Cover von: Agonie
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Agonie

Der zweite Fall für Jagoda Milosevic und Vincent Frey. Thriller
Buch
Taschenbuch, 400 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3548067212

ISBN-13: 

9783548067216

Erscheinungsdatum: 

28.12.2023

Preis: 

12,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 322.809
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3548067212

Beschreibung von Bücher.de: 

Sie tut alles, um Tiere zu schützen. Doch sich selbst retten kann sie nicht …

Als eine bekannte Umwelt-Influencerin wie Schlachtvieh zugerichtet in ihrem Loft aufgefunden wird, ahnen die Mordermittler Jagoda Milosevic und Vincent Frey, dass sie es mit einem Hassverbrechen zu tun haben: Die junge Frau legte sich nicht nur mit Großkonzernen an, sondern vertrat lautstark unpopuläre Meinungen.

Doch je länger Milo und Vince im Umfeld der Toten ermitteln, desto überzeugter sind sie, dass das Mordmotiv ein finanzielles sein könnte: Die junge Frau hatte Videomaterial gesammelt, das einen großen Fleischkonzern die Lizenz kosten würde, käme es an die Öffentlichkeit. Bevor sie den Fall zur Anzeige bringen können, wird Milo jedoch brutal überwältigt und entführt …

Milosevic und Frey ermitteln gegen einen übermächtigen Gegner.

Zwischen Menschhandel und der Fleischindustrie ermitteln Vincent Frey und Jagoda Milosevic in diesem düsteren Thriller für alle Fans von »Die Brücke« und »Fake«.

Kriminetz-Rezensionen

Zu viele private Baustellen bei den zwei Kommissaren.

Das Cover zeigt die Silhouette eines gesenkten Kopfes zu einer jungen Frau gehörend in schwachem, diffusem Lichtschimmer, alles passend in graues bis schwarzes Ambiente gehüllt, während der Buchtitel AGONIE – Todeskampf in blutig roten Majuskeln mittig ins Auge fällt – passend für diesen Thriller. Die Szenerie um einen Serienkiller spielt in Hamburg. Eine Thematik handelt von Massentierhaltung von Schweinen in zu engen Ställen, um deutsche Schlachthöfe mit grausamen Zuständen für Mensch und Tier. Ein Verein in Sachen Tierwohl versucht mittels Demonstrationen, Flyern und Videos auf Social-Media-Kanälen die Bevölkerung aufzurütteln und für vegane Ernährung zu interessieren. Sehr viel Raum wird in diesem Thriller auch dem problematischen Privatleben der Kommissare Milosevic und Frey gewidmet. Der Spannungsbogen wird dadurch jedoch nicht straff genug gezogen. Diese zwei Hauptfiguren kommen charakterlich nicht überzeugend rüber. Außerdem wird die Tätersicht in Kursivschrift eingeflochten mit leicht vorhersehbarem Resultat. Das Motiv des Täters ist nachvollziehbar, die Ermittlungsarbeit ist aber zu schleppend. Insgesamt wenig neue Argumente in der Schlachtvieh-Problematik und zu viel Persönliches rund um die zwei Ermittler.

Spannender Thriller

Jagoda Milosevic und Vincent Frey bekommen es mit einem äußerst brutalen Mord an eine angesagte Influencerin zu tun. Das Opfer hatte sich micht viel Engagement gegen die Massentierhaltung ausgesprochen und so viele Hasskommentare auf sich gezogen. Ist hier das Motiv des Täters zu finden? Gerade das sehr skrupellose Vorgehen und die Auffindesituation deuten darauf hin, so dass die Ermittler viel Augenmerk auf das soziale Netzwerk legen. Als ein weiteres Opfer in einer ähnlich darpierten Form aufgefunden wird, wird die Angst immer größer, es mit einem psychotischen Serientäter zu tun zu haben, der vielleicht schon auf der Suche nach dem nächsten Opfer ist...

Der erste Band um das charismatischer Ermittler-Duo Mila und Vincent konnte mich begeistern, so dass ich mit viel Vorfreude in den neuen Fall für die Beiden gestartet bin. Das Autoren-Duo Regina Denk und Lisa Bitzer, die die Bücher unter dem Pseudonym Lea Adam veröffentlichen, erzählt die Geschichte wieder in einem sehr temporeichen und flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in die Handlung zog. Der Spannungsbogen wird mit der schrecklich zugerichteten Influencerin gut aufgebaut und über die Ermittlungsarbeiten auf einem aus meiner Sicht hohen Nivau gehalten. Es entwickelt sich eine rasante Jagd nach dem Täter, die sich zu einem Wettlauf mit der Zeit entwickelt. Sehr gut eingebunden ist für mich das Grundthema der Geschichte, welches mit der Kritik am Fleischkonsum und der damit verbundenen Massentierhaltung mehr als nur ein Seitenhieb Richtung unserer Gesellschaft darstellt. Das ganze konnte mich bis zum fulminanten Finale, welches mit einer nachvollziehbaren Auflösung daherkommt, in den Bann ziehen.

