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Abels Auferstehung

Der zweite Fall für Kriminalinspektor Paul Stainer. Kriminalroman
Buch
Gebundene Ausgabe, 352 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3805200609

ISBN-13: 

9783805200608

Auflage: 

1 (26.01.2021)

Preis: 

20,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3805200609

Beschreibung von Bücher.de: 

Der zweite Teil der packenden Krimi-Reihe um Leipziger Kriminalinspektor Paul Stainer.

Die Erinnerung lässt sich nicht begraben …

Leipzig, Februar 1920. Eigentlich hat Paul Stainer in seinem Leben schon genug Tote gesehen – nicht zuletzt den Mord an seiner Frau Edith. Doch das Verbrechen kennt keine Schonzeit, und es gibt genug Arbeit in der Wächterburg: Die Leiche eines Soldaten stellt Stainer und seinen Kollegen Siegfried Junghans vor ein Rätsel: Wurde das ehemalige Mitglied einer jüdischen Studentenverbindung von den radikalen Rechten ermordet, die ihre Netze in Leipzig enger weben? Dafür sprechen die frischen Wunden, die eindeutig von einer Mensur herrühren. Oder hängt sein Tod mit dem eines weiteren jungen Soldaten zusammen, der bei Basel aus dem Rhein gezogen wurde?

Nicht nur Stainer interessiert sich für die Morde, sondern auch die junge, ehrgeizige Journalistin Marlene Wagner, die für die Leipziger Volkszeitung schreibt. Während Stainers Ermittlungen ihn in die rechten Abgründe Leipziger Studentenverbindungen führen, geht Marlene der Spur eines Zigarettenetuis nach, das der Tote aus dem Rhein bei sich trug – mit verhängnisvollen Folgen, wie auch Stainer bald bemerken wird …

Kriminetz-Rezensionen

Auch der 2. Band hat mich überzeugt

Leipzig 1920: Paul Stainer ist erst vor kurzem aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt und schätzt sich glücklich, seinen alten Job wiederbekommen zu haben, auch wenn er die gesundheitlichen Probleme, mit denen er noch zu kämpfen hat, verbergen muss. Seinen schweren Verlust hat er noch nicht verkraftet, so kommt ihm die Ablenkung durch einen neuen Fall ganz gelegen.

Endlich ist er da, der zweite Band der Reihe, dessen erster mich sehr begeistert hat. Die Erzählung beginnt kurz nach den Ereignissen im Vorgängerband. Wieder verwebt der Autor die Geschehnisse gelungen mit dem historischen, politischen und sozialen Hintergrund, der wieder gut recherchiert ist. Mir gefällt besonders gut, dass nicht nur der aktuelle Fall im Mittelpunkt steht, sondern auch die persönlichen Geschichten der verschiedenen Charaktere bandübergreifend erzählt werden – ich bin schon gespannt, wie es mit ihnen im nächsten Band weitergeht.

Neben Paul Stainer trifft man nämlich eine Reihe weiterer bekannter Charaktere wieder, natürlich Stainers Kollegen, wie seinen Assistenten Siegfried Junghans und den Polizeiarzt Kurt Prollmann, aber auch die Clubbesitzerin Rosa Sonntag, deren Geschichte aus dem letzten Band noch nicht auserzählt ist, und die Straßenbahnfahrerin Josefine König, die, wie ihre Kolleginnen, ihren Arbeitsplatz für die aus dem Krieg heimkehrenden Männer räumen muss.

Aber auch neue Charaktere gibt es, so bekommt Stainer einen neuen Kollegen, Joseph Nürnberger, ein Spurenspezialist. Sehr interessant ist auch die Journalistin Marlene Wagner, die sich wenig um Konventionen schert und sehr selbstbewusst ihre Meinung vertritt, die sie auch in ihren Artikeln zum Ausdruck bringt.

