Cover von: Die unbekannte Schwester
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Die unbekannte Schwester

Der dritte Fall für Carlotta Fiore. Kriminalroman
Buch
Broschiert, 400 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3471351396

ISBN-13: 

9783471351390

Erscheinungsdatum: 

07.04.2017

Preis: 

14,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 67.581
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3471351396

Beschreibung von Bücher.de: 

»Wenn Haas' Brenner ein weibliches Pendant suchte: Theresa Prammer kann ihre Carlotta Fiore sofort zum Vorsingen schicken.« Süddeutsche Zeitung

Lotta Fiore, gescheiterte Opernsängerin und ehemalige Kaufhausdetektivin, tritt ihre neue Stelle bei der Polizei an: Ab jetzt ermittelt sie nicht mehr undercover, sondern ganz offiziell. Ihre Kollegen allerdings sind alles andere als begeistert von der ahnungslosen Neuen, die die lange und harte Ausbildung überspringen durfte. Spöttisch spielen sie ihr zur Begrüßung eine alte Opernaufnahme vor. Der Unterschied zu ihrer verstorbenen Mutter, der weltberühmten Operndiva Maria Fiore, ist frappierend. Lotta würde am liebsten im Boden versinken.

Was niemand weiß: Maria Fiore ist nicht ihre richtige Mutter. Sie hat Lotta als Kind entführt. Nur Lotta und ihre »Schwester« Henriette, die echte Tochter Maria Fiores, kennen die Wahrheit. Seit die beiden sich zwei Jahre zuvor gefunden haben, sind sie ein Herz und eine Seele. Doch plötzlich verschwindet Henriette. Und Lotta findet bei ihrer ersten Mordermittlung einen Zettel mit ihrem eigenen Namen. Trachtet jemand den Schwestern nach dem Leben?

Der neue Krimi der Leo-Perutz-Preisträgerin 2015.

»Spannend, atemlos, mitunter höchst ironisch. Mit Carlotta Fiore hat Prammer eine der ungewöhnlicheren Ermittlerinnen der Krimiszene erschaffen.« Brigitte

Kriminetz-Rezensionen

Die Fesseln der Vergangenheit

Carlotta Fiore hat eines ihrer Ziele erreicht, sie wird bei der Kriminalpolizei angenommen und ermittelt nun ganz offiziell an der Seite von Konrad Fürst, ihrem leiblichen Vater. Nach vielen dramatischen Ereignissen – wer die zwei Vorgängerbände kennt, ist klar im Vorteil – scheint eine Zukunft ohne den übermächtigen Schatten der berühmten Opernsängerin Maria Fiore möglich. Offiziell ist Carlotta die Tochter der verstorbenen Diva, allerdings wurde sie von ihr als Kleinkind entführt und als ihre Tochter ausgegeben, um ihr leibliches, behindertes Kind in einer Heil-und Pflegeanstalt zu verstecken.

Kaum im Polizeidienst angekommen, ermitteln sie und Konrad in einem Suizidfall. Eigentlich liegt alles klar auf der Hand, doch als Carlotta einen Zettel in der Wohnung findet, auf der ihr Name und der Tag der Entführung stehen, weiß sie, dass auch dieser Fall ganz viel mit ihr persönlich zu tun hat. Psychisch angeschlagen versucht Carlotta trotz Behinderungen durch ihre Kollegen und den Polizeichef weiter zu ermitteln. Jede Spur führt sie tiefer in ihre Vergangenheit und reißt bei ihr und ihrem Vater Konrad alte Wunden auf.

Was im ersten Band „Wiener Totenlieder“ wunderbar funktioniert und im zweiten Band „Mörderische Wahrheiten“ zumindest den Krimi noch spannend getragen hat, versagt für mich in diesem dritten Buch. Wieder kreist alles um die damalige Entführung, den Gedächtnisverlust ihres Vaters und die On-Off-Beziehung mit Kollege Hannes. Atemlos hetzt Carlotta von Schauplatz zu Schauplatz, unterbrochen von Besuchen bei der Therapeutin und Beinahe-Zusammenbrüchen. Sie ist nicht nur Ermittlerin, sie ist auch Verdächtige und Opfer gleichzeitig. Diese Szenerie war mir einfach zu überladen und durch die ausgedehnten Privatprobleme überfrachtet. Die Darstellung der Polizeiarbeit ist absolut nicht realistisch. (ohne Ausbildung eine Stelle im Kriminalkommissariat zu bekommen oder nach 30 Jahren alkoholbedingter Auszeit und Amnesie wieder in der alten Stellung einzusteigen). Das sprengt auch den Rahmen, den man der erzählerischen Freiheit zubilligen kann.

