Cover von: Bei den Tannen
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Bücher.de Preis: 11,00 €

Bei den Tannen

Der siebte Fall für Commissario Grauner. Ein Krimi aus Südtirol
Buch
Taschenbuch, 304 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3462001523

ISBN-13: 

9783462001525

Auflage: 

1 (13.01.2022)

Preis: 

11,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3462001523

Beschreibung von Bücher.de: 

Mord im Sarntal: der neue Band des SPIEGEL-Bestsellerautors Lenz Koppelstätter.

Gefährlicher Aberglaube, tödliche Delikatessen und ein finsteres Kapitel der Südtiroler Geschichte: Sein siebter Fall lässt Commissario Grauner an seinem Verstand zweifeln.

Im Sarntal, im Herzen Südtirols, liegt zwischen Schluchten und mit wilden Latschenkiefern bewachsenen Hängen eines der besten Restaurants der Welt: das Tan. Ausgerechnet eine berühmte Goumetkritikerin kommt hier unter mysteriösen Umständen zu Tode.

Commissario Grauner, dem schon von seiner Frau Alba zubereitete Speckknödeln zum Glück reichen, begibt sich auf Spurensuche in die Welt der feinen Speisen. Für die eigenwilligen Dorfbewohner steht schnell fest: Die Köchin war es. Schließlich sei sie eine Nachfahrin einer der letzten Frauen, die im 16. Jahrhundert im Zuge der brutalen Hexenprozesse auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden waren. Obwohl die Ermittler von derlei Gerüchten nichts wissen wollen, müssen sie sich fragen: Soll hier eine jahrhundertealte Rechnung beglichen werden?

Kriminetz-Rezensionen

Wer will hier Böses?

Es handelt sich mittlerweile um den 7. Band der Reihe mit Commissario Johann Grauner.

Dieses Mal müssen Grauer, seine Assistentin Silvia Tappeiner und Claudio Saltapepe im Fall der vergifteten Carla Manfredi ermitteln. Carla, 58 Jahre, war Inhaberin des bedeutendsten Gourmetmagazins Sette Forchette und hatte zuletzt in dem Feinschmeckerlokal Tan im Sarntal gespeist. Auch ihre beiden Hunde, die immer Häppchen vom Tisch bekommen, sind gestorben. Carla Manfredi war eine ganz spezielle Persönlichkeit, sie war nobel und elegant, hinterlässt eine Wohnung in Rom, Schmuck, einen Bentley und ein geschätztes Vermögen von ca. 30 Mio. Euro. Wer wollte also ihren Tod? Gekränkte Köche/Restaurantbesitzer oder Neider? Oder kam er aus einer ganz anderen Ecke?

Wo ist das Täter zu suchen?

Den Bewohnern des Sarntals ist klar, dass die Jöchlerinnen-Schwestern dahinter stecken müssen. Bereits ihre Mutter war eine Hexe. Eine der Schwestern hat einen großen Kräutergarten und die andere betreibt das Lokal. Lisa, die dritte Schwester hat gerade ihr Studium in Wien abgeschlossen. Über den unbekannten Vater wird nur spekuliert. Ledig sind sie alle drei, weil eine Hexe heiratet im Tal niemand. Und es gab seit Generationen eine Fehde zwischen der Familie Jöchler und der Steiner-Familie. Die Krönung ist, als nach einigen Tagen das Lokal abbrennt und geschrieben steht HEXE STIRB.

Die Ermittler müssen bei ihren Nachforschungen im Archiv weit zurückgehen, um alte Urkunden zu sichten und am Ende kann der Fall auch restlos geklärt werden – allerdings mit einer Überraschung.

Ich habe alle bisherigen Bände der Reihe gelesen. Der Südtiroler Autor beschreibt seine Gegend mit viel Herzblut und die Bewohner vollkommen authentisch. Man fühlt sich mitgenommen und mittendrin – das gefällt mir immer wieder sehr gut, es bringt für mich eine gewisse Urlaubsstimmung. Im vorliegenden Fall allerdings bekam für mich das Gefühls- und Privatleben der Ermittler einen zu großen Raum, vor allem auch im Hinblick den verstorbenen Kollegen und die damit zusammenhängende Trauer. Das Spannungsniveau war nicht sehr hoch und da kein zeitlicher Druck bei der Klärung vorhanden war, plätscherte die Geschichte vor sich hin. Miträtseln konnte man zwar, aber die Auflösung wurde für mich dann doch aus dem Hut gezaubert und konnte nicht erahnt werden.

Alles in allem ein netter Krimi für zwischendurch, so richtig gepackt hat er mich nicht. Aber ein treuer Fan wird auch diesen Band bestimmt lesen wollen.

Mysteriöser und mystischer Fall aus Südtirol

Der leidenschaftliche Viechbauer und Ermittler Comissario Grauner, bekommt es mit einem verzwickten Todesfall im Sarntal zu tun. Die prominente Gastrokritikerin Carla Manfredi wird im exklusiven Waldrestaurant »Tan« vergiftet. Steckt die ortsbekannte Hexe und Köchin Hedwig Jöchler dahinter, oder etwa die Jahrhunderte andauernde Feindschaft der Dorfbewohner …?

