Cover von: Blutrot
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Bücher.de Preis: 13,00 €

Blutrot

Der zweite Fall für Áróra Jónsdóttir. Ein Island-Krimi
Buch
Taschenbuch, 330 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3832166904

ISBN-13: 

9783832166908

Auflage: 

1 (13.02.2024)

Preis: 

13,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 31.216
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3832166904

Beschreibung von Bücher.de: 

Als der Unternehmer Flosi eines Abends von der Arbeit nach Hause kommt, muss er feststellen, dass sein Haus durchwühlt wurde und seine Frau Gudrun verschwunden ist. Ein Brief auf dem Küchentisch bestätigt seine schlimmsten Befürchtungen: Gundrun wurde entführt. Wenn Flosi sich nicht bereit erklärt, ein hohes Lösegeld zu zahlen, wird Gudrun getötet.

Weil er sich nicht an die Polizei wenden darf, bittet er Áróra um Hilfe. Gemeinsam mit ihrem Freund Daniel versucht Áróra, dem Fall auf den Grund zu gehen, ohne dass jemand etwas mitbekommt.

Gleichzeitig setzen die beiden die rätselhafte Suche nach Áróras Schwester Ísafold fort, auch von ihr fehlt jede Spur. Und während sich im kalten und regnerischen isländischen Herbst der Nebel senkt, werden die Ermittlungen immer verwirrender und gefährlicher.

Kriminetz-Rezensionen

Blutrot

Ich liebe diese isländischen Krimis ungemein, die Kälte und die Dunkelheit, die darin vorkommen. Dies ist der zweite Band einer überaus spannenden Trilogie. Als der Unternehmer Flosi abends nachhause kommt, herrscht in der Küche ein einziges Chaos, eine Erpresserbrief liegt auf dem Küchentisch mit einer horrenten Lösegeldforderung, die Polizei darf nicht eingeschaltet werden. Seine Frau Gudrun wurde entführt und bei Nichtbefolgung wird sie getötet. Flosi beauftragt seinen Steuerberater in Schottland, bei dem er so einiges an Vermögen gebunkert hat, um das Geld freizugeben. Nun beauftragt der Steuerberater seine Bekannte Arora, sich um Flosi und dessen Belange zu kümmern. Arora hält sich zur Zeit in Island auf, um nach ihrer verschollenen Schwester zu suchen. Es wird dann von ihr aus die Polizei underover mitinvolviert, zumal sie mit dem Kommissar Daniel befreundet ist. Aber bei der Suche nah Gudrun tun sich einige Unstimmgkeiten auf. War die Entführung nur gefakt, was bedeuten die vielen Briefkastenfirmen, bei denen alle Flosi irgendwie seine Hand mit drin hat? Und war seine Ehe wirklich so glücklich, wie er behauptet? Hat er etwas mit der russischen Mafia zu tun? Fragen über Fragen, die die Ermittler immer mehr in einen Dschungel aus Lügen und Intrigen ziehen. Die Autorin beschreibt die einzelnen Situationen sehr genau, wir bekommen sämtliche Emotionen von Flosi mit. Aber auch Arora und Daniel haben hier mit ihren persönlichen Schicksalen zu kämpfen. Man kann auch Blutrot lesen, ohne den ersten Band zu kennen, denn es wird immer wieder auf das vorige Buch Bezug genommen, so dass man den Zusammenhang kennt. Ein Thriller, der in einem Rutsch gelesen werden muß. Die kurzen Kapitel machen das Lesen sehr angenehm und der Spannungsbogen steigt von Seite zu Seite. Das Ende und die Auflösung des Falles lassen alles bisher Gelesene in den Hintergrund treten, denn die Beendigung des Falles überrascht sehr. Das Cover ist in verschiedenen Rottönen gestaltet mit aufragenden Felsen aus dem Meer.

Áróra und das Lösegeld

„Blutrot“, den zweiten Band der Island-Krimi-Trilogie von Lilja Sigurdardóttir, fand ich noch spannender als den ersten Band.

Worum geht es?
Áróra Jónsdóttir ist in Island geblieben, sucht weiterhin nach der Leiche ihrer Schwester Ísafold. In ihrer Funktion als Ermittlerin im Bereich Wirtschaftskriminalität wird sie und der mit ihr befreundete Kriminalkommissar Daniel in einen Entführungsfall mit einbezogen. Flosis Frau Gudrun wurde entführt. Im Zusammenhang mit der Beschaffung des Lösegelds, wittert Áróra auch kriminelle Machenschaften.

