Cover von: Böse
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Bücher.de Preis: 15,00 €

Böse

Thriller
Buch
Taschenbuch, 400 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3749902224

ISBN-13: 

9783749902224

Auflage: 

1 (21.09.2021)

Preis: 

15,00 EUR
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3749902224

Beschreibung von Bücher.de: 

Das beschauliche Dorf Hussfeld gilt als eines der sichersten in ganz Deutschland. Hier gibt es niemanden, der sich nicht an die Regeln hält. Als Katharina mit ihrer Teenagertochter Fenja nach Hussfeld zieht, ist sie davon überzeugt, für sich und ihr Kind die beste Entscheidung getroffen zu haben.

Doch dann verschwindet Fenja spurlos, und ein unvorstellbarer Alptraum beginnt. Ein Alptraum, der in die tiefsten Abgründe menschlichen Wahns führt. Denn nichts ist so unberechenbar wie der Mensch. Und nichts ist so böse.

Kriminetz-Rezensionen

Böse Mit Einschränkung

Das Buchcover ist sehr ansprechend und vermittelt direkt eine böse Grundstimmung.

Das »Böse« geschieht in einem vermeidlich ruhigen, beschaulichen und sicheren Ort. Ein Mädchen wird entführt und die Ereignisse nehmen ihren Lauf. Die Dorfbewohner sind nur darauf bedacht, den Ruf ihres Ortes nicht zu beschädigen. Die Charaktere sind grundsätzlich gut dargestellt und kommen alle sehr engstirnig, bigott und voller Vorurteile rüber.

Als Neuankömmling hat man keine Hilfe zu erwarten und wird direkt in eine Schublade gesteckt.

Das Buch ist sehr flüssig geschrieben und es wird auch Spannung erzeugt. Die Dialoge bleiben aber teilweise sehr flach. Die Abschnitte aus Perspektive des entführten Mädchens sind schwarz hervorgehoben und wirken damit atmosphärisch noch stärker.

Von mir gibt es zwei Sterne Abzug. Die Charaktere sind schon sehr klischeehaft und treten damit so gehäuft auf, dass es realitätsfern wirkt. Der Täter ist früh klar und da hilft leider auch der Plot-Twist auf den letzten Seiten nicht. Und das Motiv fehlt bzw. es wird sehr, sehr viel Raum zur Interpretation gelassen.

Insgesamt ist es ein guter Thriller für zwischendurch, von dem ich mir persönlich etwas mehr erwartet hatte.

Hat das Böse eine Chance?

Ein Neuanfang soll es sein hier im beschaulichen Hussfeld. Hassfeld wäre der bessere Name – so denkt Fenja, die 17jährige Tochter von Katharina Bosch. Sie merken schnell, dass sie in diesem Kaff kritisch beäugt werden, jeder ihrer Schritte beobachtet wird. Mittendrin der Bürgermeister mit seinen vielen Posten – beliebt, leutselig. Er ist immer da, wenn er gebraucht wird.

Nach einer langen Partynacht verschwindet Fenja spurlos und jeder denkt, dass sie einfach weggelaufen ist. Katharina weiß, dass sie das niemals tun würde, sie haben ein gutes Verhältnis. Nicht einer glaubt ihr, keiner hilft ihr. Katharinas verzweifelte Suche beginnt, mit den Dorfbewohnern kann sie nicht rechnen. Im Gegenteil, sie wird gemobbt, sie wollen sie weghaben.

Dass in dem so idyllischen Dorf nicht alles so ist, wie es scheint, wird schnell klar. Warum findet sich nicht einer, der Katharina zur Seite steht? Der sieht, dass das Mutter-Tochter-Verhältnis intakt war, sie sich aufeinander verlassen konnten. Nein, das darf nicht sein! Beim Lesen spürt man, wie verzweifelt Katharina ist, wie einsam sie sich inmitten dieser Gutmenschen fühlt. Ein perfides Spiel, in dem es – so hat es den Anschein – nur Verlierer geben kann. An den geheimsten Gedanken seiner Charaktere lässt der Autor seine Leser teilhaben, ohne die geringste Chance, der Lösung näherzukommen.

Die Spannung baut sich langsam auf und kurzzeitig war ich verwundert, wie einfach sich dieser Fall gestaltet. Als Leser weiß man immer etwas mehr, kann bei so mancher Person tiefer blicken, was aber nicht unbedingt weiterhilft. Der Autor lockt seine Leser geschickt auf falsche Fährten, lässt Skepsis aufkommen ob dem oder den Täter(n). Bald ist klar, dass dieses hinterhältige Versteckspiel andauert. Es wird zunehmend dramatischer, man blickt hinter so manches Geheimnis, um dann doch wieder zu zweifeln. Lediglich gegen Ende driftet diese Dramatik zeitweise ins Unwirkliche.

Gut nachvollziehen kann ich all die Charaktere in ihrer versteckten Feindseligkeit Fremden gegenüber, dem Festhalten ihrer vermeintlich perfekten kleinen Welt, in der sich das Böse ungehindert breit machen kann.
Man ahnt etwas, dieses Böse wird ansatzweise erkennbar, aber dann doch nicht so recht greifbar. Böse – ganz zum Schluss, da war noch was. Ja - „Wer Böses tut, muss büßen.“ Hoffentlich!

Noch ein Satz zum Cover: Schon der erste Eindruck war positiv und jetzt, nachdem ich das Böse kenne, sehe ich die Story dahinter. Perfekt.

Ein spannender Thriller, den ich nicht weglegen konnte. Wenn man meint, man weiß alles, muss man im nächsten Augenblick weiterlesen, weil es doch wieder anders ist, nicht vorhersehbar. Eine Leseempfehlung für jeden Thriller-Fan.

