Cover von: Blutsbande
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Blutsbande

Der siebte Fall für Kommissar Conny Sjöberg. Stockholm-Krimi
Buch
Taschenbuch, 400 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3404178440

ISBN-13: 

9783404178445

Auflage: 

1 (31.07.2019)

Preis: 

10,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3404178440

Beschreibung von Bücher.de: 

Keiner im Team von Kommissar Sjöberg konnte ahnen, dass die Meldung mehrerer getöteter Katzen sich zu einem solchen Albtraum entwickeln würde. Doch als den Ermittlern klar wird, dass derselbe Täter auch eine angesehene Stockholmer Psychologin ertränkt hat, ist dies erst der Anfang einer brutalen Mordserie. Ein Mann wird kurz darauf in den Tod gestoßen. Die Spur führt in beiden Fällen in die familiäre Vergangenheit der Opfer. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn der Mörder hat sein nächstes Opfer bereits im Visier.

Kriminetz-Rezensionen

Tote Katzen in Stockholm

Mai 1989 – Lillemor und Tor verlieren auf äußerst tragische Weise ihre Mutter und kommen anschließend zu ihrer Tante Nettan, Onkel Örjan und ihren Cousins Björn und Frederik.

Ab April 2012 tauchen in Stockholm plötzlich immer wieder ersäufte Katzen auf. Außerdem häufen sich die Todesfälle, die auch alle mit dem Element Wasser zu tun haben. Besteht hier eine Verbindung? Kommissar Conny Sjöberg und sein Team haben es nicht leicht, hier die richtigen Schlüsse zu ziehen und dem Täter langsam aber stetig auf die Spur zu kommen.

Carin Gerhardsen nimmt mich mit nach Stockholm und bringt mir das Ermittlerteam näher, das sich durch Entschlossenheit und Solidarität auszeichnet. Hier hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten mit den vielen fremd klingenden Namen. Auch, weil die Kommissare mal mit dem Vor- mal mit dem Nachnamen angesprochen wurden. Das hat sich aber beim Lesen dann schnell eingespielt. Vielleicht hätte ich aber auch die Vorgängerbänden lesen sollen, um mich noch näher mit den Protagonisten bekanntzumachen.

Ich bekomme eine sehr interessante Geschichte vorgesetzt, in deren Mittelpunkt anfangs Katzen stehen und 4 Kinder, deren Leben eng mit Katzen verknüpft ist. Aber wie passen die Morde hier rein? Bis ich die ganzen Zusammenhänge endlich begriffen hatte, war ich auch schon am Schluss des Buches angelangt.

Mir waren die vielen verschiedenen Fälle, die schlussendlich alle zusammenhängen doch etwas zu viel des Guten. Ich hatte einfach irgendwann das Gefühl nicht mehr mitzukommen, was mir das Lesen ein klein wenig verleitet hat. Aber auch hier denke ich, wäre ich besser zurechtgekommen, hätte ich die vorherigen Fälle von Conny Sjöberg und seinem Team gekannt.

Der Spannungsbogen ist von Anfang an sehr hoch und hält sich auch bis zum Schluss. Die Protagonisten sind alle sehr lebendig und menschlich beschrieben. Besonders die fünfjährige Saga hat mein Herz im Sturm erobert. Aber auch die anderen Mitwirkenden konnte ich in ihrem Verhalten gut verstehen und ihr Tun nachvollziehen. Über einige mir unerklärliche Geschehnisse, die in meinen Augen schon sehr konstruiert wirken, habe ich einfach mal hinweggesehen.

Ein interessanter Krimi mit einigen unerwarteten Wendungen und einem Täter, den ich nicht erwartet habe, hat mir spannende Lesestunden geschenkt. Auch wenn ich zu Beginn einige Schwierigkeiten hatte, mich hineinfallen zu lassen.

Blutsbande ist mir 4 von 5 Sternen wert.

Erst stirbt die Katze, dann der Mensch

Zum Inhalt:
In Stockholm werden einige ertränkte Katzen gefunden, kurz danach findet eine Psychologin ihr unfreiwilliges Ende ebenfalls unter Wasser. Die Stockholmer Polizei muss feststellen, dass Fingerabdrücke auf einen alten Fall hinweisen, bei dem eine weitere Frau im Wasser gestorben ist. Als klar wird, dass Teile des Teams privat involviert sind, wird der Druck zur Täterfindung nicht nur extern, sondern auch intern erhöht.

Mein Eindruck:
Geschickt zelebriert Carin Gerhardsen die Leserverwirrung auf drei Zeitebenen, ihr Aufbau falscher Fährten ist fast brillant. „Fast“ deshalb, weil die letzte Wendung dann doch ein bisschen sehr überraschend und damit unbefriedigend gerät und das Ende zu abrupt geschildert ist. Sonst gibt es jedoch am „Hauptfall“ wenig zu kritteln: Er ist stringent, die handelnden Personen agieren folgerichtig und werden in einer Tiefe dargestellt, die weit entfernt von Holzschnitten ist. Leider kann sich Gerhardsen nicht vom üblichen Krimiklischee lösen, das immer wieder private Probleme bis zum Exzess in einen eigentlich guten Fall hineinverwursten muss. Dass gleich mehrere Personen des Teams persönliche Verbindungen zu Tätern und/oder Opfern haben, ist absurd und überkonstruiert und die daraus resultierenden Alleingänge nerven. Gefallen kann man jedoch durchaus an der Zusammenarbeit der Polizisten finden – einer steht für den anderen ein und kümmert sich um die Kolleg/inn/en.

Da es sich bei „Blutsbande“ um einen Teil einer Reihe handelt, kommen Altfälle zu Sprache und nicht jeder Vorgang findet sein Ende; allerdings ist der Weg des Umgangs mit diesem Dilemma ein guter: Auch in Unkenntnis der älteren Bücher ist es möglich, sich zurechtzufinden. Apropos zurechtfinden: Vielleicht sollte man bei der Übersetzung auf deutsche Leser Rücksicht nehmen und die typisch schwedische Angewohnheit, Personen abwechselnd mit Vor-, Nach- oder Spitznamen zu erwähnen entweder auf den Namen beschränken oder ein Glossar anbieten.

Mein Fazit:
Viele Spuren, noch mehr private Verwicklungen, mittlere Wertung.