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Schlaflied

Der vierte Fall für Olivia Rönning & Tom Stilton. Kriminalroman
Buch
Broschiert, 480 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3442757169

ISBN-13: 

9783442757169

Erscheinungsdatum: 

20.02.2017

Preis: 

15,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 3.692
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3442757169

Beschreibung von Bücher.de: 

Der neue Fall des schwedischen Ermittlerteams Olivia Rönning und Tom Stilton Am Stockholmer Hauptbahnhof herrscht Chaos. Ein Mädchen im Strom der Asylsuchenden schlägt sich ganz alleine durch. Aus Angst vor den Behörden lebt sie mehr schlecht als recht auf den Straßen Stockholms - bis sie auf die Obdachlose Muriel trifft, die sich ihrer annimmt. Gemeinsam suchen sie Zuflucht in einer einsamen Hütte auf dem Land. Aber ist es in den Wäldern Smalands wirklich sicherer als auf den Straßen von Stockholm? Zur selben Zeit versucht der frühere Kriminalkommissar - und frühere Obdachlose - Tom Stilton seinen Polizeikollegen zu beweisen, dass er wieder ganz auf der Höhe ist. Er soll dabei helfen, den grausamen Tod eines Jungen aufzuklären, der vergraben im Wald gefunden wurde. Wenig später bittet ihn Muriel um Hilfe, weil sie ihren Schützling in Gefahr glaubt. Haben die Fälle etwa miteinander zu tun? Tom Stilton und Olivia Rönning kommen der Wahrheit nur langsam auf die Spur ...

Kriminetz-Rezensionen

Schlaflied

Leider habe ich bisher von dem Autorenpaar Börjlind noch kein Buch gelesen und kenne auch die Vorgänger dieses Buches nicht.

In Stockholm drücken die Flüchtlingen aus Afghanistan, Afrika und Syrien herein. Darunter sind viele Kinder, die alleine auf der Flucht sind. So auch Folamie. Die obdachlose Muriel nimmt sich der Kleinen an, als diese weinend am Straßenrand sitzt. Gemeinsam beziehen sie eine einsame Hütte im Wald. Dort sind sie aber nicht sicher und werden bedroht.

Im Wald wird die Leiche eines Jungen gefunden. Diese ist von den Wildschweinen schon halb gefressen worden. Es muss ein Romakind sein. Wurde es Opfer von Pädophilen? Ein paar Tage später werden weitere Kinderleichen gefunden.

Bei der Aufklärung des Falles ist auch Tom wieder dabei, ein ehemaliger Polizist, dann Obdachloser und inzwischen wieder gefestigt, der sich wieder beweisen will. Ihm zur Seite steht Olivia, die Chefin im Team ist Mette. Voller Hochdruck wird an dem Fall gearbeitet, die Spur führt nach Bukarest, wo in den Abwasserkanälen ermittelt wird. Die Kripo geht verschiedenen Spuren nach, die Beamten werden teilweise bedroht. Doch durch akribische Arbeit kommen sie einer Bande auf die Schliche, die mit Organen handelt.

Trotz der fast 700 Seiten konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen und hatte es innerhalb von 3 Tagen verschlungen. Die ersten 27 Seiten scheinen mit dem Buch überhaupt nichts zu tun zu haben, was sich dann aber auf der letzten Seite auflöst. Gnadenlos werden wir in die Armut der Leute, die in den Abwasserkanälen leben, mitgenommen. Wir sehen, dass die Polizisten bis an die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit kommen, sie sehen verstümmelte und verweste Leichen, müssen mit den brutalsten Misshandlungen vorlieb nehmen. Ein Buch, das nichts für zarte Gemüter ist. Am Ende des Buches ist man selbst total erschöpft und deprimiert über so viel Schlechtigkeit der Menschen. Unbedingt weiterempfehlen, Thriller brutal.

Erschreckend realitätsnah

Mit dem vierten Band der Rönning und Stilton Reihe ist den Autoren wieder ein außergewöhnlich guter Krimi gelungen. Nah an der Realität wird das Thema Flüchtlinge, insbesondere alleinreisende Kinder, aufgegriffen und geschickt in eine Story um organisiertes Verbrechen und Organhandel eingebaut.

Zur Story:
Folami, ein Flüchtlingskind, das alleine unterwegs ist, wird von Muriel entdeckt und sie versucht ihm in einer einsamen Waldhütte Schutz zu bieten. Doch schnell muss sie erkennen, dass sie das alleine nicht schafft und bittet Tom Stilton um Hilfe. Der versucht gerade, sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen, um zu beweisen, dass er immer noch mit Leib und Seele Polizist ist. Und gleich der erste Fall an dem er mitarbeitet, hat es in sich. Innerhalb kurzer Zeit werden mehrere ermordete Kinder gefunden, wie es aussieht Opfer von Organhändlern. Tom und Olivia müssen in tiefste Abgründe steigen um diesen grausamen Fall zu lösen.

Ein spannender Krimi von der ersten bis zur letzten Seite, zumal der Prolog wirklich erst ganz am Ende aufgelöst wird.

