Cover von: Unter der Erde
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Unter der Erde

Thriller
Buch
Broschiert, 400 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3651000788

ISBN-13: 

9783651000780

Auflage: 

1 (26.02.2020)

Preis: 

14,99 EUR
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3651000788

Beschreibung von Bücher.de: 

Was verbirgt ein ganzes Dorf? - der neue Thriller von Stephan Ludwig, dem Autor der Kult-Bestseller-Reihe »Zorn«

Volkow, ein Dorf am Rand eines riesigen Tagebaugebiets. Täglich fressen sich die Bagger näher heran, in einigen Monaten wird das Dorf verschwunden sein. Doch die Bewohner bleiben, »man kümmert sich umeinander«.

Das erfährt Elias Haack am eigenen Leib, als er an einem heißen Sommertag nach Volkow kommt. Die Neugier auf seinen Großvater Wilhelm hat ihn in das so malerische wie abgelegene Dorf gebracht.

Elias hat Wilhelm seit über dreißig Jahren nicht mehr gesehen, doch das Wiedersehen währt nur kurz. Wilhelm stirbt, und Elias strandet bei der Suche nach seiner Herkunft, die weit in die Vergangenheit reicht, in Volkow. Es führt zwar ein Weg ins Dorf, aber wie es scheint, keiner mehr heraus.

Je länger er im Haus seines Großvaters bleibt, desto merkwürdiger kommen ihm die Dorfbewohner vor. Warum harren sie aus, obwohl die Bagger von Tag zu Tag näher rücken? Was haben sie zu verbergen? Und was hat das alles mit Elias zu tun?

Kriminetz-Rezensionen

Die Hölle auf Erden

Der erfolgreiche Fantasy-Horror-Autor Elias Haack hat eine Einladung zum 90. Geburtstag seines Großvaters erhalten. Er hat den alten Herrn schon über 30 Jahre nicht mehr gesehen und ist deshalb verwundert, aber er entschließt sich in die Lausitz zu fahren. Noch nicht ganz am Zielort angekommen, bemerkt er schon Probleme mit dem Handynetz und an der Ortseinfahrt fährt er unglücklicherweise über sogenannte Krähenfüße. Er selbst kann aus dem demolierten Auto aus eigener Kraft aussteigen und ins Dorf laufen. Das Haus des Großvaters findet er in dem überschaubaren Ort sofort. Außerdem bemerkt er ein ständiges Brummen, das von den herannahenden Baggern des Kohlebergbaus stammt, die 24 Stunden am Tag arbeiten und vermutlich in nicht einmal einem Jahr im Dorf ankommen werden.

Zum Großvater hat er eigentlich kein Verhältnis, denn sein Vater ist vor seiner Geburt verschwunden und seine Mutter hat später Suizid begangen. Daraufhin hat ihn der Großvater in ein Heim gegeben und sich nicht mehr um ihn gekümmert. Jetzt will Elias die Gelegenheit nutzen und den Großvater in einem Gespräch um eine Erklärung für die Vergangenheit und sein Sonnenblumen-Tattoo bitten. Leider kommt es nicht mehr dazu, denn der Großvater verstirbt in der Nacht nach der Geburtstagsfeier. Nun hat Elias neue Probleme: Sein Auto muss repariert werden und er scheint der einzige Verwandte gewesen zu sein, also muss er die Beerdigung organisieren und sich um sein Erbe kümmern.

Soweit so gut, dann beginnt das Kennenlernen der Dorfbewohner. Und die sind eine Ansammlung von skurrilen Figuren. Allesamt sonderlich, aber miteinander eng verbunden, sie wollen ausharren bis die Bagger kommen und besitzen alle Furcht einflößende, namenlose Hunde. Was ist hier eigentlich los? Und was steckt hinter den angeblichen Geschäften des Großvaters? Weshalb gibt es hier ein großes Autohaus, wenn keine Kunden vorhanden sind? Die Autowerkstatt hat einen Maschinenpark, den keiner braucht, weshalb? Der Priester scheint zu trinken und predigt in der leeren Kirche. Nichts scheint hier normal. Und dann kommen unerklärlicherweise die Ersatzteile für sein Auto nicht, so dass er in dem Dorf quasi gefangen ist.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Stränge aus seiner und des Großvaters Vergangenheit sowie einen aktuellen Strang über Personen, die Elias beobachten und sich mit Walkie-Talkies darüber austauschen.

