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Affenhitze

Kluftingers zwölfter Fall. Kriminalroman
Buch
Gebundene Ausgabe, 560 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

355020146X

ISBN-13: 

9783550201462

Erscheinungsdatum: 

28.04.2022

Preis: 

24,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 355020146X

Beschreibung von Bücher.de: 

Kluftinger kommt ins Schwitzen.

Zefix … was für eine Hitze! Eigentlich viel zu schwül, um vor die Tür zu gehen. Aber Kluftinger hat keine Wahl: Er muss in der Tongrube ermitteln, in der Professor Brunner vor einiger Zeit das berühmte Skelett des Urzeitaffen »Udo« ausgegraben hat. Nun wurde Brunner verscharrt unter einem Schaufelbagger gefunden. Der Wissenschaftler, der mit seinem Fund beweisen wollte, dass die Wiege der Menschheit im Allgäu liegt, hatte viele Feinde. Kluftinger hat deshalb gleich mehrere Verdächtige im Visier, darunter die Mitglieder einer obskuren Sekte.

Aber auch privat muss sich der Kommissar um ein Observationsobjekt kümmern: Die Tagesmutter seiner kleinen Enkelin verfolgt höchst seltsame Erziehungsansätze. Grund genug, ihr genauer auf die Finger zu schauen und Flugstunden mit Doktor Langhammer und seiner neuen High-Tech-Drohne auf sich zu nehmen. Doch der Probeflug gerät gefährlich aus dem Ruder …

Kriminetz-Rezensionen

Klufti, Udo und das Neuland

Es ist heiß auf der Ausgrabungsstätte der Paläontologen, die erst vor kurzem einen Sensationsfund gemacht haben: Udo, der erste aufrecht gehende Menschenaffe. Großes Bamborium hat sich angekündigt, selbst der Ministerpräsident will vorbeischauen und intelligent in die Kameras schauen. Eine Leiche als Fotobomb macht sich da natürlich nicht gut, genauso die wenig elegante Figur, die der »Präsident« Kluftinger abgibt. Die Leiche entpuppt sich als viel frischer als Udo, handelt es sich doch um den Entdecker des Menschenaffen, Doktor Brunner, der im Gegensatz zu Udo keineswegs mehr aufrecht steht. Kluftinger hat eigentlich keine Zeit für diverse Fälle, hat er doch endlich das Neuland des Internets betreten und die Social Media für sich entdeckt …

Wenn man Kluftinger kennt, mag man gar nicht glauben, dass ein intelligentes Wesen wie Udo tatsächlich ebenfalls aus dem Allgäu stammt. Was in den ersten paar Büchern der Reihe noch für Schmunzeln und amüsiertes Kopfschütteln sorgte, also die ganzen Marotten und die völlige Unfähigkeit des Kommissars, nicht nur aufrecht zu gehen, sondern dabei auch noch vernunftbegabte Schlüsse zu ziehen, hat sich mittlerweile ganz schön ausgeleiert. Den Fall fand ich zwar wieder interessanter als die beiden Vorgänger, aber jetzt wäre es doch langsam mal ein echter Plottwist, wenn sich Kluftinger nicht als extremer Allgäudepp darstellte, sondern auch ab und zu intelligente Entscheidungen oder Überlegungen hegt, sodass er nicht immer nur über die Aufklärung seiner Fälle stolpert.

Udo und Adi

Die Allgäuer wussten es lange selber nicht, dass sie in der Menschheitsgeschichte eine besondere Rolle einnehmen: Sie haben den aufrechten Gang erfunden.

Das Allgäu als Wiege der Menschheit? In einer Tongrube nahe Pforzen im Allgäu wurden die versteinerten Überreste des Urzeitaffen Udo ausgegraben. Doch auch sein Entdecker Professor Brunner wurde daselbst ermordet aufgefunden. Mit Hochdruck und bei einer geradezu mörderischen Affenhitze, die zurzeit herrscht, macht sich der Interims-Polizeipräsident Kluftinger mit seinem Team daran, in diesem mysteriösen Fall zu ermitteln. Wissenschaftler, die verschiedener Meinung sind, eine dubiose Sekte, sein Intimfeind Dr. Langhammer, dazu kommt noch die seltsame neue Kinderfrau seiner Enkelin, die er beschatten muss. Nein, der Klufti hat es auch in diesem Fall nicht leicht.

Das Buch besteht aus 33 Kapiteln, die in angenehme Leseabschnitte unterteilt sind. Lokalkolorit entsteht aus mundartlichen Dialogen, auch das Setting ist bildhaft dargestellt, sodass der Leser stets alles vor dem inneren Auge hat. Die Landschaft prägt den Charakter der handelnden Figuren, das hat mir sehr gut gefallen. Situationskomik ist vorhanden und trägt zum Genuss der Geschichte bei. Zitate, Buchtitel, Gedanken und besonders betonte Worte sind kursiv hervorgehoben.

