Cover von: Aschesommer

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Aschesommer

Der zweite Fall für die Sonderermittlungsgruppe 4. Thriller
Buch
Taschenbuch, 432 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3423220988

ISBN-13: 

9783423220989

Auflage: 

1 (15.05.2025)

Preis: 

13,00 € (bei Erscheinen)
Amazon-Bestseller-Rang: 22.963
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3423220988

Beschreibung: 

Das Sterben hat erst begonnen.

Nur wenige Monate nach den traumatischen Krähenmorden steht die Sonderermittlungsgruppe 4 um Jakob Krogh und Mila Weiss vor ihrer härtesten Prüfung: Eine mysteriöse Todesanzeige führt sie zu zwei Leichen, die eng umschlungen und tiefgefroren im Keller eines verlassenen Bauernhofs aufgefunden werden. Dazu eine mit Asche geschriebene Botschaft: Das Sterben hat begonnen.

In der brütenden Sommerhitze, die über der Stadt liegt, folgen Jakob und Mila der Spur der Asche bis zu einem ebenso brillanten wie wahnsinnigen Täter, der ihnen weit voraus ist. Und der selbst ihre dunkelsten Geheimnisse zu kennen scheint …

Kriminetz-Rezensionen

Eiskalte Spannung

Schon mit dem Serienstart Krähentage hatte mich Benjamin Cors komplett überzeugt. Mir gefiel die harte Herangehensweise des Themas Rache und daraus einen ziemlichen harten Thriller zu schreiben. Auch mit dem zweiten Bund dieser Thrillerserie hat er mich wieder von der ersten Seite an komplett gefesselt und ich konnte kaum noch aufhören mit dem Lesen. Ich liebe es einfach wenn die Personen nicht 0815 sondern äusserst speziell sind, was bei dem Ermittlerteam der Sonderermittlungsgruppe 4 definitiv der Fall ist. Serienmörder Ermittlung in Perfektion, love it! Doch es ist nicht nur die ausgefallene Story die Benjamin Cors aus der Schreibfeder schüttelt, es macht einfach Spass Wort für Wort seinem genialen Sprachstil zu folgen.
Auch mit dem Buchcover hat er quasi den Nagel auf den Kopf getroffen. Das Cover ist ebenso kein Massenprodukt, fällt sicherlich sofort im Buchladen auf und vom Titel her sehr treffend auf den Thriller gemünzt. Ich kann kaum noch den hoffentlich bald erscheinenden nächsten Serienmörderfall mit ihm erwarten! Definitive Kaufempfehlung also meinerseits.

Ein Hochgenuss für jeden Thriller-Fan

Härter, brutaler, spannender… Nachdem ich „Krähentage“ regelrecht verschlungen habe, musste ich diesen „Aschesommer“ unbedingt lesen und auch dieser zweite Fall für die Sondereinheit „Gruppe 4“ lässt mich schaudernd der Spur der Asche folgen.

Jakob Krogh und Mila Weiss, die Leiter der „Gruppe 4“, finden auf einem einsam gelegenen Hof zwei Tote. Eine kryptisch verfasste Todesanzeige hat sie hierher geführt, in ein auf dem Gelände versteckt gelegenes Kellergewölbe, einer Eiskammer gleich. „Das Sterben hat begonnen“, mit Asche geschrieben, lässt auf einen Serientäter schließen. Eile ist geboten. Es bleibt nicht bei den beiden Opfern, weitere folgen nach demselben Schema, das Ermittlerteam arbeitet auf Hochtouren. Auch wissen sie, dass dieser irre Täter einem wissenschaftlichen Phänomen folgt, aber alles Wissen nützt ihnen nichts, da sie zwar nahe dran sind, sie aber dennoch immer ein Stück weit zu spät kommen.

Derweilen werfen wir einen Blick auf Weilersgrund. Es ist eine Klinik für forensische Psychiatrie, alle Spuren führen hierher. Zu einem Insassen, der unter scharfer Bewachung steht, der für den Rest seines Leben hier eingesperrt bleibt. Er gibt sich zivilisiert, er ist hochintelligent, zudem äußerst manipulativ und durchaus gesprächsbereit und doch ist er nachweislich hier gefangen, er kann diese grauenhaft inszenierten Morde nicht begangen haben. Aber wieso führen ihre Ermittlungen immer wieder hierher?