Das Buch ist durchaus spannend geschrieben, dafür sorgen die schnellen Szenenwechsel, nur den Plot fand ich leider nicht mehr sehr originell, ständige Wiederholungen ließen es mir zu sehr wie einen Aufguss der letzten Bände erscheinen. Dabei mag ich den Stil der Autorin, das gewisse „Wienerische“, das ließ mich auch zu diesem Krimi greifen. Meine Erwartungen waren sehr hoch, vielleicht zu hoch und daraus resultiert die Enttäuschung, die ich nach dem Lesen empfand.

Geheimnisse bewahrt am besten der Tod

"Wer den kleinsten Teil eines Geheimnisses hingibt, hat den anderen nicht mehr in seiner Gewalt." (Jean Paul)

Lotta Fiore hat erreicht, was sie wollte, von der Kaufhausdetektivin ist sie wieder bei der Kriminalpolizei gelandet. Natürlich darf auch Konrad nicht fehlen, der nach seinem langen Ausscheiden und dem Koma, ebenfalls wieder seinen ersten Tag hat. Doch keiner soll ihr Geheimnis erfahren, das nur Konrad, Hannes und sie kennen. Sofort bekommen sie auch ihren ersten Fall: Einen Selbstmord eines Journalisten mit einem Föhn in seiner Badewanne. Komisch nur findet Lotta warum dieser einen Föhn besaß, wo er doch eine Glatze hatte? Das spricht doch eher alles gegen einen Selbstmord. Doch dann entdeckt Lotta auch noch eine Notiz mit ihrem Namen und wird beobachtet, als sie diese einsteckt. Als dann Lotta erfährt, dass sie und Konrad Vorlesungen halten sollen, drängt die Zeit, um den Mord am Journalisten nachzuweisen. Aber dann verschwindet auch noch Henriette und Lottas Ängste tauchen wieder auf. Noch immer kann sie mit Hannes nicht über ihre Ängste sprechen. Lange tappt sie im Dunkeln, doch als dann der nächste Unfall passiert kommt Lotta der Wahrheit immer näher.

Meine Meinung:
Was für ein Buch und was für eine Story! Selten habe ich ein Buch in nicht mal einem Tag ausgelesen. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich nicht schon die Bücher davor von Theresa Prammer und Carlotta Fiore kannte. Das Buch war spannend, temporeich, fesselnd, ein interessanter Plot und hat mich total in den Bann gezogen. Auch wenn für manche Leser Lotta als ziemlich durchgeknallt erscheint, fand ich diese Ermittlerin einfach klasse. Die Autorin hat einen sehr guten Schreibstil, der mich mit dem Buch und der Story sofort vertraut werden lässt. Die Protagonisten sind sehr sympathisch, obwohl ich Lotta manchmal schütteln wollte, dass sie sich nicht Hannes anvertraut. Mich hat dieses Buch neugierig gemacht, auch die beiden anderen Teile "Wiener Totenlieder" und "Mörderische Wahrheiten" auf meine Wunschliste zu stellen. Danke Theresa Prammer für diese touphe Ermittlerin! Ich hoffe, das war nicht der letzte Teil, denn jetzt bin ich ihr Fan und neugierig geworden. Von mir 5 von 5 Sternen für die ungewöhnliche Carlotta Fiore.

Carlotta Fiore ermittelt in Wien

Carlotta Fiore, ehemalige Kaufhausdetektivin und Tochter der berühmten Operndiva Maria Fiore, tritt eine neue Stelle bei der Polizei an. Zusammen mit ihrem Vater Konrad Fürst wird sie zu einem Suizid gerufen. In der Wohnung des vermeintlichen Selbstmörders, eines Journalisten, findet sie einen Zettel mit ihrem Namen und dem Datum 1. Mai. Was niemand weiß: Carlotta ist nicht die leibliche Tochter von Maria Fiore, sondern wurde von dieser an einem 1. Mai im Alter von vier Jahren entführt. Nur Carlotta und Henriette, die richtige Tochter Marias, wissen davon. Bevor Carlotta mit Henriette über ihren besorgniserregenden Fund sprechen kann, verschwindet diese und wenig später kommt ein Betreuer aus Henriettes Wohnheim bei einem merkwürdigen Unfall ums Leben. Droht auch Henriette Gefahr? Carlotta gerät zunehmend in Panik.