Auch der 12. Band der Kluftingerreihe hat mich gut unterhalten, ab der Auffinde-Situation steigt die Spannung und zum Ende zu wird es sogar noch richtig aufregend. Ein Spannungsbogen wird kontinuierlich aufgebaut. Bis zum Schluss war nicht klar, wer der Täter ist. Stellenweise jedoch hatte ich das Gefühl, dass unnötige Längen den Lesefluss stören, einige Seiten weniger hätten der Geschichte sicher gutgetan.

Der Protagonist stellt sich manchmal schon ein wenig zu einfältig an, als dass man das alles noch für bare Münze halten könnte. Ein Kriminalbeamter in so einer gehobenen Position sollte eigentlich etwas seriöser daherkommen. Aber letztendlich lieben wir unseren Klufti so.

Das restliche Team der Polizeiinspektion Kempten war durchweg sympathisch, diesmal auch der Ritschie, die Ermittlungsarbeit war plausibel und hat beim Dabeisein Freude gemacht. Erheiternd natürlich die Gefechte des Protagonisten mit seinem Kurpfuscher-Hausarzt Langhammer, die aber im vorliegenden Band leider sehr zahm daherkamen, laute Lacher sind mir dieses Mal nicht ausgekommen, die Pizzaaktion, das tölpelhafte Benehmen bei der Begegnung mit dem Landesvater und das Flohmarktgeschehen haben mich aber schmunzeln lassen. Meine Lieblingsfigur in diesem Buch ist Lucy Beer, die Frau, die den heißesten Reifen bei der Allgäuer Kripo fährt.

Die Hintergrundgeschichte in diesem Fall hat mich zu weiteren Recherchen animiert. Der Faden mit der Tagesmutter wurde ein wenig kaltherzig abgearbeitet, da hätte ich mir noch mehr lustige Situationen vorstellen können.

Insgesamt gesehen war es nicht der beste Band der Reihe. Seriöse Ermittlungsarbeit und gleichzeitig humoristische Szenen, die nicht peinlich wirken, sind bestimmt nicht leicht miteinander zu vereinbaren, was das Autorenduo aber in vorangegangenen Teilen schon besser hinbekommen hat. Für Klufti-Fans, zu denen ich mich zähle, ein guter neuer Fall, leider fehlte es mir an noch mehr lustigen Auftritten. Eine Leseempfehlung durchaus, der Band kann als Einzelband gelesen werden. Für alle Fans des skurrilen Interims-Polizeipräsidenten ein Muss, von mir dafür 4 Sterne.

Das berühmte Skelett des Urzeitaffen »Udo« mit spannenden Hintergründen zum Tatort

Interims-Präsident Kluftinger, Klufti genannt, und seine Ermittlungen in Pforzen im Allgäu: Zusammen mit seinem wohl jüngeren Team lüftet er das Geheimnis um den Mord an Prof. Dr. Udo Brummer, Paläontologe. Er ist das Opfer am Mordschauplatz der Pforzener Tongrube. Sehr interessant finde ich den Link dazu mit weiteren Informationen dieses Fachgebiets.

Richie Maier und sein neumodisches Klapphandy bereichert neben weiteren charakterstarken Mitarbeitern von Klufti die Szene auch rund um die sozialen Medien wie Facebook. Des Weiteren wagt sich Klufti an den Einsatz von Drohnen – sehr prickelnd, besonders auch, wenn er endlos auf Bayrisch flucht, was sich für einen Nichtbayern sehr humorvoll liest, teils zu Lacheskapaden führt.

Der Titel »Affenhitze« ist perfekt gewählt hinsichtlich des Themas rund um den Urzeitaffen mit Mordaufklärung bei höchst sommerlichen Außentemperaturen.

Witzig, spritzig, unterhaltsam

Der zwölfte Kluftinger schon und doch ist »Affenhitze« mein erster. Das ungekürzte Hörbuch von Hörbuch Hamburg haben mir die beiden Autoren vorgelesen, unterstützt von Martin Umbach, der mir als Schauspieler und Synchronsprecher ein Begriff ist.

Die Wiege der Menschheit liegt im Allgäu – zumindest will das Professor Brunner herausgefunden haben, als Beweis dient ihm das Skelett des Uhrzeitaffen Udo. Und nun, während einer Feierstunde, bei der sich auch Bayerns Ministerpräsident die Ehre gibt, werden Brunners Überreste gefunden. Kluftinger und seine Kollegen von der Kripo Kempten ermitteln. Dabei sind sie nicht nur einer zwielichtigen Kommune auf der Spur, an Verdächtigen mangelt es beileibe nicht.

