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Alter Hund, neue Tricks

Der achte Band der Sean Duffy-Reihe. Thriller
Buch
Broschiert, 368 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3518470604

ISBN-13: 

9783518470602

Auflage: 

1 (20.07.2020)

Preis: 

15,95 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3518470604

Beschreibung von Bücher.de: 

Belfast, 1992. Der ehemalige Detective Inspector Sean Duffy hat sich unlängst mit seiner Familie nach Schottland abgesetzt. In Belfast ist er nur noch tageweise. Doch als ein Landschaftsmaler ermordet wird, muss Duffy ein paar Extratage dranhängen. Alles sieht nach Autodiebstahl mit tödlichem Finale aus: Jemand hatte es auf den Jaguar des Opfers abgesehen, wurde überrascht, eine Waffe ist losgegangen. Doch ein Blick auf die Werke des Malers wirft die Frage auf, wie er damit genug Geld für einen Luxuswagen hatte verdienen können. Und wieso hat er regelmäßig eine Telefonnummer in der Republik Irland angerufen? Eine Nummer, die zu IRA-Funktionären im Exil führt. Duffy lässt sich nicht mit einfachen Lösungen abspeisen und gräbt tiefer. Bis er selbst von allen Seiten unter Beschuss gerät …

Im Belfast der Neunziger ist plötzlich alles anders: Der Milchmann hat seinen Dienst quittiert, die Musik kommt von CD, und der katholische Bulle Sean Duffy ist ein Familienmensch mit Hauptwohnsitz in Schottland. Doch als er von einem dubiosen Mordfall auf den Plan gerufen wird, will Duffy unbedingt beweisen, dass ein alter Hund sehr wohl neue Tricks lernen kann.

Kriminetz-Rezensionen

Kriminalfall mit hohem Tempo

Teilzeitpolizist Sean Duffy ist schon auf dem Weg zur Fähre zurück zur Familie, als sein Chef ihn bittet, sich um einen Mord zu kümmern. Lawson ist im Urlaub und so bleibt nur Duffy, allerdings ist es keine große Sache: ein Autodiebstahl, der scheinbar aus dem Ruder lief. Am Tatort wird Duffy jedoch schnell klar, dass der Fall wohl ganz anders gelagert ist, denn der Tote hat in seinem Haus nichts, was auf seine Identität schließen ließe. Die Nachbarn kennen ihn nur als vermögenden Maler, seine Telefonverbindungen lassen jedoch schlimmes ahnen: Regelmäßig rief er eine Telefonzelle in der Republik Irland an, die ziemlich eindeutig einem IRA-Funktionär zugeordnet werden kann. Duffys Ehrgeiz ist geweckt, auch wenn sich die Zeiten verändern, ein Bulle bleibt ein Bulle und muss nun einmal tun, was er tun muss. Also rennt er wie immer mitten in die lebensgefährliche Katastrophe.

Auch in seinem achten Fall wird der Detective der nordirischen Polizei nicht müde und kämpft unermüdlich gegen das Böse an, das dieses Mal aus einer völlig unerwarteten Ecke kommt. Erwartungsgemäß bedient der Ich-Erzähler die liebgewonnenen Klischees, ärgert sich über die Veränderungen der modernen Zeit und gelangt mit Scharfsinn, guter Beobachtungsgabe und dem notwendigen Quäntchen Glück auf die Spur der Täter. Ein routiniert erzählter Thriller, der wieder einmal einiges an Action bietet, aber dahinter eine komplexe und überzeugend konstruierte Geschichte zu bieten hat.

Als Reservist hat sich Duffy schon an die gemütlichere Gangart gewöhnt, an den wenigen Tagen im Revier geht er mit Routine seinen Tätigkeiten nach, in der Coronation Road spricht er mit dem Kater, auch wenn dieser im schottischen Zuhause weilt, genießt seine Plattensammlung und lässt es ruhig angehen. Da ist der Reiz eines echten Mordfalles natürlich groß und so stürzt er sich kopfüber hinein. Wie immer kommentiert er scharfzüngig und selbstironisch sein eigenes Vorgehen, eher selten nach Handbuch und oft sogar weit jenseits der gesetzlichen und moralischen roten Linie. Aber im Nordirland von 1992 herrschen immer noch kriegsähnliche Zustände und die erfordern nun einmal besondere Maßnahmen.

