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Blut
Verlag:
ISBN-10:
ISBN-13:
Erscheinungsdatum:
Preis:
Beschreibung:
Eisige Stimmung auf einem Fischtrawler vor Islands Küste ― und eine Aushilfsköchin, die um ihr Leben fürchtet.
Ein Fisch-Trawler vor der Küste Islands: Hier wurde die Köchin Gunndís kurzfristig als Aushilfe angeheuert.
Doch von Anfang an bemerkt die junge Frau eine feindselige Stimmung an Bord. Kann es an ihrem Vater liegen, der vor vielen Jahren als Schiffskoch für einen verhängnisvollen Brand verantwortlich gemacht wurde? Mehrere Mitglieder der jetzigen Crew haben damals ihre Väter verloren, Gunndís ebenso. Will sich die Besatzung jetzt an ihr rächen?
Doch dann entdeckt sie im Schiff geheime Unterlagen, die darauf hindeuten, dass ihr Vater damals gar nicht der wahre Schuldige war, sondern der Brand eine ganz andere Ursache hatte …
Dramatisch, bildkräftig, mit eisiger Atmosphäre und genialen Verwicklungen ― der neue Besteller von Islands Thriller-Königin.




















Isländisch atmosphärisch
Inhalt:
Gunndis heuert als Aushilfsköchin auf einem Fischtrawler an. Ihr Traumjob und das, obwohl sie furchtbar unter dem Seegang leidet. Bei dem Aushilfsjob begegnen ihr Dinge und Menschen aus der Vergangenheit ihres Vaters und plötzlich sieht sie sich mit Schuld konfrontiert und muss um ich selbst fürchten.
Ein Nachbarschaftsstreit ruft die Polizei aus einem anderen Bezirk auf den Plan und es werden neue Wahrheiten ans Licht gezerrt.
Und alles scheint miteinander verquickt zu sein, wo man es nicht glaubt.
Meine Meinung:
Isländisch atmosphärisch
Ich habe den Titel und dieses Cover gesehen und dann erst den Autorennamen und wusste, ich muss es lesen! Ich mag die isländische Autorin schon lange und greif immer mal wieder zu ihren Büchern, seit sie mich mit Geisterfjord völlig überzeugt hat.
So ist es auch hier dieses Setting, Island, was mich sofort einnimmt. Da erwartet man gleich böse Dinge. Und allein dieses Gefühl an der Seite von Gunndis auf diesem Fischtrawler, es ist schweinekalt, die See benutzt das Schiff als Spielball, man ist allem ausgeliefert, kann nicht weglaufen und dann entdeckt Gunndis diverses… das war schon sehr spannend! Angeheizt (welch Wortspiel!) dadurch, dass die Erzählstränge mit den Kapiteln wechseln, man immer wieder denkt, oh nein, erzähl jetzt bitte DA weiter und doch springt man dann zu den Nachbarschaftsstreitigkeiten und der Geschichte des Polizisten Tyr und denkt auch da, bitte, lass es weiterlaufen. Und dann springt es wieder zu Gunndis… Das macht einen irre und hält den Spannungsbogen trotz recht ruhiger Erzählung mächtig hoch.
Ich habe hier mit so einer Story nicht gerechnet, das hat mich überrascht und hat ich supergut lesen lassen. Auch wenn ich sagen muss, dass es nicht die beste Story von der Autorin ist.
Etwas gefehlt hat mir dann hintenraus etwas zu Tyrs Geschichte und ich hoffe da auf nachfolgende Bände.
Der Stil der Autorin ist wie immer gut lesbar, hier dann noch wie gesagt verstärkt durch den Wechsel der Perspektiven und so fliegen die Seiten dahin und man kann sehr wohl von kurzweiligem Lesespaß sprechen. Wobei ich jetzt nicht unbedingt von Thriller sprechen mag, aber als echt guten Islandkrimi kann man das sehr wohl bezeichnen. Vermutlich werde ich hier dann auch weiterlesen, weil ich das Ermittler-Duo schon mag.
Fazit:
Guter, sehr atmosphärischer Island-Krimi mit gutem Spannungsbogen. Für Sigurdardottir-Fans auf jeden Fall und vielleicht auch solche Leser, die sie jetzt erst für sich entdecken und das Island-Setting, was wirklich für Krimis/Thriller prädestiniert ist auch mögen.
Kalt wie Fischblut
Im Thriller „Blut“ der isländischen Autorin Yrsa Sigurðardóttir scheint jede Figur auf ihre eigene, ganz besondere Art unglücklich zu sein. Dies wirkt wie eine überaus geglückte Metaphorik auf die Landschaft und das raue Klima. Die Protagonisten wirken wie gefangen in etwas Kargem, Freudlosen, aus dem sie keinen Ausweg finden. Ihnen fehlt der Mut, auszubrechen, ähnlich wie es sinnlos ist, sich Naturgewalten in den Weg zu stellen. Man wünscht es immerhin ihren Kindern, neue Wege für ein erfülltes Dasein zu finden.
Zu Beginn wird die Leserschaft mit einem ausufernden Nachbarschaftsstreit konfrontiert, bei dem längst alle zu unerbittlichen Feinden geworden sind und wo selbst vor Mord nicht zurückgeschreckt wird. Währenddessen hat Köchin Gunndis übers Wochenende auf einem Trawler angeheuert, um die hart arbeitenden Männer zu bekochen. Ihr eigener Vater ist vor vielen Jahren umgekommen, als auf einem Schiff ein Feuer ausbrach, für das er verantwortlich gemacht wurde. Jemand an Bord scheint davon zu wissen, da deutliche Hinweise auftauchen, die speziell für sie bestimmt sind. Zunehmend gerät Gunndis in Gefahr.
Ermittler Týr versucht, vor der Rechtsmedizinerin sein Verhältnis zu ihrer Schwester zu verbergen. Er hat wegen des Altersunterschiedes Bedenken bezüglich ihrer Reaktion, dabei braucht er doch ihre Hilfe bezüglich der Klärung des lange zurückliegenden Todes seiner eigenen Eltern.
Am Ende fügen sich die verschiedenen Fäden ineinander und werden zu einem stimmigen Ganzen verwoben. Selbst der Cliffhanger für einen nächsten Band fehlt nicht.
„Blut“ von Yrsa Sigurðardóttir ist in deutscher Übersetzung von Anika Wolf bei btb erschienen.