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Abendruh

Der 10. Fall für Rizzoli & Isles. Thriller
Buch
Taschenbuch , 416 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

373411070X

ISBN-13: 

9783734110702

Erscheinungsdatum: 

15.11.2021

Preis: 

11,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 373411070X

Beschreibung von Bücher.de: 

Ein Internat für traumatisierte Kinder: Zufluchtsort oder Quell des Bösen? Jane Rizzoli und Maura Isles bringen Schreckliches ans Licht …

Sie sind die einzigen Überlebenden schrecklicher Familientragödien. Erst wurden ihre Eltern und dann obendrein ihre Pflegefamilien brutal ermordet. In Abendruh, einem Internat in der Abgeschiedenheit Maines, sollen sie ihre Sicherheit wiedergewinnen und in ein normales Leben zurückfinden.

Doch obwohl die Schule hermetisch gesichert ist, kommt es zu höchst beunruhigenden Vorfällen, und drei Jugendliche bangen um ihr Leben. Maura Isles, die eine persönliche Verbindung zu Abendruh hat, ist vor Ort, als die Bedrohung eskaliert …

Hinweis: Neuauflage des ursprünglich am 26.04.2013 im Limes Verlag erschinenen Titels.

Kriminetz-Rezensionen

In Abendruh kommst du nicht zur Ruh!

»Abendruh« von Tess Gerritsen ist der zehnte Band ihrer spannenden Jane Rizzoli und Maura Isles-Thrillerreihe, der am 15.11.2021 im Blanvalet-Verlag erschienen ist. Mich hat diese schreckliche Geschichte, so wie ich es von der Autorin gewohnt bin, wieder von der ersten bis zur letzten Seite gepackt. Ich wurde am Anfang direkt Zeugin zweier Verbrechen, bei denen die ohnehin schon schwer traumatisierten Kinder Claire und Will wiederholt einen schweren Schicksalsschlag hautnah miterleben müssen, um erneut knapp einen Mordanschlag zu überleben.

Dass diese Verbrechen nicht zufällig im gleichen Zeitraum geschehen sind, macht die Bostoner Mordermittlerin Jane Rizzoli stutzig, nachdem nach dem Leben eines weiteren Kindes getrachtet wird. Um die drei Kinder und deren Bezugspersonen zu schützen, werden sie in Abendruh von der Außenwelt abgeschottet. Hier sollen sie zur Ruhe kommen und lernen, ihre Traumata zu verarbeiten.

Die Bostoner Rechtsmedizinerin Maura Isles reist ahnungslos am Tag nach dem schrecklichen Verbrechen, wo Teddy Clock erneut ein Opfer ist, nach Maine. Dort möchte sie zwei Wochen und viel Zeit mit Julian, ihrem Ziehsohn, verbringen. Er ist nämlich auch ein Mitbewohner des Internats, seitdem er und Maura im letzten Jahr in der Wildnis von Wyoming ums nackte Überleben kämpfen mussten. Kaum in Abendruh angekommen, erfährt Maura mehr über die traumatischen Erlebnisse der Kinder.

Nachdem Rizzoli mit ihrem sympathischen Partner Barry Frost dort nach Verbindungen der drei aktuellen Opfer sucht, kommt sie nach harter und mühseliger Ermittlungsarbeit langsam einer erschreckenden Wahrheit auf die Spur. Und mittendrin: Maura, die in Abendruh schlimme Veränderungen bemerkt und einer schrecklichen Wahrheit ins Gesicht schauen muss.

Eine unbekannte blonde Frau, die Claire und Will nach ihrem grausamen Geschehen in Sicherheit bringt, taucht nach dem versuchten Mordanschlag auf. Am Anfang habe ich mir einige Gedanken über Ihren Part gemacht, jedoch war dieser mysteriöse Engel der Kinder schnell aus meinem Gedächtnis. Nachdem Jane die Verbindungen zu den Kindern und den Verbrechen an den Eltern herausgefunden hat, kam auch die unbekannte Frau wieder mit ins Spiel, deren Gestalt an Konturen zunahm. Das Gesicht des blonden Engels hat mich wirklich völlig überrascht. Wie sie in der ganzen Geschichte mit drinsteckt, habe ich bis zur Aufklärung überhaupt nicht vorhergesehen. Besonders die letzten Kapitel hatten es in sich, da ich mit diesem rasanten Ausgang der Geschichte gar nicht gerechnet habe. Obwohl ich mir während des Lesens meine eigenen Verdächtigen herausgesucht habe, kam es komplett anders als ich dachte.

Der Plot von »Abendruh« ist am Anfang rätselhaft, komplett mitreißend, einfallsreich, gut/geschickt durchdacht und clever ausgeklügelt. Obwohl das Verhältnis zwischen Jane und Maura durch einen vergangenen Vorfall distanziert war, war ihnen das Wohl der Kinder wichtig. Tess Gerritsens spannender Thriller ist erneut nervenzerreißend, denn er lässt tief in menschliche Abgründe blicken. Die Aufklärung hat gezeigt, wie weit Menschen für ihr eigenes Ziel gehen würden – ohne Rücksicht auf Verluste.

Kursiv geschriebene Kapitel einer Person, die bis zum Finale anonym geblieben ist, haben zwischendurch einige Fragen aufgeworfen. Diese haben mich schließlich auf eine komplett falsche Fährte geführt, da ich im Leben nicht von alleine auf diese geschickten Wendungen gekommen wäre.

Die Handlung kommt nicht ohne Leichen aus, sodass Maura selbst in ihrem Urlaub zahlreiche Fragen der Toten beantworten muss.

Obwohl die Morde nicht detailliert beschrieben werden, kommen sie grausam rüber. Ich empfand den Spannungsbogen die ganze Zeit als sehr hoch, auch wenn Jane regelmäßig neben der Aufklärung des Falls ihre Familie vor einem Massaker bewahren musste. Denn im Hause Rizzoli machen ihr ihre Eltern mit ihrer (noch)Ehe das Leben schwer, besonders Mutter Angela muss eine schwerwiegende Entscheidung treffen.

Rizzoli und Frost müssen tief in der Vergangenheit der Opfer graben, um eine Verbindung zu finden. Mir haben die Ermittlungsarbeiten und die Protagonisten wieder unheimlich gut gefallen, denn alles wird authentisch und lebendig beschrieben. Während des Lesens entstanden automatisch glasklare Bilder, besonders vom Schloss Abendruh. Dieses beeindruckende Gebäude konnte ich mir ebenfalls wunderbar vorstellen, da die Autorin nicht mit Details geizt. Da diese jedoch nicht ausarten, durfte ich meiner eigenen Fantasie noch den Rest erlauben. Diese atmosphärisch dichte Geschichte enthält eine unheimlich große Sogwirkung, der ich mich nur schwer entziehen konnte. Alle Bände sind eigenständige Fälle und können unabhängig voneinander gelesen werden, deshalb kann man direkt mit »Abendruh« starten. Ich kenne die Vorgänger der Reihe und persönlich hat mich kein einziger Band enttäuscht. Auch wenn meine Erinnerungen an die Vorgänger mit der Zeit verblasst sind, kann ich auf jeden Fall sagen, dass mich kein Thriller des Ermittlerduos Rizzoli und Isles enttäuscht hat. Sonst hätte ich damals nicht ein Band nach dem anderen verschlungen.