Das ist bereits der dritte Band um die etwas ungewöhnliche Ermittlerin Carlotta. Auch im dritten Band dreht sich alles um die Vergangenheit Carlottas. Man erfährt zwar nach und nach Carlottas Geschichte, aber es empfiehlt sich, die beiden Vorgängerbände vorab zu lesen. In Carlottas Kopf drehen sich die Gedanken bisweilen wie in einem Karussell. Auch beim Lesen stellt sich mitunter ein leichtes Schwindelgefühl ein. Die Autorin springt munter zwischen den einzelnen Schauplätzen hin und her. Der eigentliche Fall spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Immerhin muss man Teresa Prammer aber zugute halten, dass sie am Ende alle Fäden wieder zusammenbringt. Etwas weniger wäre hier mehr gewesen.

Geheimnisse der Vergangenheit

Carlotta Fiore beginnt mit ihrem Vater Konrad den Dienst bei der Polizei. Der Empfang verläuft nicht sehr harmonisch und selbst ihr Mann Hannes schient nicht begeistert über ihre Anwesenheit zu sein. Schnell findet sich der Fall eines offensichtliche Suizids, zu dem die beiden geschickt werden. Was zunächst nach einer Routinearbeit aussieht, entwickelt sich aber zu einer brisanten Geschichte, als Carlotta in der Wohnung des Toten einen Zettel mit ihren Namen findet. Woher kannte der Tote sie? Was wollte er von ihr? Warum hat er sich selbst getötet? Es tauchen viele ungeklärte Fragen auf, für die sich anfangs nur Carlotta und Konrad interessieren. Die beiden setzen sich bei ihren Ermittlungen immer mehr auch mit der eigenen Vergangenheit auseinander, welche einige Geheimnisse bereithält...

"Die unbekannte Schwester" ist der dritte Band um Carlotta Fiore. Die Hauptprotagonistin ist sehr interessant und vielschichtig charakterisiert. Die Geheimnisse um ihre eigene Person verleihen der Reihe ihren ganz besonderen Charme. Ich habe die Vorgänger gelesen und kam so leicht in die Geschichte um die alten Bekannten. Als Quereinsteiger stelle ich mir den Einstieg schwieriger vor, da sich vieles in diesem Buch auf die Vergangenheit bezieht. Der Autorin Theresa Prammer gelingt es, mit ihrem bildreichen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil eine geheimnisvolle Atmosphäre um den eigentlichen Fall zu erzeugen. Der Spannungsbogen wird mit dem Auffinden des Zettels mit Carlottas Namen beim Toten aufgebaut und durch immer neue Erkenntnisse und Wendungen auf einem hohen Niveau gehalten. Als Leser bekam ich viele Gelegenheiten, eigene Überlegungen und Spekulationen bezüglich der Tathintergründe und Täter anzustellen. Das temporeiche und gut konzipierte Finale ist auch mit einigen Emotionen gespickt und konnte mich voll überzeugen.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es sehr gerne weiter, möchte den Lesern aber ans Herz legen, die ersten beiden Teile vorher zu lesen, die auch in der Qualität in nichts nachstanden. "Die unbekannte Schwester" bewerte ich mit fünf von fünf Punkten.

Unbekannte und vergessene Schwester …

„Die unbekannte Schwester“ ist der Abschlussband der Carlotta Fiore-Trilogie. Optisch ist das Cover auf jeden Fall ein echter Hingucker. Der Inhalt hat mich nun leider nicht ganz so überzeugen können wie die Vorgängerbände.

Carlotta, ehemalige Polizeianwärterin und Kaufhausdetektivin hat ihr Ziel erreicht und wird ohne eine Ausbildung bei der Wiener Polizei eingestellt. Warum, kann sich eigentlich keiner erklären – am wenigsten ihre Kollegin. Dementsprechend wird sie dort wenig herzlich aufgenommen. Zusammen mit ihrem Kollegen und Vater Konrad Fürst wird sie zu einem vermeintlichen Suizid gerufen und findet in der Wohnung der Leiche einen Zettel, auf dem ihr Name steht. Carlotta, die als Kind von der berühmten Opernsängerin Maria Fiore entführt und als eigenes Kind ausgegeben wurde, hat natürlich wenig Interesse daran, dass ihre Vergangenheit ans Tageslicht kommt. Doch dann taucht plötzlich eine weitere Leiche auf und auch Carlottas „Schwester“ Henriette – Maria Fiores wahres Kind, ist plötzlich spurlos verschwunden …

Im letzten Band der Trilogie kommen die noch fehlenden Details von Carlottas Vergangenheit ans Tageslicht. Da die Geschichte doch sehr komplex ist, war es sehr hilfreich, dass die Autorin viele Dinge aus den ersten beiden Bänden wieder mit aufgegriffen hat, sodass man wieder einen kurzen Überblick bekommen konnte. Es gibt wesentlich sympathischere Protagonisten als Carlotta Fiore. Mich hat extrem gestört, wie unehrlich sie ist und dadurch eben auch für viele Probleme in ihrer eigenen kleinen Familie sorgt.

