Cover von: Die Auster

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Die Auster

Roman
Buch
Gebundene Ausgabe, 224 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3446284591

ISBN-13: 

9783446284593

Auflage: 

1 (21.07.2026)

Preis: 

23,00 € (bei Erscheinen)
Schauplätze: 

Beschreibung: 

Ein Luxuskaufhaus, ein toter Geschäftsführer und eine treue Reinigungskraft, die mehr Geheimnisse hütet, als sie preisgibt: »›Die Auster‹ liest sich wie ein echter Klassiker und ist zugleich auf beunruhigende Weise aktuell.« Stefanie De Velasco

Der Geschäftsführer eines legendären Kaufhauses wird ermordet aufgefunden. Doch bis die Polizei am Tatort eintrifft, hat Leonora Bloch alle Spuren beseitigt, so diskret und gründlich, wie sie schon seit 45 Jahren als Reinigungskraft bei Dr. Bronstett jeder Form von Unordnung begegnet.

Als die Ermittlungen in die Austernbar in der fünften Etage führen, ist man schon mittendrin im Mikrokosmos dieses Kaufhauses, das von der paradoxen Sehnsucht nach vergangener Pracht und erschwinglichem Luxus lebt. Und niemand scheint sich in dieser Welt, wo Glanz und Elend, Armut und Reichtum so entwaffnend aufeinandertreffen, besser auszukennen als die 73-jährige Leonora.

Doch kennt sie wirklich alle Geheimnisse und welche hütet sie selbst?

Die gefeierte Stilistin Yael Inokai inszeniert eine Kriminalgeschichte, die ein feingefügtes Netz menschlicher Schicksale birgt.

Kriminetz-Rezensionen

Eine seltsame Frau

Die Auster, Roman von Yael Inokai, EBook, Hanser-Verlag.
Leonora ist wie eine Auster, harte Schale ein weicher Kern und nach außen verschlossen.
Leonora Bloch macht schon 45 Jahre beim Geschäftsführer eines legendären Kaufhauses sauber. Sie kennt ihn wohl besser als sonst jemand. Eines Tages findet sie ihren Chef Dr. Bronstett tot am Boden, in einer Blutlache und beide Hände fehlen. Was macht Leonora – erst einmal sauber.
Sie kennt alle seine Geheimnisse, aber sie verrät nicht alles was sie weiß.
In 30 Kapitel mit angenehmer Leselänge teilt sich das Buch. Bildhaft und flüssig geschrieben. Dementsprechend ist es schnell gelesen. Ein Kriminalroman der überhaupt nicht als solcher daherkommt, das fand ich schon etwas befremdlich. Viele Figuren die ich nicht richtig einordnen konnte, so vieles wird angedeutet, aber nicht direkt ausgesprochen, sodass einiges für mich nicht recht einzuordnen war. Ehrlich gestanden konnte ich auch die Auflösung des Falls nicht nachvollziehen. Warum hat die Polizei letztendlich den Täter gefunden, war es der Hinweis mit dem grauen Telefon? Überhaupt wurde die Polizeiarbeit komplett ausgeklammert.
Die Figuren sind durchweg seltsam, nicht nur die Protagonistin. Die Charaktere und ihr Handeln waren für mich nicht nachvollziehbar. Einzig Leonora konnte ich etwas näher kennenlernen, dabei blieb noch so vieles unausgesprochen. Viele Andeutungen habe ich einfach nicht verstanden. Inwieweit ihre Eindrücke echt oder eingebildet sind, war nicht immer genau zu differenzieren. Bei ihrer Bekanntschaft mit dem Kaufhausdetektiv habe ich nur einiges vermutet. in welchem Alter er wohl ist, habe ich nicht verstanden, auch Ilcsi konnte ich überhaupt nicht einordnen, auch nicht altersmäßig. Die einzige Person, bei der ich mir einigermaßen sicher war, was sie bewegt, war die Tochter des Opfers, wobei aber am Schluss auch einiges nicht deutlich aufgelöst wurde. Schade, denn ich denke, da wurde viel Potenzial verschenkt, die Idee zur Geschichte selbst war nämlich nicht schlecht.
Ich habe Probleme gehabt, den Plot nachzuvollziehen. Mit keiner der handelnden Charaktere bin ich warm geworden. Klare Ansagen, vor allem bei Kriminalromanen sind mir lieber. Mir fehlte die Spannung. War einfach nicht mein Buch.
Deshalb 3 Sterne.

Ungewöhnlich aber auch recht gemütlich

Der Chef eines Kaufhauses in Berlin liegt tot in seiner Wohnung. Seine Putzfrau Leonora Bloch findet ihn, alles ist voller Blut und beide Hände fehlen, oh welch ein Schock! Seelenruhig wird aber erst mal geputzt und aufgeräumt, bevor sie danach die Polizei ruft.
Diese Putzfrau ist eben ein wenig eigen und speziell, das erkennt auch die Polizei sogleich. Als frühere Aushilfe im Kaufhaus kennt Leonora das Opfer und seine Gewohnheiten bestens und macht sich zum sehr zum Missfallen der Polizei und ihres Umfelds eigene Gedanken über diesen Mordfall.

Der Kriminalroman „Die Auster“ von Autorin Yael Inokai kommt recht schrullig und schräg daher. So wie die meisten seiner Protagonisten, die seltsam distanziert und emotionslos wirken. Vielleicht sollen sie auch eine Art Außenwirkung des Opfers widerspiegeln, er war ein recht unnahbares Wesen aus der Chefetage. Hauptprotagonistin, die 73-jährige Seniorin Leonora, bringt daher so schnell nichts aus der Ruhe, sie ist zwar ziemlich neugierig, aber auch sehr eigenwillig, was ihren Umgang mit dem Mord des Chefs anbelangt.
Die ganze Handlung ist eine rechte Geheimniskrämerei, denn die Befindlichkeiten der Figuren werden nur stückweise enthüllt. Diese langsamen Enthüllungen sind auch das Spannendste an der ganzen Geschichte, deren Schreibstil angenehm zu lesen ist, aber auch ein wenig verschlossen wie eine Auster wirkt.
Das Cover gefällt mir sehr, es wirkt äußerst einladend und passt auch gut zum Buch.

Mein Fazit:
Ein etwas gemütlicher Kriminalroman mit leicht skurrilen Zügen. Es fehlte mir ein klein wenig an Schwung für absolut gelungene Unterhaltung.