Cover von: Evas Rache
Amazon Preis: 24,00 €
Bücher.de Preis: 24,00 €

Evas Rache

Der vierte Fall für Kriminalinspektor Paul Stainer. Kriminalroman
Buch
Gebundene Ausgabe, 384 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3805200927

ISBN-13: 

9783805200929

Auflage: 

1 (16.04.2024)

Preis: 

24,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 25.014
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3805200927

Beschreibung von Bücher.de: 

Eine grausame Mordreihe und ein groß angelegtes Verbrechen vor der spektakulären Kulisse der Technischen Messe Leipzig – das fulminante Ende der Reihe um Kommissar Paul Stainer.

Leipzig, 1922. Es will keine Ruhe einkehren in der Wächterburg: Gleich drei Lustmorde in drei Monaten halten Paul Stainer und seine Kollegen in Atem.

Stainer tritt auf der Stelle und fällt zunehmend zurück in seine Depression. Dass Junghans und Mona im Liebesglück schwelgen und beschließen, zu heiraten, macht es nicht besser. Erst als auf der Technischen Messe Leipzig Eva-Maria Dorn, die Frau eines erfolgreichen Ingenieurs und Unternehmers, überfallen wird, glaubt er, eine erste Spur zu haben, die ihn zu der »Leipziger Bestie« führen kann.

Stainers Nachforschungen bringen ihn auf die Fährte eines jungen Anarchisten mit dem Tarnnamen »Schlange«, der gerade erst aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt ist. Zunächst scheint der Fall eindeutig, doch die möglichen Motive sind vielfältig. Schon bald wird klar: Das Verbrechen geht weit über die Lustmorde hinaus – und auch in Eva-Maria Dorn steckt mehr als das unschuldige Opfer …

Kriminetz-Rezensionen

Die Bestie von Leipzig

Evas Rache, Kriminalroman von Thomas Ziebula, 382 Seiten erschienen im Rowohlt Verlag.
Stainers letzter Fall.
Leipzig 1922, die Kriminaler der Wächterburg haben alle Hände voll zu tun, es geht ein Lustmörder um, der einen Typ Frauen ganz besonders bevorzugt. Dabei gibt es aktuell in Leipzig genügend für Stainer und die Kollegen zu tun, denn es ist Technische Messe, Aussteller und Besucher aus aller Herren Länder überschwemmen die Stadt. Auch der Ingenieur Armin Dorn will seine neueste und einzigartige Erfindung vorstellen, doch dann verschwindet seine Frau Eva-Maria die ins Beuteschema des Massenmörders passt. Hat sie die Bestie erwischt?
Wieder einmal war ich von diesem Buch begeistert. Mit Wehmut vor dem Ende und doch voller Neugier, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, bevor nicht der letzte Satz gelesen war. Ziebula schreibt flüssig, spannend und mit viel Zeit- und Lokalkolorit. Das macht mir seine Bücher ganz besonders wertvoll. Gute Recherche vorausgesetzt, denn dieses Buch bietet nicht nur spannende Unterhaltung, sondern durch die politischen Verwicklungen vermittelt es auch Geschichtsunterricht. 47 Kapitel in idealer Leselänge, mit einem Titel und vereinzelt mit Datum versehen, sorgen für Überblick, Das Buch ist in drei Teile gegliedert, die in ihrer Bezeichnung auf die „Wandlung“ von Eva-Maria eingehen. Der Autor bedient sich der auktorialen Erzählweise, und parallel verlaufende Handlungsstränge vereinigen sich im Laufe der Geschichte auf ganz besonders verblüffende Weise. Mehrere ungeahnte Wendungen haben mich überrascht. Immer wenn ich dachte so könnte sich der Fall weiterentwickeln, kam ein Plot-twist. Spannung pur, obwohl die wahren Verbrecher eigentlich die ganze Zeit bekannt sind. Mit Souveränität und Cleverness lösen die Kriminalbeamten der Wächterburg, voran Stainer auch diesen Fall, gerne habe ich bei den Ermittlungen über die Schulter geschaut. An keiner Stelle des Buches bin ich hängengeblieben, die Figuren handeln authentisch, der Plot ist nachvollziehbar.
Bei der Erschaffung der Figur Eva-Maria ist Ziebula der ganz große Wurf gelungen, ich war fasziniert von dieser Frau, ihre Wandlung zu verfolgen hat mir großen Spaß gemacht. Ihre Entwicklung ist riesig. Natürlich habe ich mich auch über das Wiedersehen mit den altbekannten Charakteren aus den vorangegangenen Folgen gefreut. Siggi und Mona als Paar, auch für Johanna ein gutes Leben, die Kollegen aus der Wächterburg, einschließlich Heinze, sind wieder so echt dargestellt, dass der Leser meint sie alle persönlich zu kennen. Nagaski ist für mich die tragischste Person im Buch, ihm hätte ich ein glücklicheres Ende gegönnt. Auch die Nebenfiguren sind trefflich gelungen, Jäger allen voran, genauso, stelle ich mir diese Unsympathen vor, die zehn Jahre später an der Macht sind.
Obwohl ich gerne noch einige weitere Paul Stainer Bände gelesen hätte, denn ich bin mir sicher, Ziebula gehen die Ideen nicht aus, war es die ideale Zeit aufzuhören. Meinen Respekt dafür, denn nichts ist öder, als ein Kommissar in der xten Folge, dem immer wieder dasselbe passiert. Stainers Geschichte ist auserzählt. Ein tolles Ende finde ich, er hat es verdient.
Mir hat die Paul Stainer-Reihe außerordentlich gut gefallen, von Band zu Band mehr. Deshalb von mir eine ganz besondere Empfehlung, wer sich niveauvolle und spannende Kriminalromane gönnen möchte, ohne peinliche Kommissare oder hanebüchene Fälle, ist hier gut aufgehoben. Es ist möglich, wäre aber schade dieses Buch als Einzelband zu lesen. Mehr Genuss hat man in der Reihenfolge. Von mir 5 Sterne.

