Cover von: Der Fall Moriarty
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Der Fall Moriarty

Roman
Buch
Gebundene Ausgabe, 341 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3458176128

ISBN-13: 

9783458176121

Auflage: 

1 (28.10.2014)

Preis: 

19,95 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 315.028
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3458176128

Beschreibung von Bücher.de: 

Sherlock Holmes ist tot.

Der berühmte Detektiv und sein genialer Gegenspieler Moriarty sind in den Abgrund des Reichenbachfalls gestürzt.

Nur wenige Tage später trifft der Pinkerton-Detektiv Frederick Chase aus New York in Europa ein, denn Moriartys Ableben hat in Londons Unterwelt ein gefährliches Vakuum hinterlassen, das nur allzu schnell von einem neuen König des Verbrechens gefüllt wird: Ein mysteriöser Mann namens Devereux macht sich daran, Moriartys Platz einzunehmen und London in ein Chaos aus Mord und Totschlag zu stürzen.

Unterstützt von Inspector Athelney Jones vom Scotland Yard, der die Ermittlungsmethoden des großen Sherlock Holmes verbissen studiert hat, verfolgt Frederick Chase die Spur dieses neuen kriminellen Genies. Ihre Jagd führt sie in die dunkelsten und gefährlichsten Winkel der englischen Hauptstadt, von den Docks bis in die Katakomben des Smithfield Meat Market, einem Mann entgegen, den alle fürchten, aber den kaum einer je gesehen hat.

Nach seinem Erfolg Das Geheimnis des weißen Bandes gelingt es Anthony Horowitz einmal mehr, der Welt von Arthur Conan Doyle neues Leben einzuhauchen. Virtuos verbindet er das Stilvolle der alten Holmes-Geschichten mit der atemlosen Rasanz heutiger Spitzenthriller zu einem Kriminalfall, nach dem Watson sich die Finger geleckt hätte. The Game is on!

Kriminetz-Rezensionen

Zwischen Kongenialität und Banalität

Anthony Horowitz‘ im Insel Verlag erschienenes Buch »Der Fall Moriarty« ist auf jeden Fall für den eingefleischten Sherlock Holmes Fan eine Lektüre wert. In letzter Zeit erfreuen sich Sherlock Holmes Adaptionen großer Beliebtheit und das völlig zu Recht, wenn man an die gelungene BBC-Serie mit Benedict Cumberbatch oder die grandiosen Filme mit Robert Downey Junior denkt.

Horowitz wählt einen anderen Ansatz und erzählt eine Geschichte, die nach dem finalen Kampf zwischen Moriarty und Holmes an den Reichenbach-Fällen einsetzt. Der amerikanische Gangster Clarence Devereux kommt nach London und versetzt sowohl die dortige Unterwelt als auch Scotland Yard in Aufruhr. Devereux schließt die Lücke, die der Tod Moriartys hinterlassen hatte, mit aller Gewalt und Brutalität, sodass sich sogar altgediente Scotland Yard Beamte nach den Zeiten zurücksehnen, als Moriarty das Londoner Verbrechen beherrschte. Der amerikanische Pinkerton-Detektiv Chase bildet ein hartnäckiges Ermittlerduo mit dem Scotland Yard Detektiv Jones, der Sherlock Holmes Fans ein Begriff ist. Beide heften sich unerbittlich an die Fersen von Devereux und wollen ihn zur Strecke bringen. Aber der Preis, den sie zu bezahlen haben, ist hoch, denn Devereux schreckt auch vor einer Entführung von Jones Tochter nicht zurück. In einem fulminanten Showdown hat es den Anschein, als ob Devereux seiner gerechten Strafe zugeführt werden kann, bevor den Leser am Ende des Buchs noch eine raffinierte Überraschung erwartet …

An den herausragenden Stellen von »Der Fall Moriarty« erreicht Horowitz beinahe das Niveau seines Vorbilds Doyle. So lässt er vor dem inneren Auge des Lesers ein viktorianisches London entstehen, das diesen in ein fasziniertes Staunen versetzt. Leider wechseln sich diese Highlights auch mit schwächeren Passagen ab, die aber auch rein gar nichts mehr mit Doyles genialer Vorlage zu tun haben. Insbesondere bei den Ich-Erzähler-Passagen des Amerikaners Chase fehlt die erzählerische Souveränität und Distanz. Dies wirkt dann teilweise banal. In der Summe ändert dies aber nichts an dem gelungenen kongenialen Wurf, den Horowitz mit »Der Fall Moriarty« vorgelegt hat.

Ein würdiger Nachfolger?

Zum Inhalt:
Nachdem Sherlock Holmes und Professor Moriarty in den Fluten des Reichenbachfalls verschwunden sind, kommt eine neue Bedrohung auf die britische Hauptstadt zu. Aus Amerika sind einige Verbrecher eingetroffen, die mit großer Brutalität die Kriminellen Londons unter ihre Knute zwingen. Zwei Männer, der amerikanische Ich-Erzähler und der Londoner Polizist Jones, versuchen diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Jones ist ein glühender Verehrer von Sherlock Holmes und hat sich dessen Art, die Kriminologie einzusetzen, zu Eigen gemacht.

Zum Cover:
Hübsch altmodisch mit einer handschmeichelnden Oberfläche, - dieses Buch legt man nur ungern weg.

Mein Eindruck:
Der Autor schafft es bewundernswert, den Geist der Bücher um Sherlock und Dr. Watson zum Leben zu erwecken. Dazu bedient er sich einer Erzählweise, die ohne Weiteres zu Conan Doyle gepasst hätte und lässt vor allem seinen Inspector Jones in einer Art und Weise handeln, die eines Holmes würdig wären. Kein Wunder, ist dieser nicht nur Fan, sondern zusätzlich ein Mitarbeiter von Inspector Lestrade.
Geschichte, handelnde Figuren und Schilderung von Umgebung und Morden, - alles verläuft so schön "echt", dass man sich eine Fortsetzung mit den beiden Hauptfiguren gewünscht hätte. Diese Hoffnung wird enttäuscht, wenn auch der Fall ein Ende findet, dass den Leser beeindruckt.

Fazit:
Eine gelungene - aber leider nur kurzzeitige - Wiederbelebung eines Mythos