Cover von: Broken House - Düstere Ahnung
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Broken House - Düstere Ahnung

Eine Story. Roman
Buch
Taschenbuch, 64 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3596036836

ISBN-13: 

9783596036837

Auflage: 

1 (03.11.2015)

Preis: 

6,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 72.208
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3596036836

Beschreibung Verlag: 

Von der Mega-Bestsellerautorin Gillian Flynn (»Gone Girl«), die für diese Story den Edgar Award für die beste Kurzgeschichte 2015 gewonnen hat.

Die junge Nerdy hatte es bislang nicht leicht im Leben und bestreitet ihren Lebensunterhalt mit Wahrsagerei und sexuellen Dienstleistungen. Sie verdient nicht schlecht – meistens erzählt sie den Leuten genau das, was sie hören wollen. Bis sie Susan Burke trifft. Susan lebt in Carterhook Manor, einem alten viktorianischen Haus aus dem Jahr 1893, zusammen mit ihrem Mann, ihrem Sohn und ihrem Stiefsohn Miles. Susan ist völlig verängstigt, denn sie ist davon überzeugt, dass ein böser Geist von Haus und Stiefsohn Besitz ergriffen hat. Nerdy soll kommen und das Haus davon befreien. Die junge Frau glaubt weder an Geister noch an sonstige übernatürliche Dinge, aber hier bietet sich die Chance, sehr viel Geld zu verdienen. Aber als sie das Haus zum ersten Mal betritt und auch Miles trifft, fühlt sie es auch: Hier spukt kein Geist, hier lauert etwas Anderes. Etwas absolut Böses. Etwas, das töten will.

Kriminetz-Rezensionen

Eine köstliche Schauergeschichte

Mit einer entwaffnenden Offenheit berichtet die etwa 30jährige Ich-Erzählerin – von ihrer Chefin Nerdy genannt – von ihrem Leben: Aufgewachsen in problematischen Verhältnissen in New York, wurde sie schon früh von der Mutter zum Betteln mitgenommen. Ohne Schulabschluss oder Ausbildung hielt sie sich bisher mit Handjobs (»Drei Jahre lang konnte man bei mir den besten handjob im Großraum New York kriegen«, S. 5) über Wasser, was sie nun aber wegen eines Karpaltunnel-Syndroms aufgeben muss. Und jetzt versucht sie im Wahrsager-Geschäft Fuß zu fassen.

Nicht, dass sie besondere wahrsagerische Fähigkeiten hätte oder an diesen Hokus-Pokus glauben würde. Aber die Umstände sind günstig und die Kundinnen lieben es, wenn sie ihnen erzählt, sie könnte ihre Aura lesen (»Ich nahm den Geruch ihrer Verzweiflung wahr wie frisches Brot«, S. 21) – und recht gut bezahlt ist das Ganze auch noch. Aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen kann sie sich wirklich gut auf Menschen einstellen und erfasst intuitiv, was diese hören wollen. Ach ja: Und Geistergeschichten liest sie auch sehr gerne.

Das alles erzählt in einer verblüffend direkten und ehrlichen Sprache, die dem Leser die Erzählerin sehr sympathisch macht und ihn voll vereinnahmt. Sehr kurzweilig und flüssig zu lesen mit einem köstlichen Witz.

Als Susan Burke – eine junge Frau, die mit ihrer Familie in einem frisch renovierten viktorianischen Haus (Carterhook Manor, erbaut 1893) in der City lebt – zu ihr kommt, merkt sie sofort, dass Susan anders ist als ihre anderen Kundinnen. Sie ist gebildet, reich, bodenständig und keineswegs naiv. Trotzdem gelingt es Nerdy, ihr Vertrauen zu gewinnen und so langsam wird da Szenario klar: Susan hat Probleme mit ihrem Stiefsohn Miles und es muss an dem neu bezogenen Haus liegen (»Der Junge war fünfzehn, und man hatte ihn gerade gezwungen in die City umzusiedeln, wo er keinen Menschen kannte … Natürlich war er wütend … Ich witterte meine Chance und ergriff sie.«, S. 24). Uns so beschließt Nerdy ins »Aura-Reinigungs-Geschäft« einzusteigen und das Haus (natürlich gegen gute Bezahlung) von schlechten Energien und von den Vorbewohnern übrig gebliebenen Schwingungen zu säubern.

Doch als sie das Haus dann besucht, geschehen seltsame Dinge (»Ich begann mich zu fürchten, zwang mich aber dagegen anzukämpfen. Du bist diejenige, die sich das Ganze ausgedacht hat, sagte ich mir. Also hör auf mit dem Quatsch«, S. 36) und dann droht Miles auch noch mit Mord … Kurze Zeit später eskaliert die Situation. Nichts ist mehr so wie angenommen und Nerdy weiß nicht mehr was und wem sie glauben soll …

Die Geschichte ist wirklich sehr unterhaltsam und amüsant zu lesen – und sehr spannend. Der Schluss lässt vieles offen und so kann der Leser vortrefflich darüber spekulieren, was Ursache ist und was Wirkung, wer nun wirklich wen ermorden wollte und ot tatsächlich Geister im Spiel waren. Und natürlich auch darüber, ob es irgendwann eine Fortsetzung geben wird. Denn Soff dafür ist genügend vorhanden.

Der einzige Wermutstropfen ist die Länge der Geschichte. Denn leider ist nach 62 (sehr gut bezahlten) Seiten schon wieder Schluss.

Wenn Spannung, Witz und Schreibkunst aufeinandertreffen

Dank der direkten Sprache der Protagonistin ist man sofort mittendrin in dieser verrückten Geschichte. Die Ich-Erzählerin arbeitet als Prostituierte, oder auch wieder nicht, je nachdem, wie „die Sache“ definiert ist. Und da ist man mancherorts ja sehr phantasievoll in der Deutung, in einem Land, in dem in einigen Bundesstaaten Wäsche nach Geschlechtern getrennt auf der Leine zu hängen hat.

Dass die Erzählerin an einem Karpaltunnelsyndrom leidet scheint da nur natürlich. Und so sattelt sie denn um und sitzt nun im vorderen Raum des Etablissements, wo sie den Kundinnen, denn vorne sitzen die Frauen, weissagt. Als Susan auftaucht, wittert sie eine Cash-Cow, die sie an ihre reichen Freundinnen empfehlen wird. Doch es läuft gänzlich anders! Artig stehen die Größen der Schauerliteratur, an die Gillian Flynn mit dieser Kurzgeschichte anknüpft, in der Bibliothek von „Carterhook Marnor“, dem Haus der merkwürdigen Geschehen und dieser seltsamen Bewohner, die je nach Blickwinkel in einem gänzlich anderem Licht erscheinen. Was ist eigentlich mit dem Hausherrn? Weilt er wirklich auf Geschäftsreise in Afrika? Wem soll die Protagonistin, ja, wem darf sie trauen, wenn ihr ihr Leben lieb ist?

Broken House ist voller Spannung, Witz und Ironie! Trefflich zu lesen.