Ein weiteres Lesehighlight

Leipzig, 1922: Paul Stainer und sein Team bekommen es mit einem brutalen und skrupellosen Frauenmörder zu tun. Paul machen die toten Frauen sehr zu schaffen, und er wendet sich wieder dem Alkohol zu. Als ein Mann scheinbar in flagranti erwischt wird, scheint der Fall gelöst, doch der Verdächtige ist ein hochdekorierter Kriegsheld.

Der Münchner Armin Dorn will auf der Leipziger Messe seine neueste Erfindung vorführen. Seine Frau Eva möchte ihn unbedingt begleiten, woran Armin aber keinerlei Interesse hegt. Eva lässt sich allerdings nicht so leicht ausbooten.

Der vierte, und wie ich mit Schrecken festgestellt habe, letzte Paul Stainer-Roman ist kein simpler Kriminalroman. Thomas Ziebula hat bereits in den Vorgängerbänden Paul Stainer, den Kriegsrückkehrer, nicht nur interessante Fälle lösen lassen, sondern auch gezeigt, wie sehr jemand nach Krieg und Gefangenschaft gezeichnet ist. In diesem Band tritt ein weiterer Charakter auf, dem es ähnlich geht, Wilfrid Nakaski, allerdings ist dessen Weg doch anders als Pauls. Auch der historische, politische und soziale Hintergrund, u. a. der Aufstieg der nationalsozialistischen Partei, spielt seine Rolle, so ist nicht nur Pauls Vater, sondern auch einer der Kollegen überzeugter Parteigänger.

Eine besondere Rolle, man kann es schon am Titel erkennen, spielt Eva Dorn. Eva, die erkennen muss, dass nicht alles in ihrem Leben so ist, wie gedacht, die das nicht auf sich sitzen lassen will, und allerhand über sich ergehen lassen muss. Ihre Entwicklung ist interessant zu beobachten. Dass ihr Mann sie „Dornröschen“ nennt, bietet Interpretationsspielraum. Wie Eva in den Rest der Geschichte passt? Da hilft wohl nur, es zu lesen.

Auch die privaten Geschichten werden weitererzählt, und auch sie sind es, die mich an diese Reihe fesseln. Am Ende würde ich nicht nur Paul Stainer, sondern auch Siggi, Mona, Rosa, Benno, Kurt Prollmann und alle die anderen, die mir ans Herz gewachsen sind, gerne noch einmal wiedertreffen.

