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Böse Barden
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Kommissarin und Personenschützerin Charlotte »Charly« Braun sieht sich mit einem neuen Job konfrontiert: Sie soll die arabisch-stämmige Rapperin LeyLa, die bereits seit Monaten Drohbriefe und Hassnachrichten erhält, während ihres Aufenthaltes in Nürnberg zum Bardentreffen schützen. Immer mehr taucht Charly in die ihr bislang vollkommen fremde Welt des HipHops ein – und wird das Gefühl einfach nicht los, dass die Sängerin etwas vor ihr verbirgt. Als auch noch eine junge Frau im unmittelbaren Umfeld LeyLas ermordet wird, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Während Scharen von Menschen in die Altstadt drängen, rückt LeyLas großer Auftritt immer näher und vom Täter fehlt jede Spur.
Ein packender Krimi vor dem Schauplatz des Nürnberger Bardentreffens, der geschickt aktuelle Ereignisse der HipHop-Szene in die Handlung einfließen lässt.





















Böse Barden
Eine Krimi, der eher mit ruhigem Fahrwasser beginnt. Leyla, eine arabischstämmige Rapperin, hat gerade mit ihrem Rap Macho-Bruder einen riesigen Hit in ihrer Fangemeinde. Aber es kommen auch sehr viele Hassnachrichten auf ihrem Account und sie erhält Drohbriefe.
Sie soll auf dem Nürnberger Bardentreffen auftreten. Da ihr Bodyguard erkrankt ist, wird Charlotte Braun als Personenschützerin engagiert. Leylas Manager Harry ist darüber nicht erfreut, aber Leyla besteht auf Charlotte. Der Manager scheint Leyla eher kurz zu halten, er antwortet für sie und erlaubt ihr auch nicht, das Hotel zu verlassen.
Als es ihr aber dennoch heimlich gelingt, wird sie von einem unbekannten Mann verfolgt. Dann wird ein Mädchen ermordet, das mit Leyla zusammen auftreten sollte. Es wird umfangreich ermittelt, dabei kommen aber auch einige Sachen zum Vorschein, die die Rapperin verheimlicht hat.
Von etwa der Mitte des Buches an geht es unheimlich rasant weiter, ein Geschehnis jagt das andere, wobei der Leser voll in den Ablauf involviert wird. Der Krimi ist nicht blutig, aber durchaus sehr sehr spannend. Die Autorin führt uns gekonnt in die Materie des Rap ein, in die moderne Technik, Maps, Snapchat, Tinder. Auch ein Unkundiger versteht, was in diesem Buch gesprochen wird, denn die Autorin hat wirklich gekonnt Charlotte als technische Niete dargestellt, die sich von ihrem Sohn diese Sachen erklären lässt und der ihr dann immer weiter hilft. 236 Seiten, die sich zu Lesen lohnen.
Eine andere Welt trifft auf die heutige Zeit
Mit ihrer überarbeiteten Neuauflage des in 2018 erschienenen Kriminalromans „Böse Barden“ knüpft die Autorin Billie Rubin mit ihrem Buch "GIER (Braun und Wallner ermitteln 4)" an ihre Erfolgsromane "Das Spiel", "Rache" und "Macht" um die Personenschützerin Charlie Braun und ihren langjährigen Partner Andi Wallner an.
Charlies Auftrag ist es dieses Mal, die arabisch-stämmige Rapperin LeyLa vor einer unsichtbaren Gefahr zu schützen, die sich in monatelangen Hassnachrichten und Drohungen zeigt. Inmitten der geschichtsträchtigen Kulisse Nürnbergs muss Charlie einen kühlen Kopf bewahren, während die Bässe dröhnen und die Texte von LeyLa die Massen bewegen. Trotz all dem Trubel bleibt ihr nicht verborgen, dass hinter der glitzernden Fassade der Rapperin Risse klaffen. Es ist spürbar, dass LeyLa und ihr Manager Geheimnisse haben, die gefährlicher zu sein scheinen als die Drohbriefe selbst. Doch dann gibt es im engsten Umfeld der Rapperin einen ebenso brutalen wie grausamen Mord, so dass Charlie von nun an auf die Unterstützung der Kriminalpolizei angewiesen ist. Während sich die Stadt für das legendäre alljährliche Bardentreffen rüstet, beginnt für Charlie und die Polizei ein Wettlauf gegen die Zeit...
Es wird ein besonderer Kontrast zwischen bayrischer Tradition, zum Beispiel beim Bardentreffen sowie der fränkischen Mundart, die wie in den Vorgängerromanen von Charlies Freundin Marita gesprochen wird. So bezeichnet sie den kleinen Hund stets als "Waggerla" und sorgt mit ihrer Figur für Beständigkeit, da sie immer wieder für kurze Szenen mit eingebunden wird. Auf der anderen Seite steht dieses Mal die moderne Subkultur des Rap und Hip-Hop in ihrer Vielschichtigkeit mit Songs, die teilweise für den neutralen Leser ein wenig ausgefallen wirken, dem Rhythmus, der seine Besonderheiten hat, ebenso wie die Sprache, mit der sich diese Subkultur abhebt und nicht zuletzt dem Kleidungsstil.
