Cover von: Der Donnerstagsmordclub
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Der Donnerstagsmordclub

Kriminalroman
Buch
Broschiert, 464 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

347136014X

ISBN-13: 

9783471360149

Erscheinungsdatum: 

03.05.2021

Preis: 

15,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 347136014X

Beschreibung von Bücher.de: 

»So schlau und lustig. Leider ziemlich gut.« Ian Rankin

»Eine warmherzige, weise und witzige Warnung davor, dass man die Älteren nie unterschätzen darf.« Val McDermid

Man möchte meinen, so eine luxuriöse Seniorenresidenz in der idyllischen Grafschaft Kent sei ein friedlicher Ort. Das dachte auch die fast achtzigjährige Joyce, als sie in Coopers Chase einzog. Bis sie Elizabeth, Ron und Ibrahim kennenlernt oder, anders gesagt, eine ehemalige Geheimagentin, einen ehemaligen Gewerkschaftsführer und einen ehemaligen Psychiater. Sie wird Teil ihres Clubs, der sich immer donnerstags im Puzzlezimmer trifft, um ungelöste Kriminalfälle aufzuklären.

Als dann direkt vor ihrer Haustür ein Mord verübt wird, ist der Ermittlungseifer der vier Senioren natürlich geweckt, und selbst der Chefinspektor der lokalen Polizeidienststelle kann nur über ihren Scharfsinn staunen.

Kriminetz-Rezensionen

Ein neues Lieblingsbuch

Coopers Chase ist eine luxuriöse Seniorenresidenz, aber für die Bewohner auch ein wenig langweilig. Neben dem »Plaudern und Stricken Club« und anderen altersgerechten Aktivitäten haben sich vier Bewohner zusammengetan und den »Donnerstagsmord-Club« gegründet. Der Kopf ist Elizabeth, ihre berufliche Vergangenheit ist ein wenig geheimnisumwittert, man munkelt vom britischen Geheimdienst. Joyce ist ehemalige Krankenschwester und eine liebevolle Person, Ron, früher als der »Rote Ron« bekannt, ein streitbarer Gewerkschaftsboss und Mr Arif, empfängt auch in der Residenz noch Patienten, die nicht auf ihren Psychiater verzichten wollen.

Als sie Zeuge eines Streitgesprächs zwischen Ian Ventham, dem Besitzer der Residenz, und seinem Partner Tony Curran werden und Curran kurz danach ermordet wird, treten die vier in Aktion. Für den offiziellen Anstrich gelingt es ihnen, die junge Polizistin Donna auf ihre Seite zu ziehen. Die möchte nämlich auch mal was anderes als Verkehrserziehung und Sicherheitsschulung für Senioren machen.

Was ist das für ein witziges, spannendes und rundum gelungenes Buch! Ich habe hier wirklich jede Seite genossen. Die Figuren, allen voran die Senioren, sind wunderbar gezeichnete Charaktere. Immer sehr lebensnah, egal ob sie zu den Bösen oder Guten gehören, kann man ihre Beweggründe, ihre Gedanken und Handlungen nachvollziehen.

Besonders aufschlussreich sind dabei die eingestreuten Tagebucheinträge von Joyce. Die fungiert fast wie ein Dr. Watson, wenn sie ihre Gedanken zu den Aktionen und Erkenntnissen niederschreibt. Sie ist mir dabei ganz besonders an Herz gewachsen, auch weil sie sich als sehr stilles Wasser entpuppt.

Es gibt auch viele leise Momente in diesem Buch. Jeder Mensch, der auf ein langes Leben zurückblickt, trägt seine Erinnerungen mit sich, traurige, liebevolle und heitere Augenblicke, an denen der Leser auch teilhaben kann.

Richard Osman hat eine wunderbare Erzählstimme, immer auch ein wenig  hintergründig und der typisch englische schwarze Humor hat mir sehr viel Vergnügen gemacht. Kein Wunder, dass das Buch in England die Bestseller- Listen stürmte.

Ich kann kaum erwarten, bis der zweite Band auch ins Deutsche übersetzt wird. Von diesem Quartett will ich unbedingt mehr lesen.

Biis nächsten Donnerstag!

Coopers Chase: eine luxuriöse Seniorenresidenz im wunderschönen englischen Hinterland. Alles geht hier seinen Trott, nie passiert etwas Außergewöhnliches. Oder? Die bald 80-jährige Joyce ist erst vor Kurzem hier eingezogen, da lernt sie den Donnerstagsmordclub kennen: Elizabeth, die nicht nur einen königlichen Namen trägt, sondern auch so agiert, Ibrahim, den ehemaligen Psychiater, den alte Fälle nicht schlafen lassen und Ron, den polternden Ex-Gewerkschaftsführer, der noch immer für und gegen alles auf die Barrikaden geht. Zusammen nehmen sie sich cold cases vor und diskutieren darüber, wie sie gelöst werden könnten. 

Doch dann stirbt direkt vor ihrer Haustür der Eigentümer der Residenz, und er bleibt nicht der Einzige. Das Quartett nimmt die Ermittlungen auf und obwohl nicht mehr die Jüngsten lassen sie selbst die cleveren Polizisten alt aussehen …

Dieses Buch hat richtig Spaß gemacht! Erst einmal hat es mein Lesen völlig entschleunigt, denn so geruhsam, wie es meistens in Coopers Chase zuging, war es beinahe ein Sakrileg, es hastig wegzulesen. Und dann musste man natürlich völlig aufpassen, zumal ich mich so manches Mal in die Irre habe führen lassen. Wie diese alten Herrschaften agierten, so clever, so manchmal altmodisch, so liebenswert, das war schon wirklich großes Kino und verdient, verfilmt zu werden. Ich bin dafür, dass diese Reihe fortgesetzt wird – je schneller, desto besser!

Raffinierte Senioren ermitteln

»Der Donnerstagsmordclub« von Richard Osman habe ich als E-Book mit 414 Seiten gelesen. Diese sind in zwei Teile mit insgesamt 115 Kapitel eingeteilt.

Anfangs lernt man die Mitglieder des Donnerstagsmordclubs kennen, die in einer luxuriösen Seniorenresidenz wohnen, und noch einige andere Menschen in deren Umfeld. Elizabeth, Ibrahim, Ron und Joyce versuchen, alte ungelöste Kriminalfälle aufzuklären. Die Akten dazu hat das ehemalige Mitglied Penny mitgebracht, die bei der Kripo gearbeitet hat.

Dann passiert ein Mord und die Hobbydetektive können endlich so richtig loslegen und in einem echten Fall ermitteln, was sie auch sehr schlau anstellen. Durch Elizabeths Beziehungen ist Police Constable Donna de Freitas mit im Boot und darf mit Chefinspektor Christ Hudson ermitteln. Der Fall gestaltet sich komplizierter als zuerst gedacht. Auch durch das Ableben weiterer Mitmenschen haben sie alle Hände voll zu tun.

Mit viel Witz, Charme, Raffinesse und schauspielerischem Talent agieren die Senioren und können die Fälle lösen.

Die Senioren waren mir sehr sympathisch. Sehr unterschiedlich, mit verschiedenen Biografien haben sie sich gefunden, um ihren Alltag im Heim etwas spannender zu gestalten. Joyce hat mir sehr gefallen. Sie ist als Letzte in den Club gekommen, wirkt immer etwas ruhig und schüchtern, bringt sich aber mit gutem Instinkt in die Gruppe ein.

Elizabeth ist eine interessante und geheimnisvolle Frau. Sie macht viele Andeutungen auf ihr vergangenes Leben, ohne konkret zu werden, sie denkt sehr analytisch und zieht die richtigen Schlüsse. Ron ist als ehemaliger Gewerkschaftsführer ein engagierter Redner. Und Ibrahim als ehemaliger Psychiater stellt immer großartige Berechnungen und Analysen auf. Die vier ergänzen sich sehr gut und halten in allen Lebenslagen zusammen.

Zu Beginn habe ich mich etwas schwergetan mit dem Buch. Aber dann habe ich mich darauf eingelassen und je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat es mir gefallen. Es ist mit viel schwarzem Humor geschrieben, ich musste oft lachen. Aber es gibt auch immer wieder sehr tiefgründige Szenen und Gedanken der Senioren, die am Ende ihres Lebens Menschen und Freunde in ihrem Umfeld verlieren, auf normale und tragische Art und Weise. Das war sehr traurig und es kamen bei mir einige Tränchen.

Der Schreibstil ist sehr gut und man kann zügig lesen. Die Kapitel sind relativ kurz und jedes hat einen anderen Handlungsstrang. Durch die wechselnden Perspektiven lernt man einige Personen besser kennen. Joyces Kapitel sind in Form eines Tagebuches geschrieben und direkt an den Leser gerichtet. Sie schildert die Geschehnisse aus ihrer Sicht.

Alles zusammen hat mir letztendlich sehr gut gefallen. Ich empfand das Buch auch sehr emotional, gerade in Bezug auf die Senioren und ihr Leben.

Das Cover finde ich ganz toll, very british.

Rüstige Senioren auf amüsanter Mörderjagd

Die ehemalige Krankenschwester Joyce wird 1,5 Jahre nach ihrem Einzug in der exklusiven Seniorenresidenz »Coopers Chase« Mitglied des Donnerstagsmordclubs, als deren Vorsitzende Elizabeth, früher Geheimagentin, ihre Hilfe in einem Cold Case braucht. Die Aufklärung von ungelösten Kriminalfällen ist nämlich die Aufgabe des Clubs, der sich immer donnerstags trifft und dem auch noch der Psychiater Ibrahim und der ehemalige Gewerkschafter Ron angehören.

Doch dann wird der Bauunternehmer des Seniorenheims tot aufgefunden und wenig später fällt der Eigentümer von Coopers Chase, Ian Ventham, nach einem Streit tot um – nun hat der Donnerstagsmordclub einen aktuellen Mordfall zu lösen!

Meine Meinung:
»Der Donnerstagsmordclub« ist das Debüt von Richard Osman, welches ihm ausdrücklich gut gelungen ist!

Die Geschichte hat eine tolle Mischung aus britischem Charme, humorvollen Sprüchen und einem Whodunnit-Krimi, bei dem der Leser toll miträtseln kann.
Die Geschichte ist in Tagebucheinträge von Joyce und einem berichtenden Erzähler unterteilt. Somit weiß der Leser oft mehr als die Mitglieder des Donnerstagsmordclubs, aber eben auch nicht alles.

Die alten Leutchen dieses Clubs sind einfach humorig, bzw. sind es Joyces Tagebucheinträge. Man muss oft schmunzeln bzw. sogar auflachen über deren Naivität. Vor allem auch, wenn sie viele Dinge erst einmal herausfinden müssen für ihre Ermittlungsarbeit, z.B. was ein Fitnesstracker ist. Doch der Verstand ist noch fit, sie besitzen Scharfsinn und sie kombinieren hervorragend (v.a. Elizabeth, was auch mit ihrer beruflichen Vergangenheit zu tun hat).

Die einzelnen Charaktereigenschaften von Joyce, Elizabeth, Ibrahim und Ron sind detailliert ausgearbeitet und alle vier sind sympathisch. Es ist amüsant, wie sie ihr Alter und ihre vorgeblichen Gebrechen ausnutzen, um Vorteile herauszuschlagen.

Sehr liebevoll und rührend fand ich Elizabeth, als sie immer ihre alte Freundin Penny, eine ehemalige Polizistin, in dem dem Seniorenheim angeschlossenen Pflegeheim besucht. Penny war immer ein wichtiges Mitglied des Donnerstagsmordclubs und hat die Fälle gebracht, in denen ermittelt wurde.

Auch die Polizisten Donna De Freitas und ihr Chef Chris Hudson (der erst durch das Eingreifen des Donnerstagsmordclubs ihr Chef wurde) werden liebenswürdig, die Polizeiarbeit glaubwürdig und nachvollziehbar dargestellt. Sehr witzig ist hier, wie sich das Quartett immer einmischt, der Polizei Tipps gibt und natürlich auch gegen deren Willen selbständig ermittelt.

Der Fall selbst ist komplex, man ist als Leser erstaunt über die falschen Fährten, wie viele Details zusammenhängen, wie einzelne Fäden verwebt werden und wie alles aufgelöst wird.

Fazit:
Unterhaltsamer Krimi mit britischem Humor, in dem rüstige Senioren auf Verbrecherjagd gehen. Warmherzig, authentisch, mitreißend – einfach nur toll! Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!