Krimi-Bestenliste Februar 2018

Image of Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens: Kriminalroman
Platz 1 (Vormonat: 1)
Oliver Bottini: Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens
Dumont, 414 Seiten, 22 €
Rumänien, Mecklenburg. Globale Agrarkonzerne greifen nach Land. In „Prenzlin“ und in Westrumänien. Beschiss, Bestechung, Mord allerorten. Im Strudel: zersprengte Familien, schuldig gewordene Polizisten, Männer mit Traumata. Europa heute: kein stiller Winkel ohne Tote. Episch und stark.
Image of Korrupt: Thriller (Die Kapstadt-Serie, Band 2)
Platz 2 (Vormonat: - )
Mike Nicol: Korrupt
Aus dem Englischen von Mechthild Barth
btb, 510 Seiten, 10 €
Kapstadt, „Bambatha“. Südafrika unterm Regime von Plünderern. Killt den Oberst im Exil, handelt mit Mädchen aus Bangui – Hauptsache, der Präsident macht Reibach. Agentin Vicki Kahn und ihr Lover Fish Pescado unter Geheimdienst-Haien und Attentätern: Überleben Glückssache. Nicol ist eine Klasse für sich.
Image of Sakari lernt, durch Wände zu gehen: Ein Kimmo-Joentaa-Roman
Platz 3 (Vormonat: 2)
Jan Costin Wagner: Sakari lernt, durch Wände zu gehen
Galiani, 236 Seiten, 20 €
Turku. Kimmo Joentaa ist ein „Polizist, der keine Polizistenfragen stellt“. In ihm kondensierte Trauer, um ihn Verirrte, untröstliche Opfer. Sakari ist nackt mit einem Messer. Er glaubt, er sei ein Engel, und wird von Polizist Petri erschossen. Ein Haus brennt, Kinder sterben. Nichts wird besser, aber anders.
Image of Außer Kontrolle
Platz 4 (Vormonat: 7)
Volker Heise: Außer Kontrolle
Rowohlt Berlin, 240 Seiten, 20 €
Berlin. Die Stadt als Wille, Vorstellung und Kollaps. Alles muss gut werden mit dem Jungen und dem Mädchen. Alle kollabieren: der Sternekoch, seine Fische, der alte und der junge Polizist, der Ehebrecher, der Notarzt. Rauh instrumentiert, in Moll komponiert: Heises Spätsommernachts-Metropolen-Sound.
Image of Die schwere Hand: Avi Avraham ermittelt
Platz 5 (Vormonat: - )
Dror Mishani: Die schwere Hand
Aus dem Hebräischen von Markus Lemke
Zsolnay, 288 Seiten, 22 €
Cholon, Israel. Coby versauert ohne Arbeit; seine Frau Mali, Opfer einer Vergewaltigung, will ihre Gemeinsamkeit retten. Oberinspektor Avi Avraham leitet seine erste Mordermittlung. Auch die Ermordete wurde vergewaltigt. Meisterhaft erzählt: Wie verquickt sind männliche Eifer- und Erkenntnissucht?
Image of Gravesend
Platz 6 (Vormonat: - )
William Boyle: Gravesend
Aus dem Englischen von Andrea Stumpf
Polar, 294 Seiten, 18 €
Brooklyn. 16 Jahre hat Ray Boy für ein Hate Crime gesessen. Reuig ist er zurück in Gravesend, konfrontiert mit Losern und Träumern. Conway will den Tod seines schwulen Bruders rächen, Alessandra sucht Liebe, Krüppel Eugene will Gangster werden. Eine Generation ohne Glück, voll Schuld und Rache. Stark.
Image of Vagabond: Thriller (suhrkamp taschenbuch)
Platz 7 (Vormonat: - )
Gerald Seymour: Vagabond
Aus dem Englischen von Zoë Beck und Andrea O’Brien
Suhrkamp, 498 Seiten, 14,95 €
Irland, Prag. Irischer Frieden: MI5 provoziert radikale IRA-Reste zum Waffenkauf, Ziel ist deren Auslöschung. Mittel zum Zweck ist Vagabond, ausgebrannter Spitzelführer i.R., der jetzt den Waffendeal der Jungspunde in Tschechien lenken soll. Des Friedens Preis: ungenannte Tote. Seymour is back!
Image of Schleierwolken: Thriller
Platz 8 (Vormonat: - )
Regina Nössler: Schleierwolken
Konkursbuch, 316 Seiten, 12 €
Berlin, Wattenscheid. Korrektorin Elisabeth fühlt sich verfolgt. Die einsame Mutter nörgelt, ihr geht jemand nach, sie fällt vor einen Bus. Demütigungen überall. Schlechtes Gewissen: Hat sie alles richtig gemacht? Einmal, als sie jung war. Diese Vergangenheit kehrt wieder. Subtil: Grauen des Alltags.
Image of In eisiger Nacht: Kriminalroman (DS-Wolfe-Reihe, Band 4)
Platz 9 (Vormonat: - )
Tony Parsons: In eisiger Nacht
Aus dem Englischen von Dietmar Schmidt
Lübbe, 334 Seiten, 15 €
London, Flüchtlingslager Grande-Synthe. DC Max Wolfe ist Hundeliebhaber, alleinerziehend, Kenner der Unterwelt, aufopferungsvoll im Dienst. Ein Mann, der auch dem Schrecklichsten gewachsen ist. Zwölf illegale Immigrantinnen im Lkw erfroren, Frauenhandel, Asperger, Brandstiftung, Hass.
Image of Die letzten Meter bis zum Friedhof
Platz 10 (Vormonat: - )
Antti Tuomainen: Die letzten Meter bis zum Friedhof
Aus dem Finnischen von Niina Katariina Wagner und Jan Costin Wagner
Rowohlt, 318 Seiten, 19,95 €
Hamina, Finnland. „Ich muss am Leben bleiben. Bis ich sterbe.“ Pilzexporteur Jaako, 37, dick, verheiratet, ist vergiftet worden, keine Chance. Er ermittelt vor dem Tode. Verdächtig: Gattin Taina, alle Mitarbeiter, die Konkurrenz. Messer und Äxte fliegen. Jaako stirbt über sich hinaus. Sehr komisch.
An jedem ersten Sonntag des Monats geben 19 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die Krimibestenliste ist eine Kooperation der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit Deutschlandfunk Kultur.
 
Die Jury: Tobias Gohlis, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, BR | Gunter Blank, »Rolling Stone« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Hanspeter Eggenberger, »Tages-Anzeiger« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Jutta Günther, »Radio Bremen Zwei« | Sonja Hartl, »Zeilenkino«, »Polar Noir« | Hannes Hintermeier, »Frankfurter Allgemeine Zeitung« | Peter Körte, »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« | Elmar Krekeler, »Die WELT« | Kolja Mensing, »Deutschlandradio Kultur« | Marcus Müntefering, »Spiegel Online« | Ulrich Noller, »Deutsche Welle«, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete v. Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, »NRZ«, »WAZ«