Cover von: Betongold
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Betongold

Kriminalroman
Buch
Gebundene Ausgabe, 240 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3455012140

ISBN-13: 

9783455012149

Auflage: 

1 (05.10.2021)

Preis: 

20,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3455012140

Beschreibung von Bücher.de: 

Drei Freunde und die dunkle Seite einer leuchtenden Stadt.

Josef Frey, genannt Smokey, hat sein Leben als Mordermittler verbracht, doch seit fünf Jahren ist er raus. Morbus Bechterew, eine unheilbare Rückenkrankheit, zwingt ihn, den Blick auf den Boden zu richten, goldenen Münchener Boden. Mithilfe von Cannabis und endlosen Spaziergängen durch die Stadt will er seinen Schmerzen entkommen.

Bis sein alter Freund Schani, der sich zuletzt als Immobilienhai einen unrühmlichen Namen gemacht hat, mit dem Gesicht nach unten in einer Baugrube liegt. Auf der Suche nach der Wahrheit über den Tod des Freundes muss Smokey weiter durch München laufen, denn er weiß: Die Antwort liegt irgendwo da draußen, in den Straßen seiner schönen und grausamen Stadt.

Kriminetz-Rezensionen

Mit dem Russen auf dem Rücken

Der Sepp, der Hias und der Schani sind schon seit mehr als 50 Jahren Freunde. Freunde, wie man sie nur in der Jugend findet und dann hält die Bindung ein Leben lang, egal wie unterschiedlich die Lebenswege verlaufen.

Der Hias wollte weg aus Giesing, die Welt erkunden und kam mit seiner Monique zurück, um Monis Eck aufzumachen, und wurde zum Moni. Der Sepp ging zur Polizei, bis ihn der »Russe auf seinem Rücken«, sprich Morbus Bechterew, in den Frühruhestand zwang. Und der Schani ist immer der gleiche geblieben, viel Muskeln, eine große Klappe und ein großes Herz, zumindest für die Seinen. Ansonsten hat er viel Geld verdient, hatte immer den richtigen Riecher und in Immobilien gemacht. Doch jetzt liegt der Schani in einer seiner Baugruben, die silbernen Schlangenlederstiefel sind unverkennbar.

Sepp, der inzwischen Smokey genannt wird, weil er medizinisches Marihuana gegen seine Schmerzen raucht, will wissen, was da passiert ist.

Giesing, das ist das heimliche Herz von München, aber die Gentrifizierung macht auch vor diesem alten Arbeiterviertel nicht halt. Den alten Mietern flattern Modernisierungsankündigungen ins Haus, wenn sie nicht gleich entmietet werden. Und der Schani war stets dabei.

Ich schätze Tanja Weber als Autorin besonderer Kriminalromane schon lange, aber mit »Betongold« hat sie ihr Meisterstück abgeliefert. Wie sie lakonisch und verdichtet erzählt, ist große Klasse. Mir ist meine Münchner Zeit – in den 70er Jahren habe ich dort gelebt – wieder sehr lebendig geworden. In Rückblenden lässt sie ihren Protagonisten Sepp auch an die vergangenen Jahrzehnte blicken und so entsteht eine sehr atmosphärische Geschichte Münchner Lebens.

Freundschaft ist ein großes Thema in diesem Roman. Wie man sich ein Leben lang kennen kann und doch nicht immer alles weiß oder erfassen kann. Wie sich Menschen ändern, auch wenn man die Veränderungen nicht sehen will und lieber an eine große Familie glaubt. Die zu den 60ern halten, auch wenn das große Spiel jetzt an der Säbener Straße gespielt wird. Ein bisschen Wehmut ist dabei, wenn Tanja Weber vom leuchtenden München erzählt, das schon lange nicht mehr so glänzt und in Giesing eh nie so hell strahlte. Damit wird der Krimi auch gleichzeitig zum Gesellschaftsroman, der ganz aktuelle Bezüge zu Mietwucher und Immobiliendeals hat.

Betongold ist kein Krimi für nebenher, seine Spannung bezieht er aus der hervorragend skizzierten Milieubeschreibung und den Figuren, die Tanja Weber sehr echt und sehr menschlich gelungen sind.

