Cover von: Charming Boy
Amazon Preis: 15,00 €
Bücher.de Preis: EUR 15.00

Charming Boy

Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 310 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3839225663

ISBN-13: 

9783839225660

Auflage: 

1 (11.03.2020)

Preis: 

15,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3839225663

Beschreibung von Bücher.de: 

Sebastian Heiter, ein junger, charmanter Redakteur bei einer Berliner Tageszeitung, erwirbt sich schnell den Ruf, ein skrupelloser Hacker zu sein.

Allerdings scheint er es nicht nur auf die nächste große Story, sondern auch auf die privaten Gedanken seiner Kollegen abgesehen zu haben - er hackt ihre Computer und Handys, handelt manipulativ und genießt die Macht.

Dann beginnt er eine Affäre mit einer Kollegin, die nichts von alldem ahnt. Als sie ihm auf die Schliche kommt, beginnt ein lebensgefährliches Spiel …

Kriminetz-Rezensionen

Trau, schau, wem

Zum Inhalt:
Sebastian Heiter ist ein Meister der Manipulation. Der neue Mitarbeiter einer Berliner Zeitung nutzt seine Fähigkeiten in Bezug auf moderne Technologien nicht nur, um seine Kollegen auszuspähen. Mit dem gewonnenen Wissen wendet er die Technik des „Spiegelns“ an und gaukelt vollstes Verständnis und einen Gleichklang der Seelen vor – vorzugsweise bei der weiblichen Belegschaft. Doch auch er ist nur eine Marionette, an deren Fäden gezupft wird.

Mein Eindruck:
Leider gibt der Klappentext ein verfälschtes Bild des vielschichtigen Inhalts wieder. Heiter verhält sich eher großkotzig und anmaßend als charmant, seine Hackerqualitäten lässt er im Hintergrund spielen und seine Affäre kommt ihm nicht wirklich auf die Schliche. Dieses Manko lässt sich jedoch gut verschmerzen, denn: Was nützt ein guter Klappentext, wenn er ein schlechtes Buch bewirbt? Dann doch lieber umgekehrt!

Charming Boy ist ein perfektes Buch für Verschwörungstheoretiker, die in den neuen Techniken vor allen Dingen Möglichkeiten des Ausspionierens auf allen Ebenen sehen. Dass sich der Protagonist zusätzlich als Psychopath entpuppt, der seine Fähigkeiten nicht nur für den Auftrag, sondern auch für sein Privatvergnügen nutzt, sorgt für eine noch mulmigere Stimmung, in die Eckert seine Leserschaft versetzt. Die eingesetzten technischen Spielereien und die perfiden Machenschaften überraschen nicht nur die Gegenspieler Heiters – etwas, das einen guten Krimi belebt und von der Masse abhebt.

Der Stil Eckerts ist zumeist fesselnd und seine Story lässt fiebern. Zwar gibt es kleine Löcher in der Abfolge (die einfach nicht thematisiert werden), doch Eckert erzählt so charmant über diese Löcher hinweg, dass sie einem erst drei Seiten später auffallen, um dann achselzuckend vergessen zu werden.

Besonders kunstvoll das Ende: Passgenau zur Figur des Hauptcharakters. Und mit der offenen Frage nach einem Nachfolge-Roman.

Mein Fazit:
Böse. Sehr, sehr böse.