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Bad Actors
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Beschreibung:
Eine wichtige Mitarbeiterin des Premierministers verschwindet spurlos, und ausgerechnet Claude Whelan, ehemaliger MI5-Chef und als solcher Erzfeind seiner Nachfolgerin Diana Taverner, soll sie finden.
Doch die Spur führt ihn direkt zurück zum Hauptquartier im Regent’s Park – und über Umwege und etliche Gehässigkeiten zu Jackson Lamb. Mit ihrer unvergleichlichen Mischung aus tiefschwarzem Humor, nerdigem Narzissmus und Chaos bringen die Slow Horses eine instabile Situation endgültig ins Wanken.






















Bad Actors
Ein Agententhriller, der nicht leicht zu lesen ist und volle Konzentration benötigt. Hier geht es um die Slow Horses, Agenten und Spione, die sich nicht ausgezeichnet haben, sondern ausgemustert worden sind. Sie verbringen ihre Zeit in dem heruntergekommenen Slough House, immer auf der Suche nach dem Kick. Hier sind Alkohol, Nikotin und Drogen an der Tagesordnung. Alles ist versifft, man fühlt und riecht den Schmutz. Und dann verschwindet die engste Mitarbeiterin der Premiers und die Suche nach ihr beginnt und man ist sich im Laufe des Buches nicht sicher: Wurde sie entführt oder leistet sie Spionage. Aber auch ein russischer Politiker hat seine Finger im Spiel. London wird hier von einer ganz anderen Seite gezeigt, aber auch reelle politische Themen wie der Brexit u.a. werden hier angesprochen. Ein Buch, voller Spannung, Aktion und Brutalität. Sprachlich herrscht hier unter den Agenten ein Jargon unterster Stufe. Der Autor schreibt trocken, mit viel schwarzen britischen Humor. Über die Slow Horses soll es auch eine Verfilmung geben. Hier herrscht Ungewissheit bis zum Schluß und die Figuren werden gekonnt gezeichnet, so dass man sich eine gute Vorstellung machen kann: Ich erwähne hier nur Lamp. Verfressen, ungepflegt, ohne Manieren und Kettenraucher. Dies war schon Band 8 in dieser Reihe. Leider war dies mein erstes Buch, so dass ich die Vorkenntnisse nicht hatte. Das Cover ist in OId English Style gestaltet, sepiafarben.
Sie sind wieder im Rennen
Achtung:
Dieses Buch ist zwar großartig, aber Teil einer Reihe. Und im Gegensatz zu anderen Reihen ist es hier wirklich nicht angeraten, es ohne Kenntnis seiner Vorgänger zu lesen!
Zum Inhalt:
Eine wichtige Kollegin im Beraterstab des Premierministers verschwindet und dessen graue Eminenz versucht, der Frau habhaft zu werden. Denn sie ist die Dame in einem Spiel, bei dem es um die ultimative Macht im Königreich geht.
Mein Eindruck:
Einige Personen außerhalb des Slough House werden reaktiviert und fast alle Pferde sind wieder am Start, wenn es um die ultimative Wurst geht. Auch in diesem Buch stolpern die Slow Horses mehr oder weniger zufällig in und über die Rennbahn, wenn die Vollblüter von Regierung und Geheimdienst darum kämpfen, den Pokal zu erringen, und bringen gerne einmal die Champions zum Stolpern. Mick Herron hält dabei so viele Zügel in der Hand, dass seine Leser fast den Überblick verlieren. Denn auch wenn sich schon im ersten Kapitel der ultimative Unsympath des Buches entpuppt, sind die restlichen Figuren wie gewohnt ambivalent aufgebaut. So agiert Spion gegen Spion, Spion für Spion und wie immer hofft und bangt man um das liebgewonnene Team von Losern. Denn wie immer beherrscht Mick Herron meisterhaft schwarzen Humor, Situationskomik und geschliffene Dialoge (ein Extralob an die Übersetzerin Stefanie Schäfer) und verpackt das Ganze in einer absolut skurrilen, hochspannenden und atemberaubenden Geschichte mit liebenswerten, völlig durchgeknallten und Charakteren mit Wiedererkennungswert.
Mein Fazit:
Wie gut, dass das Ende nicht das Ende ist
Red Queen
Im Hauptquartier der Slow Horses, einer Abteilung des britischen Geheimdienstes MI5, herrscht nicht gerade rege Betriebsamkeit, denn diese Abteilung ist ein Abschiebebahnhof. Hier sind alle Agenten zu Hause, die aus dem MI5 verbannt wurden. Chef dieses Slough House ist Jackson Lamb. Als nun eine Sonderbeauftragte des Premierministers verschwindet und der ehemalige Chef des Geheimdienstes mit der Suche beauftragt wird, sind auch die Slow Horses mit an Bord. Dies Abteilung scheint nur aus Versagern zu bestehen, doch kann jeder sich auf Lamb verlassen und deshalb suchen sie auch dieser Person, aber unter dem Radar. Doch bald stellt sich heraus, dass die jetzige Chefin abgesetzt werden soll, ein Red Queen Alarm. Nun bündeln sich alle Kräfte im Slough House, um das zu verhindern.
