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Engelskalt

Der erste Fall für Kommissar Munch. Thriller
Buch
Broschiert, 544 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3442482259

ISBN-13: 

9783442482252

Erscheinungsdatum: 

20.04.2015

Preis: 

12,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 21.669
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3442482259

Beschreibung von Bücher.de: 

Ein Spaziergänger findet im norwegischen Wald ein totes Mädchen, das mit einem Springseil an einem Baum aufgehängt wurde und ein Schild um den Hals trägt: Ich reise allein. Kommissar Holger Munch beschließt, sich der Hilfe seiner Kollegin Mia Krüger zu versichern, deren Spürsinn unschlagbar ist. Er reist auf die Insel Hitra, um sie abzuholen. Was Munch nicht weiß: Mia hat sich dorthin zurückgezogen, um sich umzubringen. Doch als sie die Bilder des toten Mädchens sieht, entdeckt sie ein Detail, das bisher übersehen wurde und das darauf schließen lässt, dass es nicht bei dem einen Opfer bleiben wird ...

Kriminetz-Rezensionen

Drama Queen

Inhalt:

„Ich reise allein“, das ist die Botschaft, die einem toten Mädchen mitgegeben wurde, das im Wald aufgehangen an einem Springseil gefunden wird. Holger Munch, Kommissar, erhofft sich nicht nur, dass dieser Fall schnell gelöst wird, sondern auch, dass sein Team, allen voran Mia Krüger, die sich darauf vorbereitet, ihrer Schwester in den Tod zu folgen, dadurch wieder zu alter Größe und Stärke findet.

Doch wie viel Leid erträgt man, wenn man selbst keinen Lebensmut mehr hat? Wie sehr hat die berühmte Kombinationsgabe gelitten, wenn man sich nur noch von Tabletten und Alkohol ernährt? Diese Fragen stellt sich Mia und kann sich doch nicht diesem grausamen Fall entziehen, bei dem jemand kleine Mädchen auf annähernd die gleiche Weise nach ihrem Tod in Szene setzt. Vielleicht ist aber doch nicht alles verloren, weder für kleine Mädchen, noch für Mia, denn sie ist es, die ein ganz bestimmtes Detail entdeckt, das eine Verbindung zwischen den Mädchen in greifbare Nähe rückt.

Meine Meinung:

Drama Queen

Falls sich jetzt jemand fragt, wie kommt sie bloß auf diese Überschrift. Nun, das war mein Gedanke, als ich Mia Krüger begegnete und ein bisschen begleitete. Man braucht kein Psychologiestudium, um zu erkennen, dass Mia eine ganz arme Maus ist, die das aber auch bestätigt haben möchte. Wobei sie dieses Drama, zu dem sie ihr Leben macht, gar nicht nötig hätte. Wenn sie nur die Hilfe annehmen würde, die Menschen ihr angedeihen lassen wollen.

Man merkt schnell, dass neben den äußerst perfiden Morden in diesem Buch die Geschichten der Protagonisten eine große Rolle spielen. Das ist zwar nichts Neues. Aber wiederum ist es das nordisch dustere, was mich begeistert, mitgenommen hat. Mia ist eine verkrachte Existenz, durch ihre eigene Geschichte gehandicapt, steht sich selbst und ihrer Intelligenz und Gabe im Weg. Und Holger Munch, dauerpaffender Kopf der Kommission, schrullig, grantig manchmal, aber liebenswert und klug. Das sind die zwei Hauptfiguren, die uns als geschultem Leser sehr bekannt vorkommen und so den Einstieg leicht machen. Mancher könnte unken, dass da zu probaten Mitteln gegriffen wird. Ja, das stimmt, aber ist es wirklich verwerflich? Ich finde nicht. Es kann nicht jeder neue Name in der Autorenlandschaft das Rad neu erfinden! Wer das erwartet, hat echt Probleme!

Ich gehöre eher dazu, dass ich eben nicht zwingend was bahnbrechend Neues erwarte. Ich möchte unterhalten werden. Mitgerissen. Geschockt auch gerne mal. Und da kommt es eben auf die Kunst an, wie jemand etwas erzählt. Streckenweise hat der Autor das bei „Engelskalt“ schon geschafft. Aber gestört wurde es durch Szenen, Kapitel, die für mich irgendwie aus der eigentlichen Geschichte gelöst wirkten. Das sollten wohl die „Ich-führe-Euch-in-die-Irre-und-lache-mir-ins-Fäustchen“-Stellen sein. Für mich zu offensichtlich. Die Kapitel, die ich meine, spielen in dieser Sektengemeinde. Haben sie wirklich etwas mit der ganzen Sache zu tun, oder soll das wirklich nur in die Irre führen. Ich verrats mal nicht. Aber gefragt habe ich mich das oft ;-) Zumindest zeigt das, dass ich dem Autor wenigstens etwas auf den Leim gegangen bin *gg*

Dann habe ich mich gefragt, ist das der Auftakt zu einer neuen Reihe? Kommt da jetzt noch mehr? Dann ist es gut gelungen. Eigentlich wollte ich Mia nämlich nicht verlassen, nachdem ich die Buchdeckel zu geschlagen habe. Mich interessiert, ob sie weiter macht oder aufgibt… Da bin ich denn mal gespannt, ob da bald was drüber zu lesen sein wird.

Ich habe mich auf dieses Buch eingelassen, weil mich zunächst das Cover gelockt hat. Immer wieder passiert es mir, dass genau diese Machart, diese Verwendung von Nadel und Faden in blutroter Farbe, mich anzieht. Was da wohl Kollege Freud zu sagen würde… Es traf sich dann, dass zwei Stellen gleichzeitig mir die Möglichkeit boten, das Buch lesen zu können, einmal das Bloggerportal von Randomhouse und dann war mir die Glücksfee auf Facebook beim lieben Arndt und seinem Astrolibrium hold, wo es ein Blind Date mit eben jenem Buch (im Sack) zu erhaschen gab. So viel Glück auf einen Haufen… Ich habe dann beschlossen, dass auch alle anderen, die sich um eben jenes Blind Date beworben haben, sich auf die Suche nach dem Täter machen dürfen und bin gespannt, wie sie die Geschichte erleben. Das andere Exemplar wurde schon weitergegeben, im Rahmen des Welttag-Gewinnspiels und auch da hoffe ich, dass der neue Besitzer seine Freude daran hat!

Kann ich es empfehlen? Schwer zu sagen! Ich denke, man erwartet bestimmte Szenarien, wenn es ein nordischer Autor ist. Es ist schon duster, aber eben nicht durch die Witterungsverhältnisse, sondern in der Geschichte selbst bedingt. Man muss geduldig sein, sich nicht ablenken lassen, sondern immer schön in der Ermittler-Spur bleiben, dann bekommt man ein spannendes Stück geboten. Und vielleicht hat der Autor ja wirklich ein Einsehen und wir dürfen noch mehr vom Ermittlerteam Munch/Krüger lesen! Ich wäre nicht böse!

Fazit:

Nordischer Thriller mit guten Ansätzen, aber durchaus ausbaufähig!

Bewertung: 4 von 5 Nilpferden

Danke an Goldmann/das Bloggerportal und Astroblibrium für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!