Das Cover ist ein Eyecatcher. Einerseits durch den orangeroten Farbton, aber auch durch die moderne Gestaltung. Die aus dem Meer ragenden Felsformationen assoziieren das Island-Ambiente. Die Originalausgabe erschien 2020 unter dem Titel „Blódraudur sjör“ (= blutrote Meere), die deutsche Fassung wurde aus dem Isländischen von Tina Flecken übersetzt und erschien 2024. Die Handlung spielt in der Gegenwart in Reykjavik und umfasst einen Zeitraum von knapp über einer Woche. Die Kapitel sind kurz, teils mit Zeitangaben versehen. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft. Das typisch Isländische spürt man im zweiten Band etwas weniger als in ersten. Grundsätzlich ist der Fall in sich abgeschlossen und auch für Quereinsteiger problemlos verständlich. Es sind auch ausreichend Hinweise auf die Vorgeschichte vorhanden. Trotzdem würde ich empfehlen, den ersten Band „Höllenkalt“ zu lesen, da er Details beinhaltet, die sowohl Aufschluss über den Mord an Ísafold geben, als auch Áróras Charakter umfassender erklären.

Die Handlung knüpft an den ersten Band an. Áróra ist in Island geblieben und durchstreift die Lava-Landschaft rund um Reyklavik auf der Suche nach der Leiche ihrer Schwester. Nach wie vor erledigt sie Aufträge für einen britischen Steuerberater und gerät in dieser Funktion in Kontakt mit Flosi, dem Gatten der Entführten. Sie soll ihm bei der Beschaffung des Lösegelds, das auf einem Auslandskonto liegt, behilflich sein. Sie überzeugt Flosi, die Polizei einzuschalten, worauf ihr Freund Daniel, Kriminalkommissar von Beruf, mit seinem Team den Fall Undercover übernimmt. Szenen- und Perspektivenwechsel gestalten die Handlung abwechslungsreich und steigern die Spannung. Man ist von Beginn an mitten im Geschehen, verfolgt sowohl die Recherchen Áróras als auch die Befragungen der Polizei hautnah, rätselt mit, wird von unerwarteten Wendungen überrascht und tappt die längste Zeit im Dunkeln. Selbst als ich ahnte, worauf der Fall hinausläuft, war ich am Ende doch verblüfft über die Lösung.

Die Charaktere wirken authentisch und lebendig. Áróra ist eine intelligente, selbstbewusste, sehr eigenständige Person, durchtrainiert und kräftig, doch sie neigt zu impulsiven Reaktionen, was zwischenmenschliche Beziehungen immer wieder erschwert. Die Beziehung zwischen Áróra und Daniel kommt dennoch langsam in Gang, es wird interessant, wie sie sich weiterentwickelt. Neben Áróra und Daniel steht vor allem der reiche Unternehmer Flosi im Mittelpunkt, zwar facettenreich gezeichnet, teils emotional, teils verschlossen, ist er lange Zeit schwer durchschaubar. Er ist kein schlechter Mensch, aber auch – u.a. durch seine Untreue und die zwielichtigen Geschäfte - kein zu 100% sympathischer. Die diversen Nebenfiguren sind ebenfalls gut vorstellbar beschrieben. Insbesondere durch das Outing von Helena gewann ihre Persönlichkeit mehr an Struktur.

„Blutrot“ ist packend geschrieben. Es trieb mich von Kapitel zu Kapitel weiter und weiter bis zur letzten Seite. Jetzt wird es interessant, wie es Daniel und Áróra gelingen wird, den Mord Ísafolds vollständig aufzuklären.

Wie für Band 1 spreche ich auch hier eine unbedingte Leseempfehlung aus und vergebe 5 Sterne.

Toller Island-Krimi

Nachdem mir der erste Teil „Höllenkalt“ schon gut gefallen hat, war ich sehr gespannt, wie es mit Áróra’s Suche nach ihrer verschwundenen Schwester Ísafold weitergeht.
Obwohl Aurora eigentlich Fälle von Wirtschaftskriminalität löst, wird sie von einem Freund gebeten Flosi zu helfen. Seine Frau Guðrun ist unauffindbar, das Haus wurde verwüstet und er wird aufgefordert Lösegeld zu zahlen. Zusammen mit dem Polizisten Daniel macht sich Áróra auf die Suche nach Guðrun. Flori scheint etwas zu verschweigen und die beiden bringen Unerwartetes ans Tageslicht.
Diesen zweiten Teil der Trilogie kann man unabhängig vom ersten Band lesen, da der Fall in sich abgeschlossen ist. Trotzdem empfehle ich den Vorgänger vorab zu lesen, da man dadurch die Charaktere besser kennenlernt und das Private Umfeld der Protagonisten besser versteht.
Die Autorin hat mit den Beschreibungen der atemberaubenden wilden Landschaft Islands eine stimmungsvolle Kulisse geschaffen. Kleine Puzzleteile in Form von Informationen, meist zum Ende eines Kapitels lassen nach und nach ein Bild entstehen und halten so die Spannung. Die Handlung ist unvorhersehbar und wartet zum Schluss noch mit einer unerwarteten Wendung auf.
Trotz eines etwas steifen Erzählstils, ein paar Wiederholungen und teilweise leicht übertriebenen Verhaltens seitens der Protagonisten hat mir dieser atmosphärische Krimi gut gefallen und ich bin sehr gespannt auf den Abschluss dieser tollen Island-Trilogie.