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Die ewigen Toten

David Hunters 6. Fall. Thriller
Buch
Gebundene Ausgabe, 416 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3805250029

ISBN-13: 

9783805250023

Auflage: 

1 (12.02.2019)

Preis: 

22,95 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 410
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3805250029

Beschreibung von Bücher.de: 

Im 6. Teil der Bestsellerreihe um David Hunter ermittelt der forensische Anthropologe in einem verlassenen Krankenhaus mit schreckensreicher Vergangenheit.

Nur Fledermäuse verirren sich noch nach St. Jude. Das Krankenhaus im Norden Londons, seit Jahren stillgelegt, soll in Kürze abgerissen werden. Doch dann wird auf dem staubigen Dachboden eine Leiche gefunden, eingewickelt in eine Plastikhülle. Die Tote, das sieht David Hunter sofort, liegt schon seit langer Zeit hier. Durch das trockene und stickige Klima ist der Körper teilweise mumifiziert.

Als beim Versuch, die Leiche zu bergen, der Boden des baufälligen Gebäudes einbricht, entdeckt der forensische Anthropologe ein fensterloses Krankenzimmer, das nicht auf den Plänen verzeichnet ist. Warum wusste niemand von der Existenz dieses Raumes? Und warum wurde der Eingang zugemauert, obwohl dort nach wie vor Krankenbetten stehen? Betten, in denen noch jemand liegt ...

Kriminetz-Rezensionen

Die Toten von St. Jude

Der grausige Fund einer mumifizierten Frauenleiche in einem auf der Abbruchliste stehenden ehemaligen Krankenhaus erschüttert den forensischen Anthropologen David Hunter mehr als er sich selbst eingestehen will. Als kurz darauf zwei weitere Leichen entdeckt werden, gewinnt der Fall zunehmend an Brisanz. Hunter, der davon ausgeht, dass er auch hier die Untersuchungen durchführen wird, ist ziemlich brüskiert, als er erfährt, dass damit ein externes Labor beauftragt worden ist. Dies führt natürlich zu etlichen Reibereien und Kompetenzgerangel, das der Sache wenig dienlich ist und zu unnötigen Verzögerungen führt. Erschwerend kommt hinzu, dass sich auch die Ermittlungen in dem alten Gemäuer als äußerst schwierig erweisen und es dadurch zu zahlreichen Rückschlägen kommt. Obwohl er es, aufgrund seiner Erfahrungen, eigentlich besser wissen müsste, beginnt er auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Doch damit tritt er eine Lawine los, die ihn am Ende fast zu überrollen droht und seinem Leben eine vollkommen neue Wende gibt.

FAZIT
Eine vielschichtige und komplexe Geschichte, die sich sukzessive zuspitzt, bis sie am Ende mit einem nervenaufreibenden Showdown den Horror auf die Spitze treibt.

Einer der besten David-Hunter-Thriller!

Auf dem Dachboden des seit Jahren stillgelegten Krankenhauses St. Jude im Norden Londons wurde eine teilweise mumifizierte Leiche gefunden. Dr. David Hunter ist als forensischer Anthropologe bei der Bergung der Leiche dabei – was ihm eigentlich gar nicht so recht passt, ist es doch der letzte Abend, den er zusammen mit seiner neuen Freundin Rachel (wir kennen sie aus dem letzten Band!) verbringen wollte, bevor diese am nächsten Tag zu einem mehrmonatigen Forschungsprojekt ins Mittelmeer aufbricht. Aber wenn die Pflicht ruft, kann sich Hunter nicht verweigern, hängt an dieser Gutachtertätigkeit doch auch seine Anstellung an der Universität.

Nachdem der ebenfalls hinzugezogene Rechtsmediziner Professor Conrad von einer auf dem Dachboden lebenden Fledermaus erschreckt wird und durch die Decke bricht, kann er zunächst nicht gefunden werden. Es stellt sich dann heraus, dass er in einem Raum gelandet ist, zu dem es keinerlei Zugang gibt. Und in dem noch Krankenbetten stehen – in denen zwei weitere Leiche liegen.

Im Laufe des Buches ist das kurz vor dem Abriss stehende Krankenhaus noch für so manche Überraschung gut. Und David Hunter ist gut beschäftigt, auch wenn er erst mal mit einem jungen Kollegen konfrontiert wird, der sich als forensischer Taphonom bezeichnet und für die beiden eingemauerten Leichen zuständig ist.

Der aus der Sicht von David Hunter erzählte Roman baut sehr subtil eine unterschwellige Spannung auf – obwohl eigentlich nicht allzu viel passiert, mal abgesehen von seiner Untersuchung der Leiche vom Dachboden – wobei seine Arbeit hier sehr detailliert und mit sehr viel Fachwissen erläutert wird (wer alles bis ins Detail versehen will, sollte ein medizinisches Lexikon bereitlegen) – den Besprechungen mit den zuständigen Detectives, den Auseinandersetzungen mit seinem Kollegen Dr. Mears, den Gesprächen und Telefonaten mit Rachel und seinen Vorsichtsmaßnahmen, um einem erneuten Anschlag von Grace Strachan (die wir bereits aus dem zweiten Band der Reihe um David Hunter kennen). Der normale Tagesablauf einer solchen Ermittlung wird sehr realistisch geschildert, mit allen Problemen, Auseinandersetzungen und auch den unvermeidlichen Arbeitspausen – in denen Hunter aber zufällig die eine oder andere Entdeckung macht, die für den Fall relevant sein könnte.