Thomas Ziebula hat es wieder geschafft, mich von der ersten Seite an zu fesseln. Seine Charaktere, Leipzig, die Zeit, alles wird lebendig, man fühlt sich mittendrin, hofft und bangt mit den Charakteren, ärgert sich, ist entsetzt, nicht nur die spannende Handlung, auch die Emotionen binden mich an die Geschichte. Nachvollziehbar aufgelöst ist alles am Ende, und ich hoffe ein bisschen, dass Paul vielleicht doch noch einmal ermitteln wird, vielleicht in einer etwas anderen Rolle dann? Ich würde ihn schon gerne noch einmal wiedertreffen, bin aber auch nicht unzufrieden mit diesem Ende unserer „Beziehung“. Von Thomas Ziebula wünsche ich mir aber schon weitere historische Kriminalromane.

Auch Paul Stainers letzter Fall hat mir spannende Lesestunden bereitet, mich in das Leipzig von 1922 mitgenommen und auch wieder emotional berührt. Wer die anderen Bände noch nicht kennt, sollte diese zuerst lesen, ich empfehle sehr gerne die gesamte Reihe.

Toller historischer Krimi

Leipzig 1922- Paul Stainer und sein Team bekommen es mit einem brutalen und skrupellosen Frauenmörder zu tun.Ein Lustmörder um, der einen Typ Frauen ganz besonders bevorzugt.Im Moment gibt es aktuell in Leipzig genügend für Stainer und die Kollegen zu tun. Den es ist Technische Messe, Aussteller und Besucher aus aller Herren Länder sind in der Stadt.Auch der Ingenieur Armin Dorn und seine Frau Eva-Maria kommen nach Leibzig.Diese passt ganz genau zu dem Typ Frau die der Frauenmörder bevorzugt.Eva-Maria verschwindet und der Verdacht, dass der Serienmörder sie entführt hat, ist groß. Stainer kämpft aber auch mit persönlichen Problemen….

Der Autor Thomas Ziebula hat einen fließenden und spannenden Schreibstil.Durch seine Erzählung war ich mitten in dem Fall der sehr spannend war.Bildlich folgte ich den Charakteren durch das Leibzig vor 100.Jahren.Leider ist es der letzte Teil der spannenden Reihe mit dem Inspektor Stainer und seiner Kollegen aus der Wächterburg-sehr gerne 5 Sterne.Es war sehr spannend auch ob Stainer sein Leben wieder in den Griff bekommt.

Eine packende Geschichte brillant erzählt

Der Krimi hat einige Handlungsstränge, die auf den ersten Blick keine Verbindung miteinander zu haben scheinen. In Leipzig ist Inspektor Stainer in einer Lebenskrise, trinkt mehr als ihm gut tut .Er jagt mit seinen Kollegen einen Frauenmörder, dessen Opfer all zu sehr den Frauen ähneln, die Stainer am Herzen liegen.

In München versucht die junge Eva-Maria Dorn wieder mehr gemeinsame Zeit mit ihrem Ehemann zu verbringen, der sie nicht ernst nimmt und versucht, sie im Hause zu halten. Als Eva herausfindet, dass er sie mit einer anderen betrügt, schmiedet sie einen Racheplan und reist ihm nach Leipzig zur Messe hinterher, auf die er sie nicht mitnehmen wollte.

Nun beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Stainer muss sich um weitere Mordfälle an Männern kümmern . In Leipzig angekommen verschwindet Eva spurlos. Ist sie ein weiteres Opfer des Frauenmörders ? Sie passt perfekt in sein Beuteschema. Während Stainer versucht, die Fälle zu lösen, gewinnt sein alter Widersacher Inspektor Heinze, ein Mann der ersten Stunde in der NSDAP, immer mehr an Einfluss.

Ich schätze die unaufgeregte Erzählweise des Autors sehr. Auch in diesem Fall werden die Personen in ihrem eigenen Umfeld vorgestellt. Ich erfahre viel über ihre Lebensumstände und Befindlichkeiten. Vieles , was beim ersten Hinsehen eher banal erscheint, erhält im Verlauf der Ereignisse unerwartet Gewicht.