Sie wissen mittlerweile um eine stark gefährdete Personengruppe, die Personenschutz bekommen und doch geht das Morden weiter. Als dann ein Mädchen verschwindet, wird es hektisch. Wir Leser wissen, war mit ihr geschieht, überhaupt sind wir gut im Bilde, was das Ungeheuerliche noch beklemmender macht. Benjamin Cors versteht es, die Spannung und die Dramatik immer höher zu treiben, man vergisst beim Lesen direkt das Atmen. Man möchte direkt eingreifen, um dann doch vor der nächsten teuflischen Tat zu stehen. Der Täter scheint einem diabolischen Plan zu folgen. Gnadenlos. Unerbittlich.

Der mörderische „Aschesommer“ hat mir keine Atempause gegönnt, ich musste einfach die Zusammenhänge wissen. Bis zum bitteren Ende habe ich kein Auge zugetan, aber was ist schon ein wenig Schlaf, wenn man diesen Thriller in Händen hält. Ich hoffe sehr, dass die Sondereinheit „Gruppe 4“ noch auf so manch vermeintlich unlösbare Fälle angesetzt werden, ich werde dabei sein. Unbedingt.

damit rechnet keiner.....

Es fängt schon mit diesem unheimlichen Cover an. Die verbrannte Sonnenblume löst schon unruhige Gedankengänge aus. Und zusammen mit dem Titel "Aschesommer" wird einem direkt ein unheimliches Bild vor Augen geführt und man weiß jetzt schon: das wird heftig. Und genauso ist es dann auch. Dieser neue Fall für die "Gruppe 4" hat es wirklich in sich und unsere Protagonisten werden bis ans Äußere ihrer Fähigkeiten getrieben. Erstmal habe ich mich über das Wiedersehen mit Mila und Jakob gefreut. Die Beiden so unterschiedliche Ermittler sind mir sehr sympathisch und trotz ihres unkonventionellen Vorgehens oder gerade deswegen, haben sie mich in ihren Bann gezogen. Sie sind nicht einfach und haben beide so ihre Probleme. Die Vergangenheit holt sie immer noch ein und gerade in diesem Band trifft Mila weitreichende Entscheidungen, die für alle Beteiligten Auswirkungen haben werden. Aber das macht es so interessant und abwechslungsreich. Wir erleben hier nicht nur einen spannenden und außergewöhnlichen Mordfall, sondern begleiten die Protagonisten auch durch die Höhen und Tiefen auf ihrem Lebensweg. Und auch da haben Mila und Jakob mit sehr ungewöhnlichen und emotional heftigen Erlebnissen aus der Vergangenheit zu kämpfen. Aber auch wenn es schon der zweite Band um diese Ermittler ist, kann man, durch immer wiederkehrende Hinweise auf die vergangenen Geschehnisse, ihren Weg nachverfolgen. Sie haben so ihre dunklen Stunden und die Arbeit gibt ihnen Gelegenheit ihre Probleme für einige Zeit in den Hintergrund zu drängen. Und bei diesem mysteriösen Fall haben sie auch keine Zeit für andere Dinge. Es ist wirklich verzwickt und die Ermittler kämpfen gegen die Zeit. Denn der Mörder fordert sie explizit heraus und natürlich möchte er diese Herausforderung gewinnen. Es ist schwer für die Ermittler. Aber Mila und Jakob sind zusammen mit dem gesamten Team ja nun wirklich hervorragende Ermittler. Sie gehen unkonventionelle Wege, auch wenn das nicht immer gerne von ihren Vorgesetzten gesehen wird, aber es bringt Erfolge. Diesmal ist es besonders schwer, denn jemand aus dem Umfeld ist involviert und das macht es noch schwieriger. Wir werden jedenfalls emotional sehr gefordert, denn auch der Leser wird in diesen emotionalen Druck hineingezogen. Ich fühlte beim Lesen die Angst der Opfer und man wird durch die detailreichen Erklärungen wirklich tief ins Geschehen gezogen. Man kann sich alles gut vor dem inneren Auge vorstellen und man möchte der Gruppe 4 einfach helfen, damit die Zeit ausreicht. Ich war völlig überrascht vom Ausgang des Falls und man sieht, wie geschickt man auf die falschen Fährten geschickt wurde. Es gibt aber auch so viele Ansätze die Morde zu erklären und dann das Ende.... unvorhergesehen, aber nachvollziehbar und klasse. Dieser Fall ist wirklich unglaublich interessant und fesselnd. Das Team wird vor fast unlösbare Probleme gestellt und das ganze Geschehen unter großem Zeitdruck. Aber das tolle Team um diese außergewöhnlichen Ermittler schafft das schon. Die Mitglieder sind eben Experten auf ihren Spezialgebieten und da sie alle extreme Persönlichkeiten sind, klappt es gut. Sie ergänzen sich und bilden ein hervorragendes Team. Mir gefallen diese ungewöhnlichen Charaktere gut und ich freue mich schon jetzt auf einen neuen Fall. Es wird sicher wieder interessant und ich bin gespannt auf die neue Situation im Team.
Diesen Thriller kann ich jedenfalls nur empfehlen. Wer spannende und ungewöhnliche Thriller mag, kommt an diesem Buch - an der ganzen Serie - einfach nicht vorbei. Also, viel Spaß und Spannung beim Lesen.

