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Betreutes Morden
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Eigentlich möchte Carol nur in Ruhe ihren Lebensabend genießen. Doch das ist nicht so leicht – für eine Serienmörderin …
Als sie ins Seniorenheim Sheldon Oaks einzieht, ist Carol selig: endlich ihre eigenen vier Wände. Endlich Freiheit. Denn die letzten 35 Jahre hat sie im Gefängnis verbracht. Wegen siebenfachen Mordes. Carol ist Serienmörderin. Na ja, war Serienmörderin. Jetzt ist sie im Ruhestand. Und froh, in Sheldon Oaks etwas für sie gänzlich Neues zu finden: Freundschaft.
Bis genau vor Carols schönem neuen Balkon jemand ermordet wird. Dummerweise wimmelt es in ihrem neuen Freundeskreis nur so von ehemaligen Ermittlern, die sich flugs an die Arbeit machen. Denn wer wird als Erstes verdächtigt? Carol natürlich. Wenn sie ihre neu gefundene Freiheit und ihre Freunde behalten will, muss sie ihre Unschuld beweisen. Und zwar schnell.
Eine Innenministerin, ein Kriminalkommissar, eine Pathologin und eine Serienmörderin im Seniorenheim – Bühne frei für Carol und ihre Ermittlungstruppe der besonderen Art!





















Ein neuer Anfang
Carol hat sich eine Wohnung in einer Seniorenresidenz gekauft. Ein ganz neues Leben. Nachdem sie fünfunddreißig Jahre im Gefängnis saß. Sie war eine Serienmörderin. Jetzt will sie ein neues Leben und neue Freunde. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen weil kurz nach ihrer Ankunft ein Mord geschieht. Klar das sie die Verdächtige Nr. 1 ist und das in einem Seniorenheim in dem es nur so von ehemaligen Ermittlern wimmelt.
Beim Lesen hat man sofort Vergleiche mit dem "Donnerstagsmordclub" gezogen. Seniorenheim, alte Ermittler usw. .
Aber ab dem zweiten Drittel hört die Ähnlichkeit auf. Diese Alten sind alt im Sinne des Wortes, körperliche Gebrechen, etwas Demenz, das gute Aussehen ist auch fort. Sie wirken natürlich, wie sie gegen die Langeweile ankämpfen, Vorurteile laut jedem erzählen der sie nicht hören will. Und das alles in einem Heim das Annehmlichkeiten für eine jüngere Generation bietet. In dem die Angestellten die Bewohner nach ihren Erfahrungen aus dem ersten Weltkrieg fragen. Carol und ihre neuen Freunde sind sehr echt, diesen Menschen begegnet man täglich, in der Familie oder Nachbarschaft.
Die Geschichte entwickelt sich sehr skurril, die Dialoge sind schräg und am Ende gab es ein sehr schönes Happy End wobei dieses Wort für einen Cosy Crime verkehrt ist aber in diesem Fall passt.
, So das ich mich schon auf einen nächsten Band freue.
Herrlich amüsant und etwas makaber
Die (eventuell siebenfache) Serienmörderin Carol Quinn ist im Ruhestand. Nach 35 Jahren im Gefängnis freut sie sich darauf, in ihr eigenes kleines Reich eines Luxus-Seniorenheimes zu ziehen. Sie hat das Gemeinschaftsgefühl unter Mördern vermisst und will nun neue Freunde finden, was ihr zu Beginn auch gut gelingt. Doch dann fällt ein Bewohner vom Dach, direkt an Carols Balkon vorbei, in die Tiefe. Außerdem hat Geoffrey, ein ehemaliger Polizist, Carols Vergangenheit herausgefunden und posaunt sie herum. Seitdem machen die Bewohner der Einrichtung einen Bogen um Carol.
Geoffrey ist von Carols Schuld überzeugt und sucht nun, zusammen mit Catherine, einer ehemaligen Gerichtsmedizinerin, und Margaret, einer ehemaligen Innenministerin, nach Beweisen.
Während die drei sich auf ihre Arbeit konzentrieren, ist Carol ebenfalls nicht untätig und ermittelt auf eigene Faust. Als ehemalige Mörderin kann sie sich gut in die Rolle des Opfers und des Täters hineinversetzen.
Die Geschichte ist herrlich skurril, makaber und höchst amüsant. Die Senioreneinrichtung ist mit allerlei Schnickschnack ausgestattet, den die älteren Menschen teilweise nicht mehr nutzen können. Trotzdem gibt es noch allerhand Aktivitäten, denen sie nachgehen und die sie oft an ihre körperlichen Grenzen bringen.
Die Charaktere sind mit ihren Stärken und Schwächen authentisch und menschlich beschrieben. Manchmal kam Melancholie auf, wenn die Senioren auf ihre Vergangenheit zurückblicken und darüber nachdenken, was aus ihnen geworden ist. Sie werden auf ihr Alter reduziert und oft nicht ernst genommen.