Die Geschichte wird in mehreren Handlungssträngen erzählt, und erst nach und nach zeigt sich eine Verzahnung. Dem Autor ist es wieder wunderbar gelungen, verschiedene Fäden miteinander zu verweben. Da er den jeweils im Mittelpunkt stehenden Charakteren Leben verleiht und Tiefe gibt, sind sie mir alle nahegekommen und ich konnte gut mitfühlen und auch um sie bangen. Denn, damit muss man rechnen in dieser Reihe, es kann auch dort Tote geben, wo man es zunächst nicht erwartet – das hält die Spannung oben und den Wunsch, den Roman in einem Rutsch durchlesen zu können. Miträtseln ist ebenso angesagt, und selbst wenn man vielleicht schon vor Ende eine Ahnung hat, wie sich alles auflösen könnte, wird es nicht langweilig. Die Auflösung ist gelungen und nachvollziehbar.

Auch der zweite Band der Reihe hat mir sehr gut gefallen und ich hoffe auf noch viele weitere Bände. Die Reihe zeichnet nicht nur durch die spannenden Kriminalfälle, sondern auch die persönlichen Schicksale der Charaktere aus – alles gelungen eingewoben in den gut recherchierten historischen Hintergrund. So vergebe ich gerne wieder volle Punktzahl und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Stainers 2.Fall

Ein weiterer spannender und historisch korrekter Kriminalroman.

Nach dem Tod seiner Frau Edith fällt es Kriminalinspektor Stainer nicht leicht, seine Arbeit in der Wächterburg gewissenhaft zu erledigen. Noch hängt ihm die Kriegsneurose aus seinen Erlebnissen im großen Krieg in den Knochen. Alkohol und die daraus resultierenden Albträume lassen ihn nicht zur Ruhe finden. 

Ein neuer Fall beschäftigt die Leipziger Behörden, ein ermordeter Maler in einem Hotelzimmer, noch frisch die Wunden aus einer vorangegangenen Mensur. Wurde er, Mitglied einer jüdischen Studentenverbindung, von radikalen Rechten ermordet und hat sein Tod eher etwas mit einer mysteriösen Leiche zu tun, die bei Basel aus dem Rhein gefischt wurde? 

Nicht nur Stainer und sein Kollege Junghans beginnen zu ermitteln, sondern auch die ehrgeizige Journalistin der Leipziger Volkszeitung, Marlene Wagner, die die Spur eines Zigarettenetuis verfolgt, das bei dem Toten aus dem Rhein gefunden wurde. Doch die Ermittlungen haben verhängnisvolle Folgen.

Das Buch ist in 3 Teile gegliedert, die sich in 46 Kapitel in idealer Leselänge aufteilen. Jedes Kapitel ist mit einer zum Inhalt hinweisenden Überschrift versehen. Dazwischen immer wieder kursiv, somit gut kenntlich gemacht, die Ansichten des Mörders. Schlagfertige Dialoge – in einem in die Zeit hervorragend passenden Jargon – beleben den Plot.

Dass »Roter Judas« kein Zufallstreffer war, beweist der Autor mit dem 2. Fall des interessanten Kriminalers Stainer. »Abels Auferstehung« hat mich tatsächlich noch besser unterhalten als der Vorgängerband. Unmittelbar nach dem Ende des ersten Teils setzt vorliegender Fall ein. Sofort hat sich Lesefluss eingestellt. Mehrere Erzählstränge in auktorialer Erzählweise geben einen umfassenden Einblick in das Geschehen. Die Spannung steigt unaufhörlich, schon bei der Hälfte des Buches hatte ich eine Ahnung, wer der Täter sein könnte, aber der Autor hat es geschafft, mich bis zum letzten Kapitel hinzuhalten. Ungeahnte Wendungen und ein überraschendes Ende haben mich gepackt. Ziebula scheut sich nicht auch wichtige Figuren zu opfern.