Sehr gelungen finde ich, wie der Autor die verschiedenen Fälle miteinander verbindet. Dabei spielt oft der Zufall eine Rolle, ist dabei aller völlig nachvollziehbar. So ist das Leben eben. Der Krimi ist fesselnd und gelegentlich gibt es Szenen unerwarteter Brutalität, die ein Schlaglicht auf einzelne Personen werfen. Erneut spielen die damaligen politischen Verhältnisse eine wichtige Rolle, ohne den Kriminalfall in den Hintergrund zu drängen. Meine Zu-und Abneigung war auf beide Seiten verteilt. Stainer ist ein kompetenter Ermittler, der sehr empathisch ist und an der Ungerechtigkeit der Welt leidet. Ich habe die Krimis mit ihm geliebt, verstehe aber, dass er nicht mehr weiter machen kann. Mein Zorn und Abneigung trifft Heinze und die anderen Emporkömmlinge, die den Polizeiapparat unterwandern und damit das Recht mit Füssen treten. Auf der Täterseite gab es eine Person, die ich mochte, weil sie für mich ein Opfer war und der ihre Taten aufgezwungen wurden.

Für mich erneut ein sehr spannender Krimi aus der Feder des Autors, dem es gelingt einen komplexen Fall unterhaltsam zu erzählen und dabei die damalige Stimmung perfekt einzufangen.

Evas Rache

Dies ist schon der vierte Band um Kriminalinspektor Stainer, aber wie ich erfahren mußte, auch der letzte. Gerne hätte ich diese historischen Krimis mit Stainer, seinen Kollegen in der Wächterburg und seine mir inzwischen vertrauten Bekannten weiter gelesen. Aber wie sagt man, wenn es am Schönsten ist, hört man auf. Stainer versucht gerade akribisch, seinen Alkoholkonsum herunterzuschrauben, aber seine privaten und auch beruflichen Probleme lassen ihn dazu momentan nicht zu Ruhe kommen. In Leipzig treibt gerade ein Serienmörder sein Unwesen. Er hat es auf junge blonde Frauen abgesehen, die er foltert und bestilalisch ermordet. Doch dieser Lustmörder ist einfach nicht zu greifen und doch kann der Freund einer Ermordeten, der lebensgefährlich bei dem Angriff verletzt wurde, einige Angaben machen und man hat wenigsten ein paar Anhaltspunkte. Zu gleichen Zeit findet in Leipzig auch die technische Messe statt und ein junge Ingenieur will dort seine neueste Erfindung vorstellen., auf die aber einige andere Leute scharf sind und ihn deshalb auch schon überfallen haben. Dorns Frau reist ihm mit seinem Sekretär nach und wird entführt. Da sie blond ist, vermutet man, dass der Lustmörder wieder zugeschlagen hat. In einem weiteren Handlungsstrang kehrt ein junger Mann aus der Kriegsgefangenschaft in Sibirien zurück, doch dann erfährt er, dass das Gut seiner Eltern verkauft wurde und kein Erbe mehr da ist. Thomas Ziebula führt uns sehr gekonnt in das Leipzig von 1922, es gibt schon einige Autos und man merkt, dass die NSDAP und Hitler langsam auftauchen und die Bevölkerung für sich gewinnen wollen. Zunächst meint man, verschiedene Handlungsstänge vor sich zu haben, aber bald merkt man, dass dies alles eine Einheit bietet und sich ineinander fügt. Das Buch ist mehr als interessant geschrieben, die Ausdrucksweise des Autors ist sehr gut zu lesen, er läßt den Spannungsbogen langsam aber sicher steigen, die Kapitel sind kurz und endet meist mit einem Pageturner, so dass man unwillkürlich weiter lesen muß. Gut finde ich, dass die Ermittler auch mit ihrem Privatleben mit einbezogen werden, denn so sind diese auch als normale Menschen anzusehen, deren Leben nicht immer leicht ist. Ein Buch, das mich in die Welt um 1922 versinken hat lassen, man könnte sie die Plätze und die Gebäude wirklich bildhaft vorstellen und man merkt, dass die Leute nach dem Krieg wieder leben wollen. Hier hat Ziebula sich wieder selbst übertroffen und das Ende läßt den Leser einigermaßen verwundert und staunend zurück und man ist wirklich traurig, von allen Protagonisten Abschied nehmen zu müssen.

