Cover von: Das Derwischtor
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Das Derwischtor

Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 496 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3442717655

ISBN-13: 

9783442717651

Auflage: 

1 (13.01.2020)

Preis: 

11,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3442717655

Beschreibung von Bücher.de: 

Der meistgelesene Krimiautor der Türkei!

»Blut war auf dem Stein, der Vollmond am Himmel, der Geruch von Erde im Garten...«. Die Recherche zu einem mysteriösen Hotelbrand führt die junge Versicherungsinspektorin Karen Kimya Greenwood geradewegs in die Heimatstadt ihres Vaters, die zentralanatolische Stadt Konya, Zentrum des berühmten Sufi-Ordens. Vom ersten Moment an gerät sie in einen Strudel aus Geheimnissen, Mystik und Intrigen, die sich über mehr als sieben Jahrhunderte erstrecken, bis zu dem über sieben Jahrhunderte zurückliegenden Mord an Shams-e Tabrizi, dem Lehrmeister des berühmten Sufi-Meisters und Poeten Rumi. Ein Meilenstein der türkischen Krimiliteratur.

Kriminetz-Rezensionen

Geheimnisse des Orients

Schon während der Schilderungen von Karens Anreise wird deutlich, dass sie schwanger ist. Eigentlich ein Grund zur Freude, doch Karen scheint das anders zu sehen. Auch das Wiedersehen mit der Stadt, in der sie einen Teil ihrer Kindheit verbracht hat, löst eher ein ungutes Gefühl in Karen aus. Als Leser erfahre ich ein paar Kindheitserinnerungen und kann so besser verstehen, woher diese unguten Gefühle stammen.

Historische Gegebenheiten
Der ungeklärte Hotelbrand ist zwar der eigentliche Grund für Karens Reise, allerdings dreht es sich in diesem Buch eher weniger darum. In blumigen, wunderschönen Worten bringt mir Ahmet Ümit seine Heimat und deren Geschichte näher. Er führt mich in eine Vergangenheit voller Legenden und Mysterien und vermittelt mir einiges an Wissen über das historische Konya, den Sufismus und den Sufi-Orden, der in Konya beheimatet ist.

Schwangerschaft
Auch Karens privates Problem, ihre Schwangerschaft, spielt eine große Rolle in diesem Buch, da ihre Gedanken immer wieder um dieses Thema kreisen. Ihr Freund und Vater des ungeborenen Kindes will, dass sie das Baby abtreibt und geht ganz selbstverständlich davon aus, dass Karen das genauso sieht. Die hat aber Zweifel und möchte das Kind eigentlich bekommen. Aber sie weiß nicht, wie sie ihm das beibringen soll.

Mordermittlung im Traum
Zu allem Überfluss versucht sie in ihren Träumen auch noch den recht mysteriösen Tod des Wanderderwischs und Sufi-Mystikers Shams-e Tabrizi aufzuklären. Ihre Träume wirken, was diesen Fall anbelangt, immer realistischer und Karen hat immer mehr Schwierigkeiten Traum und Realität zu trennen. Ähnlich ergeht es mir als Leser auch. Die wirklich sehr bildhafte und metaphernreiche Sprache nimmt mich immer mehr gefangen – aber ich weiß auch oft nicht mehr, was Karen nun träumt oder tatsächlich erlebt.

Den Fokus verloren
All diese verschiedenen Aspekte des Romans sind sprachlich wunderbar geschildert. Sie nehmen mich gefangen, entführen mich in eine ferne, fremde Welt, die voller Geheimnisse und Mysterien ist. »Das Derwischtor« erweitert auf jeden Fall meinen Horizont und ich fühlte mich gut über viele kulturelle und geschichtliche Aspekte der Türkei informiert. Was dabei allerdings vollkommen verloren ging, war der Krimiaspekt um die Aufklärung des Hotelbrandes – das ist schon ein bisschen schade. Trotzdem habe ich dieses Buch geliebt und mich gefreut, über einen kleinen Umweg darauf gestoßen zu sein :-)

Mein Fazit
»Das Derwischtor« von Ahmet Ümit ist nicht wirklich ein Krimi – jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn. Aber ich habe die Sprache, das Mysteriöse, das Geheimnisvolle und die liebevoll aufbereiteten Informationen über einem Teil der türkischen Kultur und Geschichte geliebt. Vielleicht hätte der Verlag es nicht als Krimi vermarkten sollen? Aber hätte ich das Buch dann entdeckt und gelesen? Wohl eher nicht und dann hätte ich wirklich etwas verpasst!