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Endstation Fichtelgebirge
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Erscheinungsdatum:
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Beschreibung:
Ein verschwundenes Kind, ein Toter und eine erschütternde Wahrheit.
In Bayreuth verschwindet der Sohn einer alleinerziehenden Mutter unter mysteriösen Umständen aus deren Wohnung. Den einzigen Hinweis liefern Blutspuren, die allerdings nicht von dem Jungen, sondern von dessen Vater stammen – doch der ist vor Jahren gestorben.
Kurz darauf wird bei Schweinfurt ein Toter gefunden. Die Spuren führen Kommissar Breuer und seine Kollegin Kristina Herbich zu dessen Ex-Freundin, die unauffindbar ist. Ihr sehnlichster Wunsch soll es sein, ein Kind zu haben.
Unaufhaltsam setzt sich ein Drama in Gang, das vor langer Zeit seinen Anfang nahm.





















Unvorhersehbar, emotional und absolut fesselnd
In Bayreuth verschwindet der kleine Lenni aus der Wohnung seiner alleinerziehenden Mutter. Blutspuren weisen auf den Vater des Kleinen hin. Doch der ist vor einigen Jahren verstorben. Ein Mann wird mit einem Messer im Bauch nach einem Unfall in seinem Auto gefunden und stirbt. Doch war das wirklich die junge Ladendiebin, die ihn kurz zuvor gezwungen hatte, sie mitzunehmen? Altenpfleger Sebastian verliert seine Wohnung wegen Eigenbedarfs und zieht gezwungenermaßen in die Waldhütte einer verstorbenen Freundin seiner Mutter.
Das sind nur ein paar der Fälle mit denen sich KHK Kristina Herbich und ihr Kollegen Konrad Breuer hier beschäftigen müssen. Gerade die manchmal wirklich wilden Spekulationen von Breuer haben mir gut gefallen und mich auch mal zum schmunzeln gebracht. Dabei hat jeder der beiden gerade sein eigenes Päckchen zu tragen. Wenn ich mir anschaue, wie respektvoll sie trotz ihrer Probleme miteinander umgehen und wie sie gemeinsam immer wieder neue Ansatzpunkte für ihre Ermittlungen finden – das ist schon toll. Die Einblicke in das Private der Ermittler macht sie für mich nochmal menschlicher und greifbarer.
Schnell habe ich mich gefragt, ob und vor allem wie die verschiedenen Fälle der Kripo Bayreuth vielleicht zusammen hängen könnten. Es ist so spannend und es hat mich gefesselt, in die Leben der Menschen hier Einblicke zu bekommen und zu sehen, wie die Taten auch mit Geschehnissen in der Vergangenheit zu tun haben. Nur, wie das alles zusammen hängt, bleibt lange völlig im Dunklen. Ich finde es so klasse, wie Autorin Jaqueline Lochmüller die einzelnen Fäden ganz langsam zu einem großen Ganzen verknüpft und langsam die verschiedenen Puzzleteile an ihren Platz fallen. Danach sind auch keine Fragen bei mir offen bleiben.
Es sind so viele verschiedene Menschen mit den unterschiedlichsten Charakteren, denen ich hier begegne und ich war froh, dass ich mir von Anfang an kleine Notizen gemacht habe. Sie alle sind so bildhaft mit ihren teils eigenwilligen Ecken und Kanten beschrieben, dass ich sie schnell in mein Kopfkino einfügen konnte.
Die Spannung ist, auch wenn die Ermittlungen manchmal nur langsam voran kommen, immer greifbar und der Spannungsbogen hoch gespannt. Vor allem, weil es bei dem kleinen Lenni auf jede Stunde ankommt.
Für mich war dieser Krimi ein tolles und unterhaltsames Leseerlebnis. Wer spannende, emotionale und klug aufgebaute Krimis liebt, dem kann ich diese Geschichte nur empfehlen.
Des Schicksals verschlungene Wege
„Endstation Fichtelgebirge“ von Jacqueline Lochmüller, erschienen 2025, Band 4 der Reihe, ist ein spannender Krimi mit einem komplexen Fall und verblüffenden Wendungen.
Auch ohne Kenntnisse der Vorgängerbände kommt man als Neueinsteiger problemlos in die Geschichte hinein und überblickt auch den Personenkreis ohne weiteres. Der Schreibstil liest sich flüssig, ist sehr bildhaft. Die detaillierten und atmosphärischen Beschreibungen vermitteln ein sehr eindrucksvolles und gut nachzuempfindendes Ambiente. Die Spannung lässt nie nach. Einerseits sorgen Cliffhanger am Kapitelende dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen will, andererseits steigern die stetigen Szenen- und Perspektivenwechsel die Dramatik.
Der Einstieg wirkt noch etwas unübersichtlich. Nach einem Rückblick auf das Jahr 1988 entwickeln sich in der Gegenwart (die Handlung spielt 2025) mehrere Handlungsstränge parallel. Geschehnisse, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, die aber so nach und nach KHK Kristina Herbich und ihren Kollegen Konrad Breuer beschäftigen. Ein kleiner Junge verschwindet aus der elterlichen Wohnung. Es gibt Blutspuren. Bei einem Autounfall kommt ein Mann ums Leben, der eine Stichverletzung aufweist. Je mehr sich das Ermittler-Duo mit den Fällen befasst, desto mehr Unerwartetes kommt ans Tageslicht. Als LeserIn verfügt man zwar über einen Wissensvorsprung gegenüber den Ermittlern, man ist ja quasi bei Ereignissen dabei, von denen die Polizei erst viel später erfährt, doch mildert das in keiner Weise die Spannung. Auch wenn ich den einen oder anderen Zusammenhang ahnte, wurde ich immer wieder überrascht, wie diese vielen Handlungsfäden letztlich völlig klar zusammenfanden.
Hauptakteure wie Nebenfiguren sind ausgezeichnet charakterisiert. Alle wirken durchaus lebendig und gut vorstellbar. Was Herbich und Breuer anbelangt, so wird zwar ihre Vorgeschichte angerissen, doch noch besser versteht man die beiden, wenn man die Vorgängerbände kennt. Beide sind exzellente Kriminalbeamte, die ihren Beruf mit vollem Einsatz ausüben, was eben zur Folge hat, dass das Privatleben dadurch zu kurz kommt, Partnerschaften zerbrechen. Umso schöner fand ich es, dass Herbich und Breuer vom rein dienstlichen Verhältnis zu einer Art Freundschaft finden.
„Endstation Fichtelgebirge“ hat mir ausgezeichnet gefallen. Insbesondere hat mich fasziniert, wie sich diese in sich verschlungen Handlungsstränge letztlich zu einer klaren Linie verknüpft haben. Mir ist auch das Ermittler-Duo sehr sympathisch. Somit freue ich mich nicht nur auf weitere Fälle, sondern gebe auch eine Leseempfehlung mit 5 Sternen ab.