»Und jetzt kommt kein Milchmann mehr?«
»Nein, nie wieder«, sagte sie.
»Und die Flaschen?«
»Flaschen gibt es jetzt nicht mehr, glaube ich. Jetzt gibt es Milch nur noch im Karton.«
»Und was nehmen die Kinder dann für die Molotow-Cocktails?«

Es fällt einem schwer diese Protagonisten nicht zu lieben. Trotz seines, euphemistisch ausgedrückt, unkonventionellen Vorgehens folgt er doch einem gewissen Ehrenkodex und schafft es sogar, übelste Burschen dieser seltsamen Logik folgend ordentlich zu behandeln. Er hat das Herz am rechten Fleck und lässt sich trotz zwanzig Jahre zermürbender Polizeiarbeit nicht von der Idee von einem Minimum an Recht und Ordnung abbringen.

Die Troubles leben in den Büchern der Reihe wieder auf, es ist nur schwer vorstellbar, unter welchen Bedingungen die Menschen lebten, so dass brennende Autos, Gewehrsalven und hin und wieder auch Explosionen nur noch mit einem Schulterzucken quittiert wurden. McKinty gelingt es, diese dunkle Seite europäischer Geschichte begreifbar zu machen und daran zu erinnern, wie tief Vorbehalte sitzen und wie fragil womöglich der Friedensprozess aus ist. Das Ganze wird wieder einmal brillant in einen spannenden Kriminalfall mit hohem Tempo eingebettet, der fern eines simplen schwarz-schweiß/Freund-Feind-Schemas in der ganz oberen Liga der Thriller spielt.

In Irland kocht es nach wie vor

Ich kenne die vorhergehenden Bücher über den katholischen Bullen und war sehr gespannt auf das neueste Werk.

Es begann sehr vielversprechend, Sean und sein Partner Crabbie sind nach wie vor ein eingespieltes Team. Ich mag den Humor der Beiden, besonders Sean mit seiner Vorliebe für Zitate, die er immer mal wieder zur Verblüffung seiner Kollegen einstreut, gefällt mir gut.

Die beiden Polizisten, die inzwischen in Teilzeit arbeiten, hatten sich einen leicht zu lösenden Fall vorgestellt. Das erwies sich jedoch als Irrtum und so geraten sie oft unter Beschuss und müssen sich ihrer Haut wehren.

Obwohl mir das Buch zu Beginn und zum Ende sehr gut gefallen hat, zog es sich in der Mitte doch ziemlich in die Länge. Hier waren mir die privaten Dinge von Sean etwas zu viel, weil sie den Spannungsbogen unterbrachen.

Meiner Meinung nach kann dieses Buch nicht an die Vorgänger heranreichen. Ich kann deswegen leider nur drei Sterne vergeben.

Es brodelt immer noch in Irland

Inzwischen lebt der ehemalige Detective Inspector Sean Duffy mit seiner Familie in Schottland. Da er aber in Teilzeit arbeitet, verschlägt es ihn natürlich immer wieder auch nach Belfast.

Als ein Maler auf offener Straße erschossen wird, freut sich Duffy, dass er die Ermittlungen leiten soll. Zunächst sieht es nach einem Autodiebstahl aus, bei dem etwas schiefgelaufen ist, doch der Tote schien ein Mensch voller Geheimnisse, denn auch seine Identität war falsch. Duffy hängt sich voll rein in den Fall.

Für mich ist dies der dritte Fall mit Sean Duffy, obwohl es bereits der achte Thriller mit ihm ist. Ich mag den besonderen Schreibstil des Autors Adrian McKinty, der etwas abgehackt ist, sich aber sehr gut lesen lässt.

Sean Duffy ist ein Ermittler mit Schwächen, was ihn sympathisch macht. Er hat eine etwas sarkastische Art und geht seinen Weg, auch wenn er sich unbeliebt macht. Aber auch sein Partner Crabbie gefällt mir gut. Die Dialoge sind wirklich sehr unterhaltsam, auch sonst sind die beiden ein eingespieltes Team. Inzwischen muss Duffy feststellen, dass sich bei der Polizei doch vieles verändert. Er wird ja schließlich auch nicht jünger. Also will er noch einmal beweisen, was in ihm steckt.