Der Schreibstiel ist sehr sachlich, völlig unaufgeregt und zeichnet sich durch eine sehr langsame Erzählweise aus, wobei es Simon Beckett trotzdem – oder gerade deswegen – gelingt, eine sehr unheimliche, düstere Atmosphäre aufzubauen und den Leser so zu fesseln, dass er immer weiterlesen muss.

Handlungsorte und Charaktere sind durch die Bank hervorragend beschrieben, sodass man sie sich lebhaft vorstellen kann.

Und das Ende des Romans ist absolut stimmig und es werden alle Rätsel aufgelöst. Und das Besondere: Es gibt mehrere spannende Showdowns, in denen Hunter unverschuldet in Gefahr Gerät. Immer wenn man denkt, das Buch sei zu Ende, kommt noch eine überraschende Wendung, die man so auf gar keinen Fall erwartet hätte.

Fazit: Ein großartiger Roman, der einen so schnell nicht mehr loslässt. Einer der besten David-Hunter-Thriller, wenn nicht sogar der Beste überhaupt!

In einem Krankenhaus sterben immer Leute – aber halt nicht so

Dr. David Hunter, seines Zeichens forensischer Anthropologe, muss dieses Mal nicht quer durch England reisen und in merkwürdigen Hotels nächtigen. Sein neuester Fall liegt im Norden Londons, in einem alten, verwitterten Krankenhaus, dass abgerissen werden soll. Auf dem staubigen Dachboden wird die mumifizierte Leiche einer jungen Frau entdeckt und Hunter soll bei der Identifizierung helfen. Doch während er und sein Kollege den Leichnam noch am Fundort untersuchen, stürzt plötzlich der Boden ein und offenbart noch weitere Leichen …

Einsturz
Noch während Hunter und sein Kollege fachsimpeln, stürzt dieser durch ein Loch im Dachboden in die darunter liegende Etage. Dieser Sturz hat nicht nur für den Kollegen üble folgen, es tauchen dadurch auch noch weitere Leichen auf. Für diese Leichen ist dann aber (erst mal) nicht Hunter, sondern ein externes Forensikteam zuständig.

Details
Während Hunter sich nun um »seine« Leiche kümmert, kommen immer mehr Details zu der verstorbenen jungen Frau zum Vorschein. Sie war schwanger, ein Junkie und nutzte die Ruine des St. Judes zur Drogenbeschaffung. Auch sonst tauchen noch einige interessante Einzelheiten und die dazugehörigen Personen auf. Nicht alle sind wirklich hilfreich, aber doch notwendig und unter ihnen befindet sich auch der Täter.

Drumherum
Wie schon in den vorangegangenen Büchern um David Hunter legt Beckett auch hier viel Wert auf eine atmosphärische Beschreibung der Krankenhausruine und einer sehr glaubhaften, lebensnahen Schilderung der Nebenfiguren. Aber eben auch der manchmal etwas ausufernden Schilderung der bürokratischen Hürden einerseits und dem Konkurrenzkampf unter Wissenschaftlern andererseits widmet er sehr viel Zeit.

Beschreibungen
Ich finde dieses Drumherum gar nicht langweilig. Ich liebe Becketts ausführlichen Beschreibungen der Tatorte, inklusive der grad herrschenden Wetterlage. Hunters Gedankengänge, während er sich mit den sterblichen Überresten beschäftigt finde ich eigentlich immer interessant und erhellend. Auch seine oft gutgläubige Art anderen gegenüber, die ihn dann oft in ernste Schwierigkeiten bringt, finde ich sympathisch.

Beziehung
Eher merkwürdig finde ich seine On/Off-Beziehung, die Beckett eher wie ein notwendiges Übel schildert. Zwischendurch habe ich immer den Eindruck, dass die irgendwo in der Ferne weilende Partnerin nur nach dem »Upps – da war doch noch was«-Motto erwähnt wird. Immerhin findet die unsägliche Stalking-Geschichte hier ein Ende – auch wenn es so gar nicht mit dem eigentlichen Plot einhergeht. Ich glaube ein David Hunter ganz ohne Beziehung wäre mir irgendwie lieber :-)

Ruhig
Sicher zählen die Bücher um David Hunter zu den eher ruhigen Geschichten, aber ich finde, es muss auch nicht immer in allen Einzelheiten jede Foltermethode explizit geschildert werden. Simon Beckett erzählt vielleicht ein bisschen sehr britisch-trocken und sicher auch manchmal ein bisschen ausufernd, aber das tut er schon seit dem ersten Band, genau das liebe ich an dieser Reihe.

Mein Fazit
Die ewigen Toten von Simon Beckett ist erwartungsgemäß spannend, aber genauso erwartungsgemäß unaufgeregt. Ich mag die ruhige, aber sehr detaillierte Erzählweise und den ebenso ruhigen und kultivierten Sprachtstil. Ich habe in diesem sechsten Band gefunden, was ich nach den anderen Bänden erwartet habe – das finde ich gut.