Cover von: Saupech
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Saupech

Der erste Fall für Wiltzing und Schatz. Kriminalroman
Buch
Broschiert, 176 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3954510731

ISBN-13: 

9783954510733

Erscheinungsdatum: 

12.03.2013

Preis: 

9,90 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 145.364
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3954510731

Beschreibung von Bücher.de: 

Dorothea Wiltzing, resche Gemeindesekretärin in einem kleinen Marktflecken in Niederösterreich, entdeckt im Wald die Leiche des alten Hias. Wer könnte einen Grund gehabt haben, den allseits beliebten Waldarbeiter zu töten? Und ist es bloß Zufall, dass eine alte Dame aus Wien ganz in der Nähe das letzte Mal lebend gesehen wurde? Dorli begibt sich auf Spurensuche und trifft dabei auf den Wiener Detektiv Wolfgang Schatz, genannt Lupo und nicht einmal dessen Lahmarschigkeit kann verhindern, dass sie ein erschütterndes Geheimnis lüftet.

Kriminetz-Rezensionen

Gagerlgelbe Waschperlen und ein Sackerl fürs Gackerl

„Unglück auf dem Weg zu Tal ist Pech, Unglück auf dem Weg zur Höhe ist Schicksal.“
Waldemar Bonsels (Werk: Runen und Wahrzeichen)

Triestingtalern ist Veronika A. Grager schon länger ein Begriff. Die Autorin hat einige Romane veröffentlicht und ist bereits bei zahlreichen Veranstaltungen aufgetreten, wo sie vor allem durch ihren Humor aufgefallen ist. Dieser zeigt sich auch in einigen Geschichten, die man im Kurzgeschichtenband „Tote nur nach Voranmeldung” nachlesen kann. Besonders eine Figur hat großen Anklang bei den Lesern gefunden, Dorli Wiltzing. In „Saupech“ bekommt die Gemeindesekretärin mit Vorliebe für schwere Maschinen endlich ihren großen Auftritt, der von vielen Fans herbeigesehnt worden ist.

Da ich selbst im Triestingtal wohne, unweit des Schauplatzes, indem das Buch spielt und noch dazu an einem der beschriebenen Bunkereingänge war ich schon sehr neugierig auf das Buch. Außerdem war mir die Protagonistin Dorli Wiltzing (nicht zu verwechseln mit Witzling oder Winzling) ein Begriff. Deshalb war ich hocherfreut, dass mir Emons ein Rezensionsexemplar zugestellt hat. Vielen Dank!

Der Roman spielt im (fiktiven) niederösterreichischen Ort Buchau. Eines Tages findet Dorli die Leiche vom Hias, einem Einheimischen, den Dorli von Kindesbeinen an kennt. Zur gleichen Zeit wird die Rentnerin Leni Dürauer von ihrer Nichte Agnes Schneider als vermisst gemeldet. Ihre Tante Leni war mit einem Bus voller Touristen in diesen Ort gekommen, um sich das Pechermuseum und den Pecherlehrpfad anzusehen. Doch sie kehrte von diesem Ausflug nie zurück. Ihre Nichte Agnes engagiert den Wiener Privatdetektiv Lupo Schatz, da die Polizei ihrer Meinung nach mit den Ermittlungen nicht so recht voran kommt.
Dann wird auch noch ein in Harz eingegossener Schädel in einem Fass gefunden. Buchau und seine Bewohner sind nun in heller Aufregung. Die Polizei, allen voran der charismatische Leo Bergler, glauben an einen Serienmörder.
Es finden sich sofort jede Menge Verdächtige im Ort. Doch keinem würde Dorli einen Mord zutrauen. Und schon gar nicht mehrere Morde. Dann verschwindet plötzlich auch der Bruder von Agnes Schneider, Lupo und Dorli kommen sich näher und bald schwebt Dorli selbst in großer Gefahr.

„Saupech“ ist ein Lokalkrimi der besonderen Art. Die Dialoge sind beinahe ausschließlich in Mundart geschrieben. Der Roman ist sehr dicht konstruiert und mit schwarzem Humor angereichert. Im Kontrast dazu stehen die Kapitel, die eine Innenschau des Täters und seiner Geschichte sind und dem Roman den Touch eines Thrillers geben.
Die Charaktere sind anschaulich gezeichnet und agieren glaubhaft. Man taucht sofort in die Atmosphäre des Landlebens ein und fiebert mit den Figuren mit. Die Protagonistin Dorli Wiltzing amüsiert mit derben Charme und schwarzem Humor und ihren Wortgefechten mit Barbara Schöne, die an Frau Knackal aus MA 2412 erinnert.
Zusätzlich habe ich viel Wissenswertes über die Pecherei erfahren, die unterschiedlichen Pecharten und was man damit alles „zaubern“ kann.
Veronika A. Grager schreibt in einer schnörkellosen Sprache, reduziert auf das Wesentliche. In diesem Roman ist kein Wort zu viel, nichts wird aufgebauscht. Auf Effekthascherei verzichtet die Autorin genauso wie auf langatmige Beschreibungen. Lieber bringt sie Land und Leute durch authentische Dialoge näher. Dadurch entsteht ein temporeicher und spannender Roman, den man bis zum Schluss nicht mehr aus der Hand legen kann. Wenn man bei Seite 200 angelangt ist, freut man sich schon auf die Fortsetzung.
Das Glossar am Ende des Romans leistet sicher gute Dienste, vor allem wenn man bedenkt, dass das Buch bei einem großen deutschen Verlag erschienen ist. Oder wissen Sie was eine „Reiben” ist? (Tipp: Es hat nichts mit Käse zu tun)

Fazit: Spannendes, humorvolles Krimibüchl für einen Leseabend am Kamin bei einem Häferl Tee und Blunzen ;-).
Prädikat: Unbedingt kaufen und lesen!