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Bretonischer Glanz
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Weltberühmte Zwiebeln und mysteriöse Morde im idyllischen Roscoff.
Die Mittagssonne lässt die bunten Segel der Boote im Hafenbecken aufleuchten, als Kommissar Dupin sich auf der Terrasse des Amiral niederlässt. Gerade will er sich seinem tartare de bœuf widmen, als sein Handy klingelt: In Roscoff im hohen bretonischen Norden wurde eine junge Frau ermordet aufgefunden – ausgerechnet dort, wo gerade das berühmte Krimifestival stattfindet …
Umgehend macht sich der Kommissar zusammen mit seinen Inspektoren Riwal und Kadeg auf den Weg. In dem Hafenstädtchen, das für seine Zwiebeln weltbekannt ist, herrscht Ausnahmezustand: Inmitten des Festivaltrubels ziehen Mitarbeiter des lokalen Fährunternehmens wegen drohender Entlassungen durch die Straßen. Außerdem scheinen in der »Bruderschaft zum Schutz der Roscoff-Zwiebel« obskure Dinge vor sich zu gehen.
Als Unbekannte beginnen, rätselhafte Drohparolen auf Hauswände zu schmieren, spitzt sich die Lage zu. Für Dupin wird es so gefährlich wie in keinem Fall zuvor …





















Ein Fall,der dem sympathischen Commissaire viel abverlangte
Eigentlich ist Roscoff nicht der Zuständigkeitsbereich von Commissaire Dupin,aber als der dortige Kollege ,der zwei Tage vor dem Beginn der Rente stand,um Unterstützung bei einem Mordfall bat,konnte er nicht ablehnen,als der Präfekt ihn mit dem Fall betraute.Er freute sich ,dass die Ermittlungen mit dem jährlich stattfindenden Zwiebelfest zusammentrafen, außerdem fand gerade ein Krimi Festival statt, auf dass sich besonders seine Kollegen sehr freuten.Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse,es gibt weitere Tote und ein Anschlag auf sein Leben knockt ihn vorübergehend aus.
Wie man es von dem Autor kennt, nimmt er sich reichlich Zeit, die Geschichte zu entwickeln, wobei viele kleine und größere Ereignisse am Rande ein besonderes Gewicht bekommen. Es ist wieder eine gelungene Mischung aus Polizeiarbeit ,französischem Flair, Kulinarik und immer wieder einfließendem brillanten Humor.Auch das Privatleben des Commissaire,der mit seiner Partnerin Claire ,der Geburt ihres ersten Kindes entgegensieht,bekommt genügend Raum.Gerne habe ich einen Ausflug nach Frankreich gemacht und ihn sehr genossen.
Das Hörbuch wurde von Christian Berkel präsentiert,der es mit seiner unvergleichlichen,wandelbaren Stimme zu einem echten Erlebnis machte .Von mir voll verdiente fünf Sterne.
Ein grausamer Fall
Auf dem Gelände des Krimifestivals von Roscoff wird eine junge Zwiebelbäuerin, Annic Philouze, erstochen. Da der zuständige Kommissar gerade in Rente geht, nötigt Präfekt Locmariaquer Kommissar Dupin den neuen Fall auf. Der bliebe zwar lieber in Concarneau bei der schwangeren Claire, macht sich aber widerstrebend mit seinem Inspektor Riwal auf in den bretonischen Norden.
Für Dupins 15. Fall hat sich sein Autor einen ganz besonderen Schauplatz ausgesucht, das Krimifestival im pittoresken Städtchen Roscoff. Der Kommissar verabscheut diese Art von Literatur grundsätzlich und kann nicht verstehen, dass es Fans dieses Genres gibt, wie bspw. seinen zweiten Inspektor Kadeg. Der befindet sich folglich schon vor Ort und ist begeistert von der Idee, bekannte Krimiautoren zu befragen.
Das Mordopfer war eine rührige junge Frau, eine „écolo“, die ökologische Landwirtschaft betrieb und sich für die Belange der Stadt, speziell deren legendären Botanischen Garten engagierte. Dabei eckte sie zwangsläufig an, da sie die kommerzielle Ausrichtung einiger Stadtgrößen zuungunsten der Umwelt stark kritisierte. Kaum hat Dupin die Ermittlungen aufgenommen, wird auch Annies Verlobter, Kévin Huruguen, Mechaniker bei Celtic Ferries, umgebracht. Hängen die Morde zusammen? Oder wurde Kévin getötet, weil er den Widerstand gegen die geplanten Entlassungen bei seinem Arbeitgeber organisierte? Dupin glaubt nicht an Zufälle und fühlt sich in seiner Ansicht bestärkt als ein dritter Mord im Umfeld von Annic geschieht.
Auch bei diesem Fall kommen Lokalkolorit und der historische Rahmen nicht zu kurz. Roscoff ist neben „La fête des crimes“, dem Krimifestival, für seine legendären Zwiebeln, das „rosa Gold“, berühmt. Außerdem verfügt die „englischste Stadt Frankreichs“ über enge Verbindungen zur britischen Insel. Nicht nur durch die räumliche Nähe, Plymouth ist nur knapp 189 km entfernt, sondern auch aufgrund traditioneller Geschäftsbeziehungen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begannen die „Johnnys“, junge Männern aus Roscoff, die legendären Zwiebelzöpfe per Fahrrad in den englischen Grafschaften zu verkaufen. Überhaupt die köstlichen „Oignons de Roscoff“. Mir ist das Wasser im Mund zusammen gelaufen, als Dupin und sein Team den „Großen Zwiebel-Aperitif“ besuchten und alle pikanten und süßen Köstlichkeiten aus dem rosa Gold probiert haben.
Der „grausame Fall“ wie Dupin ihn nennt, hat es in sich. So sehr sich die korrupten Größen des Städtchens als Tatverdächtige aufdrängen, der Kommissar ist mit dieser Spur nicht zufrieden. Sein legendäres Bauchgefühl lässt ihn auf ein scheinbar nebensächliches Detail reagieren, dass außer ihm niemand auf dem Schirm hat. Eine Tatsache, die ihn in akute Lebensgefahr bringt. Doch schließlich kann auch dieser besonders perfide Fall abgeschlossen werden. Der Spannungsbogen hält bis zum Schluss und alle offenen Fragen werden beantwortet. Lediglich Le Menn und Nevou habe ich etwas vermisst, die in wichtigen Polizeiangelegenheiten in Paris unterwegs sind. Sehr gefallen hat mir der Auftritt der berühmten Krimiautorin Allyson Christic, die an ihre legendäre Kollegin ähnlichen Namens erinnert. Das gleicht Dupins Krimiphobie, die mich zwischendurch leicht nervte, wieder aus.
Auch der 15. Fall des Wahl-Bretonen Georges Dupin hat mich bestens unterhalten. Ich freue mich schon auf Band 16.