Alles in Blut

Roman

Seiten: 

264

Verlag: 

Auflage: 

1 (14.05.2014)

Preis: 

0,99 EUR
Schauplätze: 

Krimitags: 

Amazon-Bestseller-Rang: 171.904
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Kurzbeschreibung Amazon: 

Er liegt auf dem Bett in einem Hotelzimmer. Er ist nackt und er ist tot. Es gibt keinen Namen, kein Motiv, keine Täter. Kriminaloberkommissar Kurt Bruckner erhofft sich bei diesem acht Jahre alten Cold Case Hilfe vom ehemaligen US-Profiler Tillman Halls. Anstatt aber die Ermittlungen entscheidend weiterzubringen, beschert Halls der Hamburger Kriminalpolizei eine weitere Leiche, die zudem auch noch verschwunden ist. Können Bruckner und Halls das Rätsel dieses ungewöhnlichen Falles lösen?

Alle Tillman-Halls-Krimis sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.

Kriminetz-Rezensionen

Ungewöhnliches Ermittlerduo in einem spannenden Fall

In einem Hamburger Hotel wurde ein nackter Toter gefunden. Acht Jahre später gilt dieser Fall als Cold Case, den nun Kriminaloberkommissar Kurt Bruckner und der ehemalige US-Profiler Tillman Halls bearbeiten. Letzterer stellt bald einen Zusammenhang mit einer weiteren Toten her, die angeblich bei einem Verkehrsunfall vor zwei Jahren vor dem Hotel starb. Wie hängen diese Fälle zusammen? Können die beiden Ermittler das Geheimnis um die beiden Toten auflösen?

Mit den sehr unterschiedlichen Ermittlern, die sich aber sehr gut ergänzen, ist dem Autor Ole Börgdahl ein äußerst ungewöhnliches Gespann gelungen. Es ist der Auftakt einer Reihe, in der die beiden miteinander arbeiten werden. Besonders interessant ist es, wie viele Informationen Hall aus ganz wenigen Gegebenheiten lesen kann. Das ergibt immer wieder neue Aspekte, die berücksichtigt werden wollen. Ungewöhnlich ist das Vorgehen der beiden manchmal, doch genau das bringt einerseits einen furiosen Showdown zum Ende der Geschichte, aber auch die Lösung, die ja so unerreichbar erschien. Der flüssige Schreibstil verleitet dazu, das Buch nicht aus der Hand zu legen.

Dieses Buch hat mir einige spannende Lesestunden beschert, deshalb empfehle ich es gerne weiter und vergebe vier von fünf Sternen.

Auftakt für ein neues Ermittler-Duo in Hamburg ...

„Alles in Blut“ von Ole R. Börgdahl ist – anders als der Titel vermuten lässt – kein „blutiger“ Krimi, aber der Titel passt – aber darüber wird hier natürlich nichts verraten!

Kriminaloberkommissar Kurt Bruckner arbeitet beim Hamburger Landeskriminalamt. Er bearbeitet einen „Cold Case“: Ein Mann ist vor 8 Jahren in einem Hamburger Hotel ermordet worden. Kurt Bruckner holt sich Hilfe bei dem ehemaligen US-Profiler Tillman Halls, der u.a. in der FBI-Akademie in Quantico gearbeitet hat. Tillman ist aber nicht mehr in seinem Beruf tätig, sondern arbeitet bei seinem deutschen Schwiegervater in der Immobilienbranche.

Der Tote gibt viele Rätsel auf, man kennt seinen Namen nicht, er wurde nackt, gewaschen und desinfiziert auf seinem Hotelbett gefunden, in das er offiziell niemals eingezogen war. Keinerlei Spuren im Hotelzimmer, trotz aller Bemühungen konnte keinerlei Identifizierung durchgeführt werden, absolut nichts wird bekannt, ein typischer Cold Case eben …

Nach anfänglichem Zögern erklärt sich Tillman bereit, Kurt Bruckner bei der Auflösung zu unterstützen und findet schnell erste Anhaltspunkte – und noch eine Leiche! Aber so viel sei hier preisgegeben: Tillman und Kurt schaffen es in mühseliger Kleinarbeit, den Fall (auch für mich) befriedigend zu lösen!

Anfangs hatte ich Schwierigkeiten beim Lesen: Die Geschichte wird fast „protokollartig“ beschrieben. Eine Freundin bezeichnete diesen Schreibstil (in einem vollkommen anderen Zusammenhang) als „nackt und distanziert“ – ja, ich glaube, das trifft es! Wir erfahren wenig über die Menschen Kurt Bruckner und Tillman Halls, der Fall wird ausschließlich aus der Sicht von Tillman beschrieben, aber auch er ist äußerst sparsam mit Informationen über sein Privatleben. Ich empfand den Stil als sehr gewöhnungsbedürftig, aber langsam konnte ich ihn akzeptieren und fand ihn später in seiner Ungewöhnlichkeit sogar etwas faszinierend. Aber dadurch wirken beide Protagonisten teilweise blass, aber dies hat der Autor vermutlich billigend in Kauf genommen.

Ole R. Börgdahl hat ausführlich, exakt und genau recherchiert, aber neigt manchmal zu einer gewissen „Detailverliebtheit“, hier war es für mich ab und zu schwierig zu entscheiden, ob ich den Gedankensträngen des Autors gewissenhaft folgen sollte (es könnte ja ein wichtiger Hinweis für die Auflösung enthalten sein) … Aber ich habe mich anscheinend richtig entschieden, denn die Auflösung erschien mir schlüssig und logisch.

Ohne Frage war der Krimi sehr spannend, man erwartet förmlich auf jeder Seite den Durchbruch und leidet mit den beiden Ermittlern, wenn sich eine Spur mal wieder einmal als „Sackgasse“ entpuppt hat. Auch die losen Fäden wurden zum Ende sorgsam verknüpft, ein leichter „Cliffhanger“ ist wohl der Serienidee geschuldet. Ein Buch, das mich gut unterhalten und mir spannende Lesemomente beschert hat!