Cover von: Dead Lions
Amazon Preis: EUR 24,00
Bücher.de Preis: EUR 24.00

Dead Lions

Der zweite Fall für Jackson Lamb
Buch
Gebundene Ausgabe, 480 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3257070462

ISBN-13: 

9783257070460

Auflage: 

1 (28.08.2019)

Preis: 

24,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 23.796
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3257070462

Beschreibung von Bücher.de: 

Zwei Agenten von Slough House, einem Abstellgleis des MI5, erhalten den Auftrag, einen russischen Oligarchen zu beschützen, den der britische Geheimdienst als Informanten gewinnen will.

Gleichzeitig wird ein ehemaliger Spion aus kalten Kriegszeiten tot aufgefunden, angeblich infolge eines Schlaganfalls.

Bei beiden Fällen spielen russische Schläfer eine wichtige Rolle: »Dead Lions«. Ausgerechnet die Agenten, denen keiner etwas zutraut, sind beim Erwachen der Löwen dabei.

Kriminetz-Rezensionen

Ein Fall für Slow Horses

Ich habe erst jetzt festgestellt, dass dieses Buch der zweite Band einer Reihe ist. Auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist, den Vorgängerband „Slow Horses“ zu lesen, ist es sicherlich aber auch nicht schlecht, um etwas besser in die Geschichte hineinzukommen.
Der MI5 hat eine Außenstelle mit dem Namen „Slough House“ eingerichtet, wohin die Mitarbeiter abgeschoben werden, die nicht erwartungsgemäß funktioniert haben. Hier dürfen die „Slow Horses“, wie sie boshafterweise genannt werden, sich dann mit belanglosen Aufgaben beschäftigen und über ihr Versagen nachdenken.
Nun sollen zwei dieser Agenten einen russischen Oligarchen beschützen, der für die Briten zum Informanten werden soll. Dann wird auch noch ein ehemaliger Spion aus Zeiten des kalten Krieges tot aufgefunden. Angeblich hatte er einen Schlaganfall.
Es ist ein spannender und sehr unterhaltsamer Krimi. Der Schreibstil ist witzig und oft recht sarkastisch.
Die Agenten des „Slough House“ sind alle Einzelgänger, die nur eins im Sinn haben, nämlich möglichst bald wieder in den normalen Dienst zurück zu können. Als Einzelkämpfer haben sie natürlich auch höchst individuelle Eigenarten. Mit einem Kollegen zusammenarbeiten geht eigentlich gar nicht. Doch nun ist Zusammenarbeit angesagt und sie müssen beweisen, was sie draufhaben.
Mir hat der spannende und unterhaltsame Krimi gut gefallen.

Die Lahmen Gäule

Slough House ist die Abstellkammer des englischen Geheimdiensts MI5. Endstation für Agenten mit missglückten Aktionen oder Problemen, die aber aus verschiedenen Gründen vor dem Rausschmiss geschützt sind. Aus diesen Büros gibt es keinen Ausweg mehr. Chef dieser Truppe ist Jackson Lamb, ein schmutziger alter Mann. Das ist ganz wörtlich zu nehmen, denn er scheut die Dusche wie der Teufel das Weihwasser. Doch dann gibt es einen Toten, ein Kollege aus alten Berliner Zeiten des Kalten Kriegs. Bei Lamb schrillen die Alarmglocken, vor allem als zwei seiner Mitarbeiter plötzlich wieder für den Dienst aktiviert werden.

Der Spionagekrimi beginnt mit einer Katze, die durch die Räume des Slough House tigert und endet mit einer Maus, die durch die Büros huscht. Das kann man wirklich als Sinnbild ansehen, denn dazwischen spielt Mick Herron mit seinen Lesern Katz und Maus.
Nichts ist, wie es vielleicht scheint und die ganze Handlung hindurch führt der Autor seine Leser an der Leine und lenkt sie dorthin, wo er sie haben will. Nur um im nächsten Absatz mit einem unerwarteten Twist alles wieder in Frage zu stellen. Das ist wirklich brillant und hält die Spannung unglaublich hoch.

Herron hat spürbar Spaß daran, seine Slow Horses – so der interne Ausdruck für die abgehalfterten Agenten – zu porträtieren. Vom autistischen Computernerd bis zur in Würde gealterten Agentin mit einem überwundenen Alkoholproblem ist alles vertreten. Mit bissigem Witz und typisch englischer Ironie sind die Charaktere gestaltet, alles Einzelgänger mit exzentrischen Attitüden, aber auch mit Sympathie gezeichnet. Selbst der egomanische, unangenehme Jackson Lamb, der seine Umwelt an allen seinen Körperfunktionen teilhaben lässt, hat manchmal seine guten Seiten, auch wenn er sie meistens perfekt unterdrückt. Alle seine Mitarbeiter haben nur einen Wunsch, sich zu rehabilitieren und der Fall des getöteten Ex-Agenten scheint genau der richtige Weg zu sein.