Der Schreibstil allerdings ist flüssig und ich hatte das Buch schnell durchgelesen. Theresa Prammer ist es gelungen, mich bei der Suche nach dem Täter zusammen mit Carlotta auf eine falsche Fährte zu schicken. Der Klappentext weist ja auf das Verschwinden von Carlottas Schwester hin und ich habe mich auf diesen Erzählstrang auch gefreut. Hier wurde aber leider viel zu wenig darauf eingegangen und Henriette wird eigentlich erst zum Ende des Buches hin zum Thema gemacht. Ich hatte das Gefühl, dass es niemanden so recht interessiert, was auch ihr geworden ist und zumindest von Carlotta hätte ich erwartet, dass sie sich ein bisschen in die Suche nach ihrer Schwester hineinkniet.

Beim Finale überschlagen sich dann plötzlich die Ereignisse und ich habe mich gefragt: „Das war es nun?“ Die Trilogie ist abgeschlossen. Trotzdem könnte die Autorin hier zu jeder Zeit wieder anknüpfen. Ich vergebe drei Sterne für diesen Kriminalroman.

Nicht ganz so überzeugend wie Band 2

Lotta Fiore hat ihren ersten Arbeitstag bei der Kriminalpolizei, der leider gar nicht gut verläuft – und dann gibt es auch noch einen Toten, dessen Tod offenbar etwas mit ihr zu tun hat, denn am Tatort findet sie ihren Namen. Leider darf sie in dem Fall nicht offiziell ermitteln, aber das hält Lotta nicht davon ab, der Sache trotzdem nachzugehen.

Im dritten Band um Lotta Fiore wird es sehr persönlich und die Protagonistin hat nicht nur mit den aktuellen Geschehnissen sondern auch mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Lotta ist kein einfacher Charakter, vieles liegt aber in ihrem bisherigen Leben begründet – dieses schwierig zu nennen, wäre untertrieben. Mit diesem Band werden weitere Geheimnisse offenbart und man entwickelt ein gewisses Verständnis für die oft lügende und nicht immer nachvollziehbar handelnde Lotta. Auch in diesem Band schüttelt man wieder mehr als einmal den Kopf über sie, nicht nur, weil sie der Therapeutin, die sie endlich aufsucht, nur sehr ausgewählte Dinge erzählt.

Lotta ist mir nicht unbedingt sympathisch, aber sie eine sehr interessante Protagonistin. Sympathisch ist mir dagegen Konrad Fürst, der zu Lotta eine ganz besondere Beziehung hat. Schade, dass Fanny und Henriette sich etwas rar machen, aber vor allem Fanny hatte ja im letzten Band eine größere Rolle. Mit Lotta zusammen konnte ich mich über „Kieksstimme“ aufregen, eine neue Kollegin Lottas, die auch Konrad von früher kennt, und deren Rolle in diesem Band nicht wirklich nobel ist.

Der Einstieg in den Roman ist sehr überzeugend, im Prolog erleben wir, wie der Täter über seine Tat redet, indem er in Ich-Form das Opfer anspricht. So zieht die Autorin den Leser direkt ins Geschehen und gibt ihm einen Wissensvorsprung, der am Ende aber noch eine Überraschung verbirgt.

Der Fall ist okay, stellenweise wirkt er auf mich aber doch etwas konstruiert. Vom Vorgängerband war ich sehr begeistert, das hat dieser Band nicht geschafft. Die Auflösung ist ebenfalls okay, man kann Motiv und Ablauf nachvollziehen, jedoch erscheint mir die Überführung des Täters ebenfalls ziemlich konstruiert.

Mit diesem Band ist die Trilogie um Lotta Fiore beendet, alle Fragen sind geklärt und das etwas kitschige Ende entlässt Lotta in ihr „neues“ Leben ohne Schatten aus der Vergangenheit. Ich hätte allerdings nichts dagegen, noch ein paar weitere Fälle zu lesen. Vielleicht schafft Lotta es ja, eine gute Kriminalpolizistin zu werden und auch ganz „normale“ Fälle zu lösen. Mich würde auch interessieren, wie es ihr, Konrad, Hannes, Konny, Henriette und Fanny weiterhin geht.