Ein neuer Fall für Gruppe 4

Mit der Aufklärung der „Krähenmorde“ ist der neuen Gruppe 4, einer Sondereinheit, die für die Aufklärung von Serienstraftaten zuständig ist, ein erster spektakulärer Erfolg gelungen. Bald sehen sich Mila, Jakob und ihr Team mit einer neuen Herausforderung konfrontiert. Professor Daniel Wissmer und eine seiner Studentinnen wurden auf grausame Weise ermordet. „Das Sterben hat begonnen“ diese für die Ermittler am Tatort hinterlassene Botschaft lässt alle Alarmglocken läuten. Tatsächlich werden bald die nächsten Opfer des sogenannten „Aschemörders“ gefunden. Die Gruppe 4 befindet sich in einer ungewohnten Situation. Es scheint offensichtlich zu sein, wer hinter den Morden steckt: Der manipulative, hochintelligente Psychopath Jan-Christian Bode, der mit Wissmer und dem nächsten Opfer, Richterin Elisabeth Wagner, noch eine Rechnung offen hatte. Doch der narzisstische Mörder ist seit acht Jahren in Weilersgrund, einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt eingesperrt. Wer mordet für Bode? Wie konnte er einen Vollstrecker rekrutieren? Und wie kommuniziert er mit dem „Werkzeug“ seiner Rache?

„Aschesommer“ ist nach „Krähentage“ der zweite Thriller aus Benjamin Cors Reihe „Gruppe 4 ermittelt“ mit den Ermittlern Mila Weiss und Jakob Krogh. Die Bände können unabhängig voneinander gelesen werden.

Der Plot von Benjamin Cors neuem Thriller ist hochgradig spannend. Es scheint klar, wer hinter der aktuellen Mordserie steckt, doch dieses Wissen nützt den Ermittlern zunächst wenig. Der verdächtigte Psychopath befindet sich seit Jahren in einer geschlossenen Einrichtung, sicher verwahrt, ohne Besucher und von seinen Mitinsassen gemieden. Bode muss einen Helfer haben. Doch wer kann das sein? Er hat weder Familie noch Freunde und sicher keinen Freigang.

Die Gruppe 4 steht erneut unter Druck. Es sind allerlei Gerüchte im Umlauf, die den Fortbestand des Teams bezweifeln. Außerdem versucht Staatsanwalt Sattmann, die bisherige Doppelspitze auszuhebeln und Jakob Krogh allein zu befördern – gegen dessen Willen. Gerade jetzt sieht sich das Team mit einer Mordserie konfrontiert, die wenig Ermittlungsansätze bietet und gleichzeitig die Medien befeuert. Hinzu kommt, dass Staatsanwalt Sattmann ganz oben auf Bodes Abschussliste stehen dürfte.