Der Kluftinger ist schon ne Marke, ein etwas chaotischer Umstandskramer, der dem Fortschritt immer ein wenig hinterherhinkt, dies aber nicht zugeben will. Er weiß sich schon zu helfen, auch wenn er ob seiner tollpatschigen Art immer ein wenig unbedarft wirkt. Es gibt genug Szenen, in denen ich erst mal so richtig ablachen musste, um dann weiterzuhören. Wenn der Kluftinger beim Italiener bestellt, dann wird auch was geliefert, auch wenn’s nicht gerade das ist, was die Familie eigentlich möchte. Aber so eng darf man das nicht sehen, schließlich will er für jeden nur das Beste.

Es sind diese alltäglichen Kleinigkeiten, die jeder mehr oder weniger gut bewältigt und unser Held ist stets bemüht, auch ist er jetzt endlich in den sozialen Medien angekommen und klopft sich symbolisch selber auf die Schultern, dass er so schnell den absoluten Durchblick hat. Wie nebenher hilft er auch noch seiner Frau, genug Brauchbares für den Flohmarkt ranzuschaffen.

Es passiert eine ganze Menge, sowohl im privaten Umfeld als auch den Fall betreffend. Dass seine Enkelin nun ein Kindermädchen hat, passt Kluftinger ganz und gar nicht. Also wird diese observiert, schließlich und endlich ist er die Polizei und kennt sich in Sachen verdeckte Ermittlung aus.

Das Hörbuch habe ich sofort gemocht, die beiden Autoren vermitteln das Gefühl, direkt dabei zu sein. Sie sind schlichtweg ne Wucht! Bestens unterstützt von dem sehr erfahrenen Sprecher Martin Umbach. Auch wenn kein Klischee ausgelassen wird, so ist die ganze »Affenhitze« amüsant und urkomisch. Auch kommt der eigentliche Fall nicht zu kurz, an der Aufklärung wird kontinuierlich gearbeitet und schrittweise kommen sie voran. Dem Kluftinger macht keiner so schnell was vor. Der zwölfte seiner Art hat mich für ihn eingenommen, ich möchte unbedingt mehr davon, es gibt schließlich elf Vorgängerbände, die mir bestimmt – so wie dieser hier – vergnügliche Stunden bescheren werden.

Launige Unterhaltung, die zudem Denkanstöße liefert

»Affenhitze« ist ein Kriminalroman von Volker Klüpfel und Michael Kobr, der 2022 bei Ullstein erschienen ist. Das ungekürzte Hörbuch ist 2022 bei HörbuchHamburg erschienen. Es wird von Martin Umbach und den beiden Autoren vorgetragen. Dies ist bereits der zwölfte Fall für den Allgäuer Kommissar.

Zum Autor:
Volker Klüpfel und Michael Kobr kennen sich schon länger, als sie sich nicht kennen: seit ihrer gemeinsamen Schulzeit im Allgäu-Gymnasium in Kempten. Nach dem Studium wurde Klüpfel Journalist, Kobr Realschullehrer. Inzwischen sind sie beide Vollzeit-Autoren und vor allem durch die Krimis mit Kommissar Kluftinger bekannt.

Sprecher:
Neben Martin Umbach können auch die beiden Autoren als Sprecher überzeugen.

Inhalt:
Dr. Brunner, der Entdecker des Urzeitaffen »Udo«, wird bei einer Feierstunde auf dem Ausgrabungsgelände aufgefunden. Kluftinger, derzeit Interim-Polizeipräsident, nimmt mit seinem Team die Ermittlungen auf. Verdächtige gibt es zuhauf und auch im privaten Umfeld macht Kluftinger eine Reihe von Baustellen auf. Dazu macht allen Beteiligten die Affenhitze zu schaffen.

Meine Meinung:
Auch in diesem Fall stehen die Mordermittlungen lange Zeit nicht im Mittelpunkt. Es gibt viele Nebenschauplätze, die die ganze Aufmerksamkeit des Kommissars beanspruchen. Allen voran die sozialen Netzwerke, ein Flohmarkt, seine Drohnenflugstunden und natürlich die Tagesmutter seiner Enkelin, die sein Misstrauen erregt hat. All dies wird humorvoll beschrieben und Kluftinger hangelt sich von einem Fettnäpfchen zum nächsten. Seine Gedanken sind manchmal etwas krude, aber sein Selbstvertrauen ist ungebrochen. Die Autoren senden viele Spitzen in diverse Richtungen, die meist nur auf den ersten Blick amüsant wirken, aber oft einen ernsten Kern in sich tragen. Schließlich rücken die Ermittlungen in den Mittelpunkt und zusammen mit seinem Team wird eine überraschende und doch saubere Lösung präsentiert.

Meine Lachmuskeln wurden erheblich strapaziert, aber es gab auch viele Denkanstöße und jede Menge regionales Flair.

Fazit:
Mich hat dieses Buch mit seiner gelungenen Mischung aus Kriminalfall, Humor und Denkanstößen blendend unterhalten. Deshalb bewerte ich das Werk mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Hörempfehlung aus.