Die vier Hauptpersonen sind sehr unterschiedlich und halten am Ende trotzdem zusammen. Durch ihre früheren Beziehungen decken sie einige Geheimnisse auf, die sie schließlich zur Lösung des Falls führen. Die Auflösung ist sehr gut konstruiert und wird à la Poirot in großer Runde präsentiert.
Das Cover ist sehr schön und lädt direkt zum Lesen ein.
Wie viele Mörder beherbergt eine Seniorenresidenz?
Wer wäre besser für die Aufklärung eines ungeklärten Todesfalls im Altersheim geeignet als eine Serienmörderin im Ruhestand? Carol ist fest davon überzeugt, dass sie die ideale Ermittlerin abgibt. Eigentlich bleibt ihr auch nichts Anderes übrig, denn seit alle im Heim ihre Vergangenheit kennen, reagieren sie seltsam in ihrer Gegenwart. Jetzt hat Gregory stets einen Cricketschläger bei sich und Catherine einen Stein in der Socke. Dabei hat Carol ihrem mörderischen Hobby längst abgeschworen. Nach 35 Jahren im Knast genießt sie ihre Freiheit und sucht Freunde. Ihr ist klar, dass daraus nichts wird, solange sie mordverdächtig ist. Also beginnt sie zu ermitteln.
Der Schauspieler und Comedian Fergus Craig veröffentlicht seit 2021 Krimis. „Betreutes Morden“ ist der erste ins Deutsche übersetzte. Seine Senioren haben es in sich, nicht nur die Serienkillerin in Rente.
Sheldon Oaks ist eine luxuriöse Seniorenresidenz, die besonders anziehend auf Ermittler und Juristen wirkt. Als Carol nach langer Haft ein gemütliches Plätzchen für ihren Ruhestand sucht, kauft sie sich ausgerechnet hier eine Wohnung. Woher sie dafür nach über 35 Jahren Knast die Kohle hat, erfahren wir später. Sie lebt sich rasch ein und genießt ihre neue Umgebung. Dass der Mord in der Wohnung über ihr all das gefährdet, spürt sie sofort, als einer ihrer Mitbewohner sie outet. Die Polizei nimmt sie umgehend in Gewahrsam und freut sich über die schnelle Lösung des Falls. Doch mangels Beweisen muss Carol schnell wieder freigelassen werden. Bald ermittelt sie gemeinsam mit der Juristin und Ex‑Innenministerin Margret, dem früheren Detective Chief Inspector Gregory und der ehemaligen Rechtsmedizinerin Catherine. Dann erschüttert ein zweiter Mord Sheldon Oaks. Doch erst nach dem dritten Todesfall wird die Mordserie aufgeklärt. Die Lösung ist logisch, aber der Fall war deutlich kniffeliger als es zu Beginn aussah.
Fergus Craig schreibt flüssig und originell. Seine teils skurrilen Beschreibungen sind unterhaltsam und mitunter richtig witzig. Ob der Business-Sprech eines verwöhnten Erben oder der Rache-Sex eines Paares jenseits der 70. Überhaupt liebt der Autor das Stilmittel der Überzeichnung, aber manchmal übertreibt er etwas. So nervt Geoffrey zumindest am Anfang zu heftig, um noch sympathisch zu sein und Carol vertraut ihrem Tagebuch ein, zwei verstörende Details an, die für einen Cosy Crime zu heftig und völlig unnötig sind.
Schnell wird klar, der Mensch im Altersheim ist weder weiser noch abgeklärter. Auch dort befindet sich ein Querschnitt der Gesellschaft. Während die eine als ein Täter gesucht wird, sofort die Rassismuskarte zieht, versteifen sich die anderen auf Carol. Natürlich ohne den geringsten Beweis. Amüsant sind die Gedanken, die sich die Beschuldigte dazu und über andere Themen macht. Tatsächlich mausern sich Carol und ihre drei Mitstreiter zu einem fähigen Ermittlerteam und ziehen alle Register. Catherine und Margret nutzen ihre weit reichenden Kontakte, während unsere ehemalige Mörderin das senile alte Mütterchen gibt und so Verdächtige zu unbedachten Äußerungen provoziert. Wie bei vielen Cosy Crimes passen das britische Flair und der spezielle Humor hervorragend. „Betreutes Morden“ erinnert in Teilen an den „Donnerstagsmordclub“ wie an „Mrs Potts Mordclub“, nur ist der Humor bissiger und die Rentner etwas unkonventioneller.
Tatsächlich ist dieser Cosy Crime aber eine Hymne an die Freundschaft und so ist auch das Ende erklärbar. Doch besteht realistische Hoffnung, dass wir bald im zweiten Fall ermitteln dürfen und dann auch die Charaktere besser kennenlernen.