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Bretonische Versuchungen
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Rätselhafte Morde und berühmte bretonische Chocolatiers.
Noch nie war Kommissar Dupin so froh, einen neuen Fall zu haben, wie an diesem herrlichen Frühsommertag.
Mit einem Bein steht er bereits auf dem – bedrohlich schwankenden – Boot im Hafenbecken von Concarneau, um unter der Anleitung eines Coaches seine Thalassophobie zu überwinden, als ihn der Anruf erreicht: Eine Frau ist ertrunken. Allerdings nicht im Meer, sondern in einem Bottich aus Schokolade.
Was kurios anmutet, entpuppt sich als kaltblütiger Mord an der Inhaberin einer alteingesessenen Schokoladen-Confiserie in der Ville Close. Wer hatte es auf die visionäre Unternehmerin abgesehen, die immer auf der Suche nach neuen raffinierten Kreationen war? Und sind noch mehr Menschen in Gefahr?
Um den dunklen Rätseln der Schokoladenwelt auf den Grund zu gehen, begeben sich Kommissar Dupin und Nolwenn, seine unersetzliche Mitarbeiterin, auf einen rasanten Roadtrip quer durch die Bretagne bis ins Baskenland.





















Mit Nolwenn auf heißer Spur
„Wir haben eine Tote, Chef.“ Als Georges Dupin diese Nachricht hört, ist er mehr als erleichtert. Dank des neuen Falls kann er seine Konfrontationstherapie abbrechen und muss nicht auf ein wackliges kleines Boot klettern, um seine Thalassophobie zu überwinden. Außerdem versäumt er ein „gemütliches“ Beisammensein mit seinen Schwiegereltern. Das aktuelle Verbrechen führt ihn in die mittelalterliche Altstadt von Concarneau.
Bei der Toten handelt es sich um Adeline Mazago, Inhaberin und Geschäftsführerin von Zerua, einer berühmten Schokoladenmanufaktur. Sie wurde in einem Bottich voll flüssiger Schokolade ertränkt. Ein sehr schmerzvoller Tod. Wer hasste Adeline so abgrundtief?
In „Bretonische Versuchungen“ ermitteln Kommissar Georges Dupin und sein bewährtes Team in der faszinierenden Welt der Schokolade. Es freut mich, dass Jean-Luc Bannalec alias Jörg Bong auch in seinem vierzehnten Band die bretonischen Themen nicht ausgehen.
Dieser Fall erweist sich als besonders fordernd für Dupin. Ein skrupelloser Täter verlangt dem Kommissar alles ab und eine übermotivierte Nolwenn sitzt ihm hautnah im Nacken. Das gipfelt in einem gemeinsamen Roadtrip der beiden ins französische
Baskenland. Höchste Eile ist geboten, da weitere Morde geschehen. So kommt es, dass der Kommissar und Nolwenn pausenlos im Einsatz sind und ihre Müdigkeit bekämpfen müssen. Nach mehr als 45 Stunden ohne längere Pause steigt Dupins Koffeinbedarf ins Unermessliche. Er zeigt physische und psychische Symptome des Schlafentzugs, die so anschaulich beschrieben sind, dass ich als Leserin auch schon zu gähnen anfing, ohne müde zu sein.
Sein Team steht dem Kommissar wie immer hilfreich zur Seite. Inspektor Kadeg neigt weiterhin zu anmaßendem Verhalten und sein Kollege Riwal zu Belehrungen. Erneut empfand ich die Erweiterung der Mannschaft um Nevou und Le Menn als sehr positiv. Sie alle leisten gute Arbeit und letztlich wird auch dank ihrer Unterstützung dieser schwierige Fall zufriedenstellend gelöst. Vorher sorgen einige Verwicklungen und mehrere Verdächtige für anhaltende Spannung.
Während der Ermittlungen erfahren wir Erstaunliches und Lehrreiches über die Herstellung, Geschichte und Chemie der Kakaobohne und der Schokolade.