Monis Eck

Smokey, Schani und der Moni sind Freunde seit Kindestagen, doch nun wird Schani tot in einer Baugrube aufgefunden. Smokey ist ein frühpensionierter Polizist und möchte natürlich wissen, was hinter dem Tod seines Freundes steckt. Schani ist ein Aufsteiger, vom Dachdeckermeister zum Immobilienbesitzer und nun liegt er tot in einer Baugrube. Da kommt in Smokey natürlich sein Polizistenherz durch. Dem Moni gehört Monis Eck, das nach seiner Frau Monique benannt wurde. Diese ist allerdings vor einigen Jahren an Krebs gestorben und nun ist ihm nur noch die Kneipe und seine Tochter Aymee geblieben. In diesem Kreis spielt sich das Leben hier in Giesing ab. Smokey ist zwar durch seinen Bechterew sehr stark eingeschränkt, aber das hält ihn nicht davon ab, der Wahrheit auf den Grund zu gehen.

»Betongold« von Tanja Weber ist ein sehr hintergründiger Krimi in einer Giesinger Bewohnerkultur. Die beteiligten Menschen werden sehr behutsam und tiefsinnig beschrieben. Da ist Smokey, der seinen »Russen«, einen Bechterew, mit sich herumträgt und deshalb auch Cannabis auf Rezept benutzen darf. Das erhöht natürlich die Stimmung, wenn er in Monis Eck mit seinem Freund, dem Moni, philosophiert. Der Moni heißt eigentlich gar nicht Moni, aber nachdem seine Frau, die Monique, verstorben ist, blieb der Name erhalten und deshalb heißt er auch nun der Moni. Er ist einer der besten Freunde von Smokey und der ist einer der besten Kunden von Moni. Auch der Schani wird sehr genau beschrieben und auch seine Zerrissenheit – als Mitglied des Freundeskreises, aber auch als Immobilienbesitzer. Die Story ist sehr schön unterbrochen mit Eindrücken aus der Vergangenheit und erläutert so die Beziehungen der Einzelnen untereinander.

Die Aktualität der Story liegt meines Erachtens in der Undurchsichtigkeit, in den Immobiliendeals dieses Gewerbes. Das »eine Hand wäscht die andere« wird immer wieder allzu deutlich. Doch das sind eigentlich Abfallprodukte, eingebettet wird der Mord in dieser Geschichte. Eine sehr schön entwickelte Story, in der der Höhepunkt natürlich bis zum Ende aufbewahrt wird.

Ich finde diesen Krimi sehr unterhaltsam und sehr tiefgründig. Er regt zum Überlegen an und die einzelnen Szenen sind sehr intensiv beschrieben. Immer wieder muss ich bei der Beschreibung des cannabisrauchenden Ex-Kommissars lächeln und ich stelle mir die Figur eines anderen Münchener Kommissars vor, der so seine Erfahrung mit Pilzen hat und auch sehr eigenständig daherkommt. Ich kann diesen Krimi nur wärmstens empfehlen.

Erfrischend anders

Der ehemalige Mordermittler Josef Frey ist im Ruhestand. Er hat Jahrzehnte in München ermittelt und kennt die Stadt wie kein anderer. Was ihm zu schaffen macht, ist seine Krankheit Morbus Bechterew. Eines Tages wird sein Kollege Schani, ein Immobilienhai, tot in einer Baugrube gefunden. Klar ist, dass Sepp die Umstände kennen möchte und der Wahrheit auf die Spur geht …

Das Buch ist unterteilt in Kapitel. Diese spielen mal in der Gegenwart, mal in näherer, mal in ferner Vergangenheit. So lernt man die Protagonisten kennen. Auffallend ist auch, wie Sepp seine Krankheit betitelt, sie ist sein boshafter Gegner, und er sieht sie an wie das personifizierte Böse. Da der Kriminalroman in Bayern spielt, finden sich auch einige einheimische Ausdrücke, was den Lesestoff zusätzlich interessant macht. Die Autorin hat in diese Geschichte eine Prise Humor gestreut, was ganz ok, aber nicht zwingend notwendig ist. Alles in allem eine lesenswerte Lektüre.

Über Freundschaft von Smokey, Schani und Hias

»Betongold« ist ein Kriminalroman von Tanja Weber, der 2021 im Hoffmann und Campe Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Tanja Weber, gebürtige Berlinerin, aber zur Schulzeit von den Eltern nach Bayern verschleppt. Abitur in Bayern, Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Kunstwissenschaft wieder in Berlin. Tanja Weber hat als Theaterdramaturgin gearbeitet und war als Drehbuchautorin für zahlreiche TV-Produktionen tätig. Ihr erster Roman »Sommersaat« erschien im Juli 2011 und wurde für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Im Frühjahr 2013 erschien mit »Oberland« der zweite Teil der Reihe um den Postboten Johannes Stifter. Unter dem Pseudonym Marie Matisek schreibt Tanja Weber Unterhaltungsromane, als Judith Arendt Krimis.