Insgesamt ist "Agonie" die gelungene Fortsetzung einer neuen Thriller-Reihe, die mich mit interessant gezeichneten Chrakteren und dem Erzähltalent der beiden Autorinnen überzeugen kann. Ich freue mich schon jetzt auf den dritten Band, empfehle das Buch gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

Brutale Morde, zu viel Privates

Ihr eigener Kanal „Miras Mission“ ist so erfolgreich, dass sie die Festanstellung in einer Marketing-Agentur mit grünem Background vor nunmehr drei Jahren gekündigt hat. Mira Mönchshagen hat sich als Influencerin selbständig gemacht und wie es den Anschein hat, ist diese Quelle äußerst lukrativ, lebt sie doch in einem Loft in der Hafencity. Besser gesagt: Sie lebte dort, denn ihre engste Mitarbeiterin findet sie. Grausam zugerichtet. Abgeschlachtet wie Vieh.

Die Mordermittler Jagoda Milosevic und Vincent Frey – Milo und Vince - werden an den Tatort gerufen und selbst für sie, die brutal zugerichtete Opfer gewohnt sind, ist dieser Anblick nur schwer auszuhalten.

Nach „Stigma“ ist „Agonie“ das zweite Buch der beiden Autorinnen, die sich Lea Adam nennen. Wer „Stigma“ gelesen hat, wird sich noch erinnern, dass Vince schwer angeschlagen war und nun bis zu seiner vollständigen Genesung im Rollstuhl sitzt. Was ihn aber nicht daran hindert, seiner Arbeit nachzugehen. Er geht bis an seine Belastungsgrenze und darüber hinweg, er lässt sich auch gefühlsmäßig immer tiefer hier hineinziehen.

Der Thriller ist ein Konglomerat aus der Ermittlungsarbeit und dem Privaten. Wobei letzeres ziemlich viel Platz einnimmt, es für meinen Geschmack zu breitgetreten wird, zu seitenfüllend ausfällt. Es ist durchaus okay, dass auch der familiäre Hintergrund und das Außerdienstliche überhaupt in die Story mit hineinfließen. Zumal sich Vince und Milo nicht nur beruflich ergänzen, sie haben einen ähnlichen Humor und verstehen sich auch ohne Worte. Kurz gesagt: Sie sind das perfekte Ermittlerduo. Die zu privaten Momente haben die Täterfindung zuweilen langatmig und zäh werden lassen, sie drängen die Thriller-Elemente arg in den Hintergrund.

Nichtsdestotrotz ist der Fingerzeig auf die Massentierhaltung mit der damit einhergehenden Tierquälerei angekommen. Der Verbraucher will billig, will viel Fleisch, ein (irreführendes) Label für den schonenden Umgang mit den Tieren reicht meist aus, um das Gewissen zu beruhigen. Dabei dürfte schon klar sein, dass eine nachhaltige, artgerechte Tierhaltung und auch die Schlachtung einen Mehraufwand in jeglicher Hinsicht bedeuten. Der Einblick in die Schlachthöfe zeigt nur zu deutlich, wie es hinter den Kulissen aussieht.

Neben der Ermittlungsarbeit und dem Privatleben der beiden Protagonisten schleichen sich die Gedanken einer zunächst unbekannten Person - gut abgegrenzt, in kursivem Schriftbild - dazwischen. Bald wird klar, wer hier seine Geschichte und seine Unzufriedenheit vorbringt und wie sich diese Nebenstory alsbald mit allem verbinden wird.

Der Showdown hat es dann nochmal in sich. Auch wenn so einiges bekannt ist, so bleibt die Spannung und die Hoffnung, dass es für so manchen doch noch einigermaßen glimpflich enden wird, bis zuletzt erhalten. Dieses Ende hat mich dann nochmal gepushed, ich konnte gar nicht schnell genug lesen, um zu wissen, ob bzw. wer diese „Agnonie“ überleben wird.
3 Sterne