Die gut beschriebenen Charaktere machen es einem leicht, sich von der Story mitnehmen zu lassen,auch wenn es an manchen Stellen schwer auszuhalten ist, wenn das Leid der Kinder beschrieben wird.

Mein persönlicher Favorit ist wie jedes Mal Tom Stilton mit seinen Ecken und Kanten, Höhen und Tiefen. Ich hoffe sehr, dass die Reihe weitergeht, auch wenn das Ende vermuten lässt, dass sich die Konstellation des Teams ändern wird.

Klare Leseempfehlung!

Erschütternd realitätsnah

Mit dem großen Strom der Flüchtlinge sind die Behörden in Stockholm überfordert. Darunter befinden sich auch viele unbegleitete Kinder. Das Mädchen Folami aus Nigeria schlägt sich mehr schlecht als recht durch, bis sie auf die Obdachlose Muriel trifft. In einer einsamen Hütte in den Wäldern finden sie Zuflucht. Aber sind sie dort sicher?

Die Polizei ist erschüttert über den Fund eines toten Jungen, dessen Leiche im Wald vergraben wurde. War er Opfer eines Pädophilen?

Dann wendet sich Muriel an Tom Stilton, denn sie ist sich sicher, dass ihr Schützling in Gefahr ist.

Dieses Buch war mein erstes aus der Reihe um das Ermittlerteam Olivia Rönning und Tom Stilton, aber bestimmt nicht mein letztes. Obwohl das Buch sicherlich auch alleine zu lesen ist, hätte ich gerne mehr über die Entwicklung der Protagonisten erfahren.

Die Perspektiven wechseln immer wieder und die Geschichte ist dadurch von Anfang an sehr spannend, allerdings auch ziemlich brutal. Es ist kein einfacher Fall für die Ermittler Olivia Rönning und Tom Stilton, denn es geht nicht wirklich voran. Aber dann tauchen weitere tote Kinder auf und alle waren Flüchtlingskinder. Das kann kein Zufall sein. Nach und nach fallen die Puzzleteile zusammen und ergeben am Ende ein vollständiges Bild. Die Täter sind skrupellos und agieren nicht nur in Schweden. Es ist erschreckend zu sehen, wie wenig ein Menschenleben wert ist.

Die Charaktere sind sehr individuell und vielschichtig dargestellt. Das Leben hat es nicht besonders gut gemeint mit Tom Stilton, so dass er selber eine Zeitlang obdachlos war. Ich finde, er und Olivia harmonieren sehr gut. Aber auch Luna, die sich sehr für die Flüchtlinge einsetzt, hat mir gut gefallen.

Es ist ein spannender Fall mit dem Olivia und Tom hier befasst sind und das Thema ist sehr aktuell. Aber es gibt auch Szenen, die so grausam und erschütternd sind, dass es schon starke Nerven braucht.

Ein empfehlenswerter Krimi.

Ein Pageturner!

Die Flüchtlingswelle in Schweden will einfach nicht abreißen. Tag für Tag stranden am Stockholmer Hauptbahnhof hunderte Geflohene. Luna, die Lebensgefährtin von Tom Stilton, und Olivia, seine Arbeitskollegin und Freundin, sind fast täglich da, um zu helfen. Wie viele andere auch. Zunehmend, bemerken beide Frauen unabhängig voneinander, ist die Zahl der allein flüchtenden Kinder und Jugendlichen. Währenddessen bekommt Tom Stilton, ein früher hervorragender Ermittler bei der Mordkommission, eine neue berufliche Chance. Nach Jahren der Abstürze, bis hin zur Obdachlosigkeit, ist er jetzt einigermaßen stabil, so dass ihm seine Freundin Mette Olsäter einen Beraterjob in ihrem Team beim Landeskriminalamt vorschlägt. Den er auch annimmt. Denn der neue Fall, den Lisa, Olivia und Bosse unter der Leitung von Mette bearbeiten, ist nicht nur grauenvoll sondern auch äußerst verzwickt, denn die Ermittlungen gehen weit über die Landesgrenzen von Schweden hinaus. In einem Wald in der Nähe der Hauptstadt wird durch Zufall die Leiche eines Jungen gefunden. Wer ist dieses Kind und welchem Täter ist er zum Opfer gefallen? Bekommt Mettes Team es mit einem Pädophilen zu tun? In dieser Gegend sind gleich mehrere Personen auffällig geworden. Oder geht die Aufklärung in eine ganz andere Richtung?

Ein neuer Fall vom Autorenteam Cilla und Rolf Börjlind. Abermals ist es den beiden gelungen, mich mit einem sehr komplexen, durch seine Aktualität bestechend realistischen Krimi regelrecht zu fesseln. Viele Erzählstränge, gerade zum Beginn eines Buches, führen bei mir oft dazu, mich zu verwirren. Auch die Börjlinds bedienen sich dieser Erzählweise, jedoch laufen alle ihre Erzählstränge verständlich zu einem komplexen und vielschichtigem Plot zusammen.