Neben dem eigentlichen Fall kommt auch das Privatleben Duffys nicht zu kurz. Ich finde es auch immer wieder interessant, mehr über die Verhältnisse in Irland zu jener Zeit (1992) zu erfahren.

Der Fall gestaltet sich weitaus komplexer als zunächst vermutet und ist auch spannend. Auch wenn mir dieses Buch wieder sehr gut gefallen hat, ist es für mich eher kein Thriller. Eine authentische und spannende Geschichte, die mich gut unterhalten hat.

Eine Entdeckung aus Nordirland

Was für ein blöder Titel, dachte ich mir und war zunächst skeptisch, zumal ich kein einziges Buch dieses Autors kannte. Doch schon bei der Leseprobe war meine Neugier geweckt und das Buch wurde zu einer Entdeckung …

Sean Duffy ist nur noch Teilzeitpolizist und muss 6 Tage im Monat arbeiten – bis zu seiner Rente in einem Jahr. Als Teilzeitpolizist, darf er keine Mordfälle mehr bearbeiten und pendelt von seinem neuen Wohnsitz in Schottland zu seinem Haus und seiner Plattensammlung in Nordirland. Als ein Maler tot aufgefunden wird und kein Ermittler greifbar ist, der den vermutlichen Autodiebstahl aufklärt, überredet sein Chef Duffy, die Überstunden zu bezahlen. Gemeinsam mit seinem ebenso auf Teilzeit angesetzten Partner fangen die beiden an zu ermitteln und merken schnell, dass dieser Fall nichts mit Autodiebstahl zu tun hat …

Was sich nach einem Allerweltskrimi anhört, wäre hier wirklich vollkommen falsch, da alleine schon die Sprachwahl und die Erzählform etwas Besonderes sind. McKinty hat ein Gefühl für Worte, seine Charaktere sind durchdacht und haben das gewisse Etwas, das sich von anderen Büchern abhebt. Er lässt einen tief in die Atmosphäre von Nordirland eintauchen, versteht es scherzhaft immer wieder darauf hinzuweisen, dass vor jedem Einsteigen ins Auto, erst nachgeschaut wird, ob eine Bombe unter dem Auto angebracht ist und erzählt mit einer Leichtigkeit von einem »Helden« im Rentenalter, der sich zu keinem Zeitpunkt unterkriegen lässt oder der Situation nicht gewachsen wäre.

Natürlich ist er nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik aber gerade durch seinen altmodischen Dickkopf macht das Buch richtig Spaß und verfolgt kerzengerade einen Strang, der auch absolut logisch zu sein scheint. Gerade die Form von, ich will dich zwar umbringen, aber irgendwie gefällst du mir trotzdem und wenn es nicht klappt, werden wir halt Freunde, lässt das Buch innerhalb von wenigen Tagen einfach nur durchrauschen. Ich werde mir auf jeden Fall die älteren Bücher besorgen, aber dieses Buch kann mühelos ohne jegliche Vorgeschichte gelesen werden und überzeugt in jeder Hinsicht!

Belfast Child

Der »katholische Bulle« Sean Duffy schiebt 1992 eine ruhige Kugel. Er lebt als Familienvater im (vergleichsweise) ruhigen Schottland. Die »Troubles« in Belfast scheinen Geschichte zu sein, die IRA ist zwar groß im Kino, aber in der Realität weniger präsent auf den Straßen, da viele Mitglieder ins Exil gegangen sind.

Sean arbeitet nur wenige Tage im Monat beim Carrickfergus CID. Das ruhige Leben hat ein Ende, als ein Landschaftsmaler bei einem Autodiebstahl stirbt. Duffy und sein sidekick Crabbie sind wieder gefragt: Ihre Ermittlungen ergeben, dass der Beruf des Landschaftsmalers das wahre Wesen der Agitation des Toten verschleiern sollte – eine heiße Spur führt ins »Mutterland« Irland, die IRA existiert noch …

Ich liebe die Reihe rund um den Ermittler Sean Duffy. Der Roman »Alter Hund, neue Tricks« bietet beste Unterhaltung, der Protagonist ist kein Hitzkopf mehr und gehört trotzdem nicht zum alten Eisen. Ich mochte auch die popkulturellen Bezüge sehr gern, ich kann mich noch gut an die Schwemme der „IRA – Blockbuster (mit Brad Pitt oder Harrison Ford in den Hauptrollen)“ im Hollywood der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts erinnern. Wie in manchen Filmen hat der amerikanische Geheimdienst auch in »Alter Hund, neue Tricks« seine Finger im Spiel, was für Spannung sorgt.