Ein böser Thriller, der für meinen Geschmack gerne etwas böser sein könnte!

»Böse« von Jonas Wagner ist ein 400 Seiten langer Thriller, der am 21. September 2021 im Harper Collins-Verlag erschienen ist. Mich haben das Cover und der Klappentext schnell angesprochen, weshalb ich auf den versprochenen bösen Inhalt sehr gespannt war. Böse ist die Geschichte auf jeden Fall, aber insgesamt war sie für mich nicht böse genug.

Ich persönlich fand den Anfang sehr zäh und teilweise etwas langweilig. Ich habe den Thriller als E-Book gelesen und ab ungefähr 30 Prozent kam dann langsam Spannung auf. Der mittlere Teil hat mir recht gut gefallen, denn die Suche nach Fenja hat mich oft sehr mitgenommen. Katharina ist auf sich alleine gestellt, da ihr niemand bei der Suche helfen will. Die Angst einer Mutter, die ahnt, dass mit ihrem Kind was Schreckliches passiert sein muss, kam sehr authentisch und glaubhaft rüber. Ich empfand sie als einen sehr starken Charakter, der trotz schrecklicher Situationen nicht aufgegeben hat. Nicht nur ihre Tochter wurde ihr genommen, auch weitere Probleme kamen dank der Hussfelder Gemeinschaft nach und nach dazu. Dieses ganze Dorf strahlt von Anfang an zwar eine friedliche Idylle aus, die Bewohner haben es mit ihrer Anständigkeit jedoch übertrieben. Ihr feindseliges Verhalten gegenüber Katharina und Fenja war direkt vorhanden. Doch das komische und zurückhaltende Verhalten nach Fenjas Verschwinden hat mich auf diese hochanständige Dorfgemeinschaft immer wütender gemacht.

Dank einer eifrigen Reporterin gelangt Katharina an Informationen aus der Vergangenheit von Hussfeld. Sie erfährt so, dass ihre Tochter nicht die erste ist, die spurlos in der ach so friedlichen Gemeinschaft verschwunden ist. Ein Junge, der unter extremer Aufsicht seines Vaters steht und isoliert in Hussfeld lebt, entdeckt abscheuliche Taten, die im Verborgenen liegen. Obwohl er diese geheimen Bilder aus einer unbekannten Folterkammer zuerst nicht richtig zuordnen kann und verschweigt, zeigt ihm sein Gewissen doch noch den richtigen Weg. Schnell wird klar, dass diese nette Idylle mit lauter anständigen Menschen tiefe Geheimnisse besitzt. Auf den ersten Blick ist alles harmonisch, doch unter der Oberfläche lauert das Böse. Das Ende fand ich spannend und rasant, doch leider auch sehr vorhersehbar. Dies hat mich etwas enttäuscht, da ich hier ein etwas spektakuläreres Finale erwartet habe. Es war nicht schlecht, doch der Überraschungseffekt blieb somit aus.

Es wird aus mehreren Perspektiven geschrieben. Besonders die der Opfer werden durch eine dickere Schrift – meistens am Ende eines Kapitels – hervorgebracht. So konnte ich deren Leid und Qualen sehr gut verstehen, was für intensive Gänsehautmomente gesorgt hat. Das fiktive Hussfeld in Sachsen wird sehr idyllisch und detailliert beschrieben, sodass bei mir während des Lesens klare Bilder entstanden sind. Die schöne Gegend und die netten, aber zurückhaltenden Bewohner wurden auch gut beschrieben. Besonders der Bürgermeister und der Pastor, die in dieser Handlung eine große Rolle spielen. Der restliche Schreibstil hat mir ebenfalls gut gefallen, denn er ist sehr flüssig und authentisch. Das Buch ist in Abschnitte eingeteilt, die das Böse erahnen lassen. Insgesamt hätte mir die Handlung besser gefallen, wenn die Suche nicht so in die Länge gezogen worden wäre, wo oft nichts Großartiges passiert ist. Die Menschen in der anständigen Welt haben mir zu viel Raum eingenommen.

Gnadenlos böse Idylle

Die 17-jährige Fenja zieht mit ihrer Mutter Katharina in das beschauliche Dorf Hussfeld im Erzgebirge. Für einen Teenager die Höchststrafe, denn es gibt hier nichts als Gegend und neugierige Dorfbewohner. Immer mehr fühlen sich die beiden Frauen beobachtet und bewertet. Als Fenja plötzlich wie vom Erdboden verschluckt ist, macht sich Katharina auf die Suche und stellt fest, niemand will ihr helfen. Alle sagen. Fenja wäre durchgebrannt, denn in Hussfeld passiert nichts Böses!

Der Debüt-Thriller »Böse« von Autor Jonas Wagner macht seinem Titel alle Ehre, der Epilog ist zwar schon recht gruselig, doch die Geschichte beginnt anfangs harmlos. Ganz langsam schleicht sich immer mehr unterschwellige Bösartigkeit in die Zeilen. Man beginnt sich die Frage zu stellen: Wem ist hier eigentlich zu trauen? Wer hat die Fäden in der Hand? Was geschieht hier eigentlich!?

Der Autor versteht es. die Stimmung im Dorf gut zu beschreiben, all diese perfekten Gutmenschen, die jedoch schnell jedwedes Fehlverhalten ausmachen und zwei Frauen in einen Alptraum treiben. Das herannahende Unheil wird praktisch greifbar! Der visuelle Schreibstil verstärkt das Geschehen und den spannungsvollen Ablauf, der am Ende mit einem finalen Show-Down glänzt.

Das Cover betont das Wort »BÖSE«, das perfekte Wort für den Inhalt.

Mein Fazit:
Unterhaltsamer Thriller, der den Leser fesselt und fassungslos zurücklasst! Halt gnadenlos böse;).