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In eigener Sache

Karens Jobs 3
Buch
Taschenbuch, 236 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3926710330

ISBN-13: 

9783926710338

Auflage: 

2 (30.01.2017)

Preis: 

12,99 EUR
Schauplätze: 

Krimitags: 

Amazon Bestellnummer (ASIN): 3926710330
Beschreibung von Prof Erich H Franke

Die Nachricht von dem Mordanschlag auf Ihren Onkel Joshua trifft Karen C. Mulladon wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Die ehemalige Kriminalermittlerin bei den Alaska Troopers und heute Agentin im amerikanischen Nachrichtendienst beginnt in Deutschland in eigener Sache zu ermitteln.
Dabei findet sie heraus, dass ihr Onkel früher einmal für Gruppe hochrangiger amerikanischer Waffen- und Rauschgifthändler gearbeitet hatte, die seit der Zeit des Vietnamkrieges bis heute Ihren lukrativen Geschäften nachgehen. Bei ihren Ermittlungen gerät Karen selbst in große Gefahr, denn keiner ihrer hochrangigen Gegner ist Willens, auf ihren finanziellen und politischen Einfluss zu verzichten. Selbst ihre Kollegen im U.S. amerikanischen Geheimdienst sind zögerlich, den Alleingang Karens zu unterstützen. Doch ein paar ihrer Kolleginnen und Kollegen helfen, denn auch sie engagieren sich in eigener Sache.

Kriminetz-Rezensionen

Karen ermittelt „In eigener Sache“ …

„In eigener Sache“ ist bereits mein viertes Buch aus der Reihe „Karens Jobs“ von Erich H. Franke. Aber ich habe sie auch nicht in Reihenfolge gelesen und kann deshalb sicher sagen: Jedes ist auch als Einzellektüre vollkommen verständlich, da sie in sich abgeschlossen sind.

Diesmal habe ich endlich Karens Familie in Alaska kennengelernt. Grund dafür war ein Mordanschlag auf ihren Onkel Jonas, der sich in Deutschland zur Ruhe gesetzt hat. Karen, eine Agentin im amerikanischen Nachrichtendienst, wird von ihrem Chef gebeten in „eigener Sache“ zu ermitteln … schnell stellt sich jedoch heraus, dass sie dadurch selbst in Gefahr gerät – und deshalb wird sie in den „Zwangsurlaub“ in ihre Heimat Alaska versetz (mir fiel dabei auf: Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, dessen Handlung in Alaska spielt!).

Karen hat jedoch kaum noch Erinnerungen an Onkel Jonas und nutzt die Gunst der Stunde, bei ihren Eltern Näheres über die Persönlichkeit des Bruders ihres Vaters herauszubekommen – doch diese „mauern“ und behaupten, nichts zu wissen. Karen wird auch in ihrem Heimatstaat weiterhin verfolgt, wie konnte es dazu kommen? Dies findet sie bald – auch mit Hilfe ihrer (pfiffigen) früheren Kollegen – heraus, ihre Sicherheit ist auch in ihrer Heimat nicht mehr gewährleistet, deshalb kehrt sie dann nach Deutschland zurück. Quasi zum Abschied überlässt ihr Vater ihr einige fragmentarische Briefe ihres Onkels – ich glaube, das sollte zum Inhalt reichen …

Es geht um frühere Freundschaften, aus denen sich tödliche Feindschaften entwickelt haben, Drogen, Macht (-missbrauch), politische Klüngeleien, die bis in die höchste Ebene zu reichen scheinen und vieles mehr …

Als Leser*in ist man schnell in der rasanten Geschichte angekommen und beginnt bald zu zweifeln: Wer ist „gut“, wer „böse“? Gibt es vielleicht einen „Maulwurf“? Wem kann Karen überhaupt noch trauen? Ich habe immer wieder gehofft und gezittert, dass Karen bei ihren Nachforschungen vorsichtig bleibt!

Der Spannungsbogen bleibt vom Anfang bis zum Ende straff gespannt, manchmal fiel es richtig schwer, das Buch aus der Hand zu legen …

Und was mir noch besonders gut in diesem Band gefallen hat: Wir erleben Karen diesmal nicht nur in ihrer beruflichen, professionellen Umgebung, sondern wir erhaschen ein Zipfelchen von Karen als Privatperson! Aber der Autor lässt Karen auch einige Gedanken formulieren, über die ich über den Roman hinaus nachdenken musste / noch nachdenke, hier nur zwei Beispiele:

  • „'Mit einem-Computer und einem bestimmten Plotter kannst Du inzwischen jede Handschrift perfekt nachbilden, sogar den Druck der Feder und die Schreibgeschwindigkeit. Nicht einmal ausgebildete Graphologen könnten noch Unterschiede zum Original erkennen'.“ (…) Karen schwirrte der Kopf. (…) Doch wenn dieses Schreiben eine computergenerierte Fälschung war, was war dann ein handgeschriebenes Testament noch wert? Was der Abschiedsbrief eines Selbstmörders oder gar ein eigenhändig unterschriebenes Schuldeingeständnis?“ (S. 16 / 17)
  • „Gab man solchen Menschen Macht über andere und dazu ein Feindbild, dann verselbstständigten sich ihre Handlungen und es kam zu Grausamkeiten, die die Täter hinterher selbst nicht mehr erklären konnten.“ (S. 218 / 219)

Also Spannung pur in Kombination mit ernsthaften Fragestellungen / Gedanken, das hat mir sehr gut gefallen, hier ist die Verknüpfung wunderbar gelungen! Ich kann diesen Roman deshalb mit gutem Gewissen weiterempfehlen!