Vom eigentlichen Handlungsverlauf will ich an dieser Stelle nichts verraten, um nicht zu spoilern. Die Lektüre lohnt sich aber nicht nur für Fans. En passant bekommt man auch Einblick in die anglo-irische Zeitgeschichte. Der Krimi bietet also nicht nur schnöde Unterhaltung, und die trockene Art des »katholischen Bullen«, der als Ich-Erzähler durch das Geschehen führt, ist einfach klasse:

»Als Teilzeitinspector, der dienstfrei hatte, war es wohl meine Pflicht, nachzuschauen, ob ich helfen könnte, oder nicht? Scheiß drauf. Ich bestellte mir noch ein Pint Guinness und kehrte an meinen Platz zurück. Ich las die Gedichte von Ciaran Carson, die ich gekauft hatte, und einen neuen Versband von Paul Muldoon. Eine angenehme Art, eine Stunde zu verbringen: Guinness trinken, während sich die Polizisten und Randalierer draußen gegenseitig bewarfen. Als ich mein Bier ausgetrunken hatte und die Crown Bar verließ, war es unheilvoll still draußen.«

Adrian McKinty gelingt es, mit sprachlichen Mitteln eine ganz bestimmte Atmosphäre zu evozieren; daher hebt sich »Alter Hund, neue Tricks« angenehm von der Krimi – Massenware, die momentan auf den Markt geworfen wird, ab.

Fazit: »Alter Hund, neue Tricks« ist der mittlerweile achte Band rund um Sean Duffy, auch sein Kollege Crabbie ist wieder mit von der Partie. Ein Thriller ganz nach meinem Geschmack! Gern spreche ich eine Leseempfehlung aus.

Spannende Ermittlungsarbeit vom alten Hund!

»Alter Hund, neue Tricks« von Adrian McKinty und dem Suhrkamp Verlag ist laut Cover ein Thriller, ich würde dieses Buch eher in die Kategorie Krimi einteilen.

Hier ermittelt ein ehemaliger Detective Inspector namens Sean Duffy mit seinem alten Kollegen Crabbie in einem dubiosen Mordfall in Belfast, weil der Hauptermittler im Urlaub ist. Der »alte Hund« Duffy ist Katholik, arbeitet nur noch als Teilzeitkraft am Schreibtisch in Belfast und wohnt mit seiner Tochter und Freundin nun in Schottland. Dazu trinkt er ganz gerne einen über den Durst, kifft gelegentlich und sein Duffy-Spiegelbild nimmt es mit der Treue nicht immer ganz so ernst. Auch nimmt er die Vorschriften in seinem Dienst nicht immer ganz genau und zückt ganz gerne seine Brieftasche um an Informationen zu gelangen. Sein Partner ist das komplette Gegenteil, sie ergänzen sich trotzdem sehr gut auf dienstlicher Ebene.

Ich finde den Charakter von Duffy sehr gut gelungen. Er ist mir zwar nicht sympathisch gewesen, aber seine direkte Art kommt in der Story ganz gut rüber. Es wird aus seiner Perspektive geschrieben und ab und zu hat er mich persönlich angesprochen. Er erzählt ganz gerne und vor allem viel, besonders aus seinem Privatleben. Dies fand ich nicht schlimm, aber das hat hier in regelmäßigen Abständen den Spannungsbogen sinken lassen. Immer wieder gab es, wenn es rasant und spannend wurde, diese Absacker. Die habe ich persönlich als störend empfunden. Auch seine Leidenschaft zur Musik und seine Vorliebe für Zitate waren mir hier etwas zu viel des Guten.

Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig und gefiel mir sehr gut. Er schreibt sehr detailliert und auch in die Gefühle seiner Protagonisten konnte ich mich sehr gut hineinversetzen.

»Alter Hund, neue Tricks« enthält viel Ermittlungsarbeit, gefährliche Zusammentreffen der IRA, einen spannenden Grenzverkehr und die Macht der Auftragskiller. Duffys Ermittlungsarbeit ist spannend und glaubwürdig, auch wenn er mit alten Tricks arbeitet.

