Cover von: Die blaue Liste

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Die blaue Liste

Denglers erster Fall
Buch
Taschenbuch, 350 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3462034790

ISBN-13: 

9783462034790

Auflage: 

1 (15.03.2005)

Preis: 

7,99 € (bei Erscheinen)
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 60.648
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3462034790

Beschreibung: 

Privatdetektiv Georg Dengler - früher Zielfahnder beim BKA - ist einem Fall auf der Spur, der fast zu gefährlich für ihn wird und zurückführt in die Zeit der Wende und der großen Gier ...

Am 1. April 1991 wird Carsten Detlef Rohwedder, Präsident der Treuhandgesellschaft, erschossen. Seinem Tod folgt eine drastische Kurskorrektur der Institution und der Ausverkauf des Ostens. Sechs Wochen nach dem Attentat stürzt eine vollbesetzte Boeing der Lauda Air über dem Dschungel Thailands ab, 223 Menschen sterben. Im Juni 1993 wird das RAF-Mitglied Wolfgang Grams auf dem Bahnhof von Bad Kleinen erschossen. Fast zehn Jahre nach seinem Tod behauptet das BKA, er sei am Tatort des Mordes an Rohwedder gewesen. Tatsächlich wurden alle drei »Geschehnisse« nie wirklich aufgeklärt. Georg Dengler ist im Unfrieden beim BKA ausgeschieden.

Sein erster Fall als Privatdetektiv verspricht leicht verdientes Geld zu werden. »Es geht um meine Freundin«, sagt der Anrufer. »Ihr Vater kam vor zwölf Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Merkwürdig ist nur, er rief sie vorher an und sagte, er habe die Maschine verpasst. Forschen Sie ein bisschen nach und schreiben Sie einen Bericht, damit sie wieder ruhig schlafen kann.« Der Vermisste war Mitarbeiter der Treuhand und Verfasser der »Blauen Liste« - des Dokuments, das der Deutschen Vereinigung einen völlig anderen Weg wies ...

Kriminetz-Rezensionen

Begeisterung pur

Buchmeinung zu Wolfgang Schorlau – »Die blaue Liste«

»Die blaue Liste« ist ein Kriminalroman von Wolfgang Schorlau, der 2003 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Dies ist der Auftakt der Reihe um den Privatdetektiv Georg Dengler.

Zum Autor:
Wolfgang Schorlau lebt und arbeitet als freier Autor in Stuttgart. Neben den elf Dengler-Krimis hat er die Romane »Sommer am Bosporus« und »Rebellen« veröffentlicht sowie »Das brennende Klavier«, die Biografie der Jazzlegende Wolfgang Dauner – und zusammen mit Claudio Caiolo die Venedig-Krimis um Commissario Morello. 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimipreis, 2012 und 2014 mit dem Stuttgarter Krimipreis sowie 2019 und 2025 mit dem Stuttgarter Ebner-Stolz-Wirtschaftskrimipreis ausgezeichnet.

Zum Inhalt:
Georg Dengler war früher Zielfahnder beim BKA und arbeitet nun als Privatdetektiv in Stuttgart. Sein erster Fall beginnt mit Ermittlungen zur Frage, ob ein Wirtschaftswissenschaftler bei einem Flugzeugabsturz in Thailand ums Leben gekommen ist. Es besteht der Verdacht, dass er eventuell gar nicht im Flugzeug gewesen ist.

Meine Meinung:
Dieses Buch vermischt reale Begebenheiten mit einer fiktiven Handlung und hat mich mehr und mehr in seinen Bann gezogen. Der Mord am ersten Chef der Treuhandgesellschaft, die aus dem Ruder gelaufene Festnahme eines Terrorristen in Bad Kleinen, der Absturz einer voll besetzten Passagiermaschine der Lauda-Air in Thailand und Ergebnisse eines Forschungsprojekts eines österreichischen Wirtschaftsprofessors werden auf höchst interessante Weise in die Handlung diesen Krimis integriert. Georg Dengler ist eine faszinierende Figur, die erst mal nachdenkt und dann zu handeln beginnt. Schon die Nebenhandlung, die ihn mit seiner späteren IT-Fachkraft zusammenbringt, ist ein Knüller. Ab und zu ein Rückblick auf seine BKA-Arbeit, der er noch einige wenige Kontakte verdankt. Es wird klar, warum er dort ausgeschieden ist und welche Werte für ihn, Georg Dengler, wichtig sind. Ist der Auftakt noch recht ruhig, so wird es später ziemlich aufregend und actionlastig. Aber auch hier zeigt Georg Dengler seine Qualitäten. Er ist kein Supermann und gerät schon mal in Schwierigkeiten, aber sein Einfallsreichtum und sein Können helfen ihm meist.
Die Gedanken des Autors zum Vorgehen der Treuhand und einer alternativen Idee sind faszinierend und ich habe mich gefragt, was bei der Umsetzung der alternativen Idee hätte passieren können.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und die Gedanken der betroffenen Figuren ergeben ein vielschichtiges Bild. Die meisten Figuren sind vielschichtig und lassen Überraschungen zu. Der politische Aspekt wird zunehmend deutlicher und die Frage nach dem was wäre wenn bringt viele Fragen auf dem Tisch. Dazu ist es aber ein überaus spannender Kriminalroman, der mich begeistern konnte und wunderbar unterhalten hat. Das ich über die inhaltlichen Themen nachgedacht habe ist ein klares Plus. Ganz sicher werde ich diese Serie weiterverfolgen.

Fazit:
Ein politischer Kriminalroman, der mich uneingeschränkt begeistern konnte und zum Nachdenken angeregt hat. Dies macht den Titel zu einem absoluten Lesehighlight und wird mit der Höchstwertung von fünf Sternen (100 Punkten) belohnt. Selbstverständlich spreche ich auch eine Leseempfehlung aus.