Benjamin Cors schreibt gewohnt flüssig und bildhaft. Er versteht es glänzend, das Kopfkino des Lesers zu aktivieren, was nicht immer schöne Bilder hervorbringt. Seine Haupt- und Nebencharaktere überzeugen. Im Mittelpunkt stehen die Kommissare Jakob Krogh und Mila Weiss, Während er der geborene Teamplayer ist, neigt sie zu Alleingängen. Beide verbindet, dass sie Traumatisches erlebt haben.
Der akribische Ludger, die quirlige Lucy, der toughe Tuure und die liebenswürdige Frauke, vervollständigen die Gruppe 4, die mir inzwischen ans Herz gewachsen ist. Es wäre schön, mehr über den Hintergrund der Teammitglieder zu erfahren.
Im Zentrum des Falls, wie die Spinne im Netz, agiert der ehemalige Paläontologieprofessor und Mehrfachmörder Bode. Der charismatische Psychopath, der aus Langeweile seine Mitinsassen in den Selbstmord treibt, erweist sich als hochintelligenter Planer und Manipulator. Seine Hybris zeigt sich u.a. darin, dass er seine Morde nach dem Vorbild der fünf großen Sterben der Erde, also durch Eis, Luft, Feuer, Wasser und Asche begehen lässt.

Mein Fazit
Obwohl der Urheber der Mordserie von Beginn an feststeht, liefert uns dieser Thriller spannende Action, die dank einiger cleverer Schachzüge bis zum Schluss anhält. Dann wird der Fall logisch aufgeklärt und lässt keine Fragen offen. Der Plot hält, was er verspricht und bietet kurzweilige Unterhaltung.

Mir hat gut gefallen, dass die Probleme von Krogh und Weiss nicht mehr so im Mittelpunkt stehen wie noch in „Krähentage“. Dass ein psychopathischer Mörder die beiden als seine Gegenspieler auserkoren hat, verlangt ihnen das Äußerste ab, doch gemeinsam mit ihrem Team können sie Bodes Triumph verhindern. Gleichzeitig zwingt dieser Fall Mila und Jakob dazu, ihre Geheimnisse offenzulegen und sich so allmählich den Dämonen zu stellen.
„Aschesommer“ endet mit einer kleinen Überraschung. Ich hoffe, da ist das letzte Wort noch nicht geschrieben und freue mich schon auf die Fortsetzung.

Von mir gibt es 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung an alle Thrillerfans.

Spannend bis zum Schluss

Eine kryptische Botschaft „ Das erste Sterben hat begonnen “stellt die Polizei vor ein Rätsel.Während ein dummer Scherz im Bereich des möglichen liegt, schließt ein zweifacher Leichenfund in einer Kühlkammer, das ziemlich schnell aus.Als kurz darauf ein Ehepaar in seiner Garage, durch Gas erstickt wird, wiederum eine aufwändige Inszenierung, ist die Truppe um Jakob Krogh und Mila Weiss,klar, dass sie es mit einem besonders gerissenen Täter zu tun haben und er Ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint.Ob sie den Täter stoppen können?

Meine Meinung:

Als roter Faden zogen sich eigenartige Aschespuren ,durch den durchgehend spannenden Thriller.Mir gefällt der Ermittlungsstil des unterschiedlichen Teams sehr gut,sie ergänzen sich jeweils im Rahmen ihrer Möglichkeiten.Während der sadistische Strippenzieher schon relativ früh bekannt war,blieb die Frage nach Gründen und Helfern genau so interessant.Es gefiel mir gut ,dass man auch etwas über das Privatleben der Teammitglieder erfahren hat,das macht es realistischer.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung der Reihe.

Sehr spannend und sehr dunkel

Buchmeinung zu Benjamin Cors – »Aschesommer«

»Aschesommer« ist ein Kriminalroman von Benjamin Cors, der 2025 bei dtv erschienen ist. Dies ist der zweite Band aus der Reihe »Gruppe 4 ermittelt«.

Zum Autor:
Benjamin Cors ist politischer Fernsehjournalist und hat viele Jahre für die ›ARD Tagesschau‹, die ›ARD Tagesthemen‹ und den ›Weltspiegel‹ berichtet. Heute arbeitet er für den ›SWR‹. Er ist Deutsch-Franzose und hat die Sommer seiner Kindheit in der Normandie verbracht.