Als ein Landschaftsmaler in Belfast ermordet wird, müssen Duffy und Crabbie wie schon erwähnt einspringen. Alles sieht nach einem Autodiebstahl mit tödlichem Finale aus, doch Duffy wird schnell klar, dass hinter der Tat mehr steckt. Vielen Fragen zum Opfer tauchen auf und ein Hinweis, dass regelmäßig eine Telefonnummer an eine Telefonzelle zu IRA-Funktionären im Exil gewählt wurde, lässt den Ermittler stutzig werden. Duffy gräbt immer tiefer in die Vergangenheit des Opfers und bringt sich somit selbst in große Gefahr.

Das Ende, das alle offenen Fragen beantwortet hat, fand ich sehr positiv.

Mein Fall war die Geschichte nicht so ganz, trotzdem hat sie mich hin und wieder gut unterhalten.

Der katholische Bulle als Teilzeitpolizist

Seit 6 Jahren bin ich nun schon absoluter Fan dieser Thriller-Serie, und bin auch im neuen Fall von Sean Duffy wieder voll auf meine Kosten gekommen.

Duffy ist inzwischen Teilzeitpolizist und pendelt nur noch ab und zu aus seiner neuen Heimat Schottland zur Arbeit in Irland. Doch sein geruhsames Leben, das sich steil auf seine Pension zubewegt, wird im typischen Irland der damaligen Zeit auf eine harte Probe gestellt. Was anfangs nach einem fehlgeschlagenen Autodiebstahl aussieht, entpuppt sich nach einem zweiten Mord als Finte und Duffy beginnt mit seinem ehemaligen und langjährigem Partner Crabbie hartnäckig zu recherchieren und verbeißt sich wieder einmal wie ein Kampfhund in den Fall. Oder kurzum, um sich wie Duffy selbst auszudrücken: »Die Zeit der frühen Neunziger, die noch nicht recht das Gefühl der Achtziger abgeschüttelt hatten«. Und so macht er sich wieder einmal mit seinem Glücks-Che-Guevara-T-Shirt und Lederjacke samt BMW auf den Weg die Wahrheit herauszufinden …

Es sind mehrere Faktoren, die mich als treuester Fan dieser Serie bei der Stange hält. Zum einen das Flashback-Gefühl in meine Jugend, als die IRA ständig ein großes Thema war. Aber auch die große Musikbandweite, in die ich zurückversetzt werde und ganz besonders der Schreibstil von Adrian McKinty, der von abgehackt kurz bis philosophisch literarisch intellektuell reicht und gespickt mit Ironie ist. Duffy-Art einfach. Genial. Was will man mehr?

Tough, tougher, Duffy!

Nordirland 1992. Detective Inspector Sean Duffy arbeitet nur mehr als Teilzeitpolizist für die Royal Ulster Constabulary und verbringt sonst seine Zeit in Schottland mit Frau und Kind. Eigentlich will er nur mehr einen ruhigen Job machen bis zur Pensionierung: Doch als Quentin Townes, ein Kunstmaler, ermordet aufgefunden wird, sieht der Fall zunächst einfacher aus als er ist. Denn der vermeintlich misslungenen Raubüberfall wird zum Stich in das Wespennest örtlicher IRA-Terroristen. Duffy will noch einmal beweisen, dass der alte Hund, fähig ist neue Tricks zu erlernen und gerät dabei mitten in die Schusslinie.

»Das hier ist ein klassischer Sean Duffy, der einsame Wolf.«

»Alter Hund, neue Tricks« ist der achte Band der Reihe um DI Sean Duffy des nordirischen Krimiautors Adrian McKinty. Auch wenn ich die Vorgängerbände nicht kannte (warum eigentlich?), war ich gleich mitten im Geschehen. Es ist eine großartige, spannende Zeitreise in das Nordirland der beginnenden 1990er.

»In den vergangenen Jahren war der kalte Krieg zu Ende gegangen, Thatcher war abgetreten, Reagan war abgetreten, die Berliner Mauer war gefallen, Nirvana hatte Michael Jackson von den oberen Rängen der Charts verdrängt, doch hier in Irland spielten die Männer der Gewalt weiter lustig ihr Spielchen.«

Mittendrin in diesem Spiel der Gewalt steht Sean Duffy, gerecht, unbeirrbar, originell in seinen Methoden. Dieser alte Hund ist kein Rudeltier. Ein Einzelgänger, der Lyrik und Musik liebt, feinsinnig und knallhart zugleich. Adrian McKinty lakonische Art zu erzählen, macht großen Spaß, auch wenn das Thema dieses Kriminalromans ein politisch sehr ernstes ist.

