Cover von: Teufelskatz
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Teufelskatz

Frau Merkel und das fliegende Spaghettimonster
Buch
Taschenbuch, 246 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3839221463

ISBN-13: 

9783839221464

Auflage: 

1 (06.09.2017)

Preis: 

12,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 39.922
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3839221463

Beschreibung von Bücher.de: 

Die Ermordung eines ehemaligen Priesters durch einen Profikiller führt Kommissar Steinböck und seine Katze Frau Merkel direkt in die Niederungen der katholischen Kirche. Auf den Spuren des letzten Briefes eines Pfarrers versuchen Steinböck und sein Team, den jahrzehntealten Sumpf aus Mord und Vertuschung aufzuklären. Währenddessen wendet sich Frau Merkel der Kirche des fliegenden Spagettimonsters zu. Und wieder treibt die Katze Steinböck zur Verzweiflung und diesmal direkt in die Fänge des Polizeipsychologen.

Kriminetz-Rezensionen

Steinböck und Frau Merkel – unschlagbar

Als Franz Gruber tot in seiner Wohnung aufgefunden wird, ist es nur einem sehr aufmerksamen Spusi-Mitarbeiter zu verdanken, dass ein Mord erkannt wird. Gruber hatte von einem sehr vermögenden Onkel eine üppige Erbschaft zu erwarten und da auch Grubers Mutter erst kürzlich einen sehr seltsamen tödlichen Unfall hatte, ist Kommissar Steinböcks Aufmerksamkeit geweckt. Doch dann findet sich ein Brief in der Wohnung: Ein sterbender Priester wollte nicht mit der Last einer Beichte vor seinen Schöpfer treten und bat Gruber, selbst ein ehemaliger Priester, um Rat. Es handelt sich um Kindesmissbrauch in einem Klosterinternat, einen toten Pater und einen toten Schüler.

Diese zweite Spur führt Steinböck bis ins erzbischöfliche Ordinariat, wo er auf eine Mauer des Schweigens stößt.

Steinböck ist ein kauziger, aber aufrechter Beamter. Mit seinem Team, zwei originell gezeichneten Mitarbeitern und seinem Spiritus Rector, der Katze Frau Merkel, macht er sich auf die Suche.

Frau Merkel ist eine ganz besondere Katze, wie alle Vertreter ihrer Rasse. Sie hält Zwiesprache mit Steinböck, der aber immer ganz unbesonnen laut auf ihre Eingebungen antwortet. Kein Wunder, dass ihm dieser Umstand einen Termin beim Psychologen beschert.

Kaspar Panizza hat seinen zweiten Krimi um Steinböck und sein außergewöhnliches Team vorgelegt und was mir dabei ganz besonders gefällt, ist die leichte Hand, mit der er schwere Themen angeht. Dabei gleitet die Geschichte nie in Klamauk und unpassende Komik ab, trotz des witzigen und hintergründigen Humors, der den Roman beherrscht. Er nimmt sich dem Thema Kindesmissbrauch mit Respekt und klarer Haltung an.

Steinböck und seine Kollegen dürfen kauzig sein, Frau Merkel darf die Ermittlungen mal anschubsen und für Chaos sorgen. So wird ihre Bekanntschaft mit den Anhängern der „Pastafaris“ auch zu einer Erweiterung von Steinböcks Weltbild sorgen. Ein paar urige Münchner Typen, die mit ihrem Dialekt noch für eine regionale Färbung sorgen, runden den gelungenen Krimi ab.

Es ist mein zweites Buch des Autors und ich finde es noch besser, als den Vorgängerband. Man muss den ersten Band „Saukatz“ nicht kennen, um sich sofort in der Geschichte auszukennen, aber ich könnte mir vorstellen, dass man gleich den Ursprung der sonderbaren Freundschaft zwischen Steinböck und seiner Katze kennenlernen möchte.

Ein humorvoller Krimi, trotz des ernsten Themas

Nach „Saukatz“ ermitteln KHK Steinböck und sein Team, dem auch die Teufelskatze Frau Merkel angehört, in einem komplexen Fall.

Franz Gruber, ein ehemaliger Priester, wird ausgerechnet von der Journalistin Sabine Husup tot aufgefunden, der er ein Interview zu einem brisanten Thema geben wollte.