Zum Inhalt:
In ihrem zweiten Fall bekommt es die Gruppe 4 mit einem Serientäter zu tun, der seine Taten unter das Motto »Das große Sterben« stellt. Mehrfach gab es in der Erdgeschichte Ereignisse, die ein großes Artensterben verursachten.

Meine Meinung:
Auch im zweiten Band wirken die Ermittler mehr oder weniger angeschlagen. Jakob Krogh und Mila Weiss leiten noch gemeinsam die Gruppe, aber die Staatsanwaltschaft möchte nur eine Führungskraft. Die Figuren sind meist mit etlichen Ecken und Kanten gezeichnet, wirken aber sympathisch und sind mit vollem Einsatz bei der Sache. Jede der Figuren hat unterschiedliche Stärken, aber auch Schwächen im Repertoire. Andere Figuren sind meist nur grob skizziert. Nachdem für die Leser Kroghs Geheimnis gegen Ende des ersten Bandes gelüftet wurde, dreht sich nun einiges um das Geheimnis von Mila Weiss.
Das Team bekommt es mit verstörenden Fällen und Bildern zu tun und auch der Leser wird gefordert. Es gibt in der Erdgeschichte mehrere Massensterben, die jeweils durch Naturkatastrophen verursacht worden. Schnell ist ein möglicher Kopf hinter den Verbrechen ausgemacht, aber dieser ist Insasse einer psychiatrischen Anstalt ohne Ausgang. Gruppe 4 ist gefordert, agiert aber nicht fehlerfrei.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und oft ist die Verzweiflung der Opfer greifbar. Bedrückend empfand ich die Besuche und Gespräche der Ermittler mit dem Psychopathen, der einen Superschurken abgibt und mit den Ermittlern zu spielen scheint. Der Roman überzeugt mit vielen überraschenden Wendungen, aber die Anzahl der belastenden Bilder und detaillierten Beschreibungen war mir erneut zu hoch. Ruhige Phasen mit „langweiliger“ Standardpolizeiarbeit wechseln sich mit hochspannenden Sequenzen ab. Das Tempo zieht gegen Ende deutlich an und die aufgedeckten Geheimnisse sind schon heftig. Die Auflösung ist aber vollständig und nachvollziehbar.
Der Schreibstil wirkt intensiv und ansprechend, aber die Handlung und die Figurenzeichnung war mir zu extrem.

Fazit:
Erneut ein Buch der dunklen Töne mit reichlich Gewalt und intensiven Szenen, die den Leser fordern. Das Buch ist spannend geschrieben und steckt voller Überraschungen. Meine Bewertung lautet vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten). Empfehlen kann ich das Buch aber nur Lesern, die mit den belastenden Szenen zurecht kommen.

Thriller-Reihe mit Suchtpotenzial

Ein halbes Jahr nach dem schockierenden Fall der Krähenmorde (Bd. 1 Krähentage) steht die Sonderermittlungsgruppe 4 um Jakob Krogh und Mila Weiss erneut unter Hochdruck. Eine Traueranzeige führt die beiden in der sengenden Sommerhitze zu einem verlassenen Bauernhof, wo sie in einer unterirdischen Kältekammer auf zwei erfrorene Leichen stoßen. Eine mysteriöse Botschaft an der Wand kündigt weiteres Sterben an, was schon bald bittere Realität wird. Das Team macht sich fieberhaft auf die Suche nach einem äußerst intelligenten Täter, der seine Taten präzise plant und den Ermittlern stets einen Schritt voraus ist.

Benjamin Cors gelingt es mit Aschesommer, erneut mich von der ersten Seite an in einen düsteren, spannungsgeladenen Fall zu ziehen. Der Schreibstil ist atmosphärisch dicht und fesselnd. Die bedrückende Hitze, die über der Stadt liegt, wird fast spürbar und bildet einen starken Kontrast zu den kaltblütigen Verbrechen. Die Handlung wird temporeich vorangetrieben, wobei ich die Idee für die Mordserie außergewöhnlich und einfallsreich fand. Man kann diesen Band auch unabhängig lesen, da der Fall abgeschlossen ist. Wenn man allerdings das Ermittlerteam und deren Hintergründe besser verstehen will, sollte man mit ihrem ersten Einsatz starten.

