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Devil's Kitchen
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Beschreibung:
Die Crew von »Engine 99« gilt als Elite der Feuerwehr von New York City. Sie haben unzählige Leben gerettet, gewaltige Brände gelöscht und gelten den Bewohnern der Stadt als wahre Helden.
Allerdings wissen die New Yorker nicht, dass die Feuerwehrleute viele dieser Brände selbst gelegt haben, als eine Art Ablenkungsmanöver: Während Chaos und Panik herrscht, plündern sie Banken, Juweliergeschäfte und was sonst fette Beute verspricht. Und wenn es sein muss, schrecken sie auch vor Mord nicht zurück.
Die freiberufliche Ermittlerin Andy Nearland wird vom FBI auf die Gang angesetzt, undercover. Sie muss sich in dieser toxischen Männerwelt behaupten, sich Vertrauen erarbeiten und steht dabei stets mit einem Fuß im Grab.
Ben ist der Einzige der Crew, für den sie Sympathien entwickelt. Aber darf sie sich verlieben? Zumal der letzte, größte Coup ansteht.























100 Seiten und ein Stolperfelsen - ansonsten ein Spitzenthriller
Beinahe beschleicht mich das Gefühl, dass Candice Fox in die Fußstapfen von Don Winslow treten möchte. Spielte ihr letzter Krimi noch an der Westküste, so verlagert sich das Geschehen nun an die Ostküste und auch stilistisch lassen sich deutlich Reminiszenzen an Winslow erkennen. Das Gute vorweg: Fox ist ein Hochglanz-Thriller gelungen, der zum veritablen Pageturner mutiert. Die schlechte Nachricht nebenbei: Auf den Seiten 100 ff. findet sich ein Plot-Twist, den kein VHS-Dozent für kreatives Schreiben seinen Zöglingen durchgehen lassen würde. Sieht man über diesen der Wertigkeit des Werks doch einigen Schaden zufügenden Fauxpas hinweg, hat man wie gesagt ein spannendes Buch vor sich.
Zum Inhalt: Die Feuerwehrleute von »Engine 99« gelten als die Besten in New York – mutig, unerschrocken, verehrt. Doch was niemand ahnt: Sie selbst legen Brände, um im Chaos Banken und Juweliere auszurauben. Das FBI setzt die freiberufliche Ermittlerin Andy Nearland auf die Truppe an. Undercover muss sie sich in einer gefährlichen Männerwelt behaupten – stets zwischen Vertrauen und Verrat, Loyalität und Lüge. Doch als der größte Coup der Truppe bevorsteht, läuft Andy die Zeit davon.
Wie gesagt ist Fox ein unterhaltsamer, spannender Thriller gelungen - von dem oben erwähnten Manko abgesehen. Empfehlenswert für alle, die gerne Kriminalliteratur aus der Bundesliga lesen, sich aber in spannenden geopolitischen Zeiten einfach mal berieseln lassen wollen, um Abstand vor den Problemen des Alltags zu gewinnen.
Inferno
In „Devil’s Kitchen“ entführt die australische Autorin Fox die Leser in die USA, nach New York.
Eine vierköpfige Truppe von Feuerwehrmännern begeht das scheinbar perfekte Verbrechen. Während sie selbstverursachte Brände löschen, gehen die firefighter auf Raubzüge (Banken und Juweliere sind die bevorzugten Ziele) und sie begehen Versicherungsbetrug. Eine brenzlige Situation entsteht, als einer der Männer, Ben, den Verdacht hegt, dass die Kollegen seiner Freundin und ihrem Sohn etwas angetan haben könnten, denn die Latina Luna ist spurlos verschwunden, scheinbar einem Drogenkartell ihrer mexikanischen Heimat zum Opfer gefallen. Auf seinen anonymen Hilferuf hin wird eine Freelancerin, die als Undercoveragentin arbeitet, von den Behörden eingeschleust. Andrea „Andy“ Newland ist mit allen Wassern gewaschen & sie lässt sich fürstlich für ihre Dienste entlohnen, zumal ihr aalglatter Chef vom FBI skrupellos die Lorbeeren einheimsen will, da er vermutet, dass die Feuerwehrmänner von „Engine 99“ auch für einen bislang unaufgeklärten brutalen Polizistenmord verantwortlich sind. Um in den inneren Kreis vorzudringen, gibt Andy vor, Bens neue Freundin zu sein. Als die Crew den größten Coup ihrer Geschichte plant, gerät Andy in Teufels Küche…
Die Umschlaggestaltung der deutschen Ausgabe gefällt mir besser als das Originalcover, auch die Übersetzung von Andrea O’Brien ist sehr gelungen. Auf 431 Seiten wird ein ‚Spannungskracher‘ mit einem mehr oder weniger überraschenden Ende präsentiert. Durch die bildhafte Erzählweise der Autorin hatte ich zeitweise sogar das Gefühl, einen Actionfilm zu gucken. Der Roman ist einigermaßen dialoglastig, dies gefiel mir leider nicht so gut. Fox‘ Motto könnte „It’s a man’s world“ lauten, denn ihre vor Testosteron nur so strotzenden Protagonisten sind nicht zimperlich. Andy als toughe Ermittlerin schrammt haarscharf am Klischee der starken Frau vorbei. Nach und nach wird die jeweilige Motivation der (Anti)helden (der Anführer Matt Roderick etwa ist der einzige Überlebende einer Einheit, die am 11. September 2001 im Einsatz war) enthüllt und man erfährt, was Adrenalinjunkie Andrea antreibt. Ich hätte mir dennoch stellenweise eine filigranere Figurenzeichnung gewünscht.
New Yorker Feuerwehrleute auf Beutezug – diesen Ansatz fand ich angesichts der verheerenden Brandkatastrophe von Los Angeles im Jahr 2024 fast ein wenig makaber. Ein Thriller über australische Buschfeuer hätte Candice Fox in der Heimat wohl Kritik eingebracht, dabei sind die nicht-amerikanischen settings Fox‘ große Stärke.
Fazit:
„Devil’s Kitchen“ hat mich trotz kleiner Schwächen gut unterhalten. Ich werde auch zum nächsten Roman aus Fox‘ Feder greifen.
In Teufels Küche
Candice Fox hat ein Händchen für besondere Figuren und die Handlung ihrer Thriller sind immer originell.
In ,Devil’s Kitchen“ geht es um die New Yorker Feuerwehrleute. Diese gelten nicht zuletzt seit 9/11 als wahre Helden der Nation. Allerdings gibt es offenbar eine verdächtige Eliteeinheit. Die freiberufliche Ermittlerin Andy Nearland wird vom FBI undercover in diese Einheit, die ,,Engine 99“ eingeschleust. Sie soll herausfinden, was an den Gerüchten dran ist, dass die Gruppe die Brände löscht, die sie vorher selbst gelegt haben und während Chaos und Panik herrschen, Banken, Juweliergeschäfte usw. plündern. Dabei schrecken sie offenbar auch nicht vor Mord zurück. Innerhalb der Gruppe herrscht ein starres Machtgefüge und eine toxische ,,Kameradschaft“. Doch Andy Nearland schafft es mit viel Mühe, sich das Vertrauen der Männer zu erarbeiten, allerdings weiß sie, dass sie immer auf der Hut sein muss und der kleinste Fehler für sie tödlich sein kann. Doch dann entwickelt sie Sympathien für Ben, einen der Männer der Crew, dessen Frau und Kind vor einigen Monaten spurlos verschwunden sind. Doch Gefühle sind das Letzte, was sich eine undercover-Ermittlerin leisten kann.
Eine extrem spannende, brandheiße Geschichte. Allerdings hinterlassen die Schilderungen der Gewalt, der falschen Heldenattitüden und die Außenseiterfiguren auch einen bedrückenden Eindruck.
Spannender, actionreicher Thriller
Ich habe schon einige Bücher von Candice Fox gelesen, die mich alle ausnahmslos begeistert haben. Für ihren neuesten Thriller hat sie sich erneut ein außergewöhnliches Setting ausgesucht: eine Feuerwehreinheit in New York.
In Devil’s Kitchen schickt Fox ihre Protagonistin Andy Nearland, eine freiberufliche Ermittlerin, auf eine gefährliche Undercover-Mission. Für das FBI soll sie sich in eine New Yorker Eliteeinheit der Feuerwehr einschleusen. Denn die heldenhaften Lebensretter von Engine 99 sind eine eingeschworene Männertruppe, die das Chaos während ihrer Einsätze ausnutzt, um Raubüberfälle zu begehen oder vorzubereiten.
Andy muss sich nicht nur ihren Platz in dieser gewalttätigen, toxischen Männerwelt erkämpfen, sondern zugleich Beweise gegen sie sammeln – mit dem ständigen Risiko, enttarnt oder getötet zu werden. Nur Ben aus der Truppe weiß, wer sie wirklich ist, denn er hat seine Kollegen verraten, die er im Verdacht hat, für das Verschwinden seiner Freundin und ihres kleinen Sohnes verantwortlich zu sein. Als Gegenleistung soll Andy herausfinden was aus den beiden geworden ist. Während sie Ben näher kommt, planen die Männer ihren größten Cop, bei dem alles auf dem Spiel steht.
Fox gelingt mit Devil’s Kitchen ein Thriller, der nicht nur durch seine Handlung besticht, sondern vor allem durch seine Figuren. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Andy und Ben, wobei es auch Rückblicke in die Vergangenheit der beiden gibt. Dadurch kann man ihre Handlungen besser verstehen. Beide sind eigentlich keine klassischen Helden aber trotzdem waren sie mir sympathisch. Andy ist eine kluge und vielschichtige Protagonistin, die taff aber zugleich verletzlich und emphatisch ist. Ihre Zerrissenheit zwischen Pflicht und Gefühlen, zwischen Selbstschutz und Mitgefühl, wird packend und authentisch geschildert. Sie muss, genau wie Ben, immer wieder mit Dämonen aus ihrer Vergangenheit kämpfen. Ich mochte Ben, der mich mit seiner aufrichtigen Sorge um seine Familie überzeugen konnte. Auch wenn er in die Überfälle seiner Truppe verwickelt war. Eine Handlung von ihm konnte ich jedoch nicht gutheißen. Die anderen Mitglieder der Feuerwehr-Truppe sind bewusst rau und grenzwertig gezeichnet, was die Bedrohung greifbar macht. Besonders eindrucksvoll fand ich, wie sich die Dynamik innerhalb der Gruppe langsam gegen Andy zu wenden beginnt – ein ständiges Knistern zwischen Kameradschaft und Gewalt.
Die Spannungskurve steigt dabei von Anfang an stetig und das Buch wird schnell zu einem Pageturner, den man kaum aus der Hand legen möchte. Fox spielt meisterhaft mit Tempo, Andeutungen und überraschenden Wendungen. Der finale Showdown ist intensiv und emotional und belohnt mit einem dramatischen und glaubwürdigen Ende. Lediglich die Auflösung um das Verschwinden Lunas und ihres kleinen Sohns erschien mir etwas konstruiert. Ich habe außerdem sehr viel über Feuerwehreinsätze erfahren, was der guten Recherche der Autorin zu verdanken ist, die das Setting sehr realistisch geschildert hat.
Fazit: Mit Devil’s Kitchen hat Candice Fox erneut einen spannenden und actionreichen Thriller vorgelegt, den ich mir sehr gut auch auf der Leinwand vorstellen könnte. Eine absolute Leseempfehlung für alle Thriller-Fans!
»Engine 99«
Der Einstieg in diesen Thriller beginnt mit einer Enttarnung und einem Verräter. Hier stehen zwei Leben auf dem Spiel und man erfährt zunächst nicht, wie es ausgeht. Das steht ganz am Anfang, bezieht sich aber auf einen Zeitpunkt drei Monate nach dem Beginn der eigentlichen Erzählung.
Die New Yorker Feuerwehreinheit »Engine 99« hat ihre ganz eigene Berufsauffassung. Sie löscht nicht nur Brände und rettet Menschen. Sie legt die Brände teilweise selbst, um in dem entstehenden Chaos Banken und Juweliergeschäfte auszurauben. Dabei schreckt sie selbst vor Mord nicht zurück. Eine weitere Masche der Truppe besteht darin, dass sie pro Jahr drei bis vier Großbrände legt und löscht. Wenn es einen Verdacht auf Brandstiftung gibt, dann werden die Besitzer erpresst, damit sie für die Beseitigung der Beweise einen Anteil zahlen.
Die Figurenzeichnung und Charakteristika von »Engine 99« hat Fox überzeugend herausgearbeitet. Es sind allesamt zwielichtige und toxische Figuren. Der Chef der Truppe ist Matthew Roderick. Matt ist einer der wenigen Einsatzkräfte, die bei 9/11 lebend die Twin Towers verlassen haben. Seitdem leider er unter Verfolgungswahn, hat Albträume und steckt voller Wut. Diese Wut lässt er auch an den Mitgliedern der Truppe aus. Keiner traut sich, seinen Anweisungen zu widersprechen.
Benjamin Haig ist eigentlich ein gewissenhafter Feuerwehrmann, der Leben retten will (wie ist er in diese Truppe überhaupt hineingeraten?). Mit seiner Freundin Luna und deren kleinem Sohn Gabriel läuft es sehr gut - bis die Beiden plötzlich spurlos verschwunden sind. Ben hat Angst, dass Luna hinter seine Machenschaften gekommen ist. In seiner Verzweiflung wendet er sich an die Polizei und gibt gleichzeitig einen Hinweis auf die Überfälle. Die Polizei leitet die Informationen weiter an das FBI.
Andy Nearland ist nicht ihr richtiger Name und sie ist keine offizielle Mitarbeiterin des FBI. Sie ist zielstrebig und hat die Power, sich bei einer chauvinistischen Truppe durchzusetzen. Das wird erst nach und nach deutlich. Aus diesem Grund setzt sie der FBI-Agent Tony Newler als »Spezialermittlerin« auf den Fall an. Das Verhältnis zwischen Tony und Andy ist ambivalent. Newler verfolgt ein ganz eigenes Ziel. Er möchte den Mörder von Officer Ivan Petsky überführen, der bei einem der Raubzüge der Feuerwehrcrew erschossen wurde. Andy soll Undercover ermitteln und die Mannschaft infiltrieren. Von Beginn an stößt sie auf Misstrauen bei den Feuerwehrleuten.
Sowohl Ben als auch Andy haben eine schwierige und traumatische Kindheit hinter sich. Nach und nach erfahren wir in verschiedenen Zeitebenen etwas über die Vergangenheit und deren Entwicklung. Ben wird Andys Bezugsperson sein, um neben der Suche nach Luna und Gabriel die Machenschaften der anderen Feuerwehrleute aufzudecken. Sie muss Ben immer wieder an die Vereinbarung zwischen ihm und dem FBI erinnern. Andy fahndet nach Luna und Gabriel und im Gegenzug soll Ben dafür sorgen, dass die Mannschaft vom FBI hochgenommen werden kann.
Zwei Themenkomplexe ziehen sich durch die gesamte Handlung. Der eine ist der Suche nach Luna und Gabriel gewidmet und der zweite Themenkomplex befasst sich mit den Raubzügen der Feuerwehrleute von »Engine 99« nach den zuvor selbst gelegten Bränden.
Fazit
Die Australierin Candice Fox ist mittlerweile eine der weltbesten Thrillerautorinnen. Ihre Bücher sind von Beginn an spannungsgeladen und zeichnen sich durch ein hohes Pacing aus. Die Handlung bei Devil’s Kitchen ist sowohl tempo- als auch actionreich. Verrückte Dialoge mit viel Witz und starken Twists bereichern diesen Plot.
Der Thriller sorgt von Beginn an für viel Verwirrung. Und das liegt weniger an der überschaubaren Figurenanzahl als an den schnell aufeinanderfolgenden Handlungssprüngen.
Der Plot ist überzeugend, wenn auch das Verbleiben von Luna und Gabriel leicht konstruiert wirkt. Das Setting erweist sich als schwierig, aber nachvollziehbar. Diesen Thriller mit Blockbuster-Feeling sollte man sich nicht entgehen lassen.
Engine 99
Die New Yorker Feuerwehrleute der Engine 99 sind Helden: Matt, Engo, Jake und Ben haben große Feuer gelöscht und Menschenleben gerettet. Matt, der Anführer, ist ein Überlebender von 9/11, bei dem sein ganzer Trupp starb. Was die meisten Leute nicht wissen, ist, dass dieselben Männer auch Einbrüche begehen, stehlen und selbst vor Mord nicht zurückschrecken. Ben, dessen Freundin Lily und ihr Sohn verschwunden sind, glaubt deshalb, dass seine eigenen Kollegen für Lilys Tod verantwortlich sind und um ihren Mord aufzuklären, ist er sogar bereit, sie zu verraten und selbst ins Gefängnis zu gehen. An dieser Stelle kommt Andy ins Spiel, eine private Ermittlerin, die alles dafür tut, um diese Verbrechen aufzuklären.
Wenn es um Candice Fox geht, bin ich hin- und hergerissen. Ich mochte Hades nicht, habe aber Crimson Lake geliebt. War kein großer Fan Dark, liebte aber Stunde um Stunde und habe gehofft, dass daraus eine Reihe wird. Stattdessen kriegen wir hier Devil's Kitchen. Wie üblich großartiger Schreibstil, interessante Idee und eine Badassprotagonistin, die die Schwester von Amanda aus Crimson Lake sein könnte. Die Geschichte selbst konnte mich trotzdem nicht packen und das liegt wahrscheinlich daran, dass ich New York langweilig finde, Feuerwehrleute nicht prinzipiell eine Faszination auf mich ausüben und mir wirklich sämtliche Charaktere egal waren, mit leichter Tendenz zu Sympathie für Ben und Andy. Und Andy war so super tough, dass sie Sachen vorhergesehen hat, die einfach unglaublich waren, genauso wie das Ende recht unlogisch gestaltet wurde. So haben wir hier zwar einen routinierten Thriller vorliegen, aber keinen, der mir länger im Gedächtnis bleiben wird.