Ich vergebe knapp 4 Sterne sowie eine Leseempfehlung, allerdings sollte man die Trilogie am besten von Anfang an lesen, die Hintergrundgeschichte ist recht komplex. Auch wenn ich diesen Band nicht so genossen habe wie den Vorgänger, hat er mich gut unterhalten und nur gelegentliches Kopfschütteln erzeugt.

Hat mich nicht überzeugt

Es handelt sich hier um den dritten Teil der Serie um Carlotta Fiore, die vermeintliche Tochter einer bekannten Opernsängerin.

Nach einer gescheiterten Karriere als Opernsängerin und der zwischenzeitlichen Arbeit als Kaufhausdetektivin, ist Carlotta nun bei der Polizei gelandet. Zusammen mit ihrem Vater Konrad Fürst tritt sie ihre Stelle an. Ihre Kollegen behandeln sie misstrauisch und versuchen, ihr Steine in den Weg zu legen.

Ihr erster Fall ist der eines getöteten Journalisten. Als sie in der Wohnung des Toten einen Zettel mit ihrem Namen findet und kurz darauf ihre Halbschwester Henriette verschwindet, ist ihr klar, dass der Fall mit ihrer Vergangenheit zusammenhängt.


Meine Meinung:
Auch im dritten Fall der Serie handelt es sich meiner Meinung nach nur am Rande um einen Kriminalfall, sondern hauptsächlich um Carlottas Geschichte.

Es gab keinen strukturierten Aufbau, sondern mehrere parallel laufende, ziemlich wirre Erzählstränge. Zum Schluss fügte sich das Meiste zusammen, was aber in meinen Augen, nicht immer logisch war.

Obwohl mir die Protagonistin sympathisch war, würde ich ihr wünschen, dass sie endlich erwachsen wird. Ich glaube nicht, dass ich ein weiteres Buch aus dieser Reihe lesen werde.

Spurensuche in Vergangenheit und Gegenwart

Wunderbar leisen, humorvollen Lokalkolorit lässt Theresa Prammer in ihren Wien-Krimi, den dritten der Reihe um Carlotta Fiore, einfließen. Angefangen von herrlich typischen Namen, über den guten alten Schilling bis zu spontanen Ausdrücken („ma!“) bietet das Buch eine schöne Atmosphäre, in die der Leser eintauchen darf. Passend zu Prammers eigener Theater-Vergangenheit ist auch Carlotta, Tochter einer berühmten Opern-Diva, die Bühne nicht fremd. Wenngleich die Neo-Polizistin gerne einfach nur ihre Arbeit machen möchte und es nicht erträgt, erkannt zu werden.

Ebenso passend darf Lotta, wie sie meist genannt wird, im Burgtheater ermitteln. Jegliche (witzig wie treffende) Bemerkungen zu Schauspielern und ihrem Umfeld darf sich die Autorin natürlich erlauben. Der aktuelle Fall dreht sich um einen vermeintlichen Selbstmord und als nach und nach weitere Personen entweder verschwinden oder auch unter mysteriösen Umständen sterben, suchen Lotta und Kollege Konrad nach dem „Mittelpunkt“. Wer ist die Person, um die sich alles dreht? Nur so können die Taten in Beziehung zueinander gesetzt werden. Auch die beiden Polizisten bleiben nicht verschont und müssen die eine oder andere physische und psychische Schramme verkraften.

Die Handlung ist grundsätzlich gut verständlich und auch logisch und es ist einfach ein spannender Krimi. „Leider“ ist sie stark mit Lottas Vergangenheit verknüpft. Natürlich wird auch das genauer angesprochen und aufgelöst, dennoch könnte ich mir vorstellen, dass die Umstände um Lottas und Konrads Vergangenheit etwas schwierig zu verdauen sein könnten. Man muss die beiden vorangegangen Bücher nicht gelesen haben, aber es könnte häufigeres Stirnrunzeln vermeiden. Ich kannte den Beginn von Band 2 und das hat mir geholfen, mir die Zusammenhänge schneller vorstellen, mich wieder erinnern zu können. Diese Zusammenhänge, diese Geschichte in der Geschichte, sind auch das Ungewöhnliche an dieser Krimi-Reihe, lassen die Bücher aus der großen „Krimi-Masse“ herausstechen.