Ich fühlte mich unbedingt in die Zeit der Weimarer Republik versetzt. Gaslaternen, Kanapee, Hüfthalter, Blitzlichtpulver und Fernsprecher – ich mag diese Zeit und ihre Worte, so hat mir auch mein Urgroßvater oft von Schmissen, Mensuren und seiner schlagenden Verbindung aus seiner Studentenzeit erzählt. Die Sprache vermittelt Zeit- und Lokalkolorit und bezeugt eine hervorragende Recherchearbeit. Solche Sätze wie: »Die Abenddämmerung verdüsterte längst beide Stromufer und verwandelte ihm die Felsen, die aus dem Wasserfall aufragten, in verkrüppelte und dem Abendhimmel drohende Titanenfäuste.« (S.9), erzeugen bei mir sofort Bilder im Kopf. Chapeau!

Dieses Buch hat sich fast von selbst gelesen, der Fall ist gut aufgebaut, die Charaktere sind glaubhaft und authentisch. Sie agieren nachvollziehbar. So tiefgründig charakterisiert, dass ich auch hoffe,  einigen in weiteren Fällen bald wieder zu begegnen. Allen voran natürlich meine Lieblingsfigur – Paul Stainer – menschlich, ein hervorragender Kriminalist, aber mit posttraumatischer Belastungsstörung und sehr sympathisch. Noch einmal hat er eine Chance, sein Leben in den Griff zu bekommen, erhalten. Auch von Junghans und seiner zukünftigen Verlobten habe ich gerne gelesen, ihre Mama, die Straßenbahnschaffnerin,  ist auch eine tolle Figur. Die Nachtclubbesitzerin Rosa, auch schon das zweite Mal im Umfeld Stainers mit von der Partie. Die toll beschriebenen Kollegen Schilling, Kubitz, Dr. Prollmann, sie alle habe ich beim Lesen vor Augen. Auch auf ein Wiedersehen mit Heinze freu ich mich. Sogar die Titel, die Ziebula seinen Krimis gibt, machen Sinn und ich finde sie faszinierend. Wer die Bücher gelesen hat, weiß warum und ich bin schon neugierig, wie Band 3 wohl heißen könnte.

Es gibt sicher noch viele Geschichten aus Leipzig in den 20er-Jahren zu erzählen und hoffentlich etliche Fälle für die Kriminaler aus der Wächterburg zu lösen. Gerne sehe ich dabei Stainer und den Kollegen über die Schulter, für Stainer wünsche ich mir eine Frau an seiner Seite, ein paar Ideen hätte ich da schon. Eine Empfehlung an alle Leser, die historische Kriminalromane mögen. Man könnte diesen Teil als Einzelband lesen, aber sich den ersten Fall entgehen zu lassen wäre schade. Dafür volle Punktzahl: 5 Sterne.

Ein neuer spannender Fall für Stainer

Nach der Beerdigung seiner Frau Edith stürzt sich Inspektor Stainer in die Arbeit, um zu vergessen. Ein toter Künstler, der erst vor kurzem aus französischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, sorgt für genügend Beschäftigung. Eine Spur führt in das Umfeld konservativer Studentenverbindungen. War es ein politischer Mord? Oder gibt es einen Zusammenhang zu dem unbekannten toten Soldaten in Basel? Bei ihm wurde ein Zigarettenetui gefunden, das aus Leipzig stammt. Während Stainer ermittelt, versuchen seine Feinde weiterhin, ihn aus seiner Stellung zu vertreiben.

Erneut konnte ich Inspektor Stainer bei seinen schwierigen Ermittlungen begleiten. Und erneut bin ich völlig in die Zeit und die Geschehnisse eingetaucht. Die Handlung setzt kurz nach Ende des 1. Bandes ein. Aus diesem Grund ist eine Kenntnis des 1. Falles hilfreich, aber zum Verständnis nicht unbedingt notwendig. Ich habe mich auf jeden Fall gefreut, Figuren wiederzutreffen, sie näher kennenzulernen und ihren Schicksalsweg weiter begleiten zu können. Die Handlung ist erneut sehr spannend erzählt. Der Autor beginnt mehrere Handlungsstränge parallel, was unweigerlich dazu führte, dass ich gleich zu Beginn mutmaßen konnte, wie das Ganze zusammenpasst. Ganz allmählich werden die Zusammenhänge deutlich. In der Nebenhandlung schildert der Autor sehr eindrücklich die sozialen Auswirkungen des 1. Weltkrieges auf die Überlebenden. Da sind weiterhin Stainers Alpträume, ein Vater, der aus Trauer über den Heldentod seines Sohnes zum Alkoholiker wird, oder die sympathische Rosa, die den Verlust ihres Verlobten nicht überwinden kann. Auch die aktuelle politische Lage ist immer wieder Thema. So wird der erstarkende Antisemitismus oder die Probleme einer linken Tageszeitung erwähnt.