Ich kenne den Autor vor allem aus der ZORN-Reihe und mir hat sein Schreibstil sehr gut gefallen. Der Schreibstil des vorliegenden Thrillers hat mir anfangs zugesagt und war fesselnd, aber im Laufe der Handlung ließ die Begeisterung dann Schritt für Schritt nach. Die Figur des Elias fand ich gut beschrieben, ich konnte ihn und die Schauplätze bildlich vor mir sehen. Seine Handlungen waren teilweise nachvollziehbar, aber ich hätte ihm schon etwas mehr Argwohn gewünscht. Mit den seltsamen Dorfbewohnern hat der Autor seine Leser an der Nase herumgeführt, sie immer wieder auf neue falsche Fährten gelockt, und einen abstrusen Schauplatz für den Showdown gewählt. Ab einem gewissen Punkt wurde die Story für mich zu konstruiert, verwirrend und unglaubwürdig. Manches wirkte tatsächlich wie die Hölle auf Erden. Ich werde aber gerne wieder einen Band der ZORN-Reihe lesen.

Menschen sind die schlimmsten Bestien

Elias erlebt hier die persönliche Hölle. Im Hier und Jetzt sowie in seinen Flashbacks aus seiner Kindheit. Eigentlich hätte er nur kurz seinen Grossvater besuchen wollen und dessen 90. Geburtstag feiern, aber es kam anders. Er muss sich mit sich und seiner Familie auseinandersetzen und versteht zwar am Schluss einiges, aber akzeptieren kann er vieles nicht.

Der Autor hat in diesem Thriller eine sehr gute Geschichte gewoben. Die Informationen über die Protagonisten sind nicht zu lang und auch nicht zu kurz. Alles wurde so ineinander gelegt, dass es nicht auf die Nerven geht und der Lesefluss kaum gestört wird.
Sein Schreibstil wird nach ein paar Seiten akzeptiert, die Scenen aus der Vergangenheit und Gegenwart sind gut nachvollziehbar.

Fazit, man wird in diesem Thriller ins Buch eingesogen und es lässt einen erst wieder heraus, sobald man fertig gelesen hat. An manchen Stellen habe ich mir zwar gedacht, so genau wollte ich es nicht wissen, aber es gehört dazu.

Irgendwie etwas drüber ...

Elias, den vielleicht nicht ganz so erfolgreichen Schriftsteller und Protagonisten dieser Geschichte, lerne ich während seiner langen Autofahrt zum Geburtstag seines Großvaters kennen. Ich darf eine ganze Weile als imaginärer Beifahrer an seinen Gedanken teilhaben und lerne dadurch ihn und seine irgendwie schwierige Familie kennen. Ich fand ihn von Anfang an recht sympathisch.

Merkwürdige Pannenserie
Der Unfall war eigentlich nur der Beginn einer merkwürdigen Pannenserie. Bedingt durch den Unfall macht er sich zu Fuß auf den Weg ins Dorf Volkow. Er hat eine Gehirnerschütterung, braucht ein Ersatzteil für seinen Wagen, sein Großvater stirbt, bevor er ihm auch nur eine Frage stellen konnte und da das benötigte Ersatzteil für seinen Passat einfach nicht kommt, ist er quasi so etwas wie ein Gefangener.

Fragen über Fragen
Schon diese Eingangssituation ist merkwürdig, aber die Merkwürdigkeiten häufen sich immer weiter. Was macht ein Autoverkäufer in einem Dorf wie Volkow, in dem ihm auch die letzten Kunden wegziehen? Warum bleibt ein Arzt, der quasi keine Patienten mehr hat? Was hat es mit den merkwürdigen Geschäften seines Großvaters auf sich? Warum predigt ein offenbar ständig betrunkener Priester brav ganz regelmäßig in einer leeren Kirche?

Unter Beobachtung
Zu all diesen Fragen gibt es für mich als Leser dann noch den Handlungsstrang der »Beobachter«, denn, ohne dass Elias es bemerkt, wird er ständig beobachtet. Seine Bewacher tauschen sich über Walkie-Talkies miteinander aus und diskutieren dabei, ob man ihn nun erschießen sollte oder nicht. Hier bekomme ich auch einen weiteren Einblick in die verwirrende Gedankenwelt der Einwohner Volkows – aber ohne zu wissen, was hinter all dem steckt und wohin die Geschichte laufen wird.

Sehr verwirrend
Alles in allem ist die Auflösung oder das Ende der Geschichte genauso wirr und abstrus wie der Anfang und die Mitte :-) Ich muss gestehen, dass ich so gar nicht verstanden habe, was in diesem Dorf abging. Das dunkle Geheimnis des Dorfes schien mir viel zu überzogen, auch der Showdown war sehr, sehr lang und konnte die Logiklöcher, die überall verteilt waren, nicht füllen. Trotzdem habe ich bis zur letzten Seite alles gelesen – einfach, weil ich wissen wollte, wie es denn endet. Spaß gemacht hat es aber trotzdem irgendwie :-)

Mein Fazit
»Unter der Erde« von Stephan Ludwig entsprach so gar nicht dem, was ich erwartet habe. Aber trotzdem hat es mir beim Lesen viel Spaß gemacht, was vor allem am flüssigen Schreibstil und der herrlichen Selbstironie des Autors lag.