Es wird auch das sommerliche Nürnberg während des Bardentreffens lebendig und fast greifbar beschrieben. Auch, wenn das Hotel teilweise für LeyLa selbst wie ein Gefängnis wirkt und LeyLa sich der Gefahr, in der sie schwebt, bewusst ist, so scheint die Atmosphäre im Hotel doch sehr angenehm zu sein, denn der Luxus, der geboten wird, ist nicht alltäglich.
Es zeigt sich, dass LeyLa sehr wandlungsfähig ist. Sie wird in der Geschichte teilweise beschrieben, als sei sie ein 14-jähriges Mädchen, das sich an ihr Stofftier klammert, auf der anderen Seite ist sie Vollprofi, wenn sie auf die Bühne geht. Auch zum Schluss ist ersichtlich, dass sie sich ihre eigenen Gedanken macht, aus dem Schatten ihres Managers hervortritt und eine für sie wichtige Entscheidung trifft. Auch Charlies Entwicklung ist überzeugend dargestellt. Ihr Wandel von der skeptischen Personenschützerin, die mit der Hip-Hop-Welt wenig anfangen kann, bis hin zu einer Frau, die hinter die Fassaden von Ruhm und Hass blickt, ist psychologisch sehr gut gezeichnet. Es entsteht eine Dynamik mit dem Team von Andi Wallner, was wiederum für die nötige Bodenständigkeit sorgt. Es gibt auch dieses Mal private Einblicke in die Beziehung zwischen Charlie und Andi und eine gereifte Erkenntnis, die lange auf sich hat warten lassen.
Billie Rubin gelingt es, die Spannung perfekt aufzubauen. Denn der Krimi beginnt als klassischer Schutzauftrag und entwickelt sich durch LeyLas Geheimnisse zu einem vielschichtigen Whodunit-Thriller. Die Bedrohung durch die anonymen Drohbriefe sowie einen realen Mord im Umfeld der Rapperin eskaliert in einer Weise, dass die Leserschaft die Aufklärung am Ende des Buches über den Tathergang sowie das Motiv kaum abwarten kann.
Fazit: "Gier" ist ein spannender Roman, der über die Schattenseiten des Ruhms und die zerstörerische Kraft von Hass im digitalen Zeitalter berichtet. Auch, wenn man die Vorgängerromane nicht gelesen hat, ist es möglich, direkt mit diesem Krimi einzusteigen. Wer alle Romane der Reihe kennt, kann es kaum erwarten, dass der 5. Teil der Serie rund um "Braun und Wallner ermitteln" erscheint. Deshalb sollte man sich unbedingt den Frühsommer dieses Jahres im Kalender markieren.
Spannender Kriminalroman aus Nürnberg
Mit diesem Buch legt die Autorin Billie Rubin die überarbeitete Neuausgabe eines bereits 2018 unter dem Titel „Böse Barden“ erschienenen Kriminalromans vor. Zugleich handelt es sich dabei um den vierten Band ihrer Reihe rund um die ehemalige Polizistin und jetzige Personenschützerin Charlotte „Charlie“ Braun und Kommissar Andreas Wallner von der Kriminalpolizei Nürnberg.
Man kann dieses Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
In ihrem neuesten Auftrag soll Charlie die derzeit angesagte Rapperin LeyLa bei einigen Konzerten in Nürnberg und Umgebung schützen, da diese in letzter Zeit Ziel von Hassnachrichten und Drohbriefen geworden ist. Dabei hat Charlie von Beginn an das Gefühl, dass sowohl LeyLa wie auch ihr Manager Harry etwas vor ihr verbergen. Als eine Frau aus dem Umfeld der Rapperin tot aufgefunden wird, nehmen Andreas und sein Team die Ermittlungen auf. Und diese werden zum Rennen gegen die Zeit, denn LeyLas Auftritt beim stets gut besuchten Bardentreffen in der Nürnberger Altstadt rückt immer näher.
Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und liefert am Ende einen packenden Showdown mit einer absolut schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Und als der eigentliche Fall erfolgreich abgeschlossen ist, nimmt ein Nebenstrang noch eine schockierende Wendung. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Besonders das Zusammenspiel zwischen Charlie und ihrem Schützling ist sehr gelungen und macht deutlich, welch unterschiedliche Welten hier aufeinanderprallen.
Wer auf spannende Kriminalromane mit einer fein dosierten Prise Lokalkolorit steht, wird hier gut bedient und unterhalten. Für den nächsten Band, der dann eine Neuveröffentlichung sein wird, bleibt aber weiterhin noch ein wenig Luft nach oben.