Der Krimi von Mick Herron „Bad Actors“ ist der mittlerweile achte Fall um die Slow Horses und ihren Chef Jackson Lamb. Es ist eine irgendwie andere Agentengeschichte, die der Autor hier erzählt, Alle Personen, die in dieser Abteilung arbeiten, waren mal beim britischen Geheimdienst MI5, oder sind es immer noch. Sie spielen keine Rolle mehr, aber sind immer noch verlässliche Agenten. Ihr Chef Lamb hält die Hand über sie, denn er weiß sie werden, wenn nötig ihren Einsatz leisten. Es ist eine Story, die nicht geradlinig verläuft, sondern schon einige Abzweigungen nimmt, die manchmal nicht einfach zu verstehen sind, die aber für diese Reihe total normal sind. Sie spielen so ein bisschen Versteck mit dem Geheimdienst, bzw. nimmt Herron diesen ein wenig auf die Schüppe. Denn es wird immer klarer die Agenten der Slow Horses, sind genauso wie der Name sagt, sie gehen keinen Schritt mehr als sie müssen. Sie tragen aber immer wieder zum Erfolg dieses Abteilung bei, doch sind es nicht die normalen Wege, die sie beschreiten, sondern immer außergewöhnliche. So ist auch die Beschreibung der einzelnen Personen sehr unterhaltsam und wie der Autor in diesem Band Jackson Lamb beschreibt, schon äußerst ungewöhnlich. Die Sprache, die Mick Herron hier benutzt ist sehr beschreibend und dass auch noch sehr detailliert. Auch wenn man meint, dass die Spannung nicht so hoch ist, hat er den Spannungsbogen gut angelegt.
Dieses Buch ist keines von der Stange, sondern es ist sehr komplex zu lesen, aber trotzdem hat es für mich einen hohen Unterhaltungswert. Allerdings ist es auch ein Buch, dass ich sicherlich nochmal in die Hand nehmen werde, um mir einige Passagen ein zweites oder drittes Mal durchzulesen. Dies ist kein Buch für das schnelle Lesen, aber gute Unterhaltung ist garantiert.
Stellenweise genial, aber oft auch überzogen
Buchmeinung zu Mick Herron – »Bad Actors«
»Bad Actors« ist ein Kriminalroman von Mick Herron, der 2025 bei Diogenes in der Übersetzung von Stefanie Schäfer erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »Bad Actors« und ist 2022 erschienen. Dies ist der achte Band mit den Slow Horses.
Zum Autor:
Mick Herron, geboren 1963 in Newcastle-upon-Tyne, studierte Englische Literatur in Oxford, wo er auch lebt. Seit 2024 ist er Mitglied der Royal Society of Literature. Seine Romane wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Theakston's Old Peculier Crime Novel und dem Ellery Queen Readers Award; für sein Lebenswerk erhielt er 2025 den CWA Diamond Dagger.
Zum Inhalt:
Das Verschwinden einer wichtigen Mitarbeiterin des Premierministers bringt das fragile Gleichgewicht zwischen Politik und leitenden Spionen ins Wanken. Natürlich sind auch Jackson Lamb und seine Slow Horses involviert und tragen ihren Teil zum ausufernden Chaos bei.
Meine Meinung:
Dieses Buch ist meine erste Begegnung mit den Slow Horses und sie war anders als ich es erwartet hatte. Schwarz humorig bis zum Abwinken, Figuren jenseits jeder Normalität, ans Absurde grenzende Handlung unnd gnadenlos überzeichnete Gewaltszenen. Die Krone gebührt aber der grauen Eminenz Jackson Lamb. Seine Sympathiewerte sind unterirdisch und sein Auftreten ist abstoßend und doch ist er die Figur, die der Handlung Sinn und Leben einhaucht. Ihm scheint Erfolg unwichtig zu sein, aber er sieht und lenkt Entwicklungen und bringt die Leser auf den Stand. Wer sich mit ihm anlegt hat schon verloren. Zeuge ich Jackson Lamb etwa Respekt? Nur durch ihn blieb ich bei der Stange und die total überzogenen Szenen wurden erträglich. Manche Stellen gefielen mir sehr, aber das ausufernde Chaos nervte mich zunehmend. Das Ende war dann überraschend normal. Noch bin ich im Unklaren, ob ich ein weiteres Buch der Serie lesen will, denn diese Mischung war trotz grandioser Szenen nicht meins.
Fazit:
Dieser Titel mag an einigen Stellen genial sein, aber insgesamt konnte er mich nicht begeistern, weil er zu überzogen auf mich wirkte. Deshalb bewerte ich dieses Teil mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).