Mit ihrer Familie lebt Tanja Weber im Umland von München.

Meine Meinung:
Das Besondere an diesem Buch ist der lockere Erzählton der Geschichte. Smokey, Schani und Hias sind seit Kindertagen befreundet und nun liegt der Schani tot in einer Baugrube. Smokey, Polizist im Frührentnerdasein wegen seines Rückenleidens, will wissen, warum sein alter Freund sterben musste. Verdächtige gibt es genug, denn Schani war ein rücksichtsloser Immobilienhai, allerdings manchmal mit Herz.

Die Geschichte wird aus der Sicht Smokeys erzählt und dreht sich vorwiegend um Beziehungen und das Leben über all die Jahre im Münchener Stadtteil Giesing. Es gibt viele Nebenhandlungen und der Kriminalfall wird zeitweilig zur Nebensache. Trotzdem hat mich die Geschichte um die drei Freunde lange Zeit gefesselt. Smokey ist eine durch und durch sympathische Erscheinung. Er versucht, hinter die Fassaden zu schauen. Viele kleine Episoden und der humorige Grundton sorgen für ein entspanntes Lesen. Im Gegensatz zum humorigen Grundton steht die eher traurige Tristesse des Lebens in Giesing, das durch viele Probleme und Schicksalsschläge geprägt ist. Gegen Ende widmet sich die Autorin den Immobilienhaien und ihrem Umfeld. Seltsamerweise fand ich diesen Abschnitt weniger interessant. Übrigens wird der Todesfall vollständig geklärt.

Fazit:
Das Buch ist eher ein Beziehungs- als ein Kriminalroman, der von der Erzählkunst der Autorin und der sympathischen Hauptfigur lebt, mich aber lange Zeit gefesselt und gut unterhalten hat. Gerne vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus für die Freunde von Romanen im Stil von Hakan Nesser.

Goldener Boden

Der ehemalige Mordermittler Josef Frey musst aufgrund einer schweren Krankheit schon vorzeitig seinen Dienst quittieren. Die Diagnose des Morbus Bechterew zeichnet auch sein Leben, in dem bei Weitem nicht alles so verläuft, wie er es gerne hätte. Der letzte Nackenschlag für ihn war der plötzliche Tod seines Freundes Schani. Er wird tot in einer Baugrube aufgefunden und alles deutet auf einen tragischen Unfall hin. Der Ermittlerinstinkt in Josef Frey lässt ihn aber an dieser Theorie zweifeln, denn schließlich hatte sich der Immobilienmogul Schanninger mit seinen geschäftlichen Aktivitäten eine große Anzahl an Feinden zugelegt. Frey taucht in das Leben seines Freundes ein und muss feststellen, dass er ihn vielleicht doch nicht wirklich kannte …

Die Autorin Tanja Weber hat aus meiner Sicht mit »Betongold« einen sehr speziellen Kriminalroman geschrieben. Sie erzählt die Geschichte in einem interessanten, aber nicht sehr leicht zugängigen Schreibstil, der sich zunächst für mich ein wenig sperrig darstellte. Der Spannungsbogen kommt aus meiner Sicht in dem Roman auch ein wenig zu kurz, er wird zwar schnell mit dem Auffinden der Leiche des Immobilienhais Schanninger aufgebaut, aber das Ganze entwickelt sich eher als Milieustudie der Münchener Immobilienszene, was dem Spannungsmoment in dem Buch nicht wirklich guttut. Tanja Weber setzt sich im Laufe der Geschichte sehr kritisch mit dem Thema auseinander und kann dies auch gut und niveauvoll in Worte umsetzen, aber die Charakteristika eines Kriminalromans kamen mir dabei doch ein wenig zu kurz.

Der Hauptprotagonist Josef Frey, oder auch Smokey genannt, wird sehr interessant gezeichnet, und er konnte mit seiner ruhigen, aber ehrlichen Art bei mir schnell Sympathiepunkte sammeln. Die Auflösung des Falls hielt für mich noch eine Überraschung parat, die der Geschichte einen passenden Abschluss gab.

