Cover von: Rain Dogs
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Rain Dogs

Der fünfte Band der Sean Duffy-Reihe. Roman
Buch
Taschenbuch, 400 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3518467476

ISBN-13: 

9783518467473

Auflage: 

1 (06.02.2017)

Preis: 

14,95 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 3.081
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3518467476

Beschreibung von Bücher.de: 

Unruhen bekämpfen, Herzschmerz und Fälle aufklären, die aber nicht vor Gericht gebracht werden dürfen, darin ist Sean Duffy als katholischer Bulle in Nordirland inzwischen Spezialist. Immerhin bekommt er es zum zweiten Mal in seiner Karriere mit einem locked room mystery zu tun, und welcher Bulle - in Nordirland oder sonstwo, katholisch oder nicht - kann das schon von sich behaupten? Die Journalistin Lily Bigelow wird im Hof von Carrickfergus Castle, wo sie sich allem Anschein nach über Nacht hat einschließen lassen, tot aufgefunden. Selbstmord, glaubt man, aber ein paar Dinge geben Sean Duffy zu denken, und er weigert sich, es dabei zu belassen. Duffy findet heraus, dass Bigelow an einer verheerenden Enthüllung in Sachen Korruption und Amtsmissbrauch innerhalb der höchsten Regierungskreise Großbritanniens und darüber hinaus gearbeitet hat. Und so sieht er sich mit zwei schwerwiegenden Problemen konfrontiert: Wer hat Lily Bigelow umgebracht? Und was wollte er oder sie damit vertuschen?

Kriminetz-Rezensionen

Starker Politkrimi aus Irland

Die Journalistin Lily Bigelow wird im Hof von Carrickfergus Castle tot aufgefunden. Sean Duffy ist geschockt, denn er war ihr erst am Tag vorher noch begegnet. Zunächst sieht alles nach einem Selbstmord aus, doch dann zeigt sich, dass Lily Bigelow ermordet wurde und man sie danach vom Burgfried geworfen hat, um den Mord zu vertuschen. Aber die Sache ist sehr rätselhaft. Der Hausmeister hat alles kontrolliert und da war niemand mehr, bevor er die Burg verschlossen hat. Aber nun ist niemand in der Burg und eine Flucht scheint wegen der hohen Mauern und des verschlossenen Burgtores unmöglich. Die Überwachungskameras anderer Gebäude zeigen, dass niemand in der Zwischenzeit in die Burg eingedrungen ist. Wie also kamen Lily und ihr Mörder in die Burg?

Der schnörkellose, manchmal sogar etwas abgehackte Schreibstil ist flüssig zu lesen und passt sehr gut zur Story und zum Protagonisten.

Dies ist bereits der fünfte Band, in dem der katholische Polizist Sean Duffy ermittelt. Es ist die Zeit der blutigen Unruhen in Nordirland und da ist es ratsam, sein Auto vor Fahrtantritt zu kontrollieren, um nicht durch eine Bombe getötet zu werden. Auch Duffy macht das immer wieder. Er ist ein Ermittler mit Schwächen, was ihn sympathisch macht. Duffy hat eine etwas sarkastische Art, kann bei Frauen schlecht nein sagen und bei Alkohol und Koks auch nicht. Er geht seinen Weg, auch wenn er sich unbeliebt macht.

Der Fall der toten Journalistin lässt Duffy keine Ruhe. Sie war wohl hinter einer großen Sache her. Doch wer wollte verhindern, dass etwas ans Tageslicht kommt. Ihr Notebook ist verschwunden. Duffy findet heraus, dass Bigelow Amtsmissbrauch und Korruption in höchsten Regierungskreisen Großbritanniens aufdecken wollte. Es gibt Leute, die mächtig genug sind, um Duffy bei den Ermittlungen immer wieder Steine in den Weg zu legen.

Mir gefällt es, wie dieser Kriminalfall in das politische Zeitgeschehen eingebunden ist. Das macht die Geschichte sehr authentisch und sorgt zusätzlich für Spannung, dabei ist der Fall ohnehin schon sehr spannend und rätselhaft. Auch das Ende ist schlüssig.

Ein fesselnder Kriminalroman mit einer ganz besonderen Atmosphäre, den ich nur empfehlen kann.

Duffys Ende?

Adrian McKintys Kriminalroman „Rain Dogs“ setzt die mittlerweile berühmte Folge um Inspektor Duffy fort und spielt im Nordirland der 80-er Jahre. Das Land wurde damals von bürgerkriegsähnlichen Zuständen zerrissen. Die IRA bekämpfte die britische Besatzungsmacht und protestantische Paramilitärs. McKintys Hauptfigur Inspector Duffy verliert allerdings etwas an Schwung und Elan und möchte sich zu guter Letzt auch noch dauerhaft binden und den Polizeidienst quittieren. Ob das gut gehen kann?

Zum Inhalt: Duffy muss wieder Unruhen bekämpfen und Fälle aufklären, die aber nicht vor Gericht gebracht werden dürfen. Jetzt kommt auch noch Herzschmerz dazu. Zum zweiten Mal bekommt es Duffy in seiner Karriere mit einem locked room mystery zu tun. Doch der Reihe nach. Die Journalistin Lily Bigelow wird im Hof von Carrickfergus Castle, wo sie sich über Nacht hat einschließen lassen, tot aufgefunden. Selbstmord, glaubt man zunächst, aber ein paar Dinge geben Duffy dann doch zu denken, und er weigert sich, es dabei zu belassen. Er findet heraus, dass die Journalistin an einer verheerenden Enthüllung in Sachen Korruption und Amtsmissbrauch innerhalb der höchsten Regierungskreise Großbritanniens und darüber hinaus gearbeitet hat. Und so sieht er sich mit zwei schwierigen Fragen konfrontiert: Wer hat Lily Bigelow umgebracht? Und was wollte er oder sie damit vertuschen?

Noir-Romane sind noch immer in und „Rain Dogs“ ist sicherlich wie die anderen Duffy-Romane auch im weiteren Sinne diesem Genre zuzurechnen. Was McKintys Roman aber gegenüber den meisten anderen Werken dieser Machart auszeichnet, ist in der Regel ein tiefgründiger, rabenschwarzer Humor. Diese Art von Humor bietet das perfekte Korrelat zur soziopolitischen Situation im Belfast der 80-er Jahre, lässt aber in diesem Fall meines Erachtens deutlich nach, das heißt, das Ganze verliert an Biss. Zwar legt Duffy immer noch suchtaffines Verhalten an den Tag (Alkohol und Pot), aber er verliebt sich ernsthaft und droht aus dem Polizeidienst auszuscheiden. Der Spannungsbogen ist dieses Mal recht überschaubar, aber dennoch ist es alles in allem eine unterhaltsame Lektüre.