Cover von: Blauäugig

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Blauäugig

Kommissar Frommelts erster Fall
Buch
Taschenbuch, 468 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3947706146

ISBN-13: 

9783947706143

Auflage: 

1 (12.03.2020)

Preis: 

13,00 € (bei Erscheinen)
Amazon-Bestseller-Rang: 2.738.650
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3947706146

Beschreibung: 

Seit fünf Wochen ist Richard Wehmeier wieder in Freiheit. Er hat die Strafe für den ihm angehängten Mord an der kleinen Betti Hein abgesessen. Langsam lebt er sich wieder in seinen Alltag ein.

Da erhält er in seinem Stammlokal in Gifhorn einen Anruf; ein Unbekannter will ihn treffen, er hätte Informationen, die seine Unschuld beweisen. Wehmeier macht sich sofort auf den Weg zu der angegebenen Adresse, doch das Haus ist leer, die Tür steht offen. Ohne nachzudenken geht Wehmeier hinein.

Zur gleichen Zeit steht Kommissar Kilian Frommelt vor einer Kinderleiche. Es ist Lisa Brandes, die mit ihren Eltern in genau dem Haus gelebt hat, in dem man Spuren von Wehmeier findet. Wieder ist dieser Hauptverdächtiger in einem Mordfall.

Nur wie soll Wehmeier beweisen, dass er mit dem Mord an der fünfjährigen Lisa rein gar nichts zu tun hat? Und gibt es einen Zusammenhang zu dem Fall der getöteten Betti Hein?

Hinweis: Neuauflage des am 14.10.201 im Sutton Verlag erschinenen Titels.

Kriminetz-Rezensionen

Spannend, kurzweilig, dramatisch

Richard Wehmeier wacht auf. In seiner Schimmelbude, die ihm nach acht Jahren Gefängnis zugewiesen wurde, hält er es keine Sekunde länger aus, er flüchtet - wie jeden Tag in den letzten Wochen - direkt in Paula´s Brasserie, wo ihm Birgit Whiskey und Kaffee serviert. Noch lässt er anschreiben, hofft aber auf Arbeit. Ein Unbekannter ruft für ihn an: „Komm zu den Glockenwiesen 36. Ich kenne die Wahrheit.“ Sollte doch noch seine Unschuld bewiesen werden? Er wurde wegen des Mordes an der vierjährigen Betti verurteilt, wegen guter Führung ist er vorzeitig aus der Haft entlassen worden.

Zunächst war mir Richard Wehmeier nicht sonderlich sympathisch. Ein Verlierer auf ganzer Linie, der seine Tage mit Hochprozentigem beginnt, ist nicht gerade vertrauenerweckend. Zudem tapst er ziemlich unbedarft durch die Gegend, geht auf der Suche nach der angegebenen Adresse in ein Haus, dessen Türen offen stehen, er aber hier niemanden antrifft, dafür aber hinterlässt er genügend Spuren.

Derweilen wird Hauptkommissar Kilian Frommelt zu einem Kind gerufen, das tot im Unterholz liegt. Es wurde erwürgt, der Fundort ist nicht der Tatort. Und wieder deutet alles auf Wehmeier hin – war dieser Anruf eine Falle?

Es ist der erste Fall für Kilian Frommelt, der mit seinem Team effizient arbeitet. Schnelle Lösungen, wie sie von Staatsanwalt Hausmann gefordert werden, sind nicht sein Ding. Die Ermittlungsarbeit gestaltet sich nicht gerade einfach, zumal sie mehreren Spuren folgen und keine direkt zielführend ist. Neben den akribischen Ermittlungen schwingt auch Privates mit hinein, auch gefallen mir die kleinen Spitzen, die Kollegin Hannah drauf hat. Sie gibt Kontra, hat immer einen flotten Spruch auf Lager.

Wehmeier lerne ich näher kennen und schätzen, was ich anfangs nie für möglich gehalten hätte. Seine Ex-Frau kommt ins Spiel und auch die Familie von Lisa, dem getöteten Mädchen, das im Unterholz gefunden wurde. Es sind noch so einige mehr, die in den Ermittlungsfocus geraten wie etwa Rene, ein kleiner Junge, der vieles beobachtet, aber – ist er auch glaubwürdig?

ER kommt zu ihr – schon der Prolog lässt mich in eine bestimmte Richtung denken. Dieser Gedanke blitzt zwar zwischendurch immer mal wieder auf, aber doch kann ich ihn nicht so recht zuordnen. Überhaupt dauert es lange, bis die ganze schreckliche Wahrheit ans Licht kommt. Sowohl die Ermittlungsarbeit als auch die privaten Momente, die gekonnt ineinanderfließen, halten mich in der Geschichte, die hin zu einem Familiendrama führt. Lügen, Intrigen, Missbrauch und Mord – die Charaktere sind allesamt glaubhaft angelegt, sowohl aufseiten der Polizei als auch auf denen der Zeugen und jenen, die als verdächtig gelten. Dazu der spannende Schreibstil, der mich sofort ins Buch gezogen und mich bis zum Schluss nicht losgelassen hat. Blauäugig. Ein Fall für Kilian Frommelt – der Auftaktband ist gelungen.