Tolles Finale einer absolut fesselnden Krimi-Reihe

Im Jahre 1922 hält die "Bestie von Leipzig" die Stadt in Atem. In der brutalen Mordserie, in der junge blonde Frauen einem äußerst gewalttätigen Täter zum Opfer fallen, will sich für die ermittelnden Beamten um Kommissar Paul Stainer einfach kein entscheidender Hinweis herausstellen. Erst die Entführung einer Proffessoren-Gattin bringt einen vielversprechenden Ansatz, der schnell klar macht, dass sie es mit einem großen Gegner zu tun haben und der Fall komplexer erscheint, als zunächst gedacht. Stainer muss das Risiko erhöhen, um den Täter rechtzeitig stellen zu können...

"Evas Rache" ist mittlerweile der vierte und leider auch letzte Band um den charismartischen Ermittler Paul Stainer. Der Autor Thomas Ziebula erzählt die Geschichte wieder in seinem hervorragend zu lesenden und bildreichen Schreibstil, der die GEschehnisse der Vergangenheit lebendig vor Augen führt. Der Spannungsbogen wird mit der schrecklichen Mordserie zu Beginn des Buches sehr gut aufgebaut und über die schwierigen Ermittlungsarbeiten auf einem aus meiner Sicht stets hohen Niveau gehalten. In der Reihe gelingt es Thomas Ziebula aus meiner Sicht außerordentlich gut, seine Leidenschaft für deutsche Zeitgeschichte mit einer spannenden und fesselnden fiktiven Geschichte zu vereinen. Die historischen Hintergrundinformationen wirken sehr gut recherchiert und verleihen dem Kriminalroman einen besonderen Charme. Sehr gut gefallen hat mir auch die Weiterentwicklung der Protagonisten, die interessant gezeichent sind und so zum Gelingen der Reihe beitragen. Das gut durchdachte Finale rundet das Buch mit einer gut nachvollziehbaren Auflösung gelungen ab.

Insgesamt ist "Evas Rache" für mich der mehr als gelungene Abschluss einer besonderen Krimi-Reihe, in der nicht nur die Auflösung der Kriminalfälle im Vordergrund steht, sondern mit dem Blick auf die besondere Zeit, in der das Ganze spielt und den interessant charakterisierten Personen zusätzliche Facetten in den Fokus rücken. Ich empfehle das vorliegende Buch und natürlich auch die gesamte Reihe gerne weiter und bewerte es dementsprechend mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Grandioser Abschluss der Krimi-Reihe aus dem Leipzig der 20er-Jahre

In diesem historischen Kriminalroman lässt der Autor Thomas Ziebula seinen Ermittler Paul Stainer zum vierten und leider auch letzten Mal im Leipzig der 20er Jahre ermitteln und bietet dabei nicht nur viel Spannung und Dramatik, sondern darüber hinaus auch noch eine atmosphärisch dichte Geschichte, die den damaligen Zeitgeist gut transportiert.

Man kann das Buch auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden problemlos lesen und verstehen. Alle dazu erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Diesmal sind Paul Stainer und sein Kollege Siegfried Junghans auf der Suche nach einem brutalen Frauenmörder. Als die Ehefrau eines Ingenieurs, der seine neueste Erfindung auf der Technischen Messe Leipzig vorstellen will, spurlos verschwindet, glauben die Ermittler zunächst, dass auch sie der Bestie von Leipzig zum Opfer gefallen ist. Doch dann weisen die Ermittlungen urplötzlich in eine ganz andere Richtung.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und lässt dabei das immer noch von den Folgen des 1. Weltkrieges gezeichnete Leipzig der 20er Jahre vor unseren Augen auferstehen. Mit jeder Seite konnte mich der Autor tiefer in den Bann des facettenreichen Geschehens ziehen. Wie er die einzelnen Erzählfäden dabei immer mehr ineinander übergreifen lässt und am Ende zu einem überzeugenden Gesamtbild verknüpft, ist schon große Klasse. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die vielfach bereits aus den vorherigen Bänden bekannt sind. Die neuen Figuren fügen sich zudem hervorragend in das sehr gut aufeinander abgestimmte Ensemble ein. Das der Autor sorgfältig für die Hintergründe seiner Geschichte recherchiert hat, merkt man dem Buch jederzeit an. So sprengt es auch immer wieder die Grenzen des Kriminalromans und stellt darüber hinaus ein rundherum gelungenes Sittengemälde der damaligen Zeit dar, bei dem er auch reale Ereignisse, wie z.B. die Gründung der NSDAP in das Geschehen einfließen lässt.

Wer auf historische Kriminalromane steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Mich konnte das Buch auf jeden Fall erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.