Wie immer schreibt der Autor flüssig und bilderreich. Seine Zuneigung für Land und Leute ist stets spürbar. Ob er die Landschaft beschreibt oder ein Menü im „Amiral“, seine Liebe für die Bretagne ist immer da, nachvollziehbar und ansteckend. Wer weiß, wie viele Besucher er seiner bevorzugten Region mit seinen Krimis schon beschert hat?
Auch mit seinem vierzehnten Fall hat mich Kommissar Dupin bestens unterhalten. Nolwenn überzeugt auch als Ermittlerin vor Ort und beeindruckt mit ihrem großen Engagement für wichtige Themen. Von den auftretenden neuen Protagonisten hat mir vor allem Dupins baskische Kollegin imponiert. Mit Commissaire Amaïa Unarte treffen die bretonischen Ermittler eine taffe Polizistin, die Dupins Kaffeesucht und seine Liebe zu Oldtimern teilt. Vielleicht treffen wir sie bald wieder? Quellenmaterial zum Thema Schokolade und eine Übersichtskarte komplettieren den Krimi.
Der Fall war spannend und ich weiß nun mehr über Schokolade als jemals zuvor. Jetzt freue ich auf den 15. Fall. Ich bin gespannt, ob es dann schon Neuigkeiten zum kleinen privaten Cliffhanger gibt, mit dem das Buch endet.
À bientôt, Monsieur le Commissaire.
Die Spur der Schokolade
Der 14. Fall für Kommissar Dupin beginnt bizarr und ungewöhnlich. Die Inhaberin, Adeline Manzago, einer alteingesessenen Schokoladen-Confiserie in Concarneau wird tot in einem Bottich mit Schokolade entdeckt.
Wer oder was hinter diesem Mord steckt stellt sich schnell als Mammutaufgabe für das Team der Polizei heraus. Die Ermittlungen führen weit über die Bretagne hinaus, da die Familie der Toten aus dem Baskenland stammt. In diesem Fall muss Dupin sich intensiv mit der Geschichte, der Zusammensetzung und der Herstellung von Schokolade befassen. Der Leser ist in der glücklichen Lage nicht nur einen spannenden Krimi zu lesen, sondern auch Privatlektionen über die Schokolade als solche und die speziellen Kreationen an sich zu erhalten. Auch eine Fahrt ins Baskenland verbunden mit der Vorstellung landestypischer Spezialitäten macht Appetit auf mehr.
Eingebettet in solch köstliche Umgebung geraten die polizeilichen Ermittlungen keinesfalls in den Hintergrund, denn bald erfolgen noch weitere Morde. Auch der Fund von Kokain in einer Lagerhalle macht die Aufklärung der Mordfälle keinesfalls einfacher. Dazu noch das polizeiliche Kompetenzgerangel mit der Einheit der Drogenfahnder.
Bei den Recherchen in der Fabrik und der Familie Manzago stellt Kommissar Dupin fest wie nah Ehrgeiz und Geltungssucht beieinander liegen. Könnte hier ein Motiv zu finden sein? Tatkräftig wird der Kommissar bei seinem 14. Fall von zwei Frauen unterstützt. Das ist zum einen die bekannte Sekretärin Nolwenn mit ihrem Organisations- und Recherchetalent und zum andern Commissaire Unarte aus Bayonne, die nicht nur äußerst kompetent ist, sondern auch ein Herz für alte Autos hat.
Wie es Kommissar Dupin und seinen Kollegen gelingt Licht in das Dunkel zu bringen und die Mordfälle zu lösen möchte ich nicht verraten, denn den Leser und die Ermittler erwarten noch einige Überraschungen.
Fazit:
Der Krimi ist gut strukturiert aufgebaut, hat viele Handlungsansätze, die nicht geradlinig zur Lösung führen. Ein phantasievoll ausgedachte Geschichte, die in sich schlüssig gelöst wurde. Mich hat der Krimi „Bretonische Versuchungen“ gefesselt und mir eine wirklich spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich eine 5 Sterne sowie eine klare und eindeutige Leseempfehlung.