Bei Lamb bin ich mir nicht so sicher, er hat sich gut eingerichtet in seinem Umfeld. Immer noch hat er genügend Hintergrundwissen, um den Chefs in Regent‘s Park gefährlich zu werden, aber ein Geheimdienst, der wie ein Servicebetrieb aufgestellt ist und von Pfennigfuchsern verwaltet wird, ist nicht mehr seine Welt.

In den klassischen Spionageromanen spielte der Ost-West-Konflikt immer eine tragende Rolle und auch „Dead Lions“ greift das Thema auf. So werden im Jargon die russischen Schläfer genannt, Agenten die inaktiv sind und in der Tarnung von angepassten, wohlanständigen Bürgern auf ihren Einsatz warten. Aber auch Jackson Lamb wartet auf den richtigen Augenblick! Gibt es eine Rückkehr für die Slow Horses?

Auch der zweite Band von Mick Herron hat alle meine Erwartungen erfüllt. Ein intelligenter Krimi mit hohem Unterhaltungsfaktor, absolut lesenswert.

Die Slow Horses in ihrem zweiten Fall – sind jetzt schon Kult

Jackson Lamb und sein Kult-Team haben wieder alle Hände voll zu tun. In ihrem zweiten Fall bekommen es die Slow Horses mit russischen Agenten zu tun.

Sie ermitteln wieder in alle Richtungen – gleichzeitig, aneinder vorbei und auch miteinander.

Großartiger Wortwitz, sympatische und individuelle Protagonisten und auch viel Spannung zeichnen diese außergewöhnliche Reihe aus.

Der zweite Band ist auf jeden Fall kultverdächtig. Sehr empfehlenswert!

Spione unter sich

In »Dead Lions«, dem Roman von Mick Heron, treffen eine Menge Spione aufeinander. Angefangen von dem ersten Toten, Dickie Bow, der eines scheinbar natürlichen Todes stirbt. Keiner ahnt, auf wessen Spur sich dieser Spion gesetzt hat. Dieses lässt nun Jackson Lamb nicht ruhen, herauszufinden, was Dickie in diesem Bus gemacht hat.

Lamb ist Chef der aussortierten Spione in Slough House, man nennt sie auch Slow Horses. Alle Spione sind auf Regent's Park, dem Hauptquartier des MI5 weggelobt worden. In diesem Slough House beschäftigen sich die Spione hauptsächlich mit Verwaltungs- und Archivarbeiten.

Doch in diesem Fall sind die Slow Horses gar nicht so langsam, wie es scheint und in die Spur, in die sich Jachson lamb verbissen hat, kommt langsam Leben. Zusätzlich zur Aufklärung des Todesfalles werden 2 Horses noch zu einer Schutzaufgabe abkommandiert. Hier soll ein russischer Oligarch geschützt werden, den man anwerben möchte. Die Spannung nimmt zu, nachdem bei dieser Aufgabe ein weiteres Horse getötet wird. Zwischen London und Upschott, in der Provinz, nimmt der Roman Tempo auf und es warten noch einige Überraschungen auf den Leser.

Mike Herron hat hier einen Spionageroman erschaffen, der auf den ersten Blick, nichts Besonderes darstellt. Aber er versteht es durch seine Erzählstrategie, mehrere Handlungsstränge parallel zu führen und in entscheidenden Momenten zu wechseln, einen Spannungsbogen aufzubauen. Hier fühlt sich der Leser mitgenommen und möchte natürlich so schnell wie möglich wissen, wie es weitergeht. Für mich: sehr empfehlenswert!

Keine lahmen Gäule, sondern coole Säue

Zum Inhalt:
Ein Ex-Spion stirbt anscheinend an einem Herzinfarkt in einem Bus. Aber dann stellt Jackson Lamb, Chef des Slough House für gescheiterte MI5-Existenzen, Ungereimtheiten fest. Möglicherweise ergibt sich ein Zusammenhang mit russischen Schläfern, die geweckt werden sollen: Tote Löwen, die in Wirklichkeit nur Winterschlaf halten. Oder aber mit der Ankunft eines Oligarchen, die das MI5 in Atem hält und für das zwei Mitarbeiter der Slough House wieder – für kurze Zeit – in Amt und Würden gesetzt werden. Grund genug für Jackson, die Kräfte des Slough House zu mobilisieren, denn schließlich sind seine Leute alle Agenten, auch wenn sie einen Fehler gemacht haben.