Die Troubles, wie der Nordirlandkonflikt fast schon euphemistisch genannt wird beherrschten nahezu 30 Jahre das Leben in Nordirland. Bürgerkriegsartige Zustände, Autobomben, bewaffnete Auseinandersetzungen waren an der Tagesordnung. Anfang der 1990er beginnt das politische Gefüge sich zu verändern.

»Und jetzt kommt kein Milchmann mehr?« – »Nein, nie wieder, sagte sie.« – »Und die Flaschen?« – »Flaschen gibt es auch nicht mehr, glaube ich. Jetzt gibt es nur noch Milch im Karton.« – »Und was nehmen die Kinder dann für die Molotow-Cocktails?«

Tough, tougher, Duffy: Ich hoffe Adrian McKinty hat für diesen alten Hund noch einige Tricks auf Lager.

Gefährliches Nordirland

DI Sean Duffy ist Teilzeitpolizist in Nordirland und in Carrickfergus stationiert. Der Tod eines Malers bringt ihn und seinen Sergeant Crabby wieder zurück in den Dienst, da der Leiter der Polizeistation im Urlaub ist. Der Tod sieht aus wie ein Autodiebstahl, doch Duffy bleibt misstrauisch und ermittelt etwas tiefer. Er setzt seine Kontakte ein, um etwas über den Toten herauszufinden. Es ist nicht viel, aber die Spur deutet nach Irland, zur IRA. Doch auch dort sind nicht viele Informationen zu finden. Doch Duffy hat sein Pulver noch nicht verschossen, doch auch die IRA ist nicht untätig. Als er das Versteck und den Namen des Toten herausgefunden hat, räumt die IRA schon auf. Eigentlich möchte sich Duffy nur nach Schottland, zu seiner Familie zurückziehen, doch sein Ehrgeiz, der ihn in den fast 20 Jahren bei der Polizei ausgezeichnet hat, lässt ihn nicht ruhen. Bei seinen weiteren Ermittlungen fällt immer wieder der Name Brendon O´Roarke, hoch in der IRA-Hierarchie angesiedelt. Doch es wird noch einiges passieren und auch der Special Branch wird auf den Plan gerufen, bis sich entscheidendes in dem Fall tut. Aber DI Duffy ist längst nicht mehr aufzuhalten.

Ein düsteres Bild zeichnet sich hier im Belfast der 90er Jahre ab. Paramilitärischen Gruppen auf beiden Seiten der Grenze kämpfen gegeneinander um die Vorherrschaft. Katholiken gegen Protestanten gegeneinander und der Hass ist groß auf beiden Seiten der Grenze. In diesem Bereich ist DI Duffy unterwegs, ein Katholik, der bei der Polizei in Nordirland arbeitet. Er ist ein ganz harter Hund, aber da sein letzter Spitzel gestorben ist, nur noch auf Teilzeit, bis zu seiner Pensionierung. Eine Figur, die ein weitverzweigtes Netz von Informanten diesseits und jenseits der Grenze hat, prädestiniert um Morde, wie den beschriebenen aufzuklären. Er setzt sich über die meisten Regeln hinweg und hat nur seinen Freund und Kollegen, Sergeant Crabby, einen Protestanten, an seiner Seite. Ein unschlagbares Team. Der Rest der Figuren sind bis auf den IRA-Boss O´Roarke, eigentlich nur Statisten auf der Such nach dem Mörder des Malers. Doch nicht nur diese unermüdliche Suche nach dem Mörder kennzeichnet Duffy, auch das Aufräumen unter Kleinkriminellen. Duffy hat schließlich einen Ruf zu verteidigen. Die Story dieses Thrillers folgt einem roten Faden, bis zu seinem Ende. Der Thriller ist sehr spannend geschrieben und hat mich bis zur letzten Seite gefesselt.

Der Thriller »Alter Hund, Neue Tricks« von Adrian McKinty, ist sehr spannend geschrieben und hat mich an das Buch gefesselt. Er zeigt einiges von der Brutalität im Krieg der Katholiken gegen die Protestanten Irlands und die Einflüsse, deren dieser Konflikt unterliegt. Sehr lesenswert.