Ein wirklich spezieller 7. Fall, zu dem Comissario Grauner im Regionalkrimi »Bei den Tannen« gerufen wird. Der Autor Lenz Koppelstätter bietet seinem Leser ein wirklich bühnenreifes Stück vor imposanter Bergkulisse des Sarntals in Südtirol. Der Mordfall scheint einen wahren Hexenwahn auszulösen, dessen Geschichte bis ins Jahr 1540 zurückreicht. Denn immer noch existiert tiefer Aberglaube und Hass im Sarntal, drei Frauen stehen am Rande der Dorfgemeinschaft, deren Familien seit Jahrhunderten geächtet und ausgegrenzt werden.

Für Neueinsteiger wie mich war es eigentlich kein Problem ins Buch zu finden, allerdings merkt man gleich: Etwas Schlimmes muss in den Vorgängerkrimis geschehen sein, denn ein Verlust scheint schwer auf dem Team um Gauner zu lasten. Diese Tatsache macht aber auch neugierig auf die vergangenen Episoden;).

Koppelstätters Schreibstil ist sehr detailliert und anschaulich in der Beschreibung von Menschen sowie Gebräuchen und er setzt die Südtiroler Landschaft ins Rampenlicht. Der Fall ist unblutig, sorgt aber für reichlich Aufregung und weckt böse Geister. Das schafft einiges an Spannung und Abwechslung im Buch, das mit einem unerwarteten Ende überrascht!

Das perfekt zum Krimi passende Coverbild macht Lust auf eine Bergtour ins Sarntal, um dort leibhaftig die »Stoanernen Mandln« zu besuchen.

Mein Fazit:
Faszinierender Krimi mit einer absolut fesselnden Handlung, auch die Auflösung hat mir gut gefallen, schlüssig, aber auch ausgefallen. Die vergangenen Fälle vom Comissario kommen sogleich auf meine Wunschliste;)!

Gefährlihcer Aberglaube

Commissario Grauner und seine Crew ermitteln in ihrem siebten Fall.

Eine berühmte Gourmetkritikerin kommt bei einem Essen in einem weltbekannten Restaurant im Sarntal ums Leben, auch ihre beiden Hunde, die sie vom Essen kosten ließ, sind tot. Da denkt man natürlich zuerst an die Köchin. Hedwig Löchler, Nachfahrin einer berühmt-berüchtigten Hexen-Dynastie, wird beschuldigt. Vor allem von den Dorfbewohnern, die auf sie und ihre weiblichen Ahnen schon seit Jahrhunderten eine regelrechte Hexenjagd veranstaltet haben. Soll hier eine uralte Rechnung beglichen werden? Commissario Grauner und sein Team begeben sich diesmal im Sarntal auf Spurensuche.

Das Buch beschreibt vier Tage des Geschehens, beginnend vom Tod der Kritikerin, bis zur Aufklärung des Falls, die einzelnen Tagesabschnitte sind in lesegerechte Kapitel aufgeteilt. Italienische Phrasen, Zeitungen, Lieder oder Handschriftliches sind kursiv gedruckt. Ein Zeitungsinterview ist fett gedruckt deutlich gemacht, das belebt das Schriftbild und erleichtert das Verständnis.

Am Anfang des Buches gibt es Karten, sie bilden das Gebiet ab, in dem ermittelt wird. Da dies am Lesegerät immer etwas umständlich und auch undeutlich sein kann, fand ich die angegebene Internetadresse sehr hilfreich. Dort kann die Karte zoombar und in Farbe angesehen werden. Trotzdem ist es mit abgedruckten Karten in der Printversion einfacher.

Das Geschehen setzt direkt nach Ende des letzten Bandes ein, deshalb konnte ich ins Geschehen direkt einsteigen. Lesefluss hat sich unmittelbar eingestellt. Das Wiedersehen mit den liebgewordenen Figuren war schön, leider war mein Favorit Ispettore Saltapepe nicht von Anfang an mit von der Partie.

Eine große Stärke von Koppelstätter ist, seine Charaktere ganz tief zu charakterisieren, das macht sie sympathisch und man kann sich hervorragend mit ihnen identifizieren. Die familiären Entwicklungen im Hause Grauner genieße ich. Besonders gut gefallen haben mir die Abschnitte, bei denen die inquisitorische Hexenjagd in Südtirol beschrieben wurde. Gruselig und spannend beschrieben auch die mittelalterlichen Treffen der Kräuterfrauen auf der hohen Reisch.

Die Zutaten zu einem spannenden Kriminalfall wurden hervorragend gelegt. Das Milieu der Sterneköche und Restaurantkritiker, der alten mysteriösen Dorffehden und mittelalterlicher Aberglauben, das alles in wilder Natur, in dunklen Wäldern und tiefen zerklüfteten Schluchten.

Doch leider bin ich in diesem Fall ein wenig außen vor geblieben, hatte ich das Gefühl. Ich konnte die einzelnen Ermittlungsstränge einfach nicht so richtig miteinander verbinden, immer wieder musste ich zurückblättern, weil ich dachte, dass ich etwas dazwischen ausgelassen habe, besonders wenn die Akteure in aufregende Situationen verwickelt wurden, z.B. die Erlebnisse Tappeiners in der Burg und in der Schlucht, sind für mich undurchschaubar. Die Auflösung war nahezu unspektakulär. Dafür bei meiner Bewertung einen Punkt Abzug.

Trotz allem habe ich diesen Südtirol-Krimi wieder genossen, ein Ziel für den nächsten Südtirolurlaub habe ich auch schon ausgemacht, die »Stoanernen Mandln« im Sarntal möchte ich unbedingt sehen. Von mir 4 von 5 möglichen Sternen.