignoriert die Gefahr, obwohl sie kurz vorher noch sehr panisch reagiert, als ein Foto in ihrem Briefkasten lag und eine merkwürdige SMS einging. Hat Hix draußen Helfer oder gibt es da einen Nachahmungstäter?

Die Geschichte ist ziemlich komplex und erfordert eigentlich Noras komplette Aufmerksamkeit, aber dann taucht der Jugendfreund Andreas auf und Noras Gefühle spielen verrückt, so dass sie manchmal ziemlich abgelenkt ist.

Es ist eine sehr spannende und packende Geschichte, die uns die dänische Autorin Lone Theils mit diesem Buch präsentiert. Aber häufig hat auch Kommissar Zufall seine Finger im Spiel und am Ende wird Nora sogar zu „Superwoman“. Den sehr drastischen und grausamen Schluss hätte ich so nicht unbedingt gebraucht. Aber das ist ja Geschmacksache. Einige meine Fragen wurden nicht aufgeklärt.

Auch wenn es einige kleine Schwächen gab, hat mir das Buch doch gut gefallen und ich bin schon auf den Nachfolger gespannt.

Mörderisch gut

Da sage doch noch einmal einer, dass skandinavische Krimi-Autoren out seien. Der Rowohlt Verlag belehrt uns mit „Die Mädchen von der Englandfähre“ eines Besseren. Dass es sich mit der Autorin Lone Theils um eine dänische Autorin handelt macht die Sache nur umso innovativer und interessanter. Theils beherrscht das journalistische Genre aus dem Effeff und hat einen höchstspannenden und lesenswerten Thriller vorgelegt.

Zum Inhalt: 1985 verschwinden im Sommer zwei dänische Teenager auf der Fähr-Überfahrt nach England. Mysteriös ist, dass sich keine Spur findet, die auf ihren Verbleib hindeutet. Aufwändige Suchaktionen der Polizei verlaufen im Nichts. Viele Jahre später greift die dänische Journalistin (und Ermittlerin) Nora Sand den Fall wieder auf. Sand arbeitet für eine große Tageszeitung als Korrespondentin in London. Zufällig stößt sie auf ein Foto der Mädchen, das mutmaßlich nach der Zeit ihres Verschwindens entstanden sein muss. Die Recherchen führen Sand von Dänemark, wo die Mädchen in einem Heim aufwuchsen, zum englischen Frauenmörder Bill Hix, der im berüchtigten Gefängnis Wolfhall lebenslänglich einsitzt. Nora begibt sich mit ihren Recherchen in größte Lebensgefahr, je näher sie der Wahrheit kommt …

Ein guter, raffinierter Plot, eine spannende, lesefreundliche Schreibe sowie glaubhafte und sympathische Charaktere machen „Die Mädchen von der Englandfähre“ zu einem wahrhaftigen Vergnügen. Der Krimi eignet sich nicht nur für die Urlaubszeit am Strand, sondern bietet mehr Substanz und Unterhaltung als gewöhnliche Urlaubslektüren. So bleibt zu hoffen, dass Nora Sand schon bald auf ihren zweiten Fall stoßen wird.

Kriminalroman mit zu vielen Schwächen

Zufällig stößt die Journalistin Nora Sand auf neue Informationen zu einem alten Kriminalfall. Sie beginnt zu recherchieren …

Viel mehr möchte ich gar nicht über den Inhalt dieses Romans erzählen. Die Autorin, selbst Journalistin, legt hier ihren Debütroman vor, der gleichzeitig Auftakt einer Reihe sein soll.

Bis zum letzten Drittel fand ich den Roman recht interessant und war auf die Auflösung gespannt. Dann nahm der Roman eine für mich nicht ganz nachvollziehbare Wendung, die mir tatsächlich die Lust am Weiterlesen nahm. Es passierten unglaubhafte Dinge, da entschloss sich z.B. jemand etwas zu tun, was er genauso gut schon vor längerer Zeit hätte tun können. Dass er es gerade jetzt tat, war allein der Dramatik geschuldet, machte sonst aber wenig Sinn. Wenig Sinn macht für mich auch meistens, wenn ein Ermittler oder eine ihm nahe stehende Person in Gefahr gerät, für mich fällt in solchen Momenten meist jede Spannung von mir ab.

Ich hätte mir gewünscht, dass der Roman von interessanten Ermittlungen erzählt und am Ende eine nachvollziehbare, zufriedenstellende Auflösung steht. Unterm Strich habe ich das nicht bekommen. Nora schien sich schnell bei ihren Ermittlungen zu verzetteln, aber am Ende hätte ja trotzdem eine gute Auflösung stehen können. Die Auflösung kam aber dann nur zustande, weil u.a. Behörden sich, sagen wir mal, nicht sehr schlau anstellten. Manche Fäden bleiben lose.

Zusätzlich zum Gähnen brachte mich die vollkommen unnötige und aufgesetzt wirkende „Liebesgeschichte“ – noch ein Klischee mehr also.

Das Ganze hätte mir ja noch gefallen können, wenn Nora mir sympathischer gewesen wäre, ich mit ihr hätte mitfühlen können, oder überhaupt die Charaktere ein wenig tiefgründiger gezeichnet worden wären. Oder wenn der Erzählstil mich gepackt hätte. Ich brauchte aber verhältnismäßig lange, um mich einzulesen, auf mich wirkte der Erzählstil ziemlich emotionslos. Charaktere sind ausreichend vorhanden, zwischendurch hatte ich sogar einmal den Überblick verloren, die bleiben aber allesamt ziemlich blass, auch die Protagonistin.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat mich der Roman zwischendurch dann doch gepackt, um mich am Ende aber nur noch zu langweilen. Allerdings konnte ich immerhin ganz gut miträtseln, ein wesentliches Rätsel hatte ich letztlich bereits gelöst, bevor der Roman das tat. Dafür gibt es einen Pluspunkt, so dass ich letztlich 2,5 Punkte vergebe, die ich dieses Mal jedoch nicht aufrunde. Wem meine Kritikpunkte nichts ausmachen, hat vielleicht Spaß an dem Roman, wirklich empfehlen möchte ich ihn aber nicht. Ich glaube nicht, dass ich meine Bekanntschaft mit Nora Sand vertiefen werde.