Mein Eindruck:
Nach dem ersten Fall, der die lahmen Gäule erst einmal paradieren ließ, bevor sie richtig loslegten, beginnt „Dead Lions“ direkt einmal mit mehr als nur einem gemächlichen Trab. Dadurch, dass es nur zwei neue Agenten als Ersatz für Weggänge aus dem ersten Fall zu beschreiben gilt und die schon bekannten Charaktere nur mit einem Auffrischen ihrer Verfehlungen eingeführt werden, geht die Story gleich in die Vollen. Intelligent entwickelt Herron seine doppelbödige Geschichte, seine Personen – insbesondere den Protagonisten Jackson Lamb – und ihre Lebensumstände beschreibt er zuweilen fast zu bildhaft (die Flatulenzen Lambs gehen irgendwann doch ein wenig über die Grenzen des guten Geschmacks). Am besten gefallen der boshafte, sarkastische und tiefschwarze britische Humor – lakonisch bis ins Mark – und die Schilderungen des gegenseitigen Misstrauens auf allen Ebenen: Untereinander, gegenüber den Russen und ganz besonders gegenüber den Kollegen, die noch in Ehren und Würden arbeiten dürfen und die Slough Horses gerne als Bauernopfer oder Sündenböcke missbrauchen. Aber trotz aller Bedenken kämpfen sie dann doch als Herde und Verluste in den eigenen Reihen führen zu – wenn auch nur kurzzeitiger – Verbundenheit, die dieses Misstrauen hinwegfegt und ungeahnte Kräfte freisetzt.

Mein Fazit:
Zwar zuweilen zu schlechte Manieren, trotzdem very british und ein großer Genuss.

Wenn das Lamm zum Terrier wird

Zu einem Zeitpunkt, als man nicht mehr damit rechnet, wird der Titel dieses Krimis doch noch erklärt, auf fast humorvolle Art. Humorvoll ist der zweite Band mit Jackson Lamb (seines Zeichens Chef der »lame-duck-Abteilung« des MI5 und Dorn im Auge seiner Vorgesetzten) übrigens auch, sehr britisch manchmal, aber das soll auch so sein.

Jackson Lamb und seine Mannschaft, alles MI5-Mitglieder, die »aussortiert« wurden, weil sie eben so ihre Fehler gemacht haben, sitzen in Slough House fest. Das Abstellgleis für alle »slow horses« mit langweiligen Routinearbeiten, die sie zum Kündigen bewegen sollen.

Doch glücklicherweise – für das Team und für den Leser – wird die »Idylle« durch einen wenig beachteten Mordfall gestört. Lamb nimmt Witterung auf und plant seine ganz eine Operation. Doch es geht nur wenig vor, denn zusätzlich zieht auch das Hauptquartier noch Leute ab. Denn wenn gerade Not am Mann ist, sind die »slow horses« dann doch gerade noch gut genug für einfache Aufträge.

Wie gewohnt, schafft es Mick Herron, die Fäden und Erzählstränge und Örtlichkeiten am Ende zu verknüpfen und den krimierfahrenen Leser mehrmals in die Irre zu führen. Auch Jackson Lamb, der sich in Fälle verbeißt wie ein Bullterrier und vieles voraussieht, wird einmal überrascht.

Wer UK-Krimis mit Geheimdiensteinschlag und unkonventionelle Erzählkunst sowie nicht-ausgelutschte Metaphern mag, wird an diesem Buch seine Freude haben. Trotz der langen Kapitel ein flotter Lesegenuss.

Langsamkeit ist hier Programm

Slough House in London: Das ist der Ort, an den Agenten des Geheimdienstes MI5 landen, die bei ihrer Arbeit versagt haben. Sie sind Einzelgänger, jeder von ihnen will wieder zurück in den aktiven Dienst in Regent’s Park. Als ein ehemaliger Spion aus kalten Kriegszeiten tot aufgefunden wird, angeblich infolge eines Schlaganfalls, wird bald klar, dass da mehr dahinterstecken muss.

Langsamkeit ist hier Programm, denn jeder der abgestellten Agenten darf sich in diesem Buch auf seine ganz eigene Weise darstellen, und so entwickelt sich die Handlung auch nur sehr langsam. Als Leser muss man sich auf diese Langsamkeit einstellen können, denn es scheint ewig lange kaum was zu passieren. Erleichtert wird die Lektüre durch die gewaltige Prise trockenen britischen Humors, mit der die Erzählung aufwartet.

Es fällt mir gar nicht so einfach, für dieses Buch eine Rezension zu schreiben, denn ich habe mich sehr schwergetan, mich in der Geschichte zu orientieren. Doch ab einem bestimmten Punkt, als sich die Verbindungen der verschiedenen Handlungsstränge andeuteten, wollte ich einfach nur wissen, wie es weitergeht. In diesem Sinne kann ich das Buch nur sehr verhalten empfehlen und vergebe 4 von 5 Sternen.