Schnell stellt sich heraus, dass der Tote ermordet wurde. Steinböck & Co übernehmen den Fall. Bei ihren Ermittlungen treffen sie auf einen Pastafari, also einen Jünger der Religion des „Fliegenden Spaghetti Monsters“, deren Besonderheit es ist, als Zeichen des Glaubens ein Nudelsieb als Kopfbedeckung zu tragen. (Keine Angst, die Religion gibt es wirklich). Da fällt es gar nicht weiter auf, dass Steinböck mit Frau Merkel spricht.

Bei den Recherchen zu Grubers Umwelt entdecken sie ein Brieffragment, das der Schlüssel zu einem vertuschten und längst zurückliegenden Kindesmissbrauch in einem katholischen Internat ist. Doch nicht nur die Kirche hätte allen Grund, Gruber ermorden zulassen. Auch eine schnöde Erbschaft von läppischen 6 Millionen Euro ist ein veritables Motiv.

Meine Meinung:
Dieser Krimi ist trotz des ernsten Themas, herrlich zu lesen und lässt die Leser schmunzeln. Sei es, dass Frau Merkel spitze Bemerkungen macht, oder dass Steinböck plötzlich zum Sherlock Holmes von München wird, weil das einer japanischen Polizeidelegation so eingeredet worden ist. Die Japaner sind ein Spaß für sich: Sie verweigern Sushi und Reis. Dafür fallen sie wie die Termiten über Weißwürste, Bier und Knödel her.

Sprachlich wieder ein Meisterwerk, das vor Wortwitz nur so sprüht.

Neben dem „schrecklichen Quartett“ erhalten neue und alte Figuren Platz, sich zu verwirklichen. Lachen musste ich über den Psychologen, der selbst Probleme mit der holden Weiblichkeit hat und deshalb Rat von Steinböck will. Die Gegenleistung: Steinböck wird für voll diensttauglich und die Katze als Bereicherung für das Betriebsklima erklärt. Da bin ich nun gespannt, wie lange das währt, ist doch der bekannte Katzenhasser Staller wieder im Dienst. Der hat ja, wegen Frau Merkels Streichen, einige Monate in der Klapsmühle verbringen müssen.

Fazit:
Ein Krimi, der trotz des ernsten Themas, humorvoll daherkommt. Gerne gebe ich fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

Nichts geht ohne "Frau Merkel"!

Der städtische Angestellte Franz Gruber wird tot in seiner Wohnung aufgefunden und wie sich herausstellt, hatte er Besuch von einem Profikiller. Kurz darauf wird dieser ungeschickte Profi aber auch tot aufgefunden. Wer steckt hinter dieser merkwürdigen Geschichte? War es die geldgierige Verwandtschaft, oder hat etwa die priesterliche Vergangenheit von Gruber schuld an diesen Morden!? Kommissar Steinböck und seine Katze „Frau Merkel“ gehen auf Spurensuche und begegnen dabei nicht nur netten Monstern ...!

Dem Autor Kaspar Panizza gelingt es hervorragend, in diesem bayrischen Lokalkrimi das bitterernste Thema Missbrauch mit oft doch skurrilen Humor zu mischen. Allein sein Ermittlerteam, angeführt von Kommissar Steinböck und seiner ihm immer auf Schritt und Tritt folgenden Katze, sorgte bei mir für so manchen Schmunzler:) So eine Katze am Arbeitsplatz hat schon was;) So ein Tier sorgt ja allgemein für gutes Klima, was allerdings nicht bei jedermann angesagt ist. Das stört Frau Merkel aber überhaupt nicht und beschert "Herrchen" Steinbock am Ende sogar einen Besuch beim Psychologen.

Der Schreibstil ist locker, humorvoll und packend. Skurriler Glaube an Spaghettimonster trifft auf althergebrachten Glaubenseifer. Es gibt jede Menge zu ermitteln und sogar Altfälle werden aufgearbeitet.

Dies ist schon der zweite Fall der Münchner Katze und ihrem Ermittlerteam. Den ersten Teil kenne ich leider noch nicht, er steht aber schon auf meiner Wunschliste!
Spannung trifft auf Witz, das mag ich sehr und ich kann die „Teufelskatz“ guten Gewissens besonders Lokalkrimifans und Katzenfreunden ans Herz legen.