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Auricher Gier

Der dritte Fall für Brookmer und Jacobs. Ostfrieslandkrimi
Buch
Taschenbuch, 200 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3965866095

ISBN-13: 

9783965866096

Auflage: 

1 (01.07.2022)

Preis: 

12,99 EUR

Krimitags: 

Amazon Bestellnummer (ASIN): 3965866095
Beschreibung von Marcel Gröger

Eine angespülte Leiche im Watt beschert den Kommissaren Wiebke Jacobs und Dr. Evert Brookmer einen rätselhaften Mordfall. Jemand hat den ostfriesischen Orgelbauer Tim Balbert in eine Plane eingewickelt und mit zwei Bootsankern beschwert. Offenbar wurde er im Meer versenkt und sollte nach den Plänen seines Mörders nie wieder auftauchen. Auch die Todesursache lässt aufhorchen: Der Täter hat Tim Balbert mit Pfeil und Bogen erschossen!

Aufgrund der Klage eines Kunden und der Kosten für seinen Sorgerechtsstreit hatte der Orgelbauer einen Privatkredit bei dem zwielichtigen Auricher Barbesitzer Hanno Onken aufgenommen. Konnte er die Summe nicht aufbringen und musste mit seinem Blut bezahlen? Und welche Rolle spielt der neue Freund von Tim Balberts Ex-Frau, mit dem das Opfer kurz vor seinem Tod aneinandergeraten war?

Als die Auricher Ermittler gerade dabei sind, die Verdächtigen ins Visier zu nehmen, folgt der nächste Schock: Eine weitere im Meer versenkte Leiche taucht auf …

Kriminetz-Rezensionen

Es kommt alles ans Licht

Der Rentner Heinrich Pries wollte mit seinem Enkel eine Wattwanderung machen. Doch dann entdeckt Edo etwas, das nicht ins Watt gehört – eine Leiche in einer Plane wurde angespült. Bei dem Toten handelt es sich um den Orgelbauer Tim Balbert, was die Kommissare Wiebke Jacobs und Dr. Evert Brookmer schnell herausfinden. Die Todesursache ist auch ungewöhnlich, denn der Täter benutzte Pfeil und Bogen. Während die Ermittler noch auf der Suche nach dem Täter und dem Motiv sind, gibt es eine weitere Leiche.

Dies ist der dritte Band aus der Reihe »Ein Fall für Brookmer und Jacobs«. Wie schon die Vorgängerbände, so hat mir auch dieser Krimi wieder gut gefallen. Er lässt sich gut und flüssig lesen und ist spannend.

Evert Brookmer ist gebürtiger Ostfriese und die Umstände haben ihn kürzlich wieder zurückgebracht. Er arbeitet gut mit seiner Kollegin Wiebke Jacobs zusammen, die ihn auch gleich akzeptiert hat. Klaas Behrends, der für die Spurensicherung zuständig ist, dagegen stichelt gerne mal gegen seinen Kollegen mit Doktortitel. Aber auch er muss einsehen, dass Brookmer seinen Job gut macht. Da die Kollegen Tee bevorzugen, holt Evert sich gerne bei Oma Tieske einen Kaffee, eine lüttje Büdel und manchmal sogar eine Intuition, die ihn weiterbringt, denn die Kioskbesitzerin kennt jeden in der Gegend und ist immer bestens informiert.

Balbert hat sich mit seinem Betrieb einen Namen gemacht, aber er hat auch einige Probleme. Es gab eine Klage eines Kunden und mit seiner Ex lag er wegen der Kinder auch im Clinch. Zudem hat er sich bei einem zwielichtigen Freund Geld geliehen, um den Anwalt zu bezahlen. Doch wo ist die Verbindung zur zweiten Leiche?

Polizeiarbeit ist nicht immer einfach. Man hat oft Verdächtige, aber kann ihnen nicht wirklich etwas nachweisen. Auch in diesem Fall müssen die Kommissare immer neuen Hinweisen nachgehen und kommen doch nicht so recht weiter. Doch am Ende löst sich auch dieser Fall schlüssig auf.

Es ist ein spannender Ostfriesland-Krimi mit einem sympathischen Ermittlerteam.

Dunkle Abgründe

In seinem dritten Ostfrieslandkrimi stellt der Autor Martin Windebruch die Kriminalkommissare Wiebke Jakobs und Dr. Evert Brookmer vor eine große Herausforderung. Alles beginnt damit, dass von einem Wattwanderer im Watt von Neuharlingersiel eine in eine Plane verpackte Leiche entdeckt wird. Anhand eines Schlüsselanhängers kann der Tote identifiziert werden. Es ist der Orgelbauer Tim Balbert aus Aurich.

Er wird von seinem Mitarbeiter als ruhiger und friedvoller Chef beschrieben und auch seine Ex-Frau Stefanie, mit der er zwar einen Sorgerechtsstreit wegen der Kinder ausgetragen hat, weiß nichts wirklich Negatives über ihn zu berichten. Feinde hatte er keine. Die Tatwaffe gibt weitere Rätsel auf. Er wurde mit Pfeil und Bogen ermordet.

Die Ermittlungen im privaten und beruflichen Umfeld bringen keine Erkenntnisse zum Mordmotiv. Es gab nur geringfügige finanzielle Probleme und auch mit seiner Arbeit als Orgelrestaurator waren die Auftraggeber im Wesentlichen zufrieden.

Martin Windebruch erzählt flüssig und informativ eine spannende Geschichte und bringt dem Leser die handelnden Personen durch umfassende Beschreibungen näher.

In der Polizeiarbeit hat sich mittlerweile auch alles gut eingespielt und selbst der erfahrene Polizeimeister Klaas Behrends hat erkannt, dass der Doktor, wie er den Kommissar Brookmer nennt, seine Qualitäten hat. Gerade bei Zeugenbefragungen kommt er mit seiner ruhigen und sachlichen Art gut an.

Plötzlich wird eine weitere Leiche im Wasser vor Norddeich gefunden – es ist die Radio-Journalistin Doortje Wersten. Auch sie wurde mit Pfeil und Bogen ermordet. Recherchen ergeben eine einzige weitere Verbindung zwischen beiden Opfern: Es ist die Auricher Lambertikirche. Hier hat Tim Balbert die Orgel restauriert und Dortje Weersten hat über die Kirche berichtet.

Unterschiedliche Handlungsstränge und Geschichten über Personen im Umfeld der Opfer lassen den Leser mitraten und den Fall aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Dadurch steigt die Spannung kontinuierlich. Martin Windebruch gelingt es, den Leser immer wieder zu überraschen und auf falsche Fährten zu führen.

In einem spannenden und dramatische Finale, an dem auch der Labrador Retriever Fiete großen Anteil hat und zeigen kann, was in einem Polizeihund steckt, wird der Fall ist in sich schlüssig und überraschend gelöst.

Fazit:
Ein gelungener Krimi mit viel Lokalkolorit, der von Beginn an unterhält und mit vielen unerwarteten Wendungen punkten kann. »Auricher Gier« ist Lesevergnügen pur. Spannend und unterhaltsam – deshalb vergebe ich gern 5 Sterne und empfehle das Buch allen Freunden von guten Ostfrieslandkrimis.

Mein Dank geht an den Klarant-Verlag, der mir kostenlos ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Meine ehrliche Lesermeinung wurde dadurch nicht beeinflusst.