Das Autorenduo greift in seinem neuesten Fall sehr brisante Themen auf, die enormen Anstrengungen die mit dem immensen Zustrom von Flüchtlingen einhergeht, Ausländerfreundlichkeit, Ausländerfeindlichkeit, Menschenhandel und Pädophilie. Aus all diesen schaffen sie es, gepaart mit einer packenden Story, akribischer Recherche und ausgefeilten Charakteren einen wirklich packenden Kriminalroman zu konzipieren.

Da dies jetzt mein zweites Buch um die Ermittlungstruppe „Olsäter“ ist, kam ich sehr viel besser mit den Geschichten um die Protagonisten zurecht. Alle Beteiligten sind sehr gut gezeichnet und ihre Lebensweise und ihr Lebensalltag nimmt fast ebenso viel Raum ein wie der aufwühlende Fall. Dies ist aber keine Kritik, das macht diese Geschichte so komplex und spannend, so dass ich das Buch, trotz seiner über 500 Seiten nicht aus der Hand legen wollte und konnte.

Spannend, aber zu schwarz und weiß

Zum Inhalt:
In einem schwedischen Wald wird das Skelett eines Kindes gefunden, - daneben ein Doch mit rumänischer Aufschrift. Ein Team von Polizisten - geleitet von Mette - beginnt zu ermitteln und taucht tief ein in eine Geschichte um Flüchtlingskinder, Organhandel und dem Leben auf der Straße.

Mein Eindruck:
Dem Autorenduo ist ein sehr spannender Krimi gelungen, aber die Keule von politischer Korrektheit schlägt einem zu oft mitten ins Gesicht und das Herz. Auf der einen Seite die guten Schweden, die ihre Freizeit, ihr Heim und ihr letztes Geld zur Verfügung stellen, um den Flüchtlingen zu helfen, auf der anderen die Schweden, die nicht nur fremdenfeindlich sind, sondern zusätzlich geldgierig, pädophil, Alkoholiker und/oder geistig minderbemittelt. Von solchen Texten fühle ich mich zu manipuliert, um sie einfach nur zu genießen. Zum Beispiel hätte ein Teilstrang um (im wahrsten Sinne des Wortes) Hinterwäldler einfach weggelassen werden können, - der Grundintention der Geschichte hätte es besser zu Gesicht gestanden.
Denn - bei aller Kritik - die Geschichte an sich ist sehr gut erzählt. Gefühle werden in einer Wucht vermittelt, die einen zum Weinen bringt, Angst und Terror sind einem nah, selbst wenn nur über sie gesprochen wird. Die Selbstzweifel der ermittelnden Beamten sind manchmal überdeutlich und die Auflösung gelungen, - insbesondere der Bogen, der zum Beginn der Geschichte gespannt wird.
Nichtsdestotrotz läuft die Ermittlungsarbeit stellenweise sehr unglaubwürdig. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass 1. Ermittler durch die Gegend fliegen dürfen (bei den knappen Haushalten), um VIELLEICHT die Herkunft eines Mordopfers zu ergründen, 2. so leicht Dienstwaffen verteilt werden und 3. gestandene Beamte so leichtsinnig vorgehen, wie Olivia und Tom in Rumänien.

Mein Fazit:
Guter Stil, packende Story, zu eindimensionale Charaktere

Faszinierend gesponnener Krimi-Plot

Dieser sehr umfangreiche, 570+ Seiten starke Schweden-Krimi weiß − wie viele seiner Art − zu überzeugen. Die Autoren finden die richtige Mischung aus Spannung, Grausamkeiten, Nebenschauplätzen, Zwischenmenschlichem und berührenden Momenten. Die Geschichte um ermordete Jugendliche, die auch die Flüchtlingsproblematik in Schweden thematisiert, zieht den Leser so sehr in den Bann, dass am Ende die Einleitung schon vergessen ist. So erzeugen die letzten Sätze noch einmal einen ganz eignen Schmunzler.

Zu Beginn kommen in schneller Folge sehr viele Personen und Schauplätze vor, was ein bisschen verwirrend sein kann. Aber nach und nach kristallisiert sich heraus, was wichtig ist und wer nun mit wem wie in Verbindung steht. Wie eine für die Polizei glückliche Fügung scheint es manchmal zu sein, wenn klar wird, dass ausgerechnet die Freundin des spontan angeheuerten Exkommissars Tom Stilton ein Flüchtlingsmädchen getroffen hat, dessen Bruder in den Fall verwickelt ist, den die Truppe um Mette Olsäter, Olivia Rönning und ihren Kollegen Lisa und Bosse zu lösen versuchen.

Aber der Plot ist so elegant gesponnen, dass das nicht weiter stört. Er führt die Ermittler durch Stockholm, das Umland und bis nach Bukarest. Nach und nach entdecken sie, was hinter den Morden steckt und warum ausgerechnet jene Jugendliche ihr Leben lassen mussten. Macht und Geld sind keine überraschenden Motive, doch auch das trübt den Krimi-Lesegenuss hier nicht.

„Schlaflied“ ist der vierte Teil einer Reihe um Tom und Olivia.