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Böses Blut

Der fünfte Auftrag für Privatdetektiv Cormoran Strike. Roman
Buch
Gebundene Ausgabe, 1200 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3764507683

ISBN-13: 

9783764507688

Auflage: 

1 (14.12.2020)

Preis: 

26,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3764507683

Beschreibung von Bücher.de: 

Atemberaubend, labyrinthisch, episch - der 5. Cormoran-Strike- und Robin-Ellacott-Roman ist der bislang fesselndste und faszinierendste aus der Feder von Bestsellerautorin JK Rowling!

Cormoran Strike ist gerade zu Besuch bei seiner Familie in Cornwall, als er von einer Frau angesprochen wird, die ihn bittet, ihre Mutter, Margot Bamborough, ausfindig zu machen, die 1974 unter mysteriösen Umständen verschwand. Strike hatte es noch nie mit einem Cold Case zu tun, geschweige denn mit einem, der bereits vierzig Jahre zurückliegt. Doch trotz der geringen Erfolgsaussichten ist seine Neugier geweckt, und so fügt er der langen Liste an Fällen, die er und seine Arbeitspartnerin Robin Ellacott gerade in der Agentur bearbeiten, noch einen hinzu. Robin selbst hat mit einer hässlichen Scheidung und unerwünschter männlicher Aufmerksamkeit zu kämpfen - und dann natürlich mit ihren Gefühlen für Strike …

Strikes und Robins Nachforschungen zu Margots Verschwinden führen sie auf die Fährte eines vertrackten Falls mit Hinweisen auf Tarotkarten, einen psychopathischen Serienkiller und Zeugen, die nicht alle vertrauenswürdig sind. Und sie merken, dass sich selbst Fälle, die schon Jahrzehnte alt sind, als tödlich herausstellen können …

Außerdem aus der Cormoran-Strike-Reihe lieferbar:
Der Ruf des Kuckucks
Der Seidenspinner
Die Ernte des Bösen
Weißer Tod

Kriminetz-Rezensionen

Astrologie des Bösen

Wie schon bei der Harry-Potter-Reihe wird auch bei J.K. Rowlings Cormoran- Strike-Krimis, die sie unter dem Namen Robert Galbraith veröffentlicht, jeder Band umfangreicher. Bei Band 5 »Böses Blut« sind es nun schon knapp 1200 Seiten. Viel für einen Kriminalroman, aber nicht viel, wenn man die Neigung der Autorin berücksichtigt, sich in ausführlichen Abschweifungen zu verlieren.

Durch einige spektakuläre Erfolge läuft Strikes Detektivbüro. Er kann es sich nun auch erlauben, Fälle anzunehmen, deren Erfolg zweifelhaft scheint und bei denen Aufwand und Einsatz wohl in keinem Verhältnis zum Erlös stehen werden. Deshalb nimmt er sich auch eines alten Falls an. Eine junge Frau bittet Strike, das Verschwinden ihrer Mutter aufzuklären. 40 Jahre ist das nun her, sie selbst war noch ein Kleinkind ohne Erinnerungen daran. Damals wurde das Verschwinden schnell einem Serienmörder angelastet, der kurz danach gefasst wurde. Zwar hat er die Tat nie zugegeben, aber auch nie explizit geleugnet. Die Ermittlungen haben den ermittelnden Beamten bis zum psychischen Zusammenbruch geführt und seine Unterlagen sind ein Ausdruck dieser Krise. Danach versandeten die Ermittlungen.

Neben diesem Cold Case beschäftigen Strike auch andere, private Probleme. Seine Tante, bei der er aufwuchs, liegt im Sterben. Der Krebs hat das Endstadium erreicht und er pendelt ständig nach Cornwall, um an ihrer Seite zu sein. Sein berühmter Vater, der Rocksänger, will partout jetzt eine Annäherung und Aussöhnung erreichen, nach Jahren der Ablehnung und Ignoranz, wahrscheinlich weil Cormoran jetzt berühmt genug ist, um sich mit ihm zu schmücken. Und da ist ja noch diese Beziehung, besser Nicht-Beziehung, zu Partnerin Robin. Beide wissen um ihre Gefühle, aber zulassen wollen sie sie nicht. Beide sind in Gefühlsdingen gebrannte Kinder. Aber tatsächlich gibt es nach 1200 Seiten einen Fortschritt. Sie setzen ans Ende ihre Nachrichten jetzt ein x, das Zeichen für ein Küsschen. Es wird noch viele tausend Seiten brauchen, bis der geneigte Leser da ein Happy End erleben darf.

Wenn man sich auf diesen Wälzer einlässt, wird schnell klar, dass auch in den weitesten Abschweifungen ein Hinweis oder eine Begebenheit versteckt ist, die letztendlich zur Lösung beitragen wird. Schon allein für dieses komplizierte Handlungsstrickwerk, das sich nie verheddert, verdient die Autorin Respekt.

