Image of 111 Gründe, Krimis zu lieben: Eine Hommage an das spannendste Genre der Welt
Amazon Preis: EUR 9,99

111 Gründe, Krimis zu lieben

Eine Hommage an das spannendste Genre der Welt
Buch
Broschiert, 320 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3862656047

ISBN-13: 

9783862656042

Erscheinungsdatum: 

01.08.2016

Preis: 

9,99 EUR
Amazon-Bestseller-Rang: 1.183.528
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3862656047
Kurzbeschreibung Amazon: 

Wir tun es im Bett, auf dem Sofa oder am Strand. In Zügen und auf Kreuzfahrtschiffen, im Kino ebenso wie im Theater – wir genießen spannende Geschichten, genannt Krimis.

Zum Glück ist die Zeit längst vorbei, wo das Lesen von Kriminalromanen nur hinter vorgehaltener Hand zugegeben wurde. Heute ist der Krimi das meistgelesene Literaturgenre der Welt. In jeder Bestsellerliste, sei es Literatur, Film oder Hörbuch, finden sich Kriminalgeschichten oder Thriller.

Aber was ist das eigentlich, was uns an den blutrünstigen und rätselhaften Verbrechensgeschichten so fasziniert? In dem vorliegenden Buch wird auf humorvolle und spannende Weise genau das ermittelt: warum wir sie lieben, was hinter ihnen steckt, wie und wo sie gemacht werden, und wie das alles mal anfing.

Zugleich ist das Buch aber auch eine Hommage an ein aufregendes und lebendiges, eben ein ganz besonderes Genre, mit all seinen furchtbar liebenswerten Facetten, in dem auch Autor/innen und Verleger/innen zu Wort kommen.

Entstanden ist ein Buch mit großem Nutzwert, eine fundierte Gesamtübersicht über das ganze Genre.

Kriminetz-Rezensionen

Eine Hommage an das spannendste Genre der Welt

111 Gründe, das klingt zauberhaft, auch wenn es für den überzeugten Krimifan Hardy Crueger sicher kein Problem gewesen wäre, märchenhafte 1001 Grund zu finden. In seinem Buch lädt er ein zu einer Rundreise durch die Welt des Kriminalromans – und er fängt, wie sich das gehört, bei den altehrwürdigen Ahnen hat. Schon der griechische Philosoph Aristoteles hat eine Definition des Kriminalromans gegeben – oder des Thrillers? Die Grenzen sind da fließend. Nicht jeder Bericht über einen Mord taugt als Krimi, das lernen wir am Beispiel der biblischen Geschichte von Kain und Abel: Brudermord, schrecklich, der Mörder Kain hat ein überzeugendes Motiv, das wird ihm aber nicht strafmildernd angerechnet, und jedenfalls: Wir wissen von Anfang an, wer der Mörder ist und die Aufklärung nimmt nicht einmal einen ganzen Satz ein. Als Krimi der Totalversager. Mit solchen überzeugenden Beispielen macht Hardy Crueger es für uns möglich, ihm auf der Entdeckungsreise durch die Welt der Krimis zu folgen und zugleich eigene Entdeckungen zu machen.

Er präsentiert uns die Ahnen der Kriminalliteratur, Edgar Allen Poe, klar, Friedrich Schiller (hätten Sie’s gewusst? „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ ist geradezu der Prototyp einer Kriminalgeschichte), den Norweger Maurits Christopher Hansen, der 1839 eine erste Mordgeschichte schrieb … Und er präsentiert uns Ahninnen wie Anne Katharine Green, die 1878, also vierzig Jahre vor Agatha Christie, ihren Inspector Ebenezer Gryce ermitteln ließ (Namen merken! Muss unbedingt wieder aufgelegt werden!). Die Klassiker und Klassikerinnen des Genres werden natürlich vorgestellt, Agatha Christie, Georges Simenon, Arthur Conan Doyle, Patricia Highsmith. Die deutsche Krimiszene wird beleuchtet, Interviews mit Verlagsleuten und Autoren runden das Bild ab. Es wird versucht, den Regionalkrimi regional zu definieren – geht nicht -, es wird die immer weiter fortschreitende Ausfransung des Genres beschrieben: Gartenkrimis, kulinarische Krimis, Katzenkrimis, was wird das nächste sein? Der Autor hütet sich vor Prophezeiungen, weist aber auf Anzeichen dafür hin, dass der schon so lange anhaltende Krimiboom demnächst mal ein Ende nehmen könnte. Doch keine Sorge, die Anzeichen existieren bisher nur theoretisch, noch ist keins davon gesichtet worden.

Natürlich wird ein Blick auf Fernsehkrimis geworfen, eher stirnrunzelnd, die Qualität der meisten lässt eben zu wünschen übrig, Jerry Cotton dagegen heimst verdientes Lob ein, (wobei es befremdet, dass der Hauptdarsteller aus der gleichnamigen Serie, der Amerikaner George Nader, ganz konsequent und treudeutsch „Georg“ genannt wird), berühmte Verbrecher, wie Haarmann, die Heerscharen von Krimiautoren zu neuen Werken inspiriert haben, werden vorgestellt, und wir lernen Krimibuchhandlungen und Krimi-Websites kennen. Es gibt also unendlich viel zu lesen, das Buch ist selbst spannend wie ein Krimi geschrieben und könnte zum unersetzlichen Nachschlagewerk für Krimifans werden - und für Krimihasser, die endlich wissen wollen, was sie denn so verabscheuen. Bei so viel Lob noch ein bisschen Kritik – es gibt eine kleine Reise um die Welt, wir erfahren ein wenig über Krimis in Spanien, bei den Inuit, in China und in Afrika (wo offenbar das Krimigenre noch in den Kinderschuhen steckt). Aber außer Spanien kommt Europa viel zu kurz – nichts über die überbordende Krimiszene in den Niederlanden, darüber, was sich in Schottland und Irland so tut, wo sich gerade ein erster Boom an Krimis in gälischer Sprache abzeichnet, die Krimis aus den skandinavischen Ländern rangieren eher unter ferner liefen, wer ermittelt in Malta, was passiert in Estland und gibt es in Belgien einen neuen Simenon? Man wüsste so gern so viel mehr, aber natürlich sind 111 Gründe viel zu wenig und es ist jedenfalls ein ungeheuer auf- und anregendes Buch.

Was ja eigentlich zu erwarten war, denn der Autor veranstaltet in Braunschweig regelmäßig Krimiseminare und mörderische Bootsfahren auf der Oker!