Insgesamt konnte mich »Betongold« nicht wirklich überzeugen, was vielleicht auch daran lag, dass ich mit falschen Vorstellungen in das Buch gestartet bin. Der Schreibstil der Autorin Tanja Weber ist sehr ansprechend und fordert die volle Konzentration des Lesers, so dass ich mich gerne noch mit einem anderen Buch von ihr auseinandersetzen werde. Empfehlen kann ich »Betongold« als Kriminalroman nur bedingt und bewerte das Buch mit drei von fünf Sternen.

Krimi???

Seit fünf Jahren ist der Mordermittler Josef Frey alias Smokey aus seinem Beruf wegen einer Erkrankung draußen. Nachdem sein Freund und Immobilienhai Schani in einer Baugrube tot aufgefunden wird, macht Smokey sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Dies ist eines der wenigen Bücher, bei denen ich mich quälen musste zu lesen und etwa in der Mitte des Buches aufgegeben habe. Ich lese gerne Lokal-Krimis, aber in diesem gefiel mir weder die Darstellung Münchens noch des bairischen Dialekts. Die Protagonisten sind mir zu oberflächlich gezeichnet und die vielen Wiederholungen, wie z.B. der Morbus Bechterew nervten nur. Des Weiteren verliert sich die Autorin in Nebensächlichkeiten und Langeweile. Von einem Krimi hätte ich Spannung erwartet, aber diese fehlt hier gänzlich. Ebenso liest sich der nüchterne Schreibstil anstrengend.

Für mich ziehe ich das Fazit: ein »Krimi« ohne Spannung, nichtssagend und verschwendete Lesezeit.

Viel Lokalkolorit,aber kein Krimi

Als der Immobilienhai »Schani« tot in einer Baugrube gefunden wird, fühlt sich der ehemalige Polizist, der aufgrund seiner Bechterew-Erkrankung den Dienst quittieren musste, verpflichtet, den Tod seines Freundes aufzuklären. Er führt zahlreiche Gespräche, welche bevorzugt immer in seiner Stammkneipe stattfinden, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Obwohl ich Krimis mit Lokalkolorit mag und auch durchaus bereit bin, einer langwierigen Ermittlung zu folgen, war es mir hier eindeutig zu viel des Guten. Zwar gab es einige interessante Ausblicke in die bayerische Gesellschaft und die legalen und illegalen Geschäfte der Baubranche, allerdings blieb der Krimi – jedenfalls für meinen Geschmack – völlig auf der Strecke.

Außerdem gab es zu viele Wiederholungen, sei es die Krebserkrankung von Monique oder der Bechterew sowie die Schmerztherapie mit Cannabis, irgendwann nervte es nur noch.

Die Auflösung als solche war zwar schlüssig und nachvollziehbar, für einen Krimi gab es aber deutlich zu wenig Spannung. Von mir daher keine Leseempfehlung.

Freunde fürs Leben

Morbus Bechterew ist schuld, dass Smokey seinen Job als Mordermittler nicht mehr ausüben kann. Mit langen Spaziergängen und Cannabis versucht er der Schmerzen Herr zu werden. Doch als sein Freund aus Kindertagen, der Immobilienhai Schani, tot in einer Baugrube liegt, muss Smokey herausfinden, was passiert ist.

Dieser Regionalkrimi, der in München spielt, hat mich nicht wirklich packen können. Mit dem ausführlichen Schreibstil wurde ich nicht richtig warm und so hielt sich auch die Spannung in Grenzen. Authentisch wurde die Atmosphäre durch den bayrischen Dialekt, der aber für Nichtbayern etwas schwierig ist. Einiges wurde auch öfters wiederholt, dabei hatte ich es auch beim ersten Mal gerafft.

Es handelt sich um einen Krimi, aber viel mehr geht es um die Beziehung von drei Freunden. Die Charaktere sind sehr ausführlich beschrieben. Die Freunde sind nicht mehr die Jüngsten, aber sie stehen zusammen und kümmern sich umeinander und um die Familienangehörigen. Alle haben ihre Ecken und Kanten. Smokey leidet aufgrund seiner Krankheit und kriegt nicht wirklich etwas gebacken, macht sich aber an die Ermittlungen. Schani war ein skrupelloser Gauner, der mit seinen Geschäften die Leute über den Tisch gezogen hat. Dazu kommt noch der Moni, eigentlich Matthias, der eine Kneipe hat.

Ein Kriminalroman, der mich nicht wirklich überzeugen konnte, denn mir fehlte die Spannung.