Die Figuren, allen voran Krogh und Weiss, sind glaubwürdig gezeichnet. Ihre Traumata, Zweifel und ihr unbedingter Wille, die Wahrheit ans Licht zu bringen, wirken auf mich authentisch und nahbar. Milas dunkles Geheimnis wird, wie von mir erhofft, in diesem Band gelüftet (Jakobs Geheimnis wurde schon im ersten Band enthüllt). Die restlichen Mitglieder der Sondereinheit bekommen ebenso neue Facetten und tragen mit ihren individuellen Fähigkeiten zur Lösung des Falls bei.
Sehr gut gezeichnet war auch der Hauptverdächtige Bode, der wegen Mehrfachmordes in der forensischen Psychiatrie sitzt und der scheinbar alle Geheimnisse von Jakob und Mila kennt. Er ist äußerst manipulativ und treibt seine Psychospielchen mit ihnen. Damit erinnerte er mich sofort an Hannibal Lecter. Die Gespräche, die er mit den Ermittlern oder seiner Psychologin führt, sind ein Highlight im Buch.

Fazit: Aschesommer ist ein fesselnder Psychothriller, der nicht auf blutige Effekte, sondern auf psychologische Tiefe und atmosphärische Dichte setzt. Ein Muss für alle, die Thriller mit Gänsehautfaktor und klug konstruierter Handlung lieben.

Morde nach Erdgeschichte

Während der brütenden Hitze im Hochsommer werden auf einem abgelegenen Hof zwei Leichen in einem eiskalten Keller gefunden. Alles sieht nach einem inzinierten Mord aus und ruft die Sondermittlungsgruppe "Gruppe 4" auf den Plan. Den beiden Hauptermittlern Jakob Krogh und Mila Weiss wird schnell klar, dass sie es hier mit einem intelligenten und äußerst penibel planenden Täter zu tun haben müssen. Schnell stehen sie auch vor einem herausfordernden Rätsel, denn ihr Hauptverdächtiger sitzt seit einigen Jahren in einer geschlossenen psychatrischen Anstalt. Das macht die Jagd auf den weitermordenden Täter nicht einfacher. Das Team muss all ihre Kräfte aufbieten, um den Täter zu stoppen.

"Aschesommer" ist der zweite Teil der Reihe der Sonderermittlungsgruppe mit dem Ermittler-Duo Jakob Krogh und Mila Weiss. Es empfiehlt sich den Vorgängerband zu kennen, denn die private Geschichte der Charaktere baut auf den Vorgängerbänden auf. Der Fall selbst ist aber auch in diesem Teil in sich abgeschlossen, sodass man es auch ohne Vorkenntisse lesen kann.

Die Handlung wird abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Das sorgt für Abwechslung, aber es ermöglicht auch den Blick auf die verschiedenen Charaktere, was die Handlung vielschichtig macht. Den Spannungsbogen fand ich jetzt nicht hoch. Es gab hier und da einige Längen in der Handlung, teilweise war es auch etwas vorhersehbar, was den Lesefluss etwas hemmen kann. Erst zum Schluss wurde es spannender mit unerwarteten Wendungen. Durch den flüssigen Schreibstil ließ sich die Handlung trotzdem flott lesen.

Zum Vorgängerband wurden Mila und Jakob weiterentwickelt. Man erfährt immer mehr und mehr Hintergründe ihrer privaten Geschichte, was ebenfalls spannend ist. Beide finde ich sympathisch und sie denken nicht so statisch, sondern versuchen auch immer wieder das Unmögliche in ihren Ermittlungen.

In dem Mordserie spielt erdgeschichtliches Wissen eine Rolle. Das wurde gut recherchiert und mit in die Handlung eingewoben, sodass es gut dargestellt und informativ wirkt. Im Zusammenhang mit der Mordserie fand ich es gut umgesetzt.

Mein Fazit:
Ingesamt ein guter Thriller, zwar fand ich den Spannungsbogen nicht so hoch, aber es ließ sich trotzdem flüssig weglesen. Die private Geschichte des Ermittler-Duos hat mich gepackt und ich bin gespannt auf die Fortsetzung. Ich gebe dem Buch auch eine Leseempfehlung.