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Der Fall des Grazer Königs

Der siebte Fall für Armin Trost. Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 304 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3740811420

ISBN-13: 

9783740811426

Erscheinungsdatum: 

18.03.2021

Preis: 

13,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3740811420

Beschreibung von Bücher.de: 

Ritualmord in der Steiermark.

Ein ehemaliger Richter kommt im morgendlichen Berufsverkehr auf der A9 ums Leben - ermordet durch einen 2.000 Jahre alten Pfeil in seiner Brust. Armin Trost vermutet einen Zusammenhang mit den umstrittenen Ausbauplänen der Autobahn, gegen die sich massiver Protest formiert.

Als er auf Parallelen zu einer sagenumwobenen Keltenlegende stößt, aus deren Zeit die Tatwaffe zu stammen scheint, nimmt der Fall eine mysteriöse Wendung …

Kriminetz-Rezensionen

Fesselnd erzählt

In seinem siebten Fall läuft Chefinspektor Armin Trost wieder zur Höchstform auf. Nach wie vor vom Dienst frei gestellt und schwer traumatisiert, wird er gemeinsam mit seinem Kollegen Schulmeister anlässlich eines mysteriösen Mordes an einem ehemaligen Richter mit einer antiken Pfeilspitze wieder in den Dienst gestellt. Doch bevor noch das Rätsel der Pfeilspitze gelöst ist, wird die Ehefrau des Richters, eine Lokalpolitikerin, mit einem – ebenfalls historischen – Dolch erstochen. Hat sie doch recht gehabt, dass ihr Mann nur ein Zufallsopfer war?

Welche Rolle spielt die Archäologin, die im Kaiserwald nach den Überresten einer Schlacht Römer gegen Germanen sucht und die Ermittler wegen der antiken Pfeilspitze zurate ziehen? Und was hat es mit den militanten Gegnern des Autobahnausbaues auf sich? Wollen die wirklich die Natur und die Menschen vor noch mehr Verkehr schützen oder verbirgt sich hinter den Krawallen etwas anderes?

Fragen über Fragen, die nur Armin Trost mit seinem untrüglichen Gespür für das Böse und das Übersinnliche beantworten kann. In seiner üblichen Art löst er den komplexen Fall – ungeachtet diverser Kollateralschäden wie seiner eigenen Gesundheit.

Meine Meinung:
Robert Preis gelingt es immer wieder, seine Krimis von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd zu erzählen. Diesmal haben zusätzlich zu Armin Trosts lädierter Gemütsverfassung auch die archäologischen Aspekte des Krimis mein Interesse geweckt. Grundlage ist die Schlacht von Noreia um 113 v. Chr., die grundsätzlich einmal belegt ist, aber die Stelle, an der sich die beiden Heere gegenübergestanden sind und sich die Köpfe eingeschlagen haben, ist bislang noch nicht gefunden. Dazu können wir im Anhang eine Zeittafel und Anmerkungen lesen. Die Schlacht von Noreia klingt ein wenig wie die kleine Schwester der Varus-Schlacht (9 n. Chr.). Nur da ist man schon ein wenig weiter und glaubt in der Region Kalkriese (Osnabrücker Land) den Schauplatz gefunden zu haben.

Echt gut gelungen ist, wie Robert Preis seine Leser durch Armin Trost an der Nase herumführen lässt. Manchmal wirkt er ziemlich manipulativ. Diesmal wird auch das Rätsel um das Verschwinden (und Wiederauftauchen) seiner Familie gelöst. Zwischen Armin und Anette knistert es genauso wie zwischen Schulmeister und Alexia Morgentau, der Archäologin.

Wie wir es von Robert Preis gewöhnt sind, gibt es mystische Passagen, in denen der Leser nicht genau weiß, ob sie nur in Trosts Kopf ablaufen oder doch stattfinden. Die feinen Sensoren des Chefinspektors nehmen das Böse und Mystische deutlich war. Ob das seine Ermittlungserfolge ausmacht? Gut gefällt mir, dass Balthasar Gierack, Trosts Chef, trotz aller Abneigung seinem Mitarbeiter gegenüber das Essenzielle, nämlich das Aufklären der Morde, in den Vordergrund stellt und mehrmals sich schützend vor seine Ermittler stellt. Häufig haben wir es in Krimis ja mit unfähigen, unwilligen oder karrieregeilen Vorgesetzten zu tun. Nicht, dass Gierack selbst pflegeleicht wäre, aber im Ernstfall halten er und seine Truppe zusammen.

Bin schon gespannt, was Armin Trosts Beförderung zum Sonderermittler des Innenministeriums für Auswirkungen auf ihn, seine Familie und uns Leser hat.

Fazit:
Wer einen fesselnden Krimi, bei dem wenig so ist, wie es scheint, lesen möchte, ist hier richtig. Um sich in den Charakter von Armin Trost einfühlen zu können, ist es allerdings ratsam, bei Band 1 anzufangen, denn er ist von seinem Leben als Ermittler gezeichnet. Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

Auf den Spuren des Geisterheers

Noch von den traumatischen Ereignissen rund um seinen letzten Fall gezeichnet, hat sich Kommissar Armin Trost zurückgezogen. Sein Leben ist ein einziges Chaos und hat jegliche Struktur verloren. Als ein ehemaliger Richter auf der Autobahn mit einem Pfeil erschossen wird, ist das Ermittler-Team über die Rückkehr des introvertierten Ermittlers Trost glücklich. Nur ihm ist es eigentlich zuzutrauen, den Geheimnissen dieses Falls, der scheinbar auf eine geheimnisvolle Keltenlegende zurückgreift, auf die Schliche zu kommen. Er folgt seiner Gabe, das Böse zu erahnen und streift durch die Wälder, ohne zu ahnen, welchen Gefahren er sich damit hingibt …

»Der Fall des Grazer Königs« ist mittlerweile der siebte Band aus dem schönen Graz aus der Feder des Autors Robert Preis. Er konnte mich schon mit den Vorgänger-Bänden begeistern, so dass ich mit einer hohen Erwartungshaltung und viel Vorfreude in das neue Abenteuer gestartet bin. Robert Preis erzählt die Geschichte in einem ausdrucksstarken und hervorragend zu lesenden Schreibstil, der mich schnell wieder in die Steiermark entführte. Der Spannungsbogen wird mit dem außergewöhnlichen Mord zu Beginn des Buches klassisch aufgebaut und über die eigenwilligen und manchmal schon über die Legende Atnamechs Armee mystisch wirkenden Ermittlungsarbeiten auf einem hohen Niveau gehalten. Es ist aber auch wieder dem Hauptprotagonisten Armin Trost vorbehalten, für den besonderen Charme des Buches zu sorgen. Über seine Gabe, Böses zu erahnen, macht er die Fälle zu etwas Besonderem und sein nicht ganz einfacher Charakter und den damit verbundenen privaten Problemen verleiht er dem ganzen aus meiner Sicht zusätzlichen Unterhaltungswert.

Insgesamt ist »Der Fall des Grazer Königs« aus meiner Sicht die gelungene Fortsetzung einer tollen Krimi-Reihe, die mit einem wohldosierten Lokalkolorit, äußerst spannenden Protagonisten und dem Erzähltalent des Autors überzeugen kann. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.