Ich finde Cormoran Strike ein wenig als Nachfahren der großen Detektive Marlowe und Spade. Immer dem eigenen Anspruch verpflichtet und von der Suche nach der Wahrheit getrieben. Dafür ist er bereit alles zu geben.

Auch dieser Band gefiel mir, auch wenn die vielen Ausschmückungen und Abschweifungen viel Geduld und Sitzfleisch erfordern. Aber sie sind Rowlings Markenzeichen und sie will in ihren Krimis immer auch Einblick ins britische Seelenleben geben und das braucht nun mal Platz.

3,5 Sterne würde ich gern vergeben.

Packend

Zum Inhalt:
Cormoran Strike bekommt es mit einem Fall zu tun, der 40 Jahre alt ist. Damals verschwand die Mutter seiner Klientin und er hat ein Jahr Zeit, dieses Verschwinden aufzuklären. Währenddessen läuft die Detektei, die er gemeinsam mit seiner Partnerin Robin betreibt, so gut, dass es eine Warteliste gibt. Einzig sein Verhältnis zu Robin bleibt kompliziert, denn beide fühlen sich zueinander hingezogen, befürchten jedoch, ihre Freundschaft über ein mögliches Verhältnis zu verlieren.

Mein Eindruck:
»Böses Blut« ist bereits der fünfte Band um Cormoran Strike und seine Detektei und auch wenn es - wegen der Entwicklung der Charaktere und ihrer Beziehung zueinander – geschickter wäre, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, ist dieser Krimi ein eigenständiges Buch mit abgeschlossener Geschichte.

Die Autorin hat schon mit ihrer Saga um einen jungen Zauberer bewiesen, dass sie erzählen kann und auch die reale Welt mit erwachsenen Charakteren bespielt sie mit ihrer Kunst aus dem Effeff. Und noch etwas gelingt ihr mühelos: Die Zeit der 70er Jahre im Rückblick lebendig werden zu lassen und den Bogen in die heutige Zeit zu spannen. Trotz vieler Buchseiten wird die Geschichte nie langweilig, denn um den Cold Case herum läuft die Detektei mit anderen Fällen und auch das Privatleben der beiden Hauptpersonen entwickelt sich weiter.

Dabei verleitet insbesondere eine Sache durch eine gewisse Pikanterie zum schelmischen Grinsen nach Art von Monty Python: Während momentan viele Künstler ihre politische Korrektheit fast wie eine Monstranz vor sich hertragen, ist ausgerechnet die gerade arg zerzauste Rowling in der Lage, einen MeToo-Moment absolut glaubhaft, lebensecht und mit Verve einzubauen, ohne dass es belehrend und künstlich wirkt.

Die Aufklärung des Hauptfalls bietet wie gewohnt gute Detektivarbeit mit alten Bekannten und neuen Gesichtern. Den Täter könnte der gewiefte Leser überführen, sein Motiv ist dafür unüblich und gefällt damit umso mehr. 

»Böses Blut« erhält damit eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Mein Fazit:
Krimiunterhaltung auf ganz hohem Niveau.

Beeindruckender Krimi

Die Ärztin Margot Bamborough verschwand vor 40 Jahren spurlos. Cormoran Strike und Robin Ellacott werden von der Tochter gebeten herauszufinden,  was damals passiert ist. Trotz der bereits laufenden Ermittlungen zu anderen Fällen nimmt Strike die Herausforderung an und begibt sich mit seiner Partnerin auf Spurensuche.

Bei diesem Krimi handelt es sich um den 5. Teil der Cormoran-Strike- und-Robin-Ellacott-Reihe. Trotz der fehlenden Vorkenntnisse konnte ich gleich in die Story abtauchen, denn dank der umfangreichen Seitenanzahl – es sind immerhin fast 1.200 Seiten – und des ausführlichen Schreibstils hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl etwas, verpasst zu haben.

Das Herangehen an die Ermittlungen und das Verarbeiten der verschiedenen Spuren war sehr detailreich, aber trotzdem spannend geschrieben. Bemerkenswert finde ich den Aufbau der Story mit den umfangreichen Verstrickungen und die Vermischung mit den Nebensträngen.

Viel Platz nahm auch die private Geschichte der Ermittler ein. Zum einen hat Strike Angst um seine an Krebs erkrankte Tante Joan und die Probleme seiner Exfreundin halten ihn in Atem. Zum Anderen erfährt der Leser von Robins Privatleben und ihren Problemen mit der Scheidung von ihrem Ehemann. Ansonsten scheinen Strike und Robin schon von Anfang an Gefühle füreinander entwickelt zu haben, die sie sich aber beide nicht so recht eingestehen wollen und deshalb weiterhin umeinander rumschleichen.

Was mir nicht so gut gefallen hat, aber das ist Geschmacksache, war die etwas ausufernde Bezugnahme auf die Astrologie.

Ein überaus komplexer Krimi, der zum Miträtseln einlädt.