Die Lösung des Falles wird am Ende Punkt für Punkt aufgelistet und mit Fakten belegt. Mich hat das Motiv traurig gestimmt und am Schluss gab es in meinen Augen fast nur Verlierer.

Der Krimi war für mich absolut lesenswert, weil er eine überzeugende und spannende Handlung bietet, in die der Autor gut recherchierte Fakten einarbeitet hat und diese zu einem sowohl unterhaltsamen als auch informativen Bestandteil der Geschichte macht. 

Schwierige Ermittlungen

Zu Beginn habe ich mir Sorgen um Kommissar Stainer gemacht, der sich aus Trauer um seine Frau sehr stark dem Alkohol zugewandt hatte, wodurch er beruflich beinahe ins Straucheln geriet. Dann jedoch hat er sich gefangen und mit Vehemenz den Ermittlungen gewidmet. Es gab mehrere Todesfälle, ob es einen Zusammenhang gab, blieb lange im Unklaren.

Dem Autor ist es gut gelungen, mich in die damalige Zeit hineinzuversetzen. Beim Lesen habe ich mehr als einmal gedacht, wie gut es ist, dass die Polizei über bessere Methoden zur Ermittlung verfügt, was die Arbeit und Effizienz stark verbessert. Zum Schluss wurde alles schlüssig aufgeklärt, so soll es sein.

Fazit:
Ein spannender Ausflug in die Vergangenheit, der mir gut gefallen hat.

Packender und atmosphärisch dichter historischer Kriminalroman, der im Leipzig des Jahres 1920 spielt

In diesem historischen Kriminalroman lässt der Autor Thomas Ziebula seinen Ermittler Paul Stainer zum zweiten Mal im Leipziger der 20er-Jahre ermitteln und bietet dabei nicht nur viel Spannung und Dramatik, sondern darüber hinaus auch noch eine atmosphärisch dichte Geschichte, die den damaligen Zeitgeist gut transportiert.

Obwohl die Geschichte direkt an die des ersten Bandes anknüpft, kann man das Buch auch ohne Vorkenntnisse problemlos lesen und nachvollziehen. Alle dazu erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Wer sich beim Auftaktband die Spannung bei der Auflösung erhalten möchte, sollte die Bücher aber doch in der richtigen Reihenfolge lesen.

Gerade erst hat der immer noch an einem Kriegstrauma leidende Paul Stainer seine Frau Edith zu Grabe getragen, da wartet bereits der nächste Fall auf ihn, der aber gerade recht kommt, um ihn von seinem Schmerz abzulenken. In einem Leipziger Hotel wurde die Leiche eines Soldaten und ehemaligen Mitglieds einer jüdischen Studentenverbindung gefunden, der offenbar gerade erst an einer Mensur teilgenommen hat. Stecken die radikalen Rechten, die sich gerade in Leipzig breitmachen, hinter dem Mord? Ein weiterer toter Soldat, der im Rhein bei Basel ertrunken ist, lässt den Fall dann aber in einem anderen Licht erscheinen. Als die Journalistin Marlene Wagner, die in dem toten Soldaten aus Basel zunächst ihren seit dem Krieg vermissten Bruder vermutet hatte, Paul Stainer und seinem Kollegen Siegfried Junghans bei ihren Ermittlungen in die Quere kommt, überschlagen sich die Ereignisse förmlich.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute und facettenreiche Geschichte voran und lässt dabei das immer noch von den Folgen des 1. Weltkrieges gezeichnete Leipzig der 20er-Jahre vor unseren Augen auferstehen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dass der Autor sorgfältig für die Hintergründe seiner Geschichte recherchiert hat, merkt man dem Buch jederzeit an. So sprengt es auch immer wieder die Grenzen des Kriminalromans und stellt darüber hinaus ein rundherum gelungenes Sittengemälde der damaligen Zeit dar.

Wer auf historische Kriminalromane steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Mich konnte das Buch auf jeden Fall auf ganzer Linie überzeugen und begeistern. Auf den nächsten Band der Reihe bin ich nun schon sehr gespannt.

Leipzig 1920: Inspektor Stainer ermittelt …

Mit dem Buch »Abels Auferstehung« von Thomas Ziebula habe ich Paul Stainer kennengelernt, es ist der 2. Band einer Reihe (1. Band: »Der rote Judas«), aber ich kam ohne große Schwierigkeiten in die Geschichte, der Autor hat es perfekt verstanden, vorhergehende Ereignisse für uns »Neulinge« verständlich in die Handlung einzuführen.

Leipzig 1920: Die Spuren des Ersten Weltkrieges sind immer noch deutlich zu merken, noch sind nicht alle Männer aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt – bei vielen weiß man noch nicht, ob man noch hoffen darf …

Die Journalistin Marlene ist eine von ihnen, sie wünscht inständig, dass ein Toter, der bei Basel aus dem Rhein gezogen wird, NICHT ihr Bruder ist – obwohl ein edles Zigarettenetui auf eine Leipziger Vergangenheit deutet. Aber ihr Bruder hat nie geraucht und auch sonst deutet nichts auf die Identität ihres Bruders. Sie beschließt, über den unbekannten Soldaten einen Artikel zu schreiben und beginnt mit den Recherchen …

Paul Stainer ist selbst vor drei Wochen aus der Gefangenschaft zurückgekehrt, er hat Glück gehabt, dass seine Krankenakte nicht zur Polizeidirektion geschickt wurde, denn »ein von Zitteranfällen, Panikattacken und Gedächtnisstörungen geplagter Kriegsneurotiker« (S. 67) wäre nicht wieder eingestellt worden. Außerdem trauert er um seine Frau Edith, die gerade erschossen wurde.

Da lenkt ihn ein Mordfall von seiner Trauer und seinen Problemen ab: In einem Hotel wurde ein Maler aus Heidelberg erstochen aufgefunden. Schnell stellt sich heraus, dass der junge Mann in Leipzig studiert hat – und außerdem war er offensichtlich am Tag vorher bei einer Mensur verwundet worden (sehr informativ fand ich die Beschreibungen über Mensuren als Tradition bei schlagenden Studentenverbindungen!). In seinem Gepäck hat er ein Bild mit dem Titel »Rhein bei Basel« – besteht ein Zusammenhang zwischen dem Toten in Basel und diesem Mord? Paul Stainer, sein junger Kommissarsanwärter Siegfried Junghans (sehr sympathisch, ich hoffe, der Junge wird es noch weit bringen!) und sein neuer Kollege Joseph Nürnberger (kennt sich in Spurensicherung gut aus) stehen immer wieder vor neuen Rätseln …

Paul erinnert sich häufiger an einen Spruch von einem Abreißkalender, den er in der Wohnung seiner toten Frau gefunden hat: »Man sieht nur, was man weiß« (Goethe) – dies zieht sich wie eine Art Mantra durch die Ermittlungen.

Mir hat ausgezeichnet gefallen, wie der Autor uns Leser*innen in das Leben in Leipzig zur damaligen Zeit mitnimmt und eintauchen lässt: Immer wieder zeichnet er präzise auf, was die Menschen damals bewegt hat: Die schlechte Versorgungslage, die Schwierigkeiten von Frauen, die jetzt ihre mühsam erkämpften und zum Überleben notwendigen Arbeitsplätze nun plötzlich wieder an die heimgekehrten Männer abgeben müssen, die politisch instabile Situation (Kommunisten und konservative Kaisertreue bekämpfen sich, bemerken aber nicht, dass sich noch größeres politisches Unheil anbahnt), der aufkommende Antisemitismus, der Stolz der Frauen auf das erkämpfte Frauenwahlrecht. Eine junge Nachtklubbesitzerin und die schon erwähnte Journalistin sind gute Beispiele für damalige emanzipierte Frauen.

Das Buch hat m.E. meine beiden Ansprüche an historische Krimis perfekt miteinander vereint: Historisch gute (und sorgfältig recherchierte) Beschreibungen über Sorgen und Nöte der Bevölkerung und einen spannenden Kriminalfall, bei dem ich lange Zeit vollkommen im Dunklen getappt bin. Die Lösung war (für mich) überraschend, aber logisch und nachvollziehbar – insgesamt ein wunderbares Leseerlebnis, dass ich sehr gern weiterempfehle.

Ich kann die Wartezeit bis zum 3. Band sehr gut mit dem »roten Judas« überbrücken, dass schon lesebereit in meinem Bücherregal steht – für die anderen heißt es leider: warten …!

Leseempfehlung!!

Paul Stainer leidet immer noch an Körper und Seele an den Folgen des Großen Kriegs. Jetzt wurde auch noch seine Frau Edith Opfer eines tödlichen Missverständnisses. Ein Mordanschlag, der ihm gelten sollte, trifft sie und ihren Geliebten. Dann muss er auch noch den Mord an einem jungen Mann in Leipzig aufklären. Offensichtlich ein Student, der zu einer schlagenden Studentenverbindung gehört. Eine frische Mensur zeigt das.

Die junge Journalistin Marlene Wagner wartet auf ihren Bruder. Als entlassener Kriegsgefangener sollte er mit einen Transport eintreffen, doch er war nicht im Zug und es gibt kein Lebenszeichen von ihm. Da erhält sie einen Hinweis, dass ein junger Mann bei Basel tot aus dem Rhein gezogen wurde. Die Uniform und das Alter passen, zudem gibt es einen Hinweis auf Leipzig. Glücklicherweise ist es nicht der Bruder, aber der journalistische Instinkt in Marlene erwacht und sie beginnt den Leipziger Spuren zu folgen.

Beide Handlungsstränge nähern sich an, während beim Basler Toten die Spur nach Leipzig führt, findet Steiner bei dem jungen Mann ein Buch über Basel.

Wie schon beim ersten Buch »Der rote Judas«, an das »Abels Auferstehung« unmittelbar anknüpft, ist der Hintergrund der Zwanziger Jahre ganz besonders gelungen. Die Zeitgeschichte wird hier stimmig und lebhaft geschildert, das geht bis in die kleinen Details, wie das Schicksal der Straßenbahnfahrerin Josefine König, die nun – nach der Heimkehr der Männer – ihre Anstellung verlieren soll. Die Stimmung in der Stadt, die politischen Strömungen, das alles hat Thomas Ziebula wieder genau getroffen und das finde ich an diesem historischen Krimi auch ganz besonders.

Dazu kommt die genaue und vielschichtige Charakterzeichnung seiner Protagonisten – bis hin zu den Nebenfiguren. Paul Stainer kämpft mit seinen Kriegstraumata und dem Alkohol. Diese Figur finde ich ganz besonders eindringlich dargestellt. Aber auch Marlene Wagner gefällt mir sehr gut, genau wie Rosa Sonntag starke Frauenfiguren.

Wie sich die einzelnen Erkenntnisse und Handlungsfäden allmählich verbinden, ist sehr spannend erzählt, auch die Ermittlungsarbeit ist interessant und immer neue Wendungen halten den Spannungsbogen durchgehend hoch.

Thomas Ziebula hat mit dem zweiten Paul-Stainer-Krimi wieder sein Können unter Beweis gestellt.