Cover von: Ed ist tot
Amazon Preis: EUR 12,90
Bücher.de Preis: EUR 12.90

Ed ist tot

Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 280 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3946503470

ISBN-13: 

9783946503477

Auflage: 

1 (03.08.2018)

Preis: 

12,90 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 545.048
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3946503470

Beschreibung von Bücher.de: 

Jen Carter, Prosecco liebende Buchhändlerin, die gerade ihren Traum von der Schriftstellerei an den Nagel gehangen hat, ist mit einem totalen Chaoten namens Ed zusammen, bis sie in ersticht - unabsichtlich. Doch was tun mit seiner Leiche, seinen Drogen und dem ominösen Geldberg, den Ed hinterlassen hat? Und noch viel wichtiger: Wie kann man den düsteren Gestalten entkommen, denen er noch etwas zu schulden scheint?

Plötzlich steht Jen kurz davor, sich den Titel »Gefährlichste Frau Schottlands« zu verdienen. Der Noir-Krimi vom schottischen Autor Russel D McLean vereint alles, was man braucht: rabenschwarzen Humor, eine sympathische Antiheldin und jede Menge Prosecco.

Kriminetz-Rezensionen

Ein Todesfall kommt selten allein

Eigentlich ist Jen Carter ein umgänglicher Mensch: Buchhändlerin, Proseccoliebhaberin und Freundin eines Taugenichts namens Ed. Der taugt so wenig, dass sie tatsächlich irgendwann die Schnauze voll hat und sich von ihm trennt. Dumm nur, dass sie vergaß, ihren Schlüssel zurückzufordern. Und genauso dumm, dass Ed eines Abends einfach in ihre Wohnung eindringt, um etwas zu holen. Dass er dabei in ihr Küchenmesser läuft, ist eindeutig seine Schuld. Und auch, dass er einen Haufen Geld und Drogen in ihrer Wohnung versteckt hat. Überhaupt ist eigentlich alles Eds Schuld, denn plötzlich hat Jen Probleme. Abgesehen von einer Leiche in ihrer Wohnung – und vor allem was heißt hier einer Leiche? So viele Leichen, wie sich plötzlich rechts und links von Jen stapeln, hat sie nicht mal bei Shakespeare herauslesen können.

Eine aberwitzige Geschichte, die darauf aufbaut, dass aus einer unglücklichen Situation und einer ebensolchen Entscheidung heraus immer schlimmere und absurdere Geschehnisse entstehen. Aus der unauffälligen grauen Maus Jen wird im Laufe der Ereignisse eine Person, die mehr und mehr mit allen Mitteln um ihr Überleben kämpft, und das ist auch bitter notwendig, ist doch plötzlich nicht nur die Polizei, sondern auch die Unterwelt Glasgows hinter ihr her. Man muss sich darauf einlassen können, auch auf die Brutalität, die relative Ungerührtheit der Protagonistin, die blutigen Spuren, die sie hinter sich herzieht. Wenn man es als das nimmt, was es sein soll – eine absurde, unterhaltsame Story, wird man eine kurzweilige und schnell zu lesende Lektüre erhalten.

Nicht witzig

Zum Inhalt:
Nachdem Jen eher zufällig ihren Exfreund Ed getötet hat, ist plötzlich die heimatliche Unterwelt hinter ihr her. Der Verstorbene hat Geld und Drogen bei ihr gelagert – und das weckt Begehrlichkeiten. Doch Jen ergibt sich nicht in ihr Schicksal, sondern kämpft und Leichen pflastern den Weg der Buchhändlerin – Freund und Feind sind nicht mehr sicher.

Mein Eindruck:
Nach einer Leseprobe hatte ich einen vergnüglichen Krimi mit viel Witz und ein paar Leichen erwartet. Bekommen habe ich eine Geschichte, deren Humor-Höhepunkt mit der Widmung an nicht mordende Buchhändler erreicht war. Der durch eine schusselige Protagonistin und ihre Widersacher erreichte Overkill führt zu einem ebensolchen bei einem zu Beginn durchaus geneigten Leser. Der Autor versucht mit seiner Art der Morde an die Güte eines Derek Landy heranzukommen, scheitert bei diesem Versuch jedoch krachend. Denn im Gegensatz zu diesem bewegt er sich eben nicht im Fantasy-Bereich, sondern siedelt seine Story in einem wirklichkeitsnahen Umfeld an. Und genau das funktioniert nicht. Die Vorkommnisse sind leider nicht überspitzt, sondern schlichtweg unglaubwürdig. Beispielsweise hätten so dumm und dusselig agierende Gangster garantiert keine Organisation aufbauen können, die die Polizei das Fürchten lehrt. Die Todesfälle erhalten ihre Absurdität nicht etwa durch komische (im Sinne von lustigen) Szenen, sondern nur dadurch, dass sie durch Zufall, Glück und Unvermögen zu Jens Gunsten ausgehen. Nicht nur bedeutet „absurd“ hier nicht „amüsant“ – liebevoll gezeichnete Figuren fehlen diesem Buch völlig. Immer wenn man meint „jetzt bekommt der Autor noch die Kurve“, stirbt die zu diesem Gedanken gehörende Person oder agiert wider jeden Verstand und unlustig. So ist diese Posse weder Fisch – Krimi – noch Fleisch – Humor. Für mich ein Reinfall.

Mein Fazit:
Diese Serienmörderin verdient die Höchststrafe!

Rabenschwarz und bizarr

Jen hat sich gerade von Ed getrennt. Dann ersticht sie ihn versehentlich, als sie ihn unerkannt in ihrer Wohnung antrifft. Doch was nun? Statt die Polizei anzurufen, bittet sie Eds bekifften Mitbewohner Dave um Hilfe. Ab da entwickelt sich ihr Leben in ganz andere Bahnen als bisher, alles gerät außer Kontrolle. Leichen pflastern ihren Weg.

Wie konnte das alles nur passieren? Ed ist ihr doch ins Messer gelaufen, doch wer hätte ihr das geglaubt? Damit aber hat Jen etwas in Gang gesetzt, alles weitere passiert einfach. Wird Jen zum »Todesengel«? Hat sie erst kein Glück und dann nur noch Pech? Mordspech sozusagen? Mit rabenschwarzem Humor erzählt Russel D. McLean die Geschichte der Bibliothekarin und verhinderten Schriftstellerin, die sich unvermutet auf der Flucht findet, sich in gefährliche Spielchen verwickelt und in größte Gefahr für ihr eigenes Leben gerät. Eine Verkettung unglücklicher Umstände nach der anderen. Pech für Jen, Glück für den Leser, der ihren spannenden Weg mit einem Grinsen im Gesicht verfolgt. Kann jemand wirklich so viel Pech haben? Nein, die Frage muss man sich nicht stellen, es genügt, sich von Jens Geschichte fesseln zu lassen. Dieser äußerst bizarre Krimi Noir nimmt sich selbst nicht allzu ernst.

Allen, die sich gern auf einen spannenden und aberwitzigen Kriminalroman